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Kinder wollen Geschichten nicht nur hören, sondern auch selbst erzählen. Das freie Erzählen ist eine wichtige Fähigkeit fürs ganze Leben — und Oma und Opa können sie wunderbar fördern. Hier kommen Methoden, Spiele und kreative Ideen, mit denen aus kleinen Zuhörern große Geschichtenerzähler werden.
09.06.2026 · Kategorie: Geschichten
📑 Inhalt
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⭐ Warum Erzählen für Kinder wichtig ist
Geschichten erzählen von fremden Welten, Abenteuern und Figuren, die das Kind gern selbst wäre — und bringen ihm manchmal die eigene Familiengeschichte näher. Doch Kinder sollten nicht nur lauschen, sondern auch selbst erzählen. Manche erfinden ganze Geschichtenserien, weil ihre Fantasie überschäumt.
Das freie Erzählen ist eine wichtige Fähigkeit fürs ganze Leben: In Schule, Studium und Beruf sind immer wieder Vorträge, Referate und Reden gefragt. Darum gilt: Kinder so früh wie möglich fördern!
🌱 Wie Kinder beim Erzählen gefördert werden
Sobald sie sprechen können, erzählen die Kleinen sehr lebhaft: Sie teilen Träume und Erlebnisse, entdecken imaginäre Freunde und berichten aus dem Kindergarten. Auch wenn Wortschatz und Grammatik anfangs noch holpern — Eltern und Großeltern brauchen Geduld. Denn Sprechen lernt ein Kind nur durchs Sprechen, und es sollte immer das Gefühl haben, wahrgenommen und wichtig genommen zu werden. Oma und Opa können dabei ganz gezielt helfen:
Fantasiegeschichten erfinden
Oma und Opa beginnen eine Geschichte — sie muss nicht zu Ende gedacht sein. Vielleicht erfindet das Kind selbst ein Ende?
Erzählen nach Bildvorlagen
Das Gehirn verbindet Bilder ganz von selbst zu einer Geschichte. Einfach Bildkarten immer wieder neu ordnen — schon entstehen neue Storys.
Erzählen mit Gegenständen
Besteck, Spielzeug, Haushaltsdinge oder Sachen aus Opas Werkstatt werden zu Hauptfiguren einer Geschichte.
Erzählen von Erlebnissen
„Opa, erzähl mal von früher!“ Im Gegenzug darf das Kind dann von einem eigenen besonderen Erlebnis berichten.
🎲 Spiele & Helfer zum Geschichtenerfinden
Die Fantasie braucht einen Anstoß? Verschiedene Spiele helfen weiter. Bei Kartensets konstruieren Kinder eine Geschichte aus den Karten, wählen Figuren und beantworten die berühmten W-Fragen — die Grundlage jeder funktionierenden Geschichte. Auch Geschichtensäckchen mit kleinen Figuren sind toll für die Kleinsten: Sie stellen die Geschichte spielerisch dar und sind aktiv dabei — eine schöne Alternative zum bloßen Vorlesen.
📖 Welche Geschichten mögen Kinder?
Das ist vor allem altersabhängig. Sehr kleine Kinder unter fünf Jahren wollen sich mit der Geschichte identifizieren: wenige Charaktere, nah am Alltag, dazu Wiederholungselemente — so wissen die Kleinen, was als Nächstes passiert, fiebern mit und sind umso überraschter, wenn es doch anders kommt.
Ab fünf Jahren dürfen Geschichten komplexer und verschachtelter werden, mit mehr Charakteren. Jetzt ist die Empathiefähigkeit gefragt: Kinder wollen sich in die Helden hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen — Emotionen sind ein wichtiger Stützpfeiler. Für die Kleinsten dürfen Ereignisse ruhig parallel erzählt werden; eine klare zeitliche Abfolge wird erst später wichtig.
