
„Für das Enkelkind zurücklegen“ — das nehmen sich fast alle Großeltern vor, oft schon am Tag der Geburt.
Aber wie macht man es richtig: Sparbuch wie früher, Tagesgeld oder doch ein ETF-Sparplan?
Auf wessen Namen soll das Geld laufen, und wie viel im Monat ist sinnvoll?
Hier ist mein Wegweiser durchs Sparen für Enkelkinder — mit Beispielrechnungen, den Steuer-Grundlagen und den Fehlern, die ich selbst gern früher gekannt hätte.
Wie spart man am besten für Enkelkinder? Für lange Zeiträume ab Geburt hat sich ein breit gestreuter ETF-Sparplan bewährt — schon 25 bis 50 Euro monatlich wachsen über 18 Jahre erheblich Geldbeträge an. Für kürzere Ziele wie Führerschein oder Klassenfahrt reicht ein Tagesgeldkonto.
Die wichtigste Entscheidung ist, auf wessen Namen die Anlage läuft — und der wichtigste erste Schritt ist das Gespräch mit den Eltern.
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Hinweis: Diese Seite gibt Erfahrungen und allgemeine Informationen weiter — sie ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Geldanlagen in Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen.
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Kurz gesagt: Für Ziele in den nächsten fünf Jahren gehört das Geld auf ein Tagesgeldkonto, für das Startkapital zum 18. Geburtstag in einen breit gestreuten ETF-Sparplan. Die wichtigste Entscheidung ist nicht das Produkt, sondern der Name auf dem Konto: Auf Eurem eigenen Namen behält Ihr die Kontrolle, auf dem Namen des Kindes spart Ihr Steuern — aber die Eltern verwalten, und ab 18 gehört alles dem Enkel. Schon 50 Euro im Monat werden bis zur Volljährigkeit zu einem fünfstelligen Betrag.
🎯 Erst das Ziel, dann der Weg
Bevor Du ein Konto eröffnest, beantworte eine einzige Frage: Wann soll das Geld gebraucht werden?
Daraus ergibt sich fast alles Weitere. Für Ziele in den nächsten zwei bis fünf Jahren — Führerschein, Klassenfahrt, erstes Moped — gehört das Geld auf ein sicheres Zinskonto, denn hier darf nichts schwanken. Für das große Ziel „Startkapital zum 18. Geburtstag“ hast Du dagegen 15 und mehr Jahre Zeit — und genau dann spielen die Aktienmärkte ihre Stärke aus, weil zwischenzeitliche Schwankungen über so lange Zeiträume historisch immer wieder ausgeglichen wurden.
Sparen fängt schon bei der Ausstattung an: Kinderausstattung gebraucht kaufen zeigt, wo das sinnvoll ist — und wo nicht.
Meine Faustregel: kurzfristig = sicher verzinst, langfristig = breit gestreut am Aktienmarkt.
Beides zusammen ist kein Widerspruch — viele Großeltern fahren deshalb zweigleisig.
🏦 Sparbuch, Tagesgeld oder ETF? Die drei Wege im Vergleich
| Sparbuch / Tagesgeld | ETF-Sparplan | Gold & Sachwerte | |
|---|---|---|---|
| Geeignet für | kurzfristige Ziele, eiserne Reserve | 15+ Jahre, Startkapital zum 18. | besondere Anlässe (Taufe, Geburt) |
| Ertrag | niedrig, aber garantiert | historisch am höchsten — ohne Garantie | schwankend, kein laufender Ertrag |
| Risiko | praktisch keins (Einlagensicherung) | Kursschwankungen — Zeit gleicht aus | Preisschwankungen, Aufbewahrung |
| Aufwand | minimal | einmal einrichten, dann läuft er | Kauf beim Händler, sichere Lagerung |
| Opas Einsatz | Führerschein-Topf | der Kern des Enkel-Sparens | die Münze zur Taufe — als Erinnerung |
Das klassische Sparbuch hat vor allem erzieherischen Wert — der Moment, in dem das Kind selbst am Schalter einzahlt, bleibt es im Bewusstsein hängen (mehr dazu unten).
