Weltraum-Laternen basteln: Vier leuchtende Modelle für kleine Astronauten
Raketen, Planeten, funkelnde Sternbilder – kaum ein Thema begeistert Kinder so zuverlässig wie das Weltall. Für den Laternenumzug zu St. Martin oder das Herbstfest lässt sich diese Faszination wunderbar nutzen: Auf dieser Seite stellen wir vier Weltraum-Laternen zum Selberbasteln vor – von der zylindrischen Galaxie-Laterne über die PET-Raketenlaterne und die UFO-Flugscheibe bis zur Saturn-Kugel mit frei schwebendem Ring. Ganz nebenbei üben die kleinen Baumeister Feinmotorik und räumliches Denken und erfahren einiges über Licht, Material und Stabilität.
Möglich machen das moderne LED-Lichter: Batteriebetriebene LED-Spots und Mikro-Lichterketten haben die Kerze abgelöst. Ohne offene Flamme dürfen Laternen komplett geschlossen sein und auch aus Kunststoff bestehen – ideal für Upcycling-Ideen mit PET-Flasche, Pappteller und Käseschachtel.
Material und Licht: kleine Tricks mit großer Wirkung
Damit die Laterne von innen leuchtet, braucht ihre Wand lichtdurchlässige Stellen. Klassisch sind Transparent-, Seiden- und Pergamentpapier. Ein bewährter Trick: Normales Druckerpapier mit etwas Pflanzen- oder Babyöl einreiben. Das Öl füllt die winzigen Lufträume zwischen den Papierfasern – das Blatt wird durchscheinend, bleibt aber reißfest. Geknittertes Papier („Crash-Optik“) oder mehrere Lagen Seidenpapier zaubern wolkige Gasnebel und Galaxien-Effekte.
Als tragendes Gerüst bewähren sich Käseschachteln (Ø 11 bis 15,3 cm) für zylindrische Laternen, stabile Pappteller für die UFO-Scheibe und kaschierte Luftballons für Kugelformen. PET-Flaschen liefern fertig geformte, stromlinienförmige Raketenrümpfe.
Die vier Modelle im Überblick
| Modell | Grundmaterial und Form | Lichteffekt | Lichtquelle | Alter und Stabilität |
|---|---|---|---|---|
| Galaxie-Laterne | Käseschachtel (15,3 cm), Tonkarton-Zylinder | geometrische Cut-Outs mit Transparentpapier dahinter | LED-Spot auf dem Schachtelboden | ab Kindergartenalter; sehr verwindungssteif |
| PET-Raketenlaterne | PET-Flasche (1–1,5 l), Tonpapier-Spitze | Seidenpapier-Kaschierung mit Wassertransfer-Tattoos | Mikro-Lichterkette oder LED-Stab im Rumpf | Kindergarten bis Sekundarstufe; sehr robust und wetterfest |
| UFO-Flugscheibe 3000 | zwei Kraftkarton-Pappteller, Acryl-Halbkugel | transparente Cockpit-Kuppel, per Klett zu öffnen | LED-Spots für Kuppel und Unterseite | mittlere Altersstufe; braucht etwas Fingerspitzengefühl |
| Saturn-Planetenlaterne | kaschierter Doppel-Ballon, Glitterkarton-Ringe | mehrlagiges Seidenpapier, Spießkreuz trägt den Schwebering | LED-Licht durch die obere Öffnung | für Fortgeschrittene; Präzision beim Ausrichten der Achse |
Modell 1: Die zylindrische Galaxie-Laterne mit Klebeband-Raster
Die Galaxie-Laterne kombiniert ein stabiles Grundgerüst mit viel Gestaltungsfreiheit. Aus dunklem Tonkarton wird ein Rechteck zugeschnitten, dessen Länge genau dem Umfang der Käseschachtel entspricht. Noch im flachen Zustand wird das Papier mit glänzenden, irisierenden oder metallisch schimmernden Klebeband-Streifen rasterartig überzogen. In die freien Felder schneidet man anschließend mit Cutter oder feiner Schere Sterne, Monde, Kreise und andere Formen.
Ein von innen eingelegter Bogen farbiges Transparentpapier deckt alle Öffnungen ab und sorgt für weiches, buntes Licht. Dann wird der Zylinder Stück für Stück an den mit doppelseitigem Klebeband beklebten Rändern von Boden und Deckel der Käseschachtel abgerollt. Ein batteriebetriebener LED-Spot kommt mittig auf den Schachtelboden. Drei Bohrungen im Deckelrand nehmen Garnschlaufe und Distanzperlen auf – und unten sorgen Kometenschweife aus Lametta-Pompoms und Neonfäden für Schwung bei jedem Schritt.
Das brauchen Sie:
- Käseschachtel (Ø ca. 15 cm) und dunkler Tonkarton
- irisierendes oder metallisiertes Klebeband, doppelseitiges Klebeband
- farbiges Transparentpapier
- Cutter oder feine Schere
- LED-Spot mit Batterie
- Garn, Distanzperlen, Lametta-Pompoms und Neon-Garn
So geht’s:
- Tonkarton zuschneiden: Länge = Umfang der Käseschachtel (π × Durchmesser) plus Klebefalz.
