
Symbolbild, mit KI erstellt — keine realen Personen. Die erste eigene Karte: für Kinder ein großer Moment, für Großeltern die Gelegenheit, Taschengeld anders zu schenken.
Irgendwann zwischen Einschulung und zwölftem Geburtstag bekommen die meisten Enkel ihr erstes eigenes Konto. Für uns Großeltern ändert sich damit etwas Praktisches: Das Geburtstagsgeld muss nicht mehr im Umschlag stecken, das Taschengeld von Oma kann per Dauerauftrag kommen, und das Kind lernt nebenbei, was ein Kontoauszug ist. Hier erkläre ich, wie ein Kinderkonto funktioniert, ab wann es sinnvoll ist, was Großeltern dürfen und was nicht — und worauf es beim Vergleich der Anbieter ankommt, mit den aktuellen Konditionen von DKB, comdirect, Commerzbank und ING.
Hinweis: Diese Seite gibt Erfahrungen und allgemeine Informationen weiter — sie ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Konditionen der Anbieter mit Stand 2. September 2026, Änderungen vorbehalten.
Kurz gesagt: Ein Kinderkonto ist ein Girokonto auf Guthabenbasis auf den Namen des Kindes, meist ab 7 Jahren, mit eigener Karte. Eröffnen können es nur die Eltern — Oma und Opa zahlen per Dauerauftrag ein. Bei den Direktbanken kostet es nichts; Unterschiede gibt es bei der Elternkontrolle, beim Bargeld und bei der Frage, ob ein Elternteil selbst Kunde sein muss. Für Geld, das lange liegen soll, ist das Kinderkonto der falsche Ort — dafür gibt es Tagesgeld und das Junior-Depot.
📋 Inhalt dieser Seite
Ab welchem Alter ein Kinderkonto sinnvoll ist
Was Großeltern dürfen — und was nicht
Worauf es beim Vergleich ankommt
Kinderkonten im Vergleich: die Tabelle
So nutzen Oma und Opa das Konto des Enkels
Das Konto als Lernort: Opas drei Regeln
Die Haken
Häufige Fragen
Was ein Kinderkonto ist — und was nicht
Ein Kinderkonto (auch Taschengeldkonto, Jugendkonto oder Girokonto u18) ist ein Girokonto auf Guthabenbasis: Das Kind kann nur ausgeben, was drauf ist, einen Dispo gibt es nicht. Es läuft auf den Namen des Kindes, wird aber von den Eltern eröffnet und überwacht — sie sehen jede Buchung, setzen Limits für Karte und Überweisungen und können die Karte sperren. Dazu gehört fast immer eine Debitkarte (Visa oder Girocard), mit der das Kind im Laden bezahlt und Bargeld abhebt.
Wichtig für die Einordnung: Das Kinderkonto ist ein Ausgabekonto. Es trägt keine oder kaum Zinsen und ist dafür gedacht, dass Geld hineinkommt und wieder hinausgeht — Taschengeld, Geburtstagsgeld, die erste Jeans vom eigenen Konto. Für Geld, das bis zum Führerschein oder zur Ausbildung liegen bleiben soll, gibt es daneben das Tagesgeldkonto für Kinder (bei den meisten Banken mit einem Klick dazu) und für den ganz langen Horizont das Junior-Depot. Wie die drei zusammenspielen, steht im Beitrag Sparen für Enkelkinder.
Ab welchem Alter ein Kinderkonto sinnvoll ist
Rechtlich geht es ab dem siebten Geburtstag: Ab dann sind Kinder beschränkt geschäftsfähig, und der berühmte Taschengeldparagraf (§ 110 BGB) erlaubt ihnen, mit Geld, das sie zur freien Verfügung bekommen haben, kleine Dinge zu kaufen. Manche Banken eröffnen Konten schon für Babys — dann aber als reines Sparkonto, ohne Karte. Aus Opa-Sicht bewährt hat sich diese Staffel:
- 7 bis 9 Jahre: Konto ja, Karte noch nicht unbedingt. Das Kind bekommt Taschengeld bar, sieht aber auf dem Konto, wie sich Geburtstags- und Weihnachtsgeld ansammeln. Der Kontoauszug wird gemeinsam gelesen.
- 10 bis 13 Jahre: Karte mit niedrigem Limit. Jetzt lernt das Kind, dass Bezahlen mit Karte echtes Geld ist — die wichtigste Lektion im bargeldlosen Zeitalter. Eltern und Großeltern zahlen das Taschengeld per Dauerauftrag ein.
