Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt: Kinder erleben Gefühle besonders intensiv und können sie oft noch nicht einordnen. Mit den richtigen Spielen zu Gefühlen & Emotionen helfen Oma und Opa ihnen, Emotionen zu erkennen, zu benennen und damit umzugehen — und stärken so die sozial-emotionale Entwicklung.
📑 Inhalt
🧭 Wenn das Kind … — dann passt das
Meistens sucht man nicht „ein Spiel zu Gefühlen“, sondern hat eine bestimmte Situation vor Augen. Diese Übersicht geht von der Situation aus — und sagt, was dazu passt:
| Wenn das Kind … | … dann passt | Warum |
|---|---|---|
| Es wird schnell wütend und kann nicht sagen, warum | Gefühle & Farben | Farben geben dem Gefühl einen Namen, bevor Worte da sind — Rot für Wut, Blau für Traurigkeit. Das Kind zeigt, statt zu erklären. |
| Es erkennt nicht, wie es anderen geht | Holzwürfel-Puzzle oder Giraffimo Memo | Gesichter legen und zuordnen — Mimik lesen lernt man am besten am Bild, nicht in der Erklärung. Ab 3 Jahren. |
| Es traut sich nichts zu | Mutmacher-Karten oder Herzgeschichten | Beide arbeiten mit Stärken statt mit Defiziten. Die Karten für zwischendurch, die Geschichten zum Vorlesen am Abend. |
| Es erzählt nach dem Kindergarten nichts | Kopfsalat mit Herz | Ein Spiel für die ganze Familie: Es stellt die Fragen, die Erwachsene nicht stellen mögen — und alle antworten, nicht nur das Kind. |
| Es soll lernen, Gefühle zu benennen | Gefühlskarten | Ein Bild, ein Wort, ein Gefühl. Der Klassiker aus der Pädagogik, auch in Kitas im Einsatz. |
| Es beschäftigt sich gern allein und ruhig | Mitmachbox „Du und deine Gefühle“ | Montessori-inspiriert ab 5 Jahren: Gesichter mit Gefühlen füllen, im eigenen Tempo, ohne dass jemand daneben sitzen muss. |
| Es hat Angst — vor dem Dunkeln, vor Hunden, vor dem Alleinsein | Ängste beim Enkelkind | Hier hilft kein Spiel, sondern Verstehen: woher die Angst kommt und was Großeltern tun können — und was besser nicht. |
| Es trauert oder die Familie steht vor einer schweren Zeit | Schwere Zeiten begleiten | Trennung, Krankheit, Abschied: Dafür gibt es einen eigenen Bereich mit Texten, die weiter gehen als ein Spiel. |
Ein Hinweis vorweg: Kein Spiel löst ein Gefühl auf. Es schafft nur eine Gelegenheit, darüber zu sprechen — und die entsteht beim Spielen leichter als beim Gegenübersitzen. Genau das ist die Rolle, die Großeltern hier haben: Zeit, Ruhe und keine Erziehungsabsicht.
🎲 Unsere Spiele zu Gefühlen & Emotionen
Von Gefühlskarten über Memo- und Legespiele bis zur Mitmachbox: Diese acht Spiele und Bücher helfen Kindern, ihre Gefühle besser zu verstehen — schön für zu Hause, aber auch für Kindergarten, Kita und Grundschule.
