Kleben von Werkstoffen mit Alles-, Kraft-, Hart- oder Heisskleber
© grossvater.de — Kleben von Werkstoffen

Holzleim ist nicht immer die beste Wahl — selbst beim Kleben von Holz nicht. Je nach Werkstoff braucht es einen anderen Kleber. Für reine Holz-auf-Holz-Verbindungen ist allerdings Holzleim meist ideal; hier geht es um alle übrigen Klebstoffe fürs Basteln und Werken.

Dieser Beitrag gehört zu unseren Werktipps.

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Juergen Busch

Autor: Jürgen Busch
Aus dem Themenbereich: Werktipps
Auf einen Blick
Welcher Kleber für welches Material?
Alleskleber
Für Filz, Leder, Kork, Papier, Pappe und Stoff. Einseitig auftragen, trocknet transparent, elastisch.
Kraftkleber
Für Holz, Textil, Leder, Keramik, Stein, Gummi und Porzellan. Sehr fest — nach dem Kleben keine Korrektur mehr möglich.
Hartkleber
Für Kleinteile aus Holz, Pappe, Karton, Papier und Balsaholz. Einseitig, trägt etwas auf.
Heißkleber
Für alle nicht wärmeempfindlichen Materialien (Holz, Glas, Kunststoff). Sehr kurze Trockenzeit, ideal für Kleinteile.
Holzleim
Erste Wahl für Holz auf Holz. Mehr dazu im eigenen Ratgeber zum Leimen von Holz.

Alleskleber, Papier- und Sekundenkleber

Alleskleber ist ein Nassklebstoff für viele Materialien — nicht aber für Styropor oder Polyethylen, und bei Feuchtigkeit lässt seine Klebkraft nach. Für Papier braucht es übrigens keinen speziellen Papierkleber, Alleskleber genügt.

Sehr stark ist der 100-%-Kleber, besser bekannt als Sekundenkleber: Er härtet blitzschnell aus und klebt nur kleine Flächen wirklich gut. Vorsicht — er klebt auch Finger zusammen und gehört deshalb nicht in Kinderhände!

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Montage-, Spezial- und Reparaturkleber

Montagekleber erreicht auf glatten Untergründen eine hohe Festigkeit und macht an senkrechten Flächen oft Hammer und Nagel überflüssig — gut für Metall, Ziegel, Holz und Keramik. Er braucht rund zwölf Stunden zum Aushärten, lässt sich vor dem Trocknen mit Wasser entfernen und ist nur für innen geeignet.

Spezial- und Reparaturkleber verbinden Metall, Styropor, Textilien und Weichkunststoffe fest. Sie eignen sich für kleine Arbeiten und den Modellbau — sogar das Loch im Gartenzelt lässt sich damit flicken. Manche Reparaturkleber härten unter UV-Licht aus; auch Kneten (modellierbare Kleber) sind praktisch.

Heißkleber: wann verwenden?

Heißkleber kennen Kinder oft aus der Schule. Die Schmelzsticks werden auf rund 200 °C erhitzt — Holz, Glas und Kunststoff lassen sich damit problemlos kleben, solange das Material die Hitze aushält. Wichtig: Kleine Brandblasen passieren schnell, deshalb gehört die Heißklebepistole nur in die Hände größerer Kinder und unter Deine Aufsicht.

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Kraftkleber und löslicher Kleber

Für dichte Werkstoffe wie Keramik, Glas und harten Kunststoff ist Kraftkleber (ein Kontaktkleber) die beste Wahl: Beide Flächen bestreichen, antrocknen lassen und fest zusammendrücken — danach ist keine Korrektur mehr möglich. PE, PTFE und PP klebt er allerdings nicht.

Sollen zwei Teile später wieder getrennt werden — etwa Sperrholz-Namensschilder an Türen —, ist löslicher Kleber richtig: löslicher Holzleim, als „wasserlöslich” gekennzeichneter Bastelkleber, mancher Sekundenkleber oder selbst gemachter Kleber aus Mehl und Wasser.

