Kinder lieben tolle Geschichten – und sie zu erzählen ist gar nicht schwer. Wichtig ist nur, sich Zeit zu nehmen: Eine Geschichte erzählt sich nicht „zwischen Tür und Angel“. Viele Großeltern berichten, dass ihnen das anfangs schwerfiel – und die gemeinsame Geschichtenzeit bald zur liebsten Auszeit wurde. Hier findest du alle unsere Ideen, Spiele und Tipps rund ums Erzählen.
📑 Inhalt
🧭 Alle Geschichten-Themen entdecken
Von Erzählkarten über Story-Würfel bis zum Puppentheater – such dir aus, worauf du heute Lust hast:
Kinder erzählen GeschichtenDie Fantasie der Kleinen fördern – mit Anregungen zum Erfinden eigener Geschichten.5 Min. Lesezeit→
Geschichten-PuzzlePuzzleteile, die sich zu immer neuen Geschichten kombinieren lassen.4 Min. Lesezeit→
Erzähltheater KamishibaiDas japanische Papiertheater – eine Mischung aus Kino und Puppenspiel.6 Min. Lesezeit→
3 BeiträgePuppentheater zuhause →Der ganze Themenbereich: Stücke zum Nachspielen (mit PDF), Figuren & Handpuppen, Räuber Hotzenplotz und.Darin: Räuber Hotzenplotz · Puppentheater-Figuren & Handpuppen · Puppentheater für Kinder in deiner Stadt13 Min. Lesezeit→
Geschichtenwürfel (Story Cubes)Neun Bildwürfel, aus denen immer neue Geschichten entstehen – für Jung & Alt.7 Min. Lesezeit→
„Erzählt Euch mehr"Das Kommunikationsspiel mit 75 Fragen – miteinander ins Gespräch kommen.6 Min. Lesezeit→
Opa & Oma erzählenSo erzählst du lebendig und mitreißend – die schönsten Tipps für Großeltern.5 Min. Lesezeit→
Erzählkarten ab 3 JahrenBildkarten, die das freie Erzählen anstoßen – ideal für die Kleinsten.4 Min. Lesezeit→
Hand- & FingerspieleFingerpüppchen, Reime und kleine Geschichten zum Mitmachen.4 Min. Lesezeit→
Geschichten-BaukastenMit W-Fragen zur eigenen Geschichte – Fantasie mit fester Struktur.4 Min. Lesezeit→🎂 Was funktioniert mit drei, mit fünf, mit acht Jahren?
Erzählen ist nicht in jedem Alter dasselbe. Ein Dreijähriger will die immer gleiche Geschichte noch einmal hören, ein Achtjähriger will sie selbst weiterspinnen. Diese Übersicht sagt, womit man in welchem Alter anfängt:
| Alter | Was funktioniert | Womit | Wie lange |
|---|---|---|---|
| etwa 3 Jahre | Kurze Geschichten aus dem eigenen Alltag: der Weg zum Bäcker, der Hund von nebenan, das Kind selbst als Hauptfigur. | Nichts. Höchstens ein Bilderbuch zum Draufzeigen. | 5 bis 10 Minuten — und dieselbe Geschichte immer wieder |
| etwa 4 bis 5 Jahre | Geschichten mit einer klaren Reihenfolge und einem kleinen Problem, das gelöst wird. Das Kind darf mitbestimmen, wie es weitergeht. | Geschichtenwürfel oder Erzählkarten | 10 bis 15 Minuten |
| etwa 5 bis 7 Jahre | Vorführungen: Die Geschichte bekommt Figuren und Stimmen, das Kind spielt mit statt nur zuzuhören. | Puppentheater oder Kamishibai | 15 bis 20 Minuten, mit Vorbereitung mehr |
| ab etwa 8 Jahren | Das Kind erzählt selbst — und Fortsetzungsgeschichten über mehrere Besuche hinweg. Jetzt tragen auch Geschichten von früher: wie es war, als es noch kein Handy gab. | Anregungen zum Selbsterzählen | 20 Minuten und länger |
Die Altersangaben sind Anhaltspunkte, keine Grenzen. Manche Fünfjährige erzählen längst selbst, während ein Siebenjähriger noch lieber zuhört. Im Zweifel eine Stufe tiefer anfangen — ein Kind, das mühelos mitkommt, langweilt sich nicht, aber eines, das überfordert ist, steigt aus.
🕯️ Eine gute Erzählatmosphäre schaffen
Damit Geschichten wirken, muss die Atmosphäre stimmen. Mal erzählt man einfach zwischendurch – etwa im Auto auf einer längeren Fahrt. Mal darf das Erzählen zelebriert werden und zum Highlight des Tages werden. Für Kinder ist es wichtig, in der Geschichte „anzukommen“, also sich vom Alltag abzugrenzen. Rituale helfen dabei: zum Beispiel ein immer gleiches Lied, das die Erzählstunde einläutet.