Holzwürfel-PuzzleAb 3 Jahren Gesichtsausdrücke legen – mit Glocke und vielen Spielvarianten.6 Min. Lesezeit→
Mutmacher-KartenAffirmationskarten, die Kindern Mut machen und das Selbstbewusstsein stärken.6 Min. Lesezeit→
HerzgeschichtenVorlesegeschichten, die das Selbstwertgefühl stärken – Stärken finden statt Schwächen bewerten.4 Min. Lesezeit→
Kopfsalat mit HerzFür die ganze Familie – das Verständnis für eigene und fremde Gefühle fördern, auch für Großeltern.5 Min. Lesezeit→
Gefühle & FarbenSpiele, die Gefühle mit Farben verbinden – Emotionen sichtbar und greifbar machen.6 Min. Lesezeit→
Mitmachbox „Du und deine Gefühle"Montessori-inspiriert ab 5: Gesichter mit Gefühlen füllen und Emotionen einordnen.5 Min. Lesezeit→
Gefühlskarten für KinderDon Bosco, Apicula, Hanniline & Monster-Karten im Vergleich – Emotionen erkennen und benennen.6 Min. Lesezeit→
Giraffimo Memo-SpielMemo zu Gefühlen & Bedürfnissen – Emotionen einordnen, reflektieren und daraus Kraft gewinnen.4 Min. Lesezeit→🛒 Vier Sachen, die bei uns liegen bleiben
Nichts davon ist nötig, um mit einem Kind über Gefühle zu sprechen. Aber es ist leichter, wenn etwas auf dem Tisch liegt, an dem man sich festhalten kann — für das Kind wie für den Erwachsenen. Diese vier decken die häufigsten Situationen ab:
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| Wo kaufen | Wann es passt | Preis |
|---|---|---|
| Amazon | Wenn Mimik noch schwerfällt, ab 3 | 11,99 EURBei Amazon ansehen |
| Wo kaufen | Wann es passt | Preis |
|---|---|---|
| Amazon | Wenn Gefühle Worte bekommen sollen | 14,96 EURBei Amazon ansehen |
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💬 Wie Kinder lernen, mit Gefühlen umzugehen
Kinder befinden sich oft im Überschwang der Gefühle und erleben sie von einem Ende der Skala bis zum anderen — manchmal binnen Sekunden. Gerade ältere Kinder tun sich schwer, Gefühle überhaupt zu äußern: Sie ziehen sich zurück und sagen nichts dazu, was sie bedrückt. Geeignete Spiele bringen Kinder dazu, über ihre Gefühle zu sprechen oder sie wenigstens für sich zu reflektieren — und schlagen so eine Brücke zwischen Enkelkind und Großeltern.
Der Kummerkasten
Ideal für Kinder, die schon schreiben können (Jüngere malen ihr Gefühl auf): In einen Schuhkarton wird ein Einwurfschlitz geschnitten. Wer etwas bedrückt, schreibt einen Zettel und wirft ihn ein. In einer wöchentlichen Runde wird dann über die Sorgen gesprochen — bei dringenden Themen den Kasten öfter leeren.
Die Sorgenuhr
Eine Uhr aus Pappe wird in vier Teile geteilt, in jedes kommt ein Gesicht: fröhlich, traurig, ängstlich, wütend. Das Kind stellt die Uhr passend zu seiner aktuellen Stimmung ein — ein schöner Anlass, mit Oma und Opa darüber zu sprechen.
Karten-, Memo- und Legespiele
Auch über Spiele kommt man wunderbar ins Gespräch. Wichtig: das Spiel in Ruhe vorstellen — denn nicht wenige Opas tun sich selbst schwer damit, über ihr Gefühlsleben zu reden. Bei Memo- und Legespielen lohnt es sich, gemeinsam zu überlegen:
- Was könnte die Person oder das Gesicht auf dem Bild gerade empfinden?
- Ging es mir auch schon so – und was habe ich getan, damit es mir besser ging?
- Was wäre gut gewesen, damit ich mich besser gefühlt hätte?
Schöne Beispiele sind unser Kopfsalat mit Herz, das Giraffimo-Memo sowie Legespiele wie „Emotionen“ von Betzold oder das Memo „Paare finden“ von Greenstories. Auch ein Gefühle-Quartett (z. B. von mebes & noack) lässt sich für Rollenspiele, Frage-Antwort-Runden oder Pantomime nutzen.
Steine bemalen – Gesichtsausdrücke & Emojis
Fertige Emotionen-Steine gibt es im Handel — schöner ist es, sie mit dem Enkelkind selbst zu bemalen (am besten mit Acrylfarbe). Lass dein Enkelkind erzählen, warum es gerade dieses Gesicht malt. Bei all diesen Ideen geht es darum, im Spiel und ohne direkten Druck über Gefühle zu reden und ihr Ausleben einordnen zu lernen.
🌱 Die emotionale Entwicklung von Kindern
Um Gefühle steuern zu können, müssen Kinder sie zuerst benennen können. Sehr kleinen Kindern gelingt das noch nicht — sie werden von ihren Gefühlen regelrecht überrannt. Grob verläuft die Entwicklung so:
- 1. Lebensjahr: Kinder zeigen Freude, Traurigkeit, Angst und Unwohlsein – vor allem über Mimik, Gestik und Laute.
- 2. Lebensjahr: Gefühle werden langsam in Worte gefasst, Emotionen anderer wahrgenommen; erste Erfahrungen mit erwünschtem und unerwünschtem Verhalten.
- 3.–5. Lebensjahr: Empfindungen werden vielfältiger benannt. Kinder brauchen jetzt Hilfe bei der Verarbeitung; komplexe Gefühle wie Neid und Schuld kommen hinzu.