- Ab 14: Mobiles Bezahlen (bei den meisten Banken ab 16), Online-Einkauf, eigene Verantwortung. Das Konto wird zum Werkzeug für den ersten Ferienjob.
Wie viel Taschengeld altersgerecht ist und wie Großeltern dazugeben, ohne die Eltern zu übergehen, steht im Beitrag Taschengeld fürs Enkelkind.
Was Großeltern dürfen — und was nicht
- Eröffnen: nein. Ein Konto für ein minderjähriges Kind eröffnen nur die gesetzlichen Vertreter, bei gemeinsamem Sorgerecht beide. Bei DKB und ING muss zudem mindestens ein Elternteil selbst Kunde der Bank sein.
- Einzahlen: ja, jederzeit. Ihr braucht nur die IBAN. Dauerauftrag für den Taschengeld-Zuschuss, Überweisung zum Geburtstag — der Verwendungszweck („Von Oma zum 10. Geburtstag“) macht Kindern übrigens genauso viel Freude wie früher die Karte im Umschlag.
- Einsehen: nur mit Vollmacht. Einblick ins Konto haben die Eltern; manche Banken erlauben zusätzliche Bevollmächtigte, viele nicht. Fragt nach — und akzeptiert ein Nein. Es ist das Konto des Kindes und der Eltern.
- Bargeld einzahlen: prüfen. Der Zwanziger vom Opa muss irgendwie aufs Konto. Filialbanken nehmen ihn am Automaten an; bei Direktbanken ist die Bareinzahlung oft nur über Partnerbanken oder gegen Gebühr möglich. Einfacher: Ihr überweist, das Kind hebt ab.
- Wem gehört das Geld: dem Kind. Was Ihr überweist, ist geschenkt — zurück gibt es nichts, und die Eltern dürfen es nicht für sich verwenden. Bei Taschengeldbeträgen ist das selbstverständlich; wer größere Summen übergeben will, liest vorher Schenkung an Enkel: Freibetrag und Regeln.
Worauf es beim Vergleich ankommt
- Kostenlos — und wie lange? Bis 18 ist fast alles gratis. Der Unterschied liegt danach: Manche Konten bleiben dauerhaft kostenlos, andere bis 27 nur mit Ausbildungsnachweis, wieder andere werden mit 18 zum normalen Konto mit Bedingungen. Für ein Konto, das das Kind ins Erwachsenenleben begleitet, zählt das.
- Elternkontrolle. Limits für Karte und Überweisung, Sperren per App, Benachrichtigung bei jeder Buchung, Ländereinstellung für die Karte. Je jünger das Kind, desto wichtiger.
- Karte. Visa-Debitkarte (weltweit, Online-Einkauf) oder Girocard (deutsche Automaten, Bargeld beim Einkauf)? Beides ist gut, beides zusammen ist besser. Mobiles Bezahlen meist ab 16.
- Bargeld. Kostenlos abheben im Inland ist Standard; einzahlen nicht. Wer Bargeld einzahlen will, braucht eine Bank mit Automaten — oder verzichtet darauf.
- Muss ein Elternteil Kunde sein? Bei DKB und ING ja. Das ist kein Nachteil, wenn die Eltern ohnehin dort sind — sonst schon.
- Tagesgeld dazu. Ein kostenloses Tagesgeldkonto für das Kind, damit größere Geschenke nicht auf dem Girokonto vergammeln.
- Filiale vor Ort. Sparkassen und Volksbanken bieten ähnliche Konten, meist kostenlos bis zum Ausbildungsende, mit Automaten im Ort und einem Ansprechpartner — für manche Familien schwerer wiegend als jede App-Funktion. Konditionen sind regional verschieden, deshalb fehlen sie in der Tabelle.