Im Sommer bieten sich lange Geschichten am Lagerfeuer an. Vielleicht gibt es einen Erzählhut, der allen signalisiert: Jetzt kommt eine Geschichte. Manche Großeltern nutzen eine Handpuppe, die die Geschichte ankündigt und sonst nirgends auftaucht. Und eine gemütliche Erzählecke mit Kissen, Decke und Sitzsäcken lädt zum Kuscheln und Zuhören ein – mit genug Platz, um die Geschichte auch mit Bewegungen zu untermalen.
🌳 Geschichten draußen erzählen
Auf einem Spaziergang oder beim Picknick lassen sich wunderbar Geschichten erfinden – die Umgebung liefert die Anregungen frei Haus. Drei erprobte Ideen:
① Die Schatzsuche-Geschichte
Opa berichtet, wie er an eine alte Schatzkarte gekommen ist (die vorher gezeichnet sein muss). Er beschreibt die Umgebung, erfindet Tiere, die die Kinder darstellen – und schon werden die Kleinen zu Schatzjägern. Am Ende muss der Schatz natürlich gefunden werden: verblüffend (eine alte Blume mit langer Geschichte?) oder ganz banal. Hauptsache, die Schatzsucher fühlen sich belohnt.
→ Passend dazu: Schatzsuche an Omas Geburtstag
② Spazieren & Geschichten erfinden
Die Kinder finden ein imaginäres Paket, in dem ein Buch steckt. Wie heißt es? Wer ist der Held, worum geht es? Im Nu steht ein Gerüst für eine Geschichte, die oft genau das widerspiegelt, was die Kinder gerade selbst beschäftigt.
③ Spielplatz-Geschichten
Die Kinder beobachten die Umgebung und erfinden Geschichten: zum einsamen Stock, der im Gebüsch auf andere wartet, oder zum Mini-Krokodil, das in der Sandburg lebt und eigentlich ans Meer möchte. So wird die Fantasie auf wunderbare Weise gefördert.
💡 Tipps für Erzähler von Kindergeschichten
Wichtig ist, die Geschichte zu spüren und entsprechend zu erzählen: Über Worte und Betonung entstehen im Kopf der Kinder Bilder. Auch eigene Erlebnisse werden zur Kindergeschichte – natürlich ein wenig spannender und ausgeschmückter als die Realität. Gerade hier punkten Omas und Opas: Sie haben viel erlebt und können von Dingen berichten, die es heute gar nicht mehr gibt. Aus einer einfachen Geschichte wird so schnell eine kleine Theatervorführung.
- Keine Idee? Einfach Alltagserlebnisse nehmen und ausschmücken.
- Auf Fragen der Kinder unbedingt eingehen.
- Kinder anregen, selbst zur Geschichte beizutragen.
- Bewusste Flunkergeschichten erfinden und gemeinsam weiterspinnen.
Solche Geschichten sind übrigens nicht nur etwas für die kalte Jahreszeit am Kamin – sie können zum festen, geliebten Ritual in der Familie werden.
🛒 Was beim Erzählen hilft
Zum Geschichtenerzählen braucht es im Grunde nichts als Zeit und ein Kind, das zuhört. Drei Dinge haben bei uns trotzdem viel bewirkt — vor allem, wenn einem selbst nichts einfällt oder ein Kind sich noch nicht traut, frei zu erzählen.
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❓ Häufige Fragen
Wie erzählt man Kindern eine gute Geschichte?
Nimm dir Zeit und erzähle lebendig: Über Worte und Betonung entstehen Bilder im Kopf der Kinder. Lass Gefühle hörbar werden, gehe auf Fragen ein und schmücke ruhig aus. Wer kein geborener Erzähler ist, lernt das mit etwas Übung.
Woher nehme ich Ideen für Geschichten?
Am einfachsten aus eigenen Alltagserlebnissen, ausgeschmückt erzählt. Hilfsmittel wie Geschichtenwürfel, Erzählkarten oder ein Geschichten-Baukasten liefern zusätzliche Funken – und draußen beim Spaziergang ergeben sich Geschichten fast von selbst.
Ab welchem Alter kann man mit Kindern Geschichten erfinden?
Schon die Kleinsten lieben Geschichten – Erzählkarten und Puppentheater funktionieren ab etwa zwei bis drei Jahren. Mit Würfeln und Baukasten erfinden Kinder ab dem Kindergartenalter begeistert eigene Geschichten.
Wie schaffe ich eine gute Erzählatmosphäre?
Mit kleinen Ritualen: ein Lied zum Einstieg, ein Erzählhut oder eine gemütliche Erzählecke mit Kissen und Decke. So grenzen sich Kinder vom Alltag ab und kommen in der Geschichte an.
Was tun, wenn mir gar nichts einfällt?
Dann übernehmen Hilfsmittel das Anstoßen: Mit Story-Würfeln, Erzählkarten oder einer Spaziergang-Geschichte („Wir finden ein geheimnisvolles Paket …“) entsteht im Nu ein Gerüst, das ihr gemeinsam weiterspinnt.
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Beitrag von Jürgen Busch · Themenbereich: Spielen · Geschichten erzählen · Zuletzt geprüft am 12. Juli 2026