- 6.–7. Lebensjahr: Schulkinder verstehen ihre Emotionen, kennen die Auslöser, können sich in andere hineinversetzen und ihre Gefühle größtenteils kontrollieren.
Im Lauf dieser Entwicklung müssen Kinder lernen, dass alle Gefühle richtig und wichtig sind — nur der Umgang damit will geübt sein. Das gemeinsame Besprechen von Emotionen ist dabei entscheidend und kann schon mit Kindern ab etwa drei bis vier Jahren beginnen.
Erstes Lebensjahr: Freude, Ärger, Trauer, Furcht
Schon Säuglinge zeigen die vier Grundgefühle — über Mimik, Laute und ihren ganzen Körper. Gegen Ende des ersten Jahres kommt etwas Entscheidendes dazu: Das Kind erkennt, worauf jemand ärgerlich oder froh reagiert. Es liest das Gesicht des Erwachsenen und richtet sich danach.
Zweites Lebensjahr: die ersten komplizierten Gefühle
Ab dem Ende des zweiten Jahres kommen Empfindungen hinzu, die ein Bild vom eigenen Ich voraussetzen: Stolz, Scham, Schuld, Neid, Verlegenheit, Mitleid. Das Kind bewertet sich jetzt selbst — und merkt, wie andere es bewerten. Wer ein Zweijähriges kennt, das nach einem Missgeschick den Kopf wegdreht, hat genau das gesehen.
Drittes bis fünftes Lebensjahr: starke Gefühle, wenig Steuerung
Das ist die Zeit der heftigen Ausbrüche. Nicht, weil Kinder in diesem Alter unvernünftig wären, sondern weil zwei Dinge auseinanderklaffen: Die Gefühle sind schon vielfältig, die Fähigkeit, sie zu bremsen, ist es noch nicht. Ein Vierjähriger kann sagen, dass er wütend ist — aufhören kann er deshalb noch lange nicht. Genau hier brauchen Kinder Erwachsene, die die Bremse mitübernehmen.
Sechstes bis siebtes Lebensjahr: der Perspektivwechsel
Jetzt verstehen Kinder ihre Gefühle, kennen die Auslöser und können sich in andere hineinversetzen — sie begreifen, dass jemand anderes dieselbe Situation ganz anders empfinden kann. Die Selbststeuerung gelingt in den meisten Alltagslagen, aber nicht bei Müdigkeit, Hunger oder Überforderung. Das gilt übrigens für Erwachsene genauso.
Was das für Großeltern bedeutet
Nicht das Gefühl wegdiskutieren. „Das ist doch nicht schlimm“ hilft niemandem — auch Erwachsenen nicht, wenn sie es hören. Nützlicher ist, das Gefühl zu benennen: „Du bist wütend, weil der Turm umgefallen ist.“
Nachfragen statt vermuten. Fachleute raten zu einfachen, konkreten Fragen: Was macht dich traurig? Weshalb bist du wütend? Das gibt dem Kind Worte — und Erwachsenen die richtige Auskunft statt einer Vermutung.
Bestimmte Sätze helfen nie. „Reiß dich zusammen“, „sei keine Heulsuse“, und Lachen über das, was das Kind gerade ernst meint. Sie beenden nicht das Gefühl, sondern das Erzählen darüber.
Und der Vorteil der Großeltern: Sie müssen nicht erziehen und stehen nicht unter Zeitdruck. Ein Kind, das bei Oma und Opa in Ruhe wütend sein darf, erzählt dort oft mehr als zu Hause.
🤝 Wann fachliche Hilfe sinnvoll ist
Fast alles, was auf dieser Seite steht, gehört zur normalen Entwicklung — auch die heftigen Wutanfälle mit vier und die Traurigkeit, die aus dem Nichts kommt. Manchmal steckt aber mehr dahinter, und dann ist es keine Schwäche, sich Rat zu holen, sondern der kürzere Weg.
Aufmerksam werden sollte man, wenn etwas über Wochen anhält und den Alltag verändert:
- Das Kind zieht sich zurück und mag nichts mehr, was ihm früher Freude gemacht hat.
- Es wirkt über lange Zeit ängstlich, traurig oder gereizt — nicht nur an einzelnen Tagen.
- Es schläft deutlich schlechter, hat wieder häufig Albträume oder nässt wieder ein, nachdem es das lange nicht mehr tat.
