Opa und Enkelkind stecken gemeinsam Münzen in ein Sparschwein — Sparen für Enkelkinder

„Für das Enkelkind zurücklegen“ — das nehmen sich fast alle Großeltern vor, oft schon am Tag der Geburt.
Aber wie macht man es richtig: Sparbuch wie früher, Tagesgeld oder doch ein ETF-Sparplan?
Auf wessen Namen soll das Geld laufen, und wie viel im Monat ist sinnvoll?
Hier ist mein Wegweiser durchs Sparen für Enkelkinder — mit Beispielrechnungen, den Steuer-Grundlagen und den Fehlern, die ich selbst gern früher gekannt hätte.

Wie spart man am besten für Enkelkinder? Für lange Zeiträume ab Geburt hat sich ein breit gestreuter ETF-Sparplan bewährt — schon 25 bis 50 Euro monatlich wachsen über 18 Jahre erheblich Geldbeträge an. Für kürzere Ziele wie Führerschein oder Klassenfahrt reicht ein Tagesgeldkonto.
Die wichtigste Entscheidung ist, auf wessen Namen die Anlage läuft — und der wichtigste erste Schritt ist das Gespräch mit den Eltern.

Opa Jürgen Busch, Autor von grossvater.de

Beitrag von Jürgen Busch · AKTUALISIERT AM 24.07.2026 · Finanzen
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Hinweis: Diese Seite gibt Erfahrungen und allgemeine Informationen weiter — sie ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Geldanlagen in Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen.

🎯 Erst das Ziel, dann der Weg

Bevor Du ein Konto eröffnest, beantworte eine einzige Frage: Wann soll das Geld gebraucht werden?
Daraus ergibt sich fast alles Weitere. Für Ziele in den nächsten zwei bis fünf Jahren — Führerschein, Klassenfahrt, erstes Moped — gehört das Geld auf ein sicheres Zinskonto, denn hier darf nichts schwanken. Für das große Ziel „Startkapital zum 18. Geburtstag“ hast Du dagegen 15 und mehr Jahre Zeit — und genau dann spielen die Aktienmärkte ihre Stärke aus, weil zwischenzeitliche Schwankungen über so lange Zeiträume historisch immer wieder ausgeglichen wurden.

Meine Faustregel: kurzfristig = sicher verzinst, langfristig = breit gestreut am Aktienmarkt.
Beides zusammen ist kein Widerspruch — viele Großeltern fahren deshalb zweigleisig.

🏦 Sparbuch, Tagesgeld oder ETF? Die drei Wege im Vergleich

Sparbuch / Tagesgeld ETF-Sparplan Gold & Sachwerte
Geeignet für kurzfristige Ziele, eiserne Reserve 15+ Jahre, Startkapital zum 18. besondere Anlässe (Taufe, Geburt)
Ertrag niedrig, aber garantiert historisch am höchsten — ohne Garantie schwankend, kein laufender Ertrag
Risiko praktisch keins (Einlagensicherung) Kursschwankungen — Zeit gleicht aus Preisschwankungen, Aufbewahrung
Aufwand minimal einmal einrichten, dann läuft er Kauf beim Händler, sichere Lagerung
Opas Einsatz Führerschein-Topf der Kern des Enkel-Sparens die Münze zur Taufe — als Erinnerung

Das klassische Sparbuch hat vor allem erzieherischen Wert — der Moment, in dem das Kind selbst am Schalter einzahlt, bleibt es im Bewusstsein hängen (mehr dazu unten).
Als Vermögensbaustein ist es wegen der niedrigen Zinsen dem Tagesgeld unterlegen.
Der ETF-Sparplan auf einen weltweit gestreuten Aktienindex ist der Weg, den heute die meisten Fachleute für lange Zeiträume empfehlen — nicht, weil er garantiert steigt (das tut er nicht), sondern weil er über Jahrzehnte breit gestreute Aktien aus der Weltwirtschaft kauft anstatt einzelne Aktien.
Ein detaillierter Ratgeber zum Junior-Depot mit Anbieter-Überblick folgt hier in Kürze.

👤 Auf wessen Namen läuft das Geld? Die wichtigste Entscheidung

Variante 1 — Konto/Depot auf den Namen des Enkelkindes: Das Geld gehört dann rechtlich dem Kind, unwiderruflich. Der große Vorteil sind die eigenen Steuerfreibeträge des Kindes — mit Sparer-Pauschbetrag und Grundfreibetrag bleiben Kapitalerträge in aller Regel komplett steuerfrei (Stichwort NV-Bescheinigung).
Der Haken an dieser Variatne: Eröffnen können ein solches Konto nur die Eltern als Sorgeberechtigte, Ihr als Opa & Oma könnt „nur“ einzahlen. Ab 18 verfügt das Kind allein über das Geld — und größere Guthaben können später bei BAföG-Anträgen angerechnet werden – also ein Nachteil.

Variante 2 — Depot auf Euren eigenen Namen, gedanklich fürs Enkelkind reserviert: Ihr behaltet die volle Kontrolle und entscheidet selbst, wann und wie viel Ihr übergebt — zum 18. Geburtstag, zur Ausbildung oder in Etappen. Erträge laufen allerdings über Eure Steuer, und bei der späteren Übertragung handelt es sich um eine Schenkung (die dank 200.000 € Freibetrag je Großelternteil praktisch immer steuerfrei bleibt).

