Affi mit Goldmedaille

Mein Enkel und ich spielen in Südtirol fast täglich mit „Affi“, seinem Kuscheltier. Heute sollte der Affi vom hohen Kinderregal springen – und hatte, wie sich herausstellte, gehörig Höhenangst.

Aus meinem Opa-Enkel-Tagebuch.

Jürgen Busch

Beitrag von Jürgen Busch
OPA-ENKEL-TAGEBUCH · WOCHENEINTRAG

Mein fünfjähriger Enkel und ich, wir sind in Südtirol ein eingespieltes Team – und zu uns gehört immer ein Dritter: „Affi“, sein Kuscheltier. Affi ist bei uns kein stummes Stofftier, sondern ein echter Mitspieler mit eigenem Kopf. Er bekommt Aufgaben, er antwortet, er hat gute und schlechte Tage. Und manchmal hat er auch ganz schön Schiss.

Heute lautete Affis Aufgabe: vom Kinderregal springen. Das ist immerhin gut 1,20 Meter hoch – für einen kleinen Affen eine halbe Ewigkeit. „Nein“, ließ ich Affi sagen und schüttelte dabei kräftig seinen Kopf, „von dieser Höhe springe ich nicht runter!“

Mein Enkel ließ das nicht gelten. „Doch, du schaffst das!“, sagte er mit voller Überzeugung. Und dann kam das Angebot, das alles veränderte: „Wenn du es schaffst, bekommst du eine Goldmedaille!“ Eine Goldmedaille – das ist natürlich ein Wort. Trotzdem blieb Affi skeptisch. Also wurde nachgebessert: Mein Enkel schichtete unten am Fußboden noch ein paar zusätzliche