Als Vermögensbaustein ist es wegen der niedrigen Zinsen dem Tagesgeld unterlegen.
Der ETF-Sparplan auf einen weltweit gestreuten Aktienindex ist der Weg, den heute die meisten Fachleute für lange Zeiträume empfehlen — nicht, weil er garantiert steigt (das tut er nicht), sondern weil er über Jahrzehnte breit gestreute Aktien aus der Weltwirtschaft kauft anstatt einzelne Aktien.
Wer eröffnen darf, wem das Geld gehört, was mit 18 passiert und wie Consorsbank, comdirect und ING im Vergleich abschneiden, steht im Beitrag Junior-Depot für Enkel: Vergleich, Kosten und Regeln.
Vergleich der drei Wege — auf einen Blick, mit typischen Werten (Stand September 2026; Zinsen und Kurse ändern sich):
| Weg | Sicherheit | Ertrag (typisch) | Zugriff | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Sparbuch | sehr hoch (Einlagensicherung bis 100.000 € je Bank) | sehr niedrig, oft unter Inflation | jederzeit, teils mit Kündigungsfrist | symbolisches Sparen, kleine Beträge |
| Tagesgeld / Festgeld | sehr hoch (Einlagensicherung bis 100.000 € je Bank) | niedrig bis mittel, Zinsen schwanken | Tagesgeld jederzeit, Festgeld am Ende der Laufzeit | Ziele in 2 bis 5 Jahren: Führerschein, Klassenfahrt |
| ETF-Sparplan (Junior-Depot) | schwankend — zwischendurch auch Verluste | langfristig höher, historisch etwa 5 bis 7 % im Jahr, nicht garantiert | jederzeit verkaufbar, aber zum Tageskurs | Startkapital zum 18., Laufzeit ab 10 Jahren |
👤 Auf wessen Namen läuft das Geld? Die wichtigste Entscheidung
🔑 Die drei Kontrollfragen, die sich jeder Opa stellt
- Kann ich Geld für mein Enkel anlegen ohne Zugriff der Eltern? Ja — mit einem Konto oder Depot auf Eurem eigenen Namen (Variante 2). Nur dort bestimmt Ihr allein. Ein Konto auf den Namen des Kindes verwalten bis zum 18. Geburtstag die Eltern.
- Kommt das Geld sicher beim Enkel an? Bei Variante 1 ja, automatisch mit 18. Bei Variante 2 nur, wenn Ihr es übergebt — oder es für den Fall der Fälle regelt (nächste Frage).
- Was, wenn mir etwas passiert, bevor das Kind 18 ist? Ein Depot auf Eurem Namen fällt in den Nachlass und wird nach der Erbfolge verteilt — nicht automatisch an das Enkelkind. Ein Vermächtnis im Testament („das Depot Nr. … erhält mein Enkel …“) löst das mit einem Satz. Wie das geht: Enkelkind als Erben einsetzen.
Variante 1 — Konto/Depot auf den Namen des Enkelkindes: Das Geld gehört dann rechtlich dem Kind, unwiderruflich. Der große Vorteil sind die eigenen Steuerfreibeträge des Kindes — mit Sparer-Pauschbetrag und Grundfreibetrag bleiben Kapitalerträge in aller Regel komplett steuerfrei (Stichwort NV-Bescheinigung).
Der Haken an dieser Variante: Eröffnen können ein solches Konto nur die Eltern als Sorgeberechtigte, Ihr als Opa & Oma könnt „nur“ einzahlen. Ab 18 verfügt das Kind allein über das Geld — und größere Guthaben können später bei BAföG-Anträgen angerechnet werden – also ein Nachteil.
Variante 2 — Depot auf Euren eigenen Namen, gedanklich fürs Enkelkind reserviert: Ihr behaltet die volle Kontrolle und entscheidet selbst, wann und wie viel Ihr übergebt — zum 18. Geburtstag, zur Ausbildung oder in Etappen. Erträge laufen allerdings über Eure Steuer, und bei der späteren Übertragung handelt es sich um eine Schenkung (die dank 200.000 € Freibetrag je Großelternteil praktisch immer steuerfrei bleibt).
