Messwerkzeuge für das Werken

Zeichen- und Messwerkzeuge
© grossvater.de – Zeichen- und Messwerkzeuge zum Werken

Was wäre Basteln ohne Messen?
Krumm und schief würden die Werkstücke werden, nichts würde zum anderen Teil passen und die Freude wäre dahin.

Auch wenn das letztgenannte Problem bei manchen Hobbybastlern trotz ausreichender Verwendung von Messwerkzeugen besteht, so sollten Kinder doch gleich an das richtige Arbeiten und Messen herangeführt werden.

Die folgenden Zeichen- und Messwerkzeuge sind beim Bastlen mit Holz unverzichtbar:

Der Zollstock

Zollstock
© grossvater.de – Zollstock
Der untere Zollstock ist leider abgebrochen – wer war es wohl?

Meist besteht er aus Holz oder Kunststoff und lässt sich auf eine Länge von bis zu vier Metern – meist sind es aber nur zwei – ausklappen:
Gemeint ist der Zollstock, der auch als Gliedermaßstab bezeichnet wird.

Er besitzt eine metrische Skala, an der der gemessene Wert in Meter, Zentimeter und Millimeter abgelesen werden kann. Zusätzlich sind die Längenangaben in Zoll ablesbar, wobei ein Zoll auf 2,54 cm festgelegt worden ist.

Interessantes Detail:
Das Wort „Zoll“ hat in dem Fall nichts mit der Grenze zu tun, sondern stammt aus dem Mittelhochdeutschen. „Zol“ steht hier für „abgeschnittenes Holz“.
Der Grund für die Bezeichnung:
Bereits im Mittelalter wurden abgeschnittene Holzstücke verwendet, wenn neue Stoffe für Bekleidung abgemessen werden mussten.
Damals waren Fuß, Elle oder Daumenbreit die entsprechenden Maße.

Die Messgenauigkeit war damals allerdings nicht mit den heutigen Zollstöcken vergleichbar, die ein Werkstück auf den Millimeter genau vermessen können.

Messstäbe und Bandmaß

Messstäbe und Bandmaß
© grossvater.de – ein Messstab aus Holz sowie ein Bandmaß und ein Winkelmesser

Messstäbe können aus Stahl oder Aluminium gefertigt sein und sind für unterschiedliche Anwendungszwecke geeignet. Sie können in der Teleskop-Variante auf bis zu fünf Meter oder mehr ausgezogen werden. Teilweise sind sie mit einer Libelle ausgestattet, sodass im Lot gemessen werden kann. Für den Hobbybedarf ist dies freilich nicht nötig.

Das Rollmaß ist ein Messgerät, mit dem schon kleine Kinder viel Spaß haben. Sie vermessen damit einfach alles! Das Gute daran: Hier wird immer nur so viel Band herausgezogen, wie benötigt wird. Auf Knopfdruck verschwindet das Band spielend wieder im Rolleninneren, wobei nicht ganz klar ist, ob das Messen oder das Einziehen des Bandes den Kindern mehr Spaß macht. Vorsicht bei langen Bandmaßen aus Metall: Bekommt das Kind das Band beim Einziehen ab, kann das sehr schmerzhaft sein.

Messschieber bzw. Schieblehre


© grossvater.de – die Schieblehre von Opa ist als Messwerkzeug nur selten in Gebrauch

Messschieber werden auch als Schieblehre bezeichnet und sind dazu geeignet, den Innendurchmesser zu messen.

So zeigt ein Messschieber genau, wie groß eine Bohrung ist oder wie groß der Abstand zwischen zwei Einzelteilen des Werkstücks ist. Messschieber sind dabei unterschiedlich dimensioniert.

Während einige im Millimeterbereich arbeiten und zwischen 0 und 50 mm messen, können andere sogar bis zu 50 cm große Innendurchmesser bestimmen.

Derartige Dimensionen werdet ihr bei euren Bastelarbeiten sicherlich kaum brauchen.
Der Messschieber ist sehr gut geeignet, wenn die Ablesegenauigkeit groß sein soll.
Er misst bis auf den zehntel Millimeter genau!

Wollt ihr ganz besonders präzise arbeiten, dann ist der digitale Messschieber eine gute Wahl.
Er misst sogar bis auf ein Hundertstel genau.
Für die üblichen Heimwerkertätigkeiten oder Bastelarbeiten ist der digitale Messschieber aber nicht nötig.