Meine ehrliche Einordnung: Variante 1 ist steuerlich schöner, Variante 2 ist flexibler. Wer dem 18-Jährigen von morgen vertraut und die Eltern im Boot hat, fährt mit dem Kinderkonto gut. Wer sich die finanzielle Steuerung bis zuletzt wünscht — etwa weil noch weitere Enkel kommen könnten —, spart im eigenen Depot. Falsch ist keiner der beiden Wege.

💶 Wie viel im Monat? Die Beispielrechnung

Die gute Nachricht: Es braucht keine großen Beträge — es braucht Zeit.
So entwickelt sich ein Sparplan über 18 Jahre, einmal ganz ohne Rendite und einmal mit angenommenen 6 % pro Jahr (etwa der langjährige Durchschnitt weltweiter Aktienmärkte — keine Garantie für die Zukunft):

Monatlich Eingezahlt in 18 Jahren Ergebnis bei 6 % p. a. (gerundet)
25 € 5.400 € rund 9.700 €
50 € 10.800 € rund 19.400 €
100 € 21.600 € rund 38.700 €

Das ist der Zinseszinseffekt: Beim 50-Euro-Sparplan stammt fast die Hälfte des Endbetrags nicht aus Euren Einzahlungen, sondern aus Erträgen auf Erträge. Deshalb schlägt „früh anfangen“ jedes spätere Aufholen — wer erst zur Einschulung startet, hat sechs Wachstumsjahre verschenkt.
Und wenn es einmal eng wird: Ein Sparplan lässt sich jederzeit pausieren oder anpassen, ganz ohne Kosten.

⚖️ Opas fünf Spar-Grundsätze

1. Erst die Eltern, dann die Bank. Kein Konto, kein Depot, keine Überraschung an den Eltern vorbei — sie müssen ohnehin mitwirken, und der Familienfrieden ist mehr wert als jeder Zins.

2. Nur Geld, das Ihr sicher nicht selbst braucht. Eure Altersvorsorge geht vor — den Enkeln ist mit gesunden, sorgenfreien Großeltern mehr geholfen als mit jedem Sparplan.

3. Einfach schlägt raffiniert. Ein weltweiter ETF und ein Tagesgeldkonto genügen. Alles, was Euch ein Berater als „speziell für Kinder“ verkauft (fondsgebundene Ausbildungsversicherungen!), ist meist teuer und unflexibel.

4. Regelmäßig schlägt gelegentlich. 25 € jeden Monat wirken stärker als 300 € „immer mal wieder, wenn ich dran denke“.

5. Das Übergeben gehört zum Sparen. Plant den Moment: nicht einfach 18 Jahre schweigen und dann einen Kontoauszug überreichen, sondern die Enkel ab dem Jugendalter einweihen — dann ist das Geld mit 18 Startkapital und keine Einladung zum Verprassen.

🐷 Sparen lernen: Geschenke mit Sinn

Das wertvollste Finanz-Geschenk ist nicht das Geld selbst, sondern der Umgang damit — und da können Großeltern mehr bewirken als jede Schule.
Eine selbst gestaltete Spardose, das Taschengeld mit klaren Regeln und das gemeinsame Zählen am Küchentisch lehren mehr als jede Broschüre.
Ab dem Grundschulalter helfen gute Kinderbücher über das Geld, ab etwa 12 darf es dann ruhig das erste eigene Sparziel mit „Opa verdoppelt am Ende“-Bonus sein — der wirkt Wunder.

🛒 Zum Verschenken: ein Kinderbuch über Geld und Sparen* oder eine Spardose mit Zählwerk* — kleine Anstöße mit großer Wirkung.

❓ Häufige Fragen zum Sparen für Enkelkinder

Wie viel sollten Großeltern monatlich für das Enkelkind sparen?

Es gibt keinen Pflichtbetrag — entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Schon 25 Euro monatlich ergeben über 18 Jahre mit Kapitalmarktrendite rund 9.000 bis 10.000 Euro. Wichtig: nur Geld einplanen, das die eigene Altersvorsorge nicht schmälert, und bei mehreren Enkeln von Anfang an gleich behandeln.

Ist ein Sparbuch für Enkelkinder noch sinnvoll?

Als Lernwerkzeug ja — Kinder begreifen Sparen am Sparbuch oder an der Spardose besser als an einem Depotauszug. Als Vermögensbaustein nein: Für kurzfristige Ziele bringt Tagesgeld mehr Zinsen, für langfristige Ziele ist ein breit gestreuter ETF-Sparplan historisch deutlich ertragreicher.

Können Großeltern ein Sparkonto oder Depot für das Enkelkind eröffnen?

Ein Konto auf den Namen des Kindes können nur die sorgeberechtigten Eltern eröffnen — Großeltern können aber per Dauerauftrag darauf einzahlen. Die Alternative: ein Depot auf den eigenen Namen führen und später per Schenkung übertragen (Freibetrag: 200.000 Euro je Großelternteil alle zehn Jahre).

Muss das Enkelkind auf Zinsen und Erträge Steuern zahlen?

Läuft die Anlage auf den Namen des Kindes, hat es eigene Freibeträge (Sparer-Pauschbetrag plus Grundfreibetrag) — normale Sparerträge bleiben damit praktisch immer steuerfrei; mit Freistellungsauftrag oder NV-Bescheinigung wird gar nicht erst Steuer einbehalten. Läuft die Anlage auf den Namen der Großeltern, zählen die Erträge zu deren Kapitaleinkünften.

⬅️ Zurück zur Übersicht: Finanzen für Großeltern — Sparen, Schenken, Vererben und mehr.

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Autor dieses Beitrages: Jürgen Busch · Themenschwerpunkt: Finanzen · Zuletzt überprüft am 24.07.2026

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