
Viele Großväter kennen die Frage: „Opa, kannst Du mal kleben?” Beim Holz sprechen wir vom Leimen — und dabei ist nicht irgendein Leim die richtige Wahl. Der Erfolg Eures Projekts hängt von Qualität und Auftrag des Leims ebenso ab wie vom Wissen um die Grenzen dieser Verbindetechnik.
Dieser Beitrag gehört zu unseren Werktipps.
Klassischer Holzleim braucht etwa 15 bis 20 Minuten zum Antrocknen, Expressleime nur 5 bis 10 Minuten. Voll belastbar ist die Verbindung aber erst nach der Endtrocknung von drei bis sieben Tagen. Faustregel: das Werkstück am besten über Nacht in der Schraubzwinge eingespannt lassen.
| Leim für drinnen und draußen |
| Dieses Zubehör braucht Ihr zum Leimen |
| Richtig leimen: Schritt für Schritt |
| Tolle Tipps zum Leimen |
| Hilfe, der Leim hält nicht! |
| Häufige Fragen zum Holzleim |
Leim für drinnen und draußen
Der richtige Leim verbindet zwei Holzteile dauerhaft — anders als beim Schrauben oder Nageln lassen sie sich danach nicht mehr trennen. Die richtige Wahl ist ein Weißleim auf Wasserbasis. Im Handel gibt es drei gängige Arten:
- Normal trocknender Holzleim
- Expressleim (trocknet schneller an)
- Wasserfester Leim (für draußen)
Je nach späterer Belastung lassen sich kleine Teile auch mit Alleskleber oder Sekundenkleber verbinden (mehr dazu unter Kleben von Werkstoffen). Für größere Holz-Werkstücke ist Holzleim aber die beste Wahl. Dank der Flasche mit Tülle lässt er sich präzise auftragen — auch kleine Teile wie Schiffsmasten oder Füßchen von Figuren bekommst Du damit gut eingeklebt.
Dieses Zubehör braucht Ihr zum Leimen
Holzleim wird sehr fest, braucht aber Zeit zum Trocknen. Am besten ruhen die beiden Holzteile über Nacht und bleiben dabei in der Schraubzwinge eingespannt. Als Faustregel gilt: Alle verleimten Teile bis zum vollständigen Erstarren fixieren.
Bei kleinen Teilen reicht Kreppband oder eine Wäscheklammer, ansonsten helfen Leim- und Schraubzwingen. Damit keine Druckstellen entstehen, legst Du an der Fixierstelle Pappe, Kork oder ein dünnes Holzstück unter.




Richtig leimen: Schritt für Schritt
So verbindest Du zwei Werkstücke wirklich fest:
- Untergrund vorbereiten: staub- und fettfrei machen.
- Klebefläche anzeichnen: die Umrisse des einen Werkstücks auf das andere übertragen.
- Leim auftragen: einseitig dünn, am besten in Schlangenlinien.
- Leim verwischen: mit einem Holzstück oder einer Karte leicht verteilen.
- Werkstücke pressen: Schraubzwinge anlegen und fest zusammenpressen.
- Überschüssigen Leim abwischen: tritt kein Leim aus der Fuge, ist zu wenig vorhanden oder die Teile sind nicht passgenau.
- Trocknen lassen: am besten über Nacht in der Schraubzwinge.
- Fertig!
Tolle Tipps zum Leimen
Ist Leim aufs Werkstück gelangt? Solange er noch feucht ist, lässt er sich mit einem weichen, feuchten Lappen abwischen. Ist er leicht glasig, kannst Du ihn mit einem glatten Schaber abkratzen — es sollten keine Reste bleiben, sonst ist später kein gleichmäßiger Farbauftrag möglich. Einmal angetrocknet, lässt sich Leim kaum noch entfernen.
Werden Holzteile später deckend bemalt, eignet sich auch Epoxidharzkleber. Sollen bereits bemalte Flächen verbunden werden, raust Du sie vorher mit Sandpapier an — sonst hält der Kleber nicht.
Hilfe, der Leim hält nicht!
Alles richtig gemacht und der Leim hält trotzdem nicht? Meist lag es daran, dass die Teile nicht lange genug getrocknet sind und zu früh bewegt wurden — oder dass zu wenig Leim verwendet wurde. Lieber etwas mehr nehmen und den herausquellenden Leim abwischen.
Eine andere Ursache kann das Holz selbst sein: Sehr trockenes Holz oder Hirnholzstellen saugen das Wasser aus dem Leim. Dann hilft nur, den Vorgang zu wiederholen oder Holzdübel zu setzen. Und sind die Klebeflächen zu klein, müssen sie vergrößert werden — kleine Teile nicht auf-, sondern in ein gebohrtes Loch einkleben. So halten senkrechte Stäbchen viel besser.
Häufige Fragen zum Holzleim
Mit dem richtigen Leim, etwas Geduld beim Trocknen und einer Schraubzwinge gelingt jede Holzverbindung. Du wirst sehen — Leimen ist keine große Kunst!
Inhalt des Beitrages auf Richtigkeit überprüft am 4. Juni 2026.
