Wut, Freude, Traurigkeit: Gefühlskarten für Kinder helfen den Kleinen, ihre Emotionen zu erkennen, zu benennen und darüber zu sprechen. Ich habe vier schöne Karten-Sets verglichen — für zu Hause bei Oma und Opa ebenso wie für Kita und Grundschule.
09.06.2026 · Kategorie: Gefühle & Emotionen
📑 Inhalt
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💡 Warum Gefühlskarten Kindern helfen
Kinder leben im Hier und Jetzt und erleben alles besonders intensiv. Oft werden sie von ihren Gefühlen übermannt und können sie weder einordnen noch steuern — das berühmte „sich im Griff haben“ ist für sie noch nicht möglich. Innerhalb kürzester Zeit schwanken sie vom größten Glück zu tiefer Traurigkeit. Erst nach und nach lernen sie, über ihre Gefühle zu sprechen und sich ihrer bewusst zu werden.
Gefühlskarten sind dabei wertvolle Helfer: Sie sind meist ab etwa drei bis vier Jahren geeignet und fördern die emotionale wie soziale Entwicklung. Als Mutmacher und Gesprächsanlass eignen sie sich nicht nur für zu Hause, sondern auch für Kindergarten, Kita und Grundschule — und sind ein schönes Geschenk an Eltern oder Großeltern.
📇 30 Gefühlekarten für Kinder (Don Bosco)
Die Karten helfen Kindern, sich ihrer Gefühle bewusst zu werden — und zu verstehen, dass Gefühle zum Leben gehören, man sie aber nicht einfach ungebremst ausleben sollte, weil das in den Freiraum anderer eingreift. Das Besondere: Die gezeigten Gefühle werden nicht benannt. So kann das Kind selbst etwas ins Bild deuten und eigene Gefühle erkennen, ohne in eine Richtung gedrängt zu werden.

© Don Bosco Verlag – soll Papa jetzt Nein sagen?
© Don Bosco Verlag – Freude über das Geschenk.

© Don Bosco Verlag – warum sieht Opa so traurig aus?
Impulsfragen auf der Rückseite
Auf der Rückseite jeder Karte stehen Vorschläge für Fragen und Gespräche: Das Kind beschreibt das Gefühl auf der Vorderseite, erzählt, ob es sich selbst schon so gefühlt hat, und überlegt gemeinsam mit dir, wie es damit umgehen kann.
Eine feste Reihenfolge oder Kartenzahl gibt es nicht — und auch in der Gruppe lassen sich die Karten gut einsetzen. Das Gespräch mit Opa und Oma gibt dem Enkel innere Stärke.
🐝 Gefühlskarten vom Apicula Verlag
Es gilt als gut belegt, dass emotional kompetente Kinder oft ausgeglichener und zufriedener sind und ihre Gefühle besser ausbalancieren können. Insgesamt gibt es 14 Gefühlsbuttons, wobei manche Gefühle dicht beieinanderliegen:
Glück & Freude
positiv für Körper und Seele — wir fühlen uns wohl und zufrieden.
Angst & Panik
lebensnotwendig, warnen vor Gefahren — die aber nicht immer real sind.
Widerwillen & Ekel
stehen für starke Abneigung, individuell verschieden ausgeprägt.
Liebe & Zuneigung
wichtig fürs Miteinander — lassen Bindungen entstehen.
Überraschung & Schreck
Reaktionen auf Unvorhersehbares, aktivieren Schutzmechanismen.
Trauer & Verzweiflung
helfen, Schweres zu überwinden und wieder nach vorn zu blicken.
Wut & Rage
entstehen bei Grenzüberschreitungen, können sich auch destruktiv äußern.
Drei Beispiel-Karten
👧 Gefühlskarten von Hanniline
Mit Elternratgeber & Spielideen
Ein beiliegender Elternratgeber erklärt Spielideen sowie Sinn und Zweck der Karten — und in welchem Alter Kinder ihre Gefühle wie einschätzen und steuern können. Oft ist das auch für die Erwachsenen selbst ein Anreiz.
Zum Start werden zehn Bildkarten verteilt und benannt. Kinder raten, in welcher Situation sie ein Gefühl selbst haben und was sie sich dann von Erwachsenen wünschen — wertvolle Impulse auch für Eltern und Großeltern.
⚖️ Vier Gefühlskarten-Sets im Vergleich
Don Bosco – 30 Gefühlekarten
Top-Empfehlung für Gespräche: Kinder lernen, Gefühle einzuschätzen und zu kanalisieren. Mehr oben ↑
Apicula Verlag
Liebevolle Illustrationen ohne Vorgaben — macht Gespräche aufschlussreich und stärkend. Mehr oben ↑
Hanniline
Spielerisch Gefühle benennen und steuern lernen — Top für mehr Selbstkontrolle. Mehr oben ↑
Transparenz-Hinweis: Die Sets von Don Bosco und Apicula wurden mir kostenlos zur Verfügung gestellt — getestet habe ich dennoch unvoreingenommen und ohne Vorgaben. Hanniline stellte kein Besprechungsexemplar zur Verfügung.
❓ Häufige Fragen zu Gefühlskarten
Was sind Gefühlskarten und wie helfen sie Kindern?
Gefühlskarten sind Bildkarten, die Emotionen oder Alltagssituationen zeigen. Sie helfen Kindern, Gefühle zu erkennen, zu benennen und darüber zu sprechen — und fördern so die emotionale und soziale Entwicklung. Über die Bilder kommen Kind und Erwachsener ins Gespräch.
Ab welchem Alter sind Gefühlskarten geeignet?
Die meisten Sets eignen sich ab etwa drei bis vier Jahren. Die Karten vom Apicula Verlag richten sich an Kinder von vier bis zwölf Jahren. Viele Sets lassen sich bis ins Grundschulalter — und teils auch mit Erwachsenen — einsetzen.
Welche Gefühlskarten für Kinder sind empfehlenswert?
Schön sind die „30 Gefühlekarten für Kinder“ von Don Bosco (meine Top-Empfehlung), die Gefühlskarten vom Apicula Verlag, die Gefühlskarten von Hanniline (mit Elternratgeber) sowie das Monster-Set „Kennst du das Gefühl …?“. Welche passen, hängt vom Alter und davon ab, ob ihr Impulsfragen oder freie Deutung bevorzugt.
Gibt es Gefühlskarten zum Ausdrucken oder kostenlos?
Im Netz gibt es einige kostenlose Gefühlskarten als PDF zum Ausdrucken — gut zum Ausprobieren. Die hier vorgestellten gedruckten Sets sind allerdings deutlich langlebiger, kindgerecht gestaltet und bringen Impulsfragen oder ein Begleitheft mit, das den Einsatz erleichtert.
Eignen sich Gefühlskarten für Kindergarten, Kita und Grundschule?
Ja, sehr gut. Mehrere Sets sind ausdrücklich für Kita, Kindergarten und Grundschule gedacht und auch als pädagogisches oder therapeutisches Material geeignet — etwa die Don-Bosco-Karten und das Monster-Set „Kennst du das Gefühl …?“ mit didaktischen Tipps.
Wie setzt man Gefühlskarten ein?
Das Kind beschreibt das Gefühl auf der Karte, erzählt von eigenen Erlebnissen und überlegt gemeinsam mit dir, wie es damit umgehen kann. Viele Karten haben auf der Rückseite Impulsfragen. Eine feste Reihenfolge oder Kartenzahl gibt es nicht — und auch in der Gruppe funktionieren sie gut.
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Beitrag von Jürgen Busch · Themenbereich: Gefühle & Emotionen · Zuletzt geprüft am 09.06.2026