- Klebeband-Raster aufkleben, dann die freien Felder mit Cutter oder Schere ausschneiden.
- Transparentpapier von innen über alle Öffnungen kleben.
- Mantel an den mit Doppelklebeband präparierten Schachtel-Rändern abrollen und andrücken.
- LED-Spot mittig auf dem Boden fixieren, drei Löcher in den Deckelrand bohren.
- Garnschlaufe mit Perlen oben anbringen, Kometenschweife unten ankleben.
Modell 2: Die Upcycling-Raketenlaterne aus der PET-Flasche
Für die Raketenlaterne wird einer PET-Flasche der Hals samt Schulter abgeschnitten – übrig bleibt ein leichter, stabiler Zylinder als tragende Hülle. Seine Außenseite wird dünn mit verdünntem Bastelleim oder Kleister bestrichen und lückenlos mit Seidenpapierschnipseln beklebt. Wichtig: nur eine Lage! So bleibt die Hülle schön lichtdurchlässig.
Ist der Kleister getrocknet, kommen die Motive darauf – mit einem verblüffenden Trick: Gewöhnliche Abzieh-Tattoos mit Astronauten, Planeten und Sternen werden aufgelegt und mit einem feuchten Tuch angedrückt. Die Bilder verbinden sich nahtlos mit dem Papier, ganz ohne glänzende Folienränder. Zum Schluss werden die aus Tonpapier gedrehte Raketenspitze und die seitlichen Finnen aus Glitzerkarton mit Heißkleber befestigt. Rote, gelbe und orangefarbene Krepppapierstreifen an der unteren Öffnung flattern beim Laufen wie echtes Triebwerksfeuer.
Das brauchen Sie:
- PET-Flasche (1–1,5 l), stabile Schere oder Cutter
- Bastelleim oder Tapetenkleister, Seidenpapier
- Abzieh-Tattoos mit Weltraummotiven, ein feuchtes Tuch
- Tonpapier für die Spitze, Glitzerkarton für die Finnen, Heißkleber
- Krepppapier in Rot, Gelb und Orange
- Mikro-Lichterkette oder LED-Stab, Basteldraht für den Bügel
So geht’s:
- Flaschenhals samt Schulter abschneiden – der offene Zylinder ist die tragende Hülle.
- Außenwand dünn mit verdünntem Leim oder Kleister bestreichen.
- Seidenpapierschnipsel lückenlos in einer Lage aufkleben und trocknen lassen.
- Tattoos auflegen und mit dem feuchten Tuch übertragen.
- Raketenspitze und Finnen mit Heißkleber befestigen.
- Krepppapierstreifen an der unteren Öffnung ankleben, Licht einsetzen.
- Zwei Löcher unter dem Rand bohren und den Drahtbügel einhängen – fertig für den Laternenstab.
Modell 3: Die UFO-Flugscheibe 3000 mit transparenter Acrylkuppel
Zwei tiefe Pappteller, Rand an Rand zusammengesetzt, ergeben den klassischen fliegenden Diskus. In den oberen Teller wird eine mittige Öffnung geschnitten, in die eine glasklare Acryl-Halbkugel (Ø 140 mm) als Cockpit-Kuppel eingesetzt wird. Vorher wird im Zentrum der Bodenplatte eine kleine Alien-Figur aus Tonkarton oder Chenille-Draht verankert – ein LED-Spot beleuchtet sie von unten und füllt die Kuppel mit stimmungsvollem Streulicht.
Verbunden werden die beiden Teller nicht mit Kleber, sondern mit im Kreis angeordneten Klettpunkten am Wellenrand. So lässt sich das UFO jederzeit öffnen, um das Licht zu schalten oder die Batterien zu wechseln – ohne dass etwas kaputtgeht. Schlitze an der Unterseite nehmen fransig geschnittene Seidenpapierstränge auf, die zusammen mit reflektierenden Pompoms als Antriebsstrahl wirken.
Das brauchen Sie:
- zwei stabile, tiefgezogene Pappteller aus Kraftkarton
- glasklare Acryl-Halbkugel (Ø 140 mm)
- Tonkarton oder Chenille-Draht für das Alien
- ein bis zwei LED-Spots mit Batterie
- selbstklebende Klettpunkte (Ø 10–15 mm)
- Schere oder Cutter, Heißkleber, Seidenpapier, reflektierende Pompoms, Basteldraht
So geht’s:
- In den oberen Teller eine mittige Öffnung (Ø 140 mm) schneiden.
- Die Acryl-Halbkugel als Kuppel in die Öffnung einsetzen.
- Alien-Figur im Zentrum der Bodenplatte verankern, LED-Spot darunter bzw. davor platzieren.
- Klettpunkte im Kreis auf die Tellerränder kleben und beide Hälften zusammendrücken.
- Schlitze in die Unterseite schneiden, Seidenpapier-Fransen und Pompoms einsetzen.
