Kinder erzählen Geschichten
Kinder wollen Geschichten erzählen

1. Geschichten erzählen ist für Kinder wichtig

Geschichten sind für Kinder sehr wichtig, sie erzählen von fremden Welten, von Abenteuern und Figuren, die das Kind selbst gern sein möchte.
Vielleicht bringen sie auch die Geschichte der eigenen Familie näher oder machen mit der näheren Umgebung vertraut.

Doch Kinder sollten nicht nur Geschichten hören, sondern sie auch erzählen.
Manche der Kleinen können das besonders gut, sie erfinden ganze Geschichtenserien, weil sie eine überaus große Fantasie haben.

Für das weitere Leben ist das freie Erzählen eine wichtige Fähigkeit, denn in Schule, Studium und vielleicht auch im Beruf werden immer wieder Vorträge gefordert, es müssen Referate und Reden gehalten werden.

Daher gilt es: Kinder so früh wie möglich mit den Geschichten fördern! Aber wie?

2. Wie können Kinder beim Geschichtenerzählen gefördert werden?

Sobald sie sprechen können, fangen die Kleinen an, sehr lebhafte Geschichte zu erzählen. Sie teilen Träume und Erlebnisse mit, entdecken die Welt der imaginären Freunde und berichten von Erlebnissen im Kindergarten.

Auch wenn die Worte anfangs vielleicht noch nicht so rollen wollen und Wortschatz sowie Grammatik mehr als holperig sind, sollten Eltern und Großeltern schon jetzt jede Menge Geduld beweisen.
Denn: Sprechen lernt ein Kind nur durch das Sprechen und es sollte immer das Gefühl haben, dass es wahrgenommen und vor allem für wichtig genommen wird.

Kindererzählungen sind einfach wunderbar!

Auch Oma und Opa können ihr Enkelkind in puncto Erzählungen fördern.
Sie erzählen selbst Geschichten und hören den Enkelkindern zu, sie erfragen Erlebnisse und können diese Förderung sogar spielerisch versuchen:

2.1 Fantasiegeschichten erfinden

Oma und Opa erfinden eine Geschichte. Die muss nicht bis ins letzte Detail durchdacht sein, dennoch wird das Kind interessiert zuhören. Vielleicht mag es auch selbst ein Ende für die Geschichte erfinden und erzählen?

2.2 Erzählen nach Bildvorlagen

Das Gehirn versucht immer, eine Verbindung zwischen verschiedenen Bildern herzustellen und diese zu einer Geschichte zusammenzubauen. Auf diese Weise lassen sich immer wieder neue Geschichten erfinden: Einfach Bildkarten immer wieder anders ordnen oder Personen in anderen Situationen zeigen.

2.3 Erzählen mit Gegenständen

Geschichten können mit ganz alltäglichen Gegenständen wie mit Besteck, Spielzeugen, Haushaltsgegenständen oder Dingen aus Opas Werkstatt als Hauptpersonen gespielt und umschrieben werden.

2.4 Erzählen von Erlebnissen

„Opa, erzähl mal von früher!“ Diesen Satz können Enkel schon erstaunlich früh gut sprechen und wollen natürlich eine interessante Erzählung hören. Im Gegenzug darf das Kind dann auch von einem besonderen Erlebnis berichten.

3. Welche Spiele gibt es zum Erfinden von Geschichten ?

Verschiedene Spiele können genutzt werden, wenn es um das Erfinden von Geschichten geht.
Die Fantasie braucht einen kleinen Anstoß?
Kein Problem, denn verschiedene Kartensets wie das von Don Bosco „Mein großer Geschichten-Baukasten zum Geschichten erfinden und Erzählen lernen“ oder das Kartenspiel „Geschichten-Erfinder“ (erhältlich im Buchhandel) können unterstützend eingesetzt werden.
Hier konstruieren die Kinder eine Geschichte aus den vorliegenden Karten. Sie wählen ihre Figuren und denken sich eine Geschichte darum aus.
Wichtig sind dabei Antworten auf die berühmten W-Fragen, die die Grundlage für eine funktionierende Geschichte sind.

