„Erzählt Euch mehr“ – Kommunikationsspiel mit Kindern

Kommunikation muss man als Kind lernen

Dabei geht es nicht nur um das Verstehen der Wörter und deren richtige Anwendung. Das lernen Kinder automatisch, wenn sie ihre Muttersprache erlernen. Vielmehr besteht Kommunikation auch aus den Dingen, die nicht gesagt werden.
Das Lesen zwischen den Zeilen, die Worte in Verbindung mit Mimik und Gestik machen den Unterschied.
Außerdem müssen Kinder lernen, exakt auf Fragen zu antworten, auch wenn diese manchmal unbequem sind oder sich die Antworten nur schwer in Worte fassen lassen.
Das Kommunikationsspiel „Erzählt euch mehr!“ lässt Oma und Opa spielerisch die Entwicklung der Kinder unterstützen, außerdem wird der Austausch zwischen Erwachsenen und Kindern (sowie das Verständnis zwischen ihnen) gefördert.


„Erzählt Euch mehr“ – Spiegelbild

Spiegelbild - erste Schritte in die Selbstreflexion
Spiegelbild – erste Schritte zur Selbstreflexion (4 Karten-Beispiele)

Wichtiges zum Spiel „Erzählt Euch mehr“

Insgesamt 75 Karten können in dem Spiel zum Einsatz kommen und werden bei den verschiedenen Varianten gespielt. Außerdem gibt es acht farbige Chips sowie eine Zielscheibe.
Ganz wichtig: Das Spiel kürt am Ende niemanden zum Sieger! Ebenso gibt es keine Verlierer, weshalb das Spiel ideal für Kinder ist. Außerdem kann die Spielanleitung individuell angepasst werden.

Die Spieler stehen nicht unter Zeitdruck, denn ein zeitliches Limit gibt es nicht. Vielmehr soll jeder genügend Zeit dazu haben, sich über die Fragen Gedanken zu machen und gut überlegte Antworten zu geben.

Die jeweilige Runde ist erst dann beendet, wenn niemand mehr etwas zu der Frage beitragen möchte. Bereits beantwortete Karten werden auf einen separaten Stapel gelegt.


Erzählt Euch mehr – die Herzkarten

Herzfragen für das gegenseitige Verständnis
Herzfragen für das gegenseitige Verständnis

Die Spielanleitung „Erzählt Euch mehr“

Zuerst werden alle Karten gemischt und unsortiert sowie verdeckt auf dem Tisch abgelegt. Es müssen nicht alle Kategorien gespielt werden! Entsprechend ausgeschlossene Karten können gesondert hingelegt werden. Nun erhält jeder Spieler einen farbigen Chip.

Es beginnt derjenige, der zuletzt beim Tischdecken geholfen hat. Der betreffende Spieler nimmt eine Karte vom Tisch und muss die darauf befindliche Frage laut vorlesen. Gehört die Karte in die Kategorie „Spiegelbild“, müssen Chips und Zielscheibe in die Boxinnenseite eingesetzt werden. Jeder Spieler muss nun selbst überlegen, inwieweit die jeweilige Frage auf ihn zutreffend ist. Bei kompletter Übereinstimmung mit dem Satz wird der eigene Chip in die Mitte gelegt. Je weniger die Behauptung passt, desto weiter muss der Chip von der Mitte entfernt platziert werden. Jeder Mitspieler beschreibt am Ende den Grund, warum sein Chip genau an dieser Stelle zu liegen kam.

Handelt es sich um eine „Kopfnuss“, wird eine philosophische Frage diskutiert. Wichtig ist, dass Oma und Opa dabei ruhig sind und die Kinder ihre Sichtweisen erläutern können.

Beim „Gedankenspiel“ sollen die Mitspieler kreativ werden. Jeder Spieler soll nun reihum über seine Gedanken sprechen.

Die „Herzfragen“ richten sich an den Spieler, der seitens des kartenziehenden Spielers ausgewählt wurde.


Erzählt Euch mehr – Gedankenspiel

Gedankenspiel-Karten - Freiraum für kreative Ideen
Gedankenspiel-Karten – Freiraum für kreative Ideen


Kopfnuss – Verständnis für die Welt

Kopfnuss-Fragen für das Verständnis
Für das Verständnis: Kopfnuss-Fragen (4 Beispiele)

Unser Fazit zum Spiel „Erzählt Euch mehr“

Die verschiedenen Spielvarianten lassen das Spiel für alle Altersgruppen interessant werden.
Vor allem die Karten zum Spiegelbild bieten dabei die Möglichkeit, sich selbst zu reflektieren.
Das müssen Kinder erst lernen und erhalten mit diesem Spiel eine wundervolle Unterstützung dazu.
Wichtig ist nur, dass die Erwachsenen sowie weitere Mitspieler geduldig bleiben. Das Spiel eignet sich nicht, um kurzfristig Langeweile zu überbrücken, ist kein Lückenfüller und kann nicht „mal eben nebenbei“ gespielt werden.
Es erfordert Zeit und Ruhe, zudem sollten die Kinder gerade mental in der Lage sein, sich auf die Antworten zu konzentrieren (nicht müde oder voller Energie).
Wenn das möglich ist, findet ein toller Austausch zwischen Großeltern und Enkelkindern statt, beide verstehen einander besser und lernen, dem jeweils anderen zuzuhören.

Spielanleitung
Hier geht es zur ->
Spielanleitung „Erzählt Euch mehr“ (PDF)

Und wie war es heute in der Schule?
Und wie war es heute in der Schule?
Frage ich stets die Enkelkinder, wenn ich sie am Freitag von der Schule abhole.
Die Antwort ist stets „Gut“.

Autor dieses Beitrages: Jürgen Busch
Aus dem Themenbereich: Geschichten erzählen

Unsere Beiträge zum Thema „Geschichten erzählen“

Übersicht „Spielen“ und weitere „Spielmöglichkeiten“