- Zwei Löcher neben der Kuppel bohren, den Drahtbügel darüber spannen – Laternenstab einhaken.
Modell 4: Die sphärische Saturn-Planetenlaterne mit Schwebering
Die Saturn-Laterne entsteht in Papier-Mâché-Technik über einem Luftballon. Damit beim Basteln nichts platzt, werden zwei Miniballons ineinandergezogen und mit der Handpumpe auf etwa 10 cm Durchmesser aufgeblasen. Die Kugel wird dann in mehreren Lagen mit eingeweichtem Seidenpapier und Tapetenkleister beklebt. Wichtig ist langsames Trocknen bei Raumtemperatur, damit die Hülle nicht absackt oder reißt.
Nach dem Entfernen des Ballons und dem Begradigen der Öffnung werden vier Löcher auf der Äquatorlinie gebohrt. Zwei rechtwinklig gekreuzte Schaschlikspieße laufen durch das Kugelinnere; an ihren vorstehenden Enden werden zwei Ringscheiben aus Glitterkarton von oben und unten angelegt und mit Heißkleber verschweißt. Der Clou: Das Aufhängegarn wird innen am Spießkreuz verknotet. Die Zugkraft wirkt so direkt auf das Zentrum der Kugel – und die Glitterringe scheinen völlig frei im Raum zu schweben.
Das brauchen Sie:
- zwei Miniballons und eine Handpumpe
- Seidenpapier und Tapetenkleister
- zwei Schaschlikspieße aus Holz, Seitenschneider
- Glitterkarton für die Ringe, Heißkleber
- stabiles Garn, LED-Licht
So geht’s:
- Zwei Miniballons ineinanderziehen und auf ca. 10 cm Durchmesser aufpumpen.
- Die Kugel in mehreren Lagen mit Seidenpapier und Kleister kaschieren.
- Langsam bei Raumtemperatur trocknen lassen, Ballon entfernen, Öffnung begradigen.
- Vier Löcher auf der Äquatorlinie bohren, die Spieße gekreuzt hindurchschieben.
- Glitterkarton-Ringe von oben und unten auflegen und an den Spießenden mit Heißkleber verschweißen.
- Garn durch die obere Öffnung führen, am Spießkreuz verknoten, LED-Licht einsetzen.
So kommt die Laterne an den Stab
Bei der Galaxie-Laterne übernimmt die Garnschlaufe mit Distanzperlen die Aufhängung: Sie wird durch die drei Bohrungen im Deckelrand geführt. Bei Rakete und UFO hat sich ein einfacher Drahtbügel bewährt – zwei gegenüberliegende Löcher knapp unter dem Rand beziehungsweise neben der Kuppel bohren, Basteldraht hindurchfädeln und zu einem Bogen mit kleiner Öse formen, in die der Haken des Laternenstabs greift. Die Saturn-Kugel hängt am sichersten an einem Garn, das innen am Spießkreuz verknotet ist: So zieht der Stab am stabilen Zentrum der Kugel und nicht an der empfindlichen Papierhülle.
Die Techniken im Überblick
| Technik | Modelle | Werkzeuge und Hilfsmittel | Was dahintersteckt |
|---|---|---|---|
| Kaschieren mit Kleister | PET-Rakete, Saturn-Laterne | Tapetenkleister oder Mehl-Wasser-Kleister | Verklebte Papierfasern ergeben eine leichte, selbsttragende Schale. |
| Transparenz durch Öl | Galaxie-Laterne, Ausmalmotive | Pflanzen- oder Babyöl, Wattebausch | Öl füllt die Poren im Papier – es wird durchscheinend, bleibt aber reißfest. |
| Tattoo-Transfer | PET-Rakete | Kindertattoos, feuchtes Tuch | Überträgt Motive randlos und knickfrei auf unebenes Papier. |
| Spießkreuz-Achse | Saturn-Laterne | Holzspieße, Heißkleber, Seitenschneider | Verteilt die Zugkraft der Aufhängung auf das Kugelzentrum und trägt die Ringe. |
| Klett-Verbindung | UFO-Flugscheibe | selbstklebende Klettpunkte (Ø 10–15 mm) | Wieder lösbare Verbindung – praktisch für Lichtschalter und Batteriewechsel. |
Nach dem Umzug: Nachtlicht und Mobile
Der schönste Nebeneffekt der Weltraum-Laternen: Nach dem Umzug müssen sie nicht in den Keller. Mit ihrem milden LED-Streulicht werden sie zu Nachtlichtern im Kinderzimmer, die im Dunkeln Orientierung geben und eine beruhigende Atmosphäre schaffen. Saturn-Kugel und UFO-Scheibe machen auch an der Zimmerdecke eine gute Figur – als dreidimensionales Weltraum-Mobile.
Und ganz nebenbei lernen die Kinder etwas fürs Leben: Aus Kunststoffflasche, Papptellern und Verpackungsschachteln entstehen mit etwas Fantasie leuchtende Kunstwerke. Das schärft den Blick dafür, was in vermeintlichem Abfall steckt – Upcycling im besten Sinne.