Auch Geschichtensäckchen sind hilfreich, diese sind eher für kleine Kinder geeignet. Enthalten sind in den Säckchen kleine Figuren, die das Spielen zur Geschichte ermöglichen. Die Kinder können die Inhalte einer Geschichte somit spielerisch darstellen, erleben diese und sind aktiv. Eine tolle Alternative zum bloßen Vorlesen!

3.1 Der Geschichtenbaukasten

Der Geschichtenbaukasten aus dem Don Bosco Verlag hilft kleinen Geschichtenerzählern dabei, den roten Faden nicht zu verlieren.
Sie bekommen Handlungskarten und einen Spielplan in die Hand.

Anhand der üblichen W-Fragen werden die Kinder durch das zu erstellende Konstrukt einer Geschichte geführt.
Sie lernen so nach und nach, wie sich eine spannende Geschichte aufbauen lässt, was dabei wichtig ist und wie die Zuhörer in den Bann gezogen werden können.

3.2 Geschichtenwürfel – Story Cubes

Manche Kinder wollen einfach nicht viel erzählen oder fühlen sich beim Sprechen unsicher.
Für sie gibt es mit den Story Cubes eine ganz wundervolle Möglichkeit, sich anhand der Bilder durch eine Geschichte „zu hangeln“.
Dabei entstehen teils absurde Storys, die für den nötigen Spaß sorgen.
Das stärkt die Erzählfreude, die sprachliche Kreativität und das Selbstbewusstsein der kleinen (und großen) Geschichtenerzähler.

Erzählkarten
Unser Blogbeitrag:
Erzählkarten für Kinder ab 3 Jahren
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Erzählkarten - ein Regal bauen
Denk- und Legespiele zu Handlungsabläufen:
Zuerst, danach und dann?
© Don Bosco Medien

3.3 Erzählkarten für Kinder ab 3 Jahren

Erzählkarten sind eine wunderbare Möglichkeit, um mit Kindern ab drei Jahren wahrlich ins Gespräch zu kommen. Die Kleinen werden in Bezug auf ihre Sprachentwicklung ebenso gefördert wie im Hinblick auf Fantasie und Kreativität. Dabei handelt es sich bei den Erzählkarten um ein ganz einfaches Konzept:

Auf den Karten sind einfache Motive zu sehen, zu denen Dinge erzählt werden können. Das jeweils gezeigte Motiv stellt ein Thema in der zu erzählenden Geschichte dar. Opa kann das Enkelkind allein damit beschäftigen, doch auch ein Spiel in einer größeren Gruppe ist möglich.
Die Karten zeigen Tiere, Berufe, Lebensmittel oder Fahrzeuge. Es können auch eigene Kreationen erstellt werden, wobei sich als Größe der Karten A6 oder kleiner als besonders praktisch erwiesen hat.
Das Schöne an den Erzählkarten: Sie regen auch die Erwachsenen zu immer neuen Geschichten an.
Oma oder Opa soll eine neue Einschlafgeschichte erzählen?
Kein Problem, denn mit den Karten entwickeln sich immer andere Storys. Ob das Kind dabei allerdings schläft oder nicht einfach miterzählt, bleibt fraglich.

4. Welche Geschichten mögen Kinder?

Welche Geschichten Kinder mögen, ist vor allem altersabhängig.
Sehr kleine Kinder unter fünf Jahren wollen sich mit der Geschichte identifizieren können. Die Geschichte braucht nur wenige Charaktere, die dem Alltag der Kinder nahe sind. Wichtig sind dabei auch Wiederholungselemente, sodass die kleinen Zuhörer schon vorher wissen, was jetzt passiert. Sie fiebern mit und sind umso überraschter, wenn doch etwas anderes geschieht.

Ab einem Alter von fünf Jahren können die Geschichten komplexer werden. Es dürfen mehr Charaktere auftreten, die Story darf auch verschachtelt sein. Wichtig ist, dass die Empathiefähigkeit der Kinder angesprochen wird. Sie wollen sich bei einer spannenden Geschichte in die Helden hineinversetzen können und leiden mit ihnen. Die Emotionen sind somit ein wichtiger Stützpfeiler einer guten Geschichte.

Für kleine Zuhörer bis fünf Jahre können die Ereignisse einer Geschichte parallel erzählt werden, erst später ist eine zeitliche Abfolge wichtig. Dieses Phänomen wird auch deutlich, wenn die Kleinen ihre selbst erfundenen Geschichten vortragen.