Meine ehrliche Einordnung: Variante 1 ist steuerlich schöner, Variante 2 ist flexibler. Wer dem 18-Jährigen von morgen vertraut und die Eltern im Boot hat, fährt mit dem Konto auf den Namen des Kindes gut (zum Girokonto fürs Taschengeld: Kinderkonto für Enkel: Girokonto ab 7 im Vergleich). Wer sich die finanzielle Steuerung bis zuletzt wünscht — etwa weil noch weitere Enkel kommen könnten —, spart im eigenen Depot. Falsch ist keiner der beiden Wege.
💶 Wie viel im Monat? Die Beispielrechnung
Die gute Nachricht: Es braucht keine großen Beträge — es braucht Zeit.
So entwickelt sich ein Sparplan über 18 Jahre, einmal ganz ohne Rendite und einmal mit angenommenen 6 % pro Jahr (etwa der langjährige Durchschnitt weltweiter Aktienmärkte — keine Garantie für die Zukunft):
| Monatlich | Eingezahlt in 18 Jahren | Ergebnis bei 6 % p. a. (gerundet) |
|---|---|---|
| 25 € | 5.400 € | rund 9.700 € |
| 50 € | 10.800 € | rund 19.400 € |
| 100 € | 21.600 € | rund 38.700 € |
Das ist der Zinseszinseffekt: Beim 50-Euro-Sparplan stammt fast die Hälfte des Endbetrags nicht aus Euren Einzahlungen, sondern aus Erträgen auf Erträge. Deshalb schlägt „früh anfangen“ jedes spätere Aufholen — wer erst zur Einschulung startet, hat sechs Wachstumsjahre verschenkt.
Und wenn es einmal eng wird: Ein Sparplan lässt sich jederzeit pausieren oder anpassen, ganz ohne Kosten.
⚖️ Opas fünf Spar-Grundsätze
1. Erst die Eltern, dann die Bank. Kein Konto, kein Depot, keine Überraschung an den Eltern vorbei — sie müssen ohnehin mitwirken, und der Familienfrieden ist mehr wert als jeder Zins.
2. Nur Geld, das Ihr sicher nicht selbst braucht. Eure Altersvorsorge geht vor — den Enkeln ist mit gesunden, sorgenfreien Großeltern mehr geholfen als mit jedem Sparplan.
3. Einfach schlägt raffiniert. Ein weltweiter ETF und ein Tagesgeldkonto genügen. Alles, was Euch ein Berater als „speziell für Kinder“ verkauft (fondsgebundene Ausbildungsversicherungen!), ist meist teuer und unflexibel.
4. Regelmäßig schlägt gelegentlich. 25 € jeden Monat wirken stärker als 300 € „immer mal wieder, wenn ich dran denke“.
5. Das Übergeben gehört zum Sparen. Plant den Moment: nicht einfach 18 Jahre schweigen und dann einen Kontoauszug überreichen, sondern die Enkel ab dem Jugendalter einweihen — dann ist das Geld mit 18 Startkapital und keine Einladung zum Verprassen.
🐷 Sparen lernen: Geschenke mit Sinn
Das wertvollste Finanz-Geschenk ist nicht das Geld selbst, sondern der Umgang damit — und da können Großeltern mehr bewirken als jede Schule.
Eine selbst gestaltete Spardose, das Taschengeld mit klaren Regeln und das gemeinsame Zählen am Küchentisch lehren mehr als jede Broschüre.
Ab dem Grundschulalter helfen gute Kinderbücher über das Geld, ab etwa 12 darf es dann ruhig das erste eigene Sparziel mit „Opa verdoppelt am Ende“-Bonus sein — der wirkt Wunder.
