10 Tipps zum richtigen Nageln - Naegel ins Holz einschlagen
© grossvater.de — 10 Tipps zum richtigen Nageln

Nageln sieht kinderleicht aus: Nagel ansetzen, mit dem Hammer zielen — und treffen — und ins Holz schlagen. In der Praxis hat aber schon das bloße Einschlagen eines Nagels seine Tücken. Mit diesen zehn Tipps gelingt es Dir und Deinem Enkel sicher und sauber.

Dieser Beitrag gehört zu unseren Werktipps.

Juergen Busch

Autor: Jürgen Busch
Aus dem Themenbereich: Werktipps

Zehn Tipps zum richtigen Nageln

Stauchen des Nagels vor dem Einschlagen
Tipp 1

Den Nagel stauchen

Manche Nägel spalten mit ihrer Spitze weiches Holz. Stauche den Nagel vorher: umdrehen und mit dem Hammer leicht auf die Spitze klopfen. Nicht auf dem Werkstück selbst — der Nagelkopf würde Schäden hinterlassen.

Schräges Einschlagen des Nagels
Tipp 2

Schräg einschlagen für festen Halt

Soll eine Verbindung besonders gut halten, schlägst Du die Nägel schräg ein und kippst sie abwechselnd zur Seite. Nie zwei Nägel in dieselbe Holzfaser (sonst reißt das Holz) — und immer senkrecht zum Nagel schlagen, damit er sich nicht verbiegt.

Schutz beim Einschlagen des Nagels
Tipp 3

Weichholz schützen

Weichholz ist empfindlich. Lege ein Stück Hartholz auf den fast eingeschlagenen Nagel und schlage darauf — so bleibt die Oberfläche heil und der Nagel wird trotzdem plan eingeschlagen.

Versenken des Nagelkopfes
Tipp 4

Den Nagelkopf versenken

Beim Versenken mit Nageltreiber oder einem zweiten Nagel nur aus dem Unterarm heraus schlagen. Mit zu viel Kraft beschädigst Du eher das Holz, als dass der Nagel sauber versenkt wird.

Zukitten des Nagelloches
Tipp 5

Das Nagelloch zukitten

Beim Versenken entsteht ein kleines Loch. Fülle es mit Holzkitt, lass ihn trocknen und schleife die Stelle glatt — danach sieht niemand mehr, dass dort ein Nagel saß.

Krumm geschlagenen Nagel herausziehen
Tipp 6

Krummen Nagel herausziehen

Ist ein Nagel krumm, zieh ihn mit der Kneifzange heraus: knapp unter dem Kopf greifen und die Zange nach unten abrollen. Bei weichem Holz ein Stück Pappe unterlegen, damit die Hebelwirkung keine Druckstellen hinterlässt.

Das Kürzen von Nägeln
Tipp 7

Im Freien Messing-Nägel nehmen

Draußen arbeitet Holz stark — Nagelverbindungen lockern sich mit der Zeit. Wenn Nägel sein müssen, nimm Rundkopfnägel aus Messing oder verzinkte Nägel (beide rosten nicht). Zu lange Nägel kürzt Du einfach mit der Kneifzange.

Einen kleinen Nagel einschlagen
Tipp 8

Kleine Nägel sicher einschlagen

Kleine Nägel rutschen leicht weg. Steck den Nagel durch ein Stück Pappe, damit er gerade gehalten wird. Sitzt er fest genug, ziehst Du die Pappe weg und schlägst ihn ganz ein.

Mit dem Hammer abgerutscht
Tipp 9

Hammer-Delle ausbessern

Eine kleine Delle benetzt Du mit Wasser — das Holz quillt auf und lässt sich nach dem Trocknen glatt schleifen. Größere Dellen füllst Du mit Holzkitt (einfach selbst aus Holzleim und feinen Sägespänen anrühren).

Rundkopfnagel fast unsichtbar einschlagen
Tipp 10

Rundkopfnägel unsichtbar einschlagen

Treibe den Rundkopfnagel erst bis zur Hälfte ins Holz, kneif dann den Kopf ab und schlag ihn vollständig ein — so bleibt die Verbindung praktisch unsichtbar.

Wie entfernt man Nägel aus Holz?

Ist der Nagelkopf fast im Holz verschwunden, helfen Zange, Latthammer und Nageleisen wenig. Besser: einen Schlitzschraubendreher unter den Nagelkopf schieben und den Nagel mit sanften Hebelbewegungen lösen. Steht er weit genug heraus, übernimmt die Zange.

Auch eine Gabel ist ein guter Trick: Klemme den Nagelkopf zwischen zwei Zinken — dann lässt er sich bequem heraushebeln.

Verschiedene Nägel für jeden Zweck

Sollen die Nägel später nicht mehr zu sehen sein, kommen Senkkopfnägel infrage — sie lassen sich plan und tiefer einschlagen, bringen weiches Holz aber leicht zum Splittern. Die bessere Wahl ist dann der Stauchkopfnagel mit seinem sehr schmalen Kopf: vollständig versenken, das Loch mit Holzkitt füllen und nach dem Trocknen glatt schleifen.

Für sichtbare Verbindungen eignen sich Senkkopf-, Flachkopf- und Rundkopfnägel — wobei der Rundkopfnagel optisch am schönsten ist.

Häufige Fragen

Wie schlägt man einen Nagel gerade ein, ohne dass er sich verbiegt?
Immer senkrecht zum Nagel schlagen und aus dem Unterarm arbeiten, nicht mit zu viel Kraft. Bei kleinen Nägeln hilft ein Stück Pappe, das den Nagel gerade hält, bis er fest sitzt.
Was tun, wenn der Nagel krumm ist?
Mit der Kneifzange knapp unter dem Kopf greifen und die Zange nach unten abrollen. Bei weichem Holz eine Pappe unterlegen, damit keine Druckstellen entstehen.
Wie bekomme ich einen tief versenkten Nagel aus dem Holz?
Einen Schlitzschraubendreher unter den Nagelkopf schieben und vorsichtig heraushebeln; steht der Nagel weit genug heraus, übernimmt die Zange. Auch eine Gabel mit zwei Zinken funktioniert.
Welche Nägel eignen sich für draußen?
Im Freien arbeitet Holz stark, daher lockern sich Nägel mit der Zeit. Wenn Nägel sein müssen: Rundkopfnägel aus Messing oder verzinkte Nägel — beide rosten nicht.
Welche Nagelarten gibt es?
Für unsichtbare Verbindungen Senkkopf- und Stauchkopfnägel, für sichtbare Senkkopf-, Flachkopf- und Rundkopfnägel. Der Rundkopfnagel sieht dabei am schönsten aus.

Mit dem richtigen Nagel, etwas Übung und diesen Tipps gelingt jede Holzverbindung — und der Daumen bleibt heil. Viel Spaß beim gemeinsamen Werken!

Inhalt des Beitrages auf Richtigkeit überprüft am 4. Juni 2026.