5. Quatschnamen Geschichten erfinden

Kinder lieben es, mit Namen zu experimentieren. Schon ab einem Alter von ca. vier Jahren beginnen sie, mit dem eigenen Vor- und Zunamen oder auch mit den Namen der Kindergartenfreunde zu basteln. Heraus kommen ganz tolle Namenskreationen.
Zusammen mit den Kindern lassen sich tolle Geschichten mit Quatschnamen erfinden.

  • Was könnte zum Beispiel ein „Knurbsel-Wurbsel“ sein?
  • Wonach klingt das, ist das ein außerirdisches Männchen oder ein Eichhörnchen?
  • Was könnte es essen, wie spricht es, hat es Verwandte?

Vielleicht gibt es sogar eine eigene Sprache, die hier erfunden werden kann.
Für Kinder ist das besonders spannend, mögen sie doch auch Geheimsprachen und Codewörter.
Am Ende entsteht eine Geschichte mit lauter eigenen Ideen und tollen neuen Wörtern, die außer Opa, Oma und Enkelkind niemand versteht.

Eine solche Quatschnamen-Geschichte kann auch zu bestimmten Anlässen (z. B. zum Geburtstag der Oma) vorgetragen werden. Den Kindern fällt es leicht, sich die selbst erdachten Geschichten zu merken, und sie werden sie immer weiter ausschmücken.
Lustig wird es auch dann, wenn die Quatschwörter Einzug in den Alltag halten und nur die Eingeweihten wissen, worum es im Einzelfall geht. Das sorgt stets für Lacher aufseiten der Kinder, wenn sie die fragenden Blicke der Nichteingeweihten sehen.

6. Geschichten aus der Schachtel

Kinder ab drei Jahren können die „Geschichten aus der Schachtel“ erzählen.
Benötigt wird dafür eine hübsche Schatulle oder Holzbox, die mit verschiedenen Dingen gefüllt wird. Diese Dinge können wahllos gesammelt werden oder geben durch ihre Art bereits den Rahmen der Erzählung vor.
Es können ganz einfache Sachen gesammelt werden wie Steine, Knöpfe, Besteck, Plastikfiguren oder kleine Holztiere.
Die Schachtel kann immer wieder neu befüllt werden oder Opa investiert gleich in mehrere solcher Schachteln.
Diese stehen dann nur für die eine Geschichte, die eben immer wieder erzählt werden kann. Dies ist vergleichbar mit der Lieblingsgeschichte des Kindes, das genau diese Geschichte immer wieder vorgelesen haben will.
Bei der Geschichte aus der Schachtel sind es meist Oma und Opa, die darum bitten, eine spezielle Geschichte noch einmal erzählt zu bekommen.

Die gesammelten Gegenstände sind der Anhaltspunkt bzw. die Eckdaten für die Geschichte.
Kinder erhalten damit eine Struktur für ihre Geschichte, die sie um die Gegenstände herum aufbauen können. Gleichzeitig werden sich die Kleinen freuen, wenn Oma und Opa darum bitten, die Schachtelgeschichte noch einmal hören zu dürfen.
Immerhin ist das die Geschichte des Kindes, die hier so gefragt ist!
Das stärkt auch das Selbstbewusstsein der kleinen Erzähler.

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7. Kreatives Erzählen mit der Erzählschiene

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Zum kreativen Erzählen, Spielen und Gestalten
Autorin: Gabi Scherzer
Verlag: Don Bosco Medien

Geschichten zu erzählen lernen Kinder nur durch das Erzählen!
Die sprachfördernde Methode der Erzählschiene hilft Kindern dabei, einen lebendigen Vortrag halten zu können.
Es werden Figuren und Szenen gestaltet, Zuhören und Erzählen geübt.

Mit Märchen, Sach- und Bilderbuchgeschichten bietet die Erzählschiene neben der Sprachförderung die Chance, das bildgestützte Erzählen zu üben.
Nebenbei wird durch den Einsatz der kleinen Pappfiguren die Feinmotorik geschult, zudem werden Fantasie, Kreativität und Ästhetik gefördert.

Dieses Buch ist einer der vielseitigsten Sprach- und Erzählförderer.

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Autor dieses Beitrages: Jürgen Busch
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