Das Leimen von Holz beim Werken mit Kindern
© grossvater.de — Das Leimen von Holz

Viele Großväter kennen die Frage: „Opa, kannst Du mal kleben?” Beim Holz sprechen wir vom Leimen — und dabei ist nicht irgendein Leim die richtige Wahl. Der Erfolg Eures Projekts hängt von Qualität und Auftrag des Leims ebenso ab wie vom Wissen um die Grenzen dieser Verbindetechnik.

Dieser Beitrag gehört zu unseren Werktipps.

Juergen Busch

Autor: Jürgen Busch
Aus dem Themenbereich: Werktipps
Auf einen Blick
Wie lange muss Holzleim trocknen?

Klassischer Holzleim braucht etwa 15 bis 20 Minuten zum Antrocknen, Expressleime nur 5 bis 10 Minuten. Voll belastbar ist die Verbindung aber erst nach der Endtrocknung von drei bis sieben Tagen. Faustregel: das Werkstück am besten über Nacht in der Schraubzwinge eingespannt lassen.

Leim für drinnen und draußen

Der richtige Leim verbindet zwei Holzteile dauerhaft — anders als beim Schrauben oder Nageln lassen sie sich danach nicht mehr trennen. Die richtige Wahl ist ein Weißleim auf Wasserbasis. Im Handel gibt es drei gängige Arten:

  • Normal trocknender Holzleim
  • Expressleim (trocknet schneller an)
  • Wasserfester Leim (für draußen)

Je nach späterer Belastung lassen sich kleine Teile auch mit Alleskleber oder Sekundenkleber verbinden (mehr dazu unter Kleben von Werkstoffen). Für größere Holz-Werkstücke ist Holzleim aber die beste Wahl. Dank der Flasche mit Tülle lässt er sich präzise auftragen — auch kleine Teile wie Schiffsmasten oder Füßchen von Figuren bekommst Du damit gut eingeklebt.

Dieses Zubehör braucht Ihr zum Leimen

Holzleim wird sehr fest, braucht aber Zeit zum Trocknen. Am besten ruhen die beiden Holzteile über Nacht und bleiben dabei in der Schraubzwinge eingespannt. Als Faustregel gilt: Alle verleimten Teile bis zum vollständigen Erstarren fixieren.

Bei kleinen Teilen reicht Kreppband oder eine Wäscheklammer, ansonsten helfen Leim- und Schraubzwingen. Damit keine Druckstellen entstehen, legst Du an der Fixierstelle Pappe, Kork oder ein dünnes Holzstück unter.

Leim duenn auftragen
Leim dünn auftragen — der Untergrund muss fett- und staubfrei sein
Holzteile mit Leim verbinden
Holzteile zusammendrücken — überschüssiger Leim quillt heraus
Herausquellenden Leim abwischen
Überschüssigen Leim sofort mit feuchtem Tuch abwischen
Werkstuecke mit Schraubzwinge fixieren
Während des Trocknens mit der Schraubzwinge fixieren

Richtig leimen: Schritt für Schritt

So verbindest Du zwei Werkstücke wirklich fest:

  1. Untergrund vorbereiten: staub- und fettfrei machen.
  2. Klebefläche anzeichnen: die Umrisse des einen Werkstücks auf das andere übertragen.
  3. Leim auftragen: einseitig dünn, am besten in Schlangenlinien.
  4. Leim verwischen: mit einem Holzstück oder einer Karte leicht verteilen.
  5. Werkstücke pressen: Schraubzwinge anlegen und fest zusammenpressen.
  6. Überschüssigen Leim abwischen: tritt kein Leim aus der Fuge, ist zu wenig vorhanden oder die Teile sind nicht passgenau.
  7. Trocknen lassen: am besten über Nacht in der Schraubzwinge.
  8. Fertig!

Tolle Tipps zum Leimen

Ist Leim aufs Werkstück gelangt? Solange er noch feucht ist, lässt er sich mit einem weichen, feuchten Lappen abwischen. Ist er leicht glasig, kannst Du ihn mit einem glatten Schaber abkratzen — es sollten keine Reste bleiben, sonst ist später kein gleichmäßiger Farbauftrag möglich. Einmal angetrocknet, lässt sich Leim kaum noch entfernen.

Werden Holzteile später deckend bemalt, eignet sich auch Epoxidharzkleber. Sollen bereits bemalte Flächen verbunden werden, raust Du sie vorher mit Sandpapier an — sonst hält der Kleber nicht.

Hilfe, der Leim hält nicht!

Alles richtig gemacht und der Leim hält trotzdem nicht? Meist lag es daran, dass die Teile nicht lange genug getrocknet sind und zu früh bewegt wurden — oder dass zu wenig Leim verwendet wurde. Lieber etwas mehr nehmen und den herausquellenden Leim abwischen.

Eine andere Ursache kann das Holz selbst sein: Sehr trockenes Holz oder Hirnholzstellen saugen das Wasser aus dem Leim. Dann hilft nur, den Vorgang zu wiederholen oder Holzdübel zu setzen. Und sind die Klebeflächen zu klein, müssen sie vergrößert werden — kleine Teile nicht auf-, sondern in ein gebohrtes Loch einkleben. So halten senkrechte Stäbchen viel besser.

Häufige Fragen zum Holzleim

Was ist Weißleim?
Weißleim ist der klassische Holzleim. Er enthält Polyvinylacetat als Bindemittel, ist ein thermoplastischer Dispersionsklebstoff und verleimt Hart- wie Weichhölzer sehr gut. Bekannt ist er auch aus der Möbelmontage (die kleinen grünen Tuben). Er bindet durch Trocknen physikalisch ab.
Was sind PUR-Leime?
PUR-Leime sind Einkomponentenkleber, die mit dem Werkstück und der Luftfeuchtigkeit reagieren. Sie eignen sich für anspruchsvolle Arbeiten und funktionieren auch, wenn nur eines der beiden Teile saugfähig ist.
Wie lange ist die Trocknungszeit beim Holzleim?
Klassischer Holzleim braucht rund 15 bis 20 Minuten zum Antrocknen, Expressleime 5 bis 10 Minuten. Die Endtrocknung — und damit die volle Belastbarkeit — dauert jeweils drei bis sieben Tage.
Wie entferne ich Holzleim aus der Kleidung?
Wasserfesten Holzleim mit Essig anlösen und mehrere Stunden einwirken lassen; hilft das nicht, kann Nagellackentferner nützlich sein. Vorher die Materialverträglichkeit prüfen und danach in der Waschmaschine reinigen.
Wie kann ich die Trockenzeit beschleunigen?
Holzleim trocknet schneller in trockener, warmer und gut belüfteter Umgebung sowie auf saugfähigem Untergrund. Aber nicht direkt auf Heizkörper oder Fußbodenheizung legen — durch die Hitze können Risse entstehen. Moderates Trocknen ist besser.
Wie lange ist Holzleim haltbar?
Ungeöffnet meist rund 24 Monate, bei richtiger Lagerung (Zimmertemperatur, keine Hitze über 20 °C, kein Frost) auch bis zu fünf Jahre. Zäh gewordener Leim lässt sich manchmal mit Wasser verdünnen — ausgehärteter nicht mehr.

Mit dem richtigen Leim, etwas Geduld beim Trocknen und einer Schraubzwinge gelingt jede Holzverbindung. Du wirst sehen — Leimen ist keine große Kunst!

Inhalt des Beitrages auf Richtigkeit überprüft am 4. Juni 2026.