✨ Quatschnamen & Geschichten aus der Schachtel
Quatschnamen-Geschichten erfinden
Kinder lieben es, mit Namen zu experimentieren — schon ab etwa vier Jahren. Daraus lassen sich tolle Geschichten basteln: Was könnte ein „Knurbsel-Wurbsel“ sein? Ein außerirdisches Männchen oder ein Eichhörnchen? Was isst es, wie spricht es, hat es Verwandte? Vielleicht entsteht sogar eine eigene Geheimsprache — etwas, das außer Opa, Oma und Enkelkind niemand versteht. Solche Geschichten merken sich Kinder mühelos und schmücken sie immer weiter aus, perfekt auch als Vortrag zu Omas Geburtstag.
Geschichten aus der Schachtel
Schon ab drei Jahren möglich: Eine hübsche Schatulle oder Holzbox wird mit Dingen gefüllt — Steine, Knöpfe, Besteck, kleine Holztiere. Die Gegenstände geben die Eckdaten der Geschichte vor und schenken dem Kind eine Struktur, um die es seine Erzählung baut. Die Box kann immer wieder neu befüllt werden, oder Opa hat gleich mehrere, die je für eine feste Lieblingsgeschichte stehen. Das Schöne: Diesmal sind es Oma und Opa, die darum bitten, die Geschichte noch einmal zu hören — das stärkt das Selbstbewusstsein der kleinen Erzähler.
🎭 Kreatives Erzählen mit der Erzählschiene
Praxisbuch Erzählschiene
Autorin: Gabi Scherzer · Don Bosco Medien · zum kreativen Erzählen, Spielen & Gestalten
Die Erzählschiene ist eine Form des Papiertheaters: Kinder gestalten Figuren und Kulissen und erzählen anschließend ihre Geschichte. Gabi Scherzer, die Erfinderin der Methode, liefert in ihrem Praxisbuch Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Kita und Grundschule. Nebenbei werden Feinmotorik, Fantasie, Kreativität und Ästhetik geschult — und die Methode lässt sich sogar wunderbar mit einem Kamishibai kombinieren.
❓ Häufige Fragen
Warum ist Geschichtenerzählen für Kinder so wichtig?
Freies Erzählen fördert Sprache, Fantasie und Selbstbewusstsein — und ist eine Fähigkeit fürs ganze Leben: In Schule, Studium und Beruf sind später immer wieder Vorträge und Reden gefragt. Je früher Kinder üben, desto leichter fällt es ihnen.
Wie können Kinder das Geschichtenerzählen lernen?
Vor allem durchs Tun — und durch geduldiges Zuhören der Großen. Hilfreich sind Fantasiegeschichten zum Weitererzählen, das Erzählen nach Bildern, mit Gegenständen oder von eigenen Erlebnissen. Wichtig ist, dass das Kind sich wahrgenommen fühlt.
Welche Spiele helfen Kindern beim Geschichtenerfinden?
Bewährt sind Geschichten-Baukästen mit Handlungskarten und W-Fragen, Geschichtenwürfel (Story Cubes), Erzählkarten und Geschichtensäckchen mit kleinen Figuren. Sie geben der Fantasie einen Anstoß und eine Struktur.
Welche Geschichten mögen Kinder in welchem Alter?
Unter fünf Jahren mögen Kinder einfache, alltagsnahe Geschichten mit wenigen Figuren und Wiederholungen. Ab fünf dürfen sie komplexer und spannender werden und die Empathie ansprechen, sodass die Kinder mit den Helden mitfühlen.
Welche Geschichten kann man im Kindergarten erzählen?
Gut funktionieren alltagsnahe Geschichten mit Wiederholungen und Mitmach-Elementen sowie das gemeinsame Erfinden mit Bildkarten, Würfeln oder einer Erzählschiene. So sind auch zurückhaltende Kinder in der Gruppe aktiv dabei.
Wie denke ich mir mit Kindern eine Geschichte aus?
Mit kleinen Tricks: Quatschnamen erfinden („Knurbsel-Wurbsel“), eine Schachtel mit Gegenständen füllen und daraus eine Geschichte bauen oder die W-Fragen (Wer? Wo? Was? Warum?) durchgehen. Eigene Erlebnisse sind dabei der beste Stoff.
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Beitrag von Jürgen Busch · Themenbereich: Geschichten · Zuletzt geprüft am 09.06.2026






