Enkel

Enkel können ihre Großeltern sicherlich überfordern:
Die Kinder sind laut, aktiv und brauchen keine Pause.
Oma und Opa hingegen hatten sich das Leben als Rentner vielleicht ganz anders vorgestellt: Endlich reisen, keine Verpflichtungen, viel freie Zeit.
Und nun?
Unter der Woche die Enkelkinder vom Kindergarten oder vom Hort abholen, in den Ferien bespaßen, gemeinsam reisen, Sport treiben.
Was so anstrengend klingt, ist für Großeltern eine Herausforderung, die Körper und Geist durchaus jung zu halten vermag.

Doch die Enkel sollten einige Dinge beachten, damit sie ihre Großeltern zwar fordern, aber nicht überfordern.

Sichtweise der Enkel auf die Großeltern
Wie sehen die Enkel ihre Großeltern?

Enkel treiben Sport mit Oma und Opa

Vielleicht haben sich Oma und Opa schon mal in der Richtung geäußert, dass sie sich gern mehr bewegen wollen würden.
Sie wüssten nur nicht, was sie machen können. Fitnesscenter?
Macht keinen Spaß.
Allein ins Schwimmbad gehen oder gar mit der Seniorengruppe eine Art rhythmische Popgymnastik absolvieren – bloß nicht!
Sind die Enkel schon etwas älter, können sie durchaus Wege finden, um mit den Großeltern gemeinsam Sport zu treiben. Daraus kann sich ein Hobby ergeben, das gesund hält und zusammenschweißt.

Wie wäre es denn, Oma und Opa (oder einem von beiden) eine Schnupperstunde auf dem Golfplatz, beim Tennisunterricht oder in der Laufgruppe zu schenken?
Dann wird zusammen mit dem Enkel Sport getrieben. Man trifft sich regelmäßig, ist sportlich aktiv und hat gemeinsam Spaß.
Ist dieser Sport nicht der richtige, findet sich vielleicht ein anderer.

Die Wünsche der Großeltern respektieren

Wichtig ist, dass Enkel die Wünsche der Großeltern respektieren.
Sie sollen nicht versuchen, Oma und Opa von etwas zu überzeugen oder sie zu überreden.
Machen diese etwas nur dem Enkel zuliebe, werden sie bald feststellen, dass die jeweilige Sache wider Erwarten doch Spaß macht oder wirklich so furchtbar ist wie befürchtet.

Vielleicht wollen die Großeltern auch allein in den Urlaub fahren, ohne die Enkel mitzunehmen.
Das sollten diese respektieren, wobei hier auch Mama und Papa gefordert sind. Sie sollten Wege der Gemeinsamkeit finden und den Großeltern genügend Freiräume lassen.
Immerhin haben diese schon einmal Kinder großgezogen und möchten jetzt vielleicht zumindest teilweise die Ziele verfolgen, für die sie vorher keine Zeit hatten.
Also bitte akzeptieren, wenn Oma und Opa sagen, dass sie Zeit für sich brauchen!

Den goldenen Mittelweg finden

Enkel brauchen ihre Großeltern.
Wenn auch nicht wirklich zeitlich, so doch aber für ihre Entwicklung, zum Finden der eigenen Wurzeln und als vertraute Personen, die ein Stück Familiengeschichte darstellen.

Großeltern wollen in das Leben der Enkel einbezogen werden, sollten aber nicht mehr Verantwortung als nötig übertragen bekommen.

Es kann eine Gratwanderung sein, wenn Oma und Opa Entscheidungen treffen müssen, weil sie auf die Enkelkinder aufpassen, umgekehrt sich doch aber bitte nicht zu stark einmischen sollen.
Erziehungsfragen gehören in die Hände der Eltern!

Und Enkel sollten sich bitte zurückhalten und nicht Eltern und Großeltern gegeneinander ausspielen. Frei nach dem Motto: „Aber Opa hat gesagt, ich darf das!“, wenn Papa eine Sache verboten hat.
In wichtigen Dingen müssen sich Eltern und Großeltern einig sein, außerdem sollte definiert sein, in welchen Bereichen Oma und Opa selbst entscheiden können.

Die Beziehung pflegen

Kleinkinder und Säuglinge können die Beziehung zu den Großeltern nicht aktiv pflegen, kennen aber bei genügend häufigen Treffen Oma und Opa als liebevolle Vertraute, die zum Leben dazugehören.
Schulkinder hingegen können sich äußern und mitteilen, wann sie zu den Großeltern wollen.
Enkel sollten unbdingt die Beziehung zu den Großeltern aktiv pflegen: persönlich, über soziale Medien und am Telefon.
Es gibt viele Wege, um miteinander in Kontakt zu bleiben.

Wichtig ist, dass Enkel ihre Großeltern als liebevolle Vertraute kennenlernen, die jederzeit zu ihnen stehen und ihnen helfen.
Die auch dann da sind, wenn es einmal Ärger mit Mama und Papa gab, die aber eher Vermittler als Verteidiger sind.

Zur Beziehungspflege gehört auch die Art der Kommunikation.
Die Großeltern sind keine Kumpel aus der Schule, sie werden bitte mit Respekt behandelt und es sollte auf eine höfliche Sprache geachtet werden.

Tipps für den Enkel

Großeltern freuen sich über kleine Aufmerksamkeiten, die nicht immer nur zu den festen Anlässen wie Geburtstagen oder Weihnachten überreicht werden müssen.
Selbst gemalte Bilder, kleine Basteleien oder einfach nur ein „Oma/Opa, ich hab dich lieb!“ erfreuen das Herz und geben Kraft für sicherlich auch mal anstrengende Stunden mit den Enkelkindern.