Kunststoff kleben: PP und PE

Nicht jedes defekte Kunststoffteil muss weggeworfen werden — mit dem richtigen Kleber lässt sich vieles reparieren. Die glatten Oberflächen von Weichkunststoffen wie PP und PE überfordern normalen Klebstoff jedoch (Warnzeichen: starke Hitzeentwicklung, der Kleber „frisst” das Material an).

Für PP und PE hat sich ein extrastarker Zwei-Komponenten-Kleber bewährt. Wichtig: den Klebstoff immer auf beide Teile auftragen, damit die Verbindung später hält. Heiß- und Kraftkleber funktionieren bei vielen anderen Kunststoffen ebenfalls gut.

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Kleben mit Kindern: Sicherheit und Bastelkleber

Kinder lieben Kleben — doch viele Klebstoffe sind nicht harmlos: Sie können Weichmacher und leichtflüchtige Stoffe enthalten, die Schleimhäute reizen und Kopfschmerzen auslösen. Deshalb gilt: gut lüften und Kinder nicht zu lange damit hantieren lassen.

Für die Kleinen gibt es eigene Bastelkleber — Klebesticks, Stifte und Flüssigkleber. Achte auf den Vermerk „lösungsmittelfrei”, denn diese belasten die Atemluft am wenigsten.

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Wir haben den Mucki Kinderkleber von Kreul ausprobiert: glasklar, geruchlos und für Holz und Papier geeignet. Er ist wasserlöslich (ab 30 °C aus den meisten Textilien lösbar), dermatologisch getestet und klebt auch Glitzer, Sand und Naturmaterialien gut — perfekt für kleine Bastelkünstler.

Häufige Fragen

Welcher Kleber eignet sich für welches Material?
Alleskleber für Papier, Pappe, Filz und Stoff; Kraftkleber für dichte Materialien wie Glas, Keramik und harten Kunststoff; Heißkleber für hitzeunempfindliche Materialien; Holzleim für Holz auf Holz; Spezialkleber für Kunststoffe wie PP und PE.
Welcher Kleber hält auf Kunststoff (PP und PE)?
Normaler Klebstoff hält auf den glatten Oberflächen von PP und PE schlecht. Am besten ein extrastarker Zwei-Komponenten-Kleber, beidseitig aufgetragen. Heiß- und Kraftkleber eignen sich für viele andere Kunststoffe.
Heißkleber oder Sekundenkleber?
Heißkleber ist gut für Kleinteile aus Holz, Glas und Kunststoff und verzeiht etwas Korrektur. Sekundenkleber hält blitzschnell auf kleinen Flächen, klebt aber auch Finger — und gehört deshalb nicht in Kinderhände.
Was ist der Unterschied zwischen Bastelkleber und Alleskleber?
Bastelkleber für Kinder ist meist lösungsmittelfrei, geruchsarm und wasserlöslich. Alleskleber ist universeller und stärker, kann aber Lösungsmittel enthalten — fürs Basteln mit Kindern ist lösungsmittelfreier Kleber die bessere Wahl.
Welcher Kleber ist für Kinder sicher?
Lösungsmittelfreie Bastelkleber wie Klebesticks oder spezielle Kinderkleber (z. B. wasserlöslich und dermatologisch getestet). Heißkleber und Sekundenkleber nur unter Aufsicht bzw. erst für größere Kinder.
Sind Klebstoffe für Kinder gefährlich?
Manche schon: Sie können Weichmacher und leichtflüchtige Stoffe enthalten, die Schleimhäute reizen. Gut lüften, lösungsmittelfreie Produkte wählen und Kinder nicht zu lange damit hantieren lassen.

Mit dem richtigen Kleber für den jeweiligen Werkstoff — und ein bisschen Vorsicht bei Heiß- und Sekundenkleber — gelingt jedes Bastel- und Werkprojekt. Viel Freude beim Kleben!

Inhalt des Beitrages auf Richtigkeit überprüft am 4. Juni 2026.