Winkel oder Schreinerwinkel

Winkel
© grossvater.de  – Metall- und Kunststoff-Winkel von Opa als Messwerkzeuge

Der Winkel, der auch als Schreiner- oder Tischlerwinkel bezeichnet wird, soll helfen, einen rechten Winkel abzumessen. Leider unterscheiden sich die Winkel verschiedener Hersteller stark, sodass du vor dem Kauf unbedingt den Winkel überprüfen solltest. Nimm dir dafür einen Zettel, einen Bleistift und einen Winkelmesser zur Hilfe. Zeichne den Winkel auf, der durch den gewählten Schreinerwinkel vorgegeben wird, und miss diesen ab. Abweichungen sollten weniger als einen Millimeter betragen!

Der Winkel kann übrigens auch gut als Lineal herhalten, wenn gerade Linien gezeichnet werden müssen. Modelle aus Holz liegen besser in der Hand als Varianten aus Kunststoff, dafür sind sie kostenintensiver in der Anschaffung.

Gehrungslade

Gehrungslade
© grossvater.de – Gehrungslade mit Fuchsschwanz

Die Gehrungslade ist u-förmig und bietet verschiedene Durchführungen für Sägen.
Die Winkel dafür liegen bei 45 und 90 Grad, diese gehen nach links und rechts.

Meist sind Gehrungsladen aus Holz (hier vor allem Buchenholz) gefertigt, sie sind allerdings auch aus Aluminium oder Kunststoff erhältlich.
Sie eignen sich vor allem für kleine und feine Arbeiten, die breiten Modelle sind für Heimwerker eher ungeeignet.

Die Gehrungslade ermöglicht also präzise Schnitte und das Herstellen sauberer Eckverbindungen.
Sie erlaubt die saubere Verbindung von zwei Teilen in einem Winkel.

Tipp:
Wenn ihr Bilderrahmen oder kleine Spielzeuge herstellen wollt, ist die Gehrungslade ein wichtiges Hilfsmittel.

Bleistifte und Zimmermannsbleistifte

Bleistift und Zimmermannsbleistift
© grossvater.de – ein Zimmermannsbleistift und Bleistifte aus dem Werkraum von Opa

Mithilfe der Bleistifte oder Zimmermannsbleistifte zeichnet ihr die Werkstücke an, die ihr sägen wollt. Sie eignen sich auch zum Markieren wichtiger Punkte wie zum Beispiel von Bohrlöchern. Tipp: Unbedingt auf einen weichen Bleistift setzen (mindestens Härtegrad B), damit Punkte und Linien auf Holz gut sichtbar sind. Der Zimmermannsbleistift rutscht übrigens nicht so leicht aus der Hand und ist auch für kleine Hände besser zu halten.

Reißzirkel und Reißnadel

Mithilfe von Reißnadeln lassen sich Maße oder ganze Formen auf ein Werkstück übertragen. Hier wird die angezeichnete Linie oder der Punkt eingeritzt, sodass Maße für das Sägen entstehen. Reißnadeln sind in verschiedenen Längen und Stärken erhältlich, in der Regel sind sie aus Metall gefertigt. Sie sehen ein wenig wie ein Bleistift aus und sind an beiden Enden gespitzt. Ein Ende ist um 90 Grad abgewinkelt.

Der Reißzirkel ist für das Anzeichnen von Kreisen, Bögen und Radien bestens geeignet und dient auch dem Abtragen von Teilstrecken. Statt einer Bleistiftspitze wird beim Reißzirkel eine Metallspitze zum Anzeichnen verwendet.

Wichtig ist, dass die angezeichneten Linien und Punkte nicht zu tief in das Material eingeritzt werden, denn dadurch ergeben sich sonst Schwachstellen, die brechen oder rosten können.

Die Wasserwaage


© grossvater.de – die Wasserwaage von Opa hat drei Libellen

Die Wasserwaage ist mit zwei Libellen ausgerüstet und kann somit zum horizontalen und zum vertikalen Messen verwendet werden.
Teilweise ist sie auch mit einem Lineal ausgestattet, sodass der Abstand zwischen zwei auszurichtenden Teilen gemessen werden kann.

Was heißt eigentlich „genau“ arbeiten?

An dieser Stelle ein kleiner Exkurs in Sachen „genaues Arbeiten“.
Tischler unterscheiden gern in maßgenau, passgenau und wiederholungsgenau.

Bei ersterem genauen Arbeiten geht es darum, dass zwei Teile wirklich zueinanderpassen.

Vorgegebene Bohrungen müssen genau stimmen, weniger exakt muss beispielsweise die Höhe eines Schrankes ausgemessen werden.
Ob dieser einen Millimeter höher ist als gedacht, spielt kaum eine Rolle. Anders sieht es beim passgenauen Arbeiten aus. Hier muss wirklich alles auf den Millimeter stimmen, weil einzelne Bauteile ansonsten nicht zusammenpassen.

Beim wiederholungsgenauen Arbeiten hingegen muss bei mehreren Teilen so genau gemessen werden, dass sie wirklich alle gleich groß sind.
Toleranzen sind nur selten möglich.