Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt: Kinder erleben Gefühle besonders intensiv und können sie oft noch nicht einordnen. Mit den richtigen Spielen zu Gefühlen & Emotionen helfen Oma und Opa ihnen, Emotionen zu erkennen, zu benennen und damit umzugehen — und stärken so die sozial-emotionale Entwicklung.
09.06.2026 · Kategorie: Gefühle & Emotionen
📑 Inhalt
🎲 Unsere Spiele zu Gefühlen & Emotionen
Von Gefühlskarten über Memo- und Legespiele bis zur Mitmachbox: Diese acht Spiele und Bücher helfen Kindern, ihre Gefühle besser zu verstehen — schön für zu Hause, aber auch für Kindergarten, Kita und Grundschule.
💬 Wie Kinder lernen, mit Gefühlen umzugehen
Kinder befinden sich oft im Überschwang der Gefühle und erleben sie von einem Ende der Skala bis zum anderen — manchmal binnen Sekunden. Gerade ältere Kinder tun sich schwer, Gefühle überhaupt zu äußern: Sie ziehen sich zurück und sagen nichts dazu, was sie bedrückt. Geeignete Spiele bringen Kinder dazu, über ihre Gefühle zu sprechen oder sie wenigstens für sich zu reflektieren — und schlagen so eine Brücke zwischen Enkelkind und Großeltern.
Der Kummerkasten
Ideal für Kinder, die schon schreiben können (Jüngere malen ihr Gefühl auf): In einen Schuhkarton wird ein Einwurfschlitz geschnitten. Wer etwas bedrückt, schreibt einen Zettel und wirft ihn ein. In einer wöchentlichen Runde wird dann über die Sorgen gesprochen — bei dringenden Themen den Kasten öfter leeren.
Die Sorgenuhr
Eine Uhr aus Pappe wird in vier Teile geteilt, in jedes kommt ein Gesicht: fröhlich, traurig, ängstlich, wütend. Das Kind stellt die Uhr passend zu seiner aktuellen Stimmung ein — ein schöner Anlass, mit Oma und Opa darüber zu sprechen.
Karten-, Memo- und Legespiele
Auch über Spiele kommt man wunderbar ins Gespräch. Wichtig: das Spiel in Ruhe vorstellen — denn nicht wenige Opas tun sich selbst schwer damit, über ihr Gefühlsleben zu reden. Bei Memo- und Legespielen lohnt es sich, gemeinsam zu überlegen:
- Was könnte die Person oder das Gesicht auf dem Bild gerade empfinden?
- Ging es mir auch schon so – und was habe ich getan, damit es mir besser ging?
- Was wäre gut gewesen, damit ich mich besser gefühlt hätte?
Schöne Beispiele sind unser Kopfsalat mit Herz, das Giraffimo-Memo sowie Legespiele wie „Emotionen“ von Betzold oder das Memo „Paare finden“ von Greenstories. Auch ein Gefühle-Quartett (z. B. von mebes & noack) lässt sich für Rollenspiele, Frage-Antwort-Runden oder Pantomime nutzen.
Steine bemalen – Gesichtsausdrücke & Emojis
Fertige Emotionen-Steine gibt es im Handel — schöner ist es, sie mit dem Enkelkind selbst zu bemalen (am besten mit Acrylfarbe). Lass dein Enkelkind erzählen, warum es gerade dieses Gesicht malt. Bei all diesen Ideen geht es darum, im Spiel und ohne direkten Druck über Gefühle zu reden und ihr Ausleben einordnen zu lernen.
🌱 Die emotionale Entwicklung von Kindern
Um Gefühle steuern zu können, müssen Kinder sie zuerst benennen können. Sehr kleinen Kindern gelingt das noch nicht — sie werden von ihren Gefühlen regelrecht überrannt. Grob verläuft die Entwicklung so:
- 1. Lebensjahr: Kinder zeigen Freude, Traurigkeit, Angst und Unwohlsein – vor allem über Mimik, Gestik und Laute.
- 2. Lebensjahr: Gefühle werden langsam in Worte gefasst, Emotionen anderer wahrgenommen; erste Erfahrungen mit erwünschtem und unerwünschtem Verhalten.
- 3.–5. Lebensjahr: Empfindungen werden vielfältiger benannt. Kinder brauchen jetzt Hilfe bei der Verarbeitung; komplexe Gefühle wie Neid und Schuld kommen hinzu.
- 6.–7. Lebensjahr: Schulkinder verstehen ihre Emotionen, kennen die Auslöser, können sich in andere hineinversetzen und ihre Gefühle größtenteils kontrollieren.
Im Lauf dieser Entwicklung müssen Kinder lernen, dass alle Gefühle richtig und wichtig sind — nur der Umgang damit will geübt sein. Das gemeinsame Besprechen von Emotionen ist dabei entscheidend und kann schon mit Kindern ab etwa drei bis vier Jahren beginnen.
❓ Häufige Fragen
Welche Spiele zu Gefühlen & Emotionen gibt es für Kinder?
Schön sind Gefühlskarten (Don Bosco u. a.), die Herzgeschichten, das Giraffimo-Memo, Kopfsalat mit Herz, die Mitmachbox „Du und deine Gefühle“, ein Holzwürfel-Puzzle mit Gesichtsausdrücken, Gefühle-&-Farben-Spiele sowie Mutmacher-Karten. Sie alle helfen Kindern, Emotionen zu erkennen und zu benennen.
Ab welchem Alter eignen sich Gefühle-Spiele?
Mit dem gemeinsamen Besprechen von Gefühlen kann man schon ab etwa drei bis vier Jahren beginnen. Viele Spiele lassen sich bis ins Grundschulalter einsetzen, einige (wie Kopfsalat mit Herz) machen auch Erwachsenen und Großeltern Freude.
Welche Spiele fördern die sozial-emotionale Entwicklung?
Gut geeignet sind Karten- und Bildkartenspiele wie Gefühlskarten oder das Giraffimo-Memo, die zum Sprechen über Emotionen anregen, sowie Spiele, die Selbstregulation und Selbstbewusstsein stärken (etwa Herzgeschichten oder Mutmacher-Karten). Sie alle fördern Empathie, Selbstwahrnehmung und den Umgang mit Gefühlen.
Welche Gefühle-Spiele eignen sich für Kindergarten, Kita & Grundschule?
Viele der vorgestellten Bildkarten- und Legespiele sind ausdrücklich auch für Kita, Kindergarten und Grundschule gedacht und teils als therapeutisches Material geeignet — etwa Gefühlskarten oder das Holzwürfel-Puzzle. Sie lassen sich gut in der Gruppe einsetzen.
Wie kann man auch ohne gekauftes Material über Gefühle sprechen?
Mit einfachen Bastelideen: einem Kummerkasten (Schuhkarton mit Schlitz für kleine Sorgen-Zettel), einer Sorgenuhr aus Pappe mit vier Gesichtern oder selbst bemalten Emotionen-Steinen. Sie kosten fast nichts und stoßen schöne Gespräche an.
Wie verläuft die emotionale Entwicklung bei Kindern?
Grob: Im 1. Jahr zeigen Kinder Gefühle über Mimik und Laute, im 2. Jahr fassen sie sie in erste Worte. Mit drei bis fünf Jahren benennen sie Empfindungen vielfältiger und brauchen Hilfe beim Verarbeiten, mit sechs bis sieben verstehen sie Emotionen und können sie meist kontrollieren.
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Beitrag von Jürgen Busch · Themenbereich: Gefühle & Emotionen · Zuletzt geprüft am 09.06.2026