Kinderkonten im Vergleich: die Tabelle
Die Angaben habe ich am 2. September 2026 direkt von den Produktseiten der Anbieter übernommen. Prämien und Aktionszinsen sind befristet; bitte vor der Eröffnung das aktuelle Preisverzeichnis prüfen.
| DKB Kinderkonto | comdirect Junior Giro | Commerzbank StartKonto | ING Girokonto Junior | |
|---|---|---|---|---|
| Alter | ab 0 Jahren | 7 bis 17 | ab 7 | 7 bis 17 |
| Kontoführung | 0 €, ohne Mindestgeldeingang | 0 €, ohne Mindestgeldeingang | 0 € bis 27 (Schüler, Azubis, Studenten), ab 28: 9,90 €/Monat | 0 €, auch nach 18 bedingungslos |
| Karte | Visa Debitkarte kostenlos | Visa Debitkarte kostenlos, Girocard optional kostenlos | Girocard kostenlos; Prepaid-Kreditkarte ab 14 kostenlos bis 18 | Visa Debitkarte kostenlos, mobiles Bezahlen ab 16 |
| Bargeld | abheben mit Karte | Visa: 3× monatlich weltweit kostenlos; Girocard: unbegrenzt in Deutschland | kostenlos abheben und einzahlen an Commerzbank-Automaten, abheben an ca. 5.000 Cash-Group-Automaten | kostenlos an rund 58.000 Automaten im In- und Euro-Ausland |
| Elternkontrolle | Karte sperren, Push-Nachrichten, Ländereinstellung | beide Eltern haben Zugriff; Überweisungslimit (Start: 50 €) anpassbar | Eltern schalten Online-Banking frei und behalten Überblick | Limits für Überweisungen und Karte individuell |
| Eltern müssen Kunde sein? | ja, ein Elternteil mit DKB-Girokonto | nein | nein | ja, mindestens ein Sorgeberechtigter |
| Legitimation Kind | bis 16 PostIdent oder Geburtsurkunde, ab 16 online | mehrere Wege für Eltern und Kind | VideoIdent/PostIdent, Geburtsurkunde hochladen | Videochat mit Ausweis des Kindes; zweiter Elternteil stimmt binnen 14 Tagen zu |
| Tagesgeld für Kinder | kostenlos mit eröffnen | Junior Tagesgeld: 3 % bis 500 € für 6 Monate, danach 0,75 % (Aktion) | nicht auf der Seite genannt | Extra-Konto Junior (Aktionszins 4 Monate) |
| Mit 18 | wird automatisch zum Girokonto, Eltern verlieren Zugriff | läuft als kostenloses Girokonto weiter | bleibt bis 27 kostenlos mit Nachweis | automatisch normales Girokonto, IBAN bleibt |
| Aktion | keine genannt | 25 € Startguthaben (bis 08.09.2026) | 25 € Startprämie (01.09.–31.12.2026) | 35 € bei Eröffnung bis 30.09.2026 und erstem Kinder-Login |
So nutzen Oma und Opa das Konto des Enkels
- 1. Mit den Eltern abstimmen, was Ihr gebt. Ein Zuschuss zum Taschengeld ist eine Erziehungsfrage der Eltern. Fragt, ob und wie viel — und ob es als festes Taschengeld oder als „Oma-Geld“ für besondere Wünsche gedacht sein soll.
- 2. Dauerauftrag statt Umschlag. Fester Betrag, fester Tag, Verwendungszweck mit Namen. Kinder freuen sich über die Regelmäßigkeit mehr als über die Höhe.
- 3. Geburtstag und Weihnachten: aufteilen. Ein Teil bar in die Hand (das Erlebnis), der größere Teil aufs Tagesgeld oder ins Junior-Depot (die Zukunft). Aufs Girokonto nur, was ausgegeben werden darf.
- 4. Kontoauszug als Gesprächsanlass. Wer beim Enkelbesuch fragt „Und, was steht auf Deinem Konto?“, bekommt erstaunliche Antworten — und die Chance, über Sparen, Wollen und Warten zu reden, ohne zu belehren.
- 5. Nie hinter dem Rücken der Eltern. Keine heimlich aufgestockten Beträge, keine Vollmacht ohne Absprache. Das Konto ist ein Werkzeug der Eltern; Großeltern sind Mitspieler, nicht Schiedsrichter.
Das Konto als Lernort: Opas drei Regeln
Erstens: Kein Geld ohne Plan. Was reinkommt, wird gedanklich in drei Töpfe geteilt — ausgeben, sparen, verschenken. Zehn Prozent sparen ist eine Regel, die Kinder sofort verstehen. Zweitens: Ein Fehler ist erlaubt. Wer mit elf das ganze Geburtstagsgeld für ein Spiel ausgibt, das nach einer Woche langweilig ist, lernt mehr als aus jedem Vortrag. Drittens: Die Karte ist Geld. Einmal im Monat gemeinsam nachrechnen, wo das Geld geblieben ist — die App zeigt es, das Kind erklärt es. Das ist alles. Mehr Finanzbildung braucht ein Zehnjähriger nicht.
