Lachen, staunen, grummeln: Mit dem Holzwürfel-Puzzle legen Kinder verschiedene Gesichtsausdrücke — und lernen dabei spielerisch, Gefühle in der Mimik zu erkennen. Ich habe es mit meinen Enkeln getestet und zeige dir hier Spielregeln, die sieben Basis-Emotionen und weitere schöne Legespiele.
09.06.2026 · Kategorie: Gefühle & Emotionen
📑 Inhalt
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🧩 Das Holzwürfel-Puzzle „Face Changing Building Blocks“
Video: So zügig bauen Kinderhände das Holzpuzzle richtig zusammen.
Die Spielregeln & Anleitung
Vereinfacht gesagt: Jeder nimmt eine Karte und versucht, das Gesicht entsprechend der Vorlage aufzubauen. Wer es schafft, drückt die Glocke und darf die Karte behalten. Sieger ist, wer als Erstes zehn Karten gesammelt hat.
Zu Beginn kommen alle Karten farblich sortiert in die Tischmitte. Jeder wählt eine Farbe und nimmt den passenden Stapel. Die Karten werden nacheinander umgedreht — und dann heißt es: das gesuchte Gesicht so schnell wie möglich legen. Wer ist am schnellsten? (Tipp: Die beiliegende Anleitung ist leider schlecht übersetzt — das Puzzeln nach den Gesichtsausdrücken erklärt sich aber von selbst.)
Was das Spiel fördert
Mit dem Puzzle verbessern sich motorische Fähigkeiten und Hand-Augen-Koordination, auch das logische Denken kommt nicht zu kurz. Es eignet sich für alle Generationen — auch Oma und Opa haben ihren Spaß. Besonders schön: Das Holz ist umweltfreundlich produziert, die Farbe auf Wasserbasis ungiftig. Die Montessori-Würfel sind für Kinder ab drei Jahren geeignet — je nach Entwicklung vielleicht auch etwas früher.
😀 Die 7 Basis-Emotionen im Gesicht
Kommunikation läuft nicht nur über Worte — die Mimik verrät oft mehr als die Sprache. Erwachsene erkennen Emotionen meist mühelos; Kinder müssen die feinen Unterschiede erst lernen, etwa zwischen Überraschung, Freude und ähnlichen Empfindungen. Genau dabei hilft das Würfel-Puzzle. Die folgenden sieben Gesichtsausdrücke gehen auf die Forschung des US-Psychologen Paul Ekman zurück und sind auf den ersten Blick voneinander zu unterscheiden:
Freude
Die Mundwinkel ziehen nach oben, die Wangen heben sich, ein Lächeln zeigt sich. Das Gesicht wirkt offen, der Mensch heiter und zufrieden — verbunden mit Begeisterung und Glück. Kinder erkennen Freude besonders leicht und sind selbst zu überschwänglicher Freude fähig.
Überraschung
Die Augenbrauen wandern nach oben, die Augen werden aufgerissen, die Augenlider hochgezogen — teils öffnet sich der Mund. So reagieren Menschen, wenn sie verwundert, sprachlos oder verblüfft über eine Neuigkeit sind. Manchmal überrascht man sogar sich selbst.
Angst
Wie bei der Überraschung gehen Augenbrauen und Augenlider nach oben, der Mund ist offen, die Lippen gespannt. Das Weiße der Augen ist stark sichtbar, der Blick aufs beängstigende Objekt gerichtet — der Unterschied zur Überraschung. Erschrockenheit und Anspannung sind gut erkennbar.
Wut
Die Augenbrauen ziehen nach unten, dazwischen entsteht eine Falte, die Lippen sind gespannt. Der Blick bleibt fest auf dem Gegenstand der Wut — alles andere wird ausgeblendet, man „ist blind vor Wut“. Auch Empörung, Frustration und Verärgerung zeigen sich so.
Ekel
Die Oberlippe zieht nach oben, die Wangen heben sich, oft wird die Nase gerümpft — besonders bei unangenehmen Gerüchen. Auch Ablehnung oder Abneigung gegen eine Sache oder Person löst diese Mimik aus, ebenso bloße Widerwilligkeit.