- Es klagt oft über Bauch- oder Kopfschmerzen, ohne dass sich etwas findet.
- Es will nicht mehr in Kita oder Schule und die Weigerung hält an.
- Die Wutausbrüche werden so heftig, dass sich das Kind oder andere dabei verletzen.
- Ein einschneidendes Ereignis liegt zurück — Trennung, Umzug, ein Todesfall — und das Kind kommt nicht wieder in seinen Alltag zurück.
Der erste Weg führt nicht zur Therapie, sondern zum Gespräch. In der Kinderarztpraxis lässt sich zuerst klären, ob körperliche Ursachen dahinterstehen. Und für alles andere gibt es die Erziehungsberatungsstellen: über tausend im Bundesgebiet, kostenlos und vertraulich, auch ohne Überweisung. Wer lieber erst einmal anonym schreiben möchte, findet bei der bke-Elternberatung ein kostenloses Online-Angebot mit Fachkräften.
Opas Erfahrung: Als Großvater ist man in einer heiklen Lage: Man sieht manches deutlicher als die Eltern, weil man Abstand hat — und darf trotzdem nicht über ihren Kopf hinweg entscheiden. Was sich bewährt hat: das Beobachtete beschreiben, nicht bewerten. „Mir ist aufgefallen, dass er in den letzten Wochen kaum noch erzählt“ kommt an. „Mit dem Kind stimmt etwas nicht“ führt nur zum Streit.
Quellen
Angaben zur emotionalen Entwicklung und zum Umgang mit starken Gefühlen nach der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de (abgerufen am 29.08.2026). Beratungsangebote: Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, bke.de. Die Liste der Anzeichen ersetzt keine Diagnose — sie soll nur helfen, den Zeitpunkt für ein Gespräch nicht zu verpassen.
❓ Häufige Fragen
Welche Spiele zu Gefühlen & Emotionen gibt es für Kinder?
Schön sind Gefühlskarten (Don Bosco u. a.), die Herzgeschichten, das Giraffimo-Memo, Kopfsalat mit Herz, die Mitmachbox „Du und deine Gefühle“, ein Holzwürfel-Puzzle mit Gesichtsausdrücken, Gefühle-&-Farben-Spiele sowie Mutmacher-Karten. Sie alle helfen Kindern, Emotionen zu erkennen und zu benennen.
Ab welchem Alter eignen sich Gefühle-Spiele?
Mit dem gemeinsamen Besprechen von Gefühlen kann man schon ab etwa drei bis vier Jahren beginnen. Viele Spiele lassen sich bis ins Grundschulalter einsetzen, einige (wie Kopfsalat mit Herz) machen auch Erwachsenen und Großeltern Freude.
Welche Spiele fördern die sozial-emotionale Entwicklung?
Gut geeignet sind Karten- und Bildkartenspiele wie Gefühlskarten oder das Giraffimo-Memo, die zum Sprechen über Emotionen anregen, sowie Spiele, die Selbstregulation und Selbstbewusstsein stärken (etwa Herzgeschichten oder Mutmacher-Karten). Sie alle fördern Empathie, Selbstwahrnehmung und den Umgang mit Gefühlen.
Welche Gefühle-Spiele eignen sich für Kindergarten, Kita & Grundschule?
Viele der vorgestellten Bildkarten- und Legespiele sind ausdrücklich auch für Kita, Kindergarten und Grundschule gedacht und teils als therapeutisches Material geeignet — etwa Gefühlskarten oder das Holzwürfel-Puzzle. Sie lassen sich gut in der Gruppe einsetzen.
Wie kann man auch ohne gekauftes Material über Gefühle sprechen?
Mit einfachen Bastelideen: einem Kummerkasten (Schuhkarton mit Schlitz für kleine Sorgen-Zettel), einer Sorgenuhr aus Pappe mit vier Gesichtern oder selbst bemalten Emotionen-Steinen. Sie kosten fast nichts und stoßen schöne Gespräche an.
Wie verläuft die emotionale Entwicklung bei Kindern?
Grob: Im 1. Jahr zeigen Kinder Gefühle über Mimik und Laute, im 2. Jahr fassen sie sie in erste Worte. Mit drei bis fünf Jahren benennen sie Empfindungen vielfältiger und brauchen Hilfe beim Verarbeiten, mit sechs bis sieben verstehen sie Emotionen und können sie meist kontrollieren.
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Beitrag von Jürgen Busch · Themenbereich: Gefühle & Emotionen · Zuletzt geprüft am 12. Juli 2026