Die Haken
- Ausgeben geht schneller als sparen. Mit Karte ist das Geld schneller weg als aus dem Portemonnaie. Limits helfen, Gespräche mehr.
- Direktbank heißt: keine Filiale. Kein Schalter, an dem Oma den Zehner einzahlt, kein Mensch, der dem Kind das Sparbuch erklärt. Wer das will, geht zur Sparkasse oder Volksbank vor Ort.
- Die Eltern sehen alles. Auch Eure Geschenke. Wer dem Enkel diskret etwas zustecken will, tut das weiter bar.
- Prämien lenken ab. 25 oder 35 Euro Startguthaben sind schön, aber ein Konto, das das Kind bis 28 begleitet, sollte nach den Bedingungen danach gewählt werden.
- Konten ändern sich. Gebühren, Apps, Altersgrenzen — alles in der Tabelle oben kann nächstes Jahr anders sein. Das Prüfdatum steht unten.
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❓ Häufige Fragen
Ab welchem Alter kann ein Kind ein eigenes Konto haben?
Ein Konto mit eigener Karte gibt es bei den meisten Banken ab dem siebten Geburtstag, wenn Kinder beschränkt geschäftsfähig werden. Manche Banken (etwa die DKB) eröffnen Konten schon ab Geburt, dann vor allem zum Ansparen. Sinnvoll wird die Karte meist zwischen 10 und 12 Jahren.
Können Großeltern ein Kinderkonto für das Enkelkind eröffnen?
Nein. Das dürfen nur die gesetzlichen Vertreter, bei gemeinsamem Sorgerecht beide Eltern. Großeltern können aber jederzeit einzahlen — per Dauerauftrag oder Überweisung auf die IBAN des Kindes — und, wenn die Eltern es wollen und die Bank es erlaubt, eine Vollmacht bekommen.
Was kostet ein Kinderkonto?
Bei DKB, comdirect, Commerzbank und ING nichts: Kontoführung und Karte sind kostenlos. Unterschiede gibt es nach dem 18. Geburtstag (ING dauerhaft kostenlos, Commerzbank bis 27 mit Ausbildungsnachweis) und beim Bargeld einzahlen, das bei Direktbanken oft nicht kostenlos möglich ist.
Kinderkonto, Tagesgeld oder Junior-Depot — was ist das Richtige?
Alle drei, für verschiedene Zwecke: Das Kinderkonto für Taschengeld und Ausgaben, das Tagesgeldkonto für Geld, das in den nächsten Jahren gebraucht wird, das Junior-Depot mit ETF-Sparplan für den langen Horizont bis 18 und darüber hinaus. Großeltern nutzen meist das Tagesgeld oder Depot für größere Geschenke.
Sehen die Eltern, was Oma und Opa überweisen?
Ja. Die Eltern haben vollen Einblick in das Konto des Kindes, das ist Sinn der Sache. Wer dem Enkel etwas ohne Wissen der Eltern zustecken will, sollte das nicht über das Konto tun — und sich fragen, warum eigentlich.
Was passiert mit dem Kinderkonto, wenn das Kind 18 wird?
Es wird automatisch zum normalen Girokonto, IBAN und Karte bleiben meist gleich, und die Eltern verlieren den Zugriff. Ob es danach kostenlos bleibt, hängt von der Bank ab: bei der ING bedingungslos, bei der Commerzbank bis 27 mit Ausbildungsnachweis, bei anderen gelten die normalen Kontobedingungen.
Quellen und Stand
Produktseiten der Anbieter, abgerufen am 02.09.2026: DKB (Kinderkonto), comdirect (Junior Giro), Commerzbank (StartKonto), ING (Girokonto Junior) · §§ 106, 110 BGB (beschränkte Geschäftsfähigkeit, Taschengeldparagraf) · §§ 1626, 1638 ff. BGB (Vermögenssorge der Eltern). Zahlen geprüft am 02.09.2026.
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Haftungsausschluss
Die Inhalte dieser Seite habe ich mit großer Sorgfalt und nach bestem Wissen zusammengestellt. Sie geben allgemeine Informationen und persönliche Erfahrungen wieder und ersetzen keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Steuerliche Freibeträge, Gesetze und Fördermöglichkeiten ändern sich zudem laufend – trotz sorgfältiger Recherche kann ich daher keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben übernehmen.