Verachtung
Die Mundwinkel werden nur einseitig hochgezogen oder nach innen gepresst — das Gesicht wirkt asymmetrisch, einseitig verzogen. So zeigt sich Verachtung ebenso wie Geringschätzung, Missachtung oder ein spöttischer Ausdruck.
Trauer
Die Augenbrauen werden an der Nasenwurzel nach oben gezogen, außen hängen sie nach unten. Oberlider und Mundwinkel hängen herab, die Wangen wirken schlaff, ohne Anspannung. Auch Mutlosigkeit, Betroffenheit, Enttäuschung und Unglück zeigen sich so.
Hinweis: Ekman beschrieb zunächst sechs Basis-Emotionen und ergänzte später die Verachtung — diese sieben Ausdrücke gelten heute als kulturübergreifend erkennbar.
🧲 Weitere Spiele zum „Gesichter legen“
Gesichter legen geht auch magnetisch: Diese Spiele geben Anregungen und eignen sich perfekt für einen lustigen — und lehrreichen — Nachmittag mit den Enkelkindern.
📖 Buch: Mein kleines großes Gesichterbuch
Autor: Oskar Vogl · 3–6 Jahre (und darüber hinaus)
Gesichter lassen sich überall entdecken — an Bäumen, Geräten oder Steinen. Dieses Buch nimmt dich und dein Enkelkind mit auf eine Gesichter-Entdeckungsreise, bei der die Gesichter ganz unterschiedliche Ausdrücke zeigen. Natürlich könnt ihr auch selbst Gesichter malen, legen oder basteln. Schön zum Vorlesen wie zum Selberlesen.
❓ Häufige Fragen
Welche sind die 7 Basis-Emotionen?
Die sieben Basis-Emotionen sind Freude, Überraschung, Angst, Wut, Ekel, Verachtung und Trauer. Sie gehen auf die Forschung des Psychologen Paul Ekman zurück und gelten als kulturübergreifend an der Mimik erkennbar.
Wie funktioniert das Holzwürfel-Puzzle? (Spielregeln)
Alle Karten kommen farblich sortiert in die Tischmitte, jeder wählt eine Farbe und nimmt den passenden Stapel. Die Karten werden umgedreht, dann legt jeder das gesuchte Gesicht mit den Holzwürfeln nach. Wer fertig ist, drückt die Glocke und behält die Karte. Sieger ist, wer zuerst zehn Karten gesammelt hat.
Ab welchem Alter ist das Würfel-Puzzle geeignet?
Die Montessori-Holzwürfel sind ab drei Jahren geeignet, je nach Entwicklung auch etwas früher. Das Spiel macht aber allen Generationen Spaß — auch Oma und Opa. Gespielt wird mit einem bis vier Mitspielern.
Welche Spiele helfen, Gesichtsausdrücke und Emotionen zu erkennen?
Neben dem Holzwürfel-Puzzle eignen sich die Magnetspiele „Emotionen“ und „Crazy Faces“ von Janod, „Lustige Gesichter“ von Goki sowie „Emotionen zum Lachen“ von Headu. Auch das Buch „Mein kleines großes Gesichterbuch“ lädt zum Entdecken und Nachmachen von Gesichtern ein.
Wie kann man mit Kindern Mimik und Gefühle üben?
Gut gelingt das, indem Kinder Gesichtsausdrücke nach Vorlage legen und sie vor dem Spiegel nachahmen, das Gefühl benennen und über passende Situationen sprechen. So lernen sie, feine Unterschiede zwischen ähnlichen Emotionen wie Überraschung und Freude zu erkennen.
Was fördert das „Gesichter legen“?
Es schult motorische Fähigkeiten und Hand-Augen-Koordination, fördert logisches Denken und unterstützt die emotionale Entwicklung: Kinder lernen, Gefühle zu erkennen, zu benennen und Empathie zu entwickeln.
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Beitrag von Jürgen Busch · Themenbereich: Gefühle & Emotionen · Zuletzt geprüft am 09.06.2026