Kinderbuch über Geld und Sparen
Sachbuch für Kinder · erklärt Geld verständlich
Für wen sich das Buch eignet
Für Grundschulkinder: Über Geld zu reden fällt Erwachsenen oft schwer — ein Buch nimmt dem Thema die Schwere und liefert die Worte gleich mit.
Unser Tipp: Nach dem Lesen gemeinsam ausrechnen, wie lange das Taschengeld für einen Wunsch reichen würde. Diese eine Rechnung wirkt stärker als jede Ermahnung.
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Spardose mit Zählwerk
digitale Spardose · zählt die Münzen mit
Für wen sich die Spardose eignet
Für Kinder, denen abstraktes Sparen nichts sagt: Eine Zahl, die mit jedem Einwurf wächst, macht den Fortschritt greifbar.
Unser Tipp: Ein konkretes Sparziel aufschreiben und an die Dose kleben. Ohne Ziel wird auch die schönste Spardose nach zwei Wochen nicht mehr gefüttert.
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Das Wichtigste in drei Sätzen: Erst das Ziel festlegen, dann den Weg: kurzfristig Tagesgeld, langfristig ETF-Sparplan. Dann entscheiden, auf wessen Namen — Kontrolle (Euer Name) gegen Steuervorteil (Name des Kindes). Und den Fall der Fälle mit einem Satz im Testament regeln, damit das Geld beim Enkel ankommt.
❓ Häufige Fragen zum Sparen für Enkelkinder
Wie viel sollten Großeltern monatlich für das Enkelkind sparen?
Es gibt keinen Pflichtbetrag — entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Schon 25 Euro monatlich ergeben über 18 Jahre mit Kapitalmarktrendite rund 9.000 bis 10.000 Euro. Wichtig: nur Geld einplanen, das die eigene Altersvorsorge nicht schmälert, und bei mehreren Enkeln von Anfang an gleich behandeln.
Ist ein Sparbuch für Enkelkinder noch sinnvoll?
Als Lernwerkzeug ja — Kinder begreifen Sparen am Sparbuch oder an der Spardose besser als an einem Depotauszug. Als Vermögensbaustein nein: Für kurzfristige Ziele bringt Tagesgeld mehr Zinsen, für langfristige Ziele ist ein breit gestreuter ETF-Sparplan historisch deutlich ertragreicher.
Können Großeltern ein Sparkonto oder Depot für das Enkelkind eröffnen?
Ein Konto auf den Namen des Kindes können nur die sorgeberechtigten Eltern eröffnen — Großeltern können aber per Dauerauftrag darauf einzahlen. Die Alternative: ein Depot auf den eigenen Namen führen und später per Schenkung übertragen (Freibetrag: 200.000 Euro je Großelternteil alle zehn Jahre).
Muss das Enkelkind auf Zinsen und Erträge Steuern zahlen?
Läuft die Anlage auf den Namen des Kindes, hat es eigene Freibeträge (Sparer-Pauschbetrag plus Grundfreibetrag) — normale Sparerträge bleiben damit praktisch immer steuerfrei; mit Freistellungsauftrag oder NV-Bescheinigung wird gar nicht erst Steuer einbehalten. Läuft die Anlage auf den Namen der Großeltern, zählen die Erträge zu deren Kapitaleinkünften.
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Autor dieses Beitrages: Jürgen Busch · Themenschwerpunkt: Finanzen · Zuletzt überprüft am 24.07.2026
Quellen und Stand
Einlagensicherung: § 8 Einlagensicherungsgesetz (100.000 € je Kunde und Bank) · Sparer-Pauschbetrag: § 20 Abs. 9 EStG (1.000 € je Person, 2.000 € bei Zusammenveranlagung, seit 2023) · Vermögenssorge der Eltern: § 1626 BGB, Ausnahme § 1638 BGB (Anordnung des Schenkers) · Schenkungsfreibetrag Enkel: § 16 ErbStG (200.000 € je Großelternteil, alle 10 Jahre) · Renditeangaben: langjährige Durchschnitte breit gestreuter Aktienindizes, keine Garantie. Zahlen geprüft am 02.09.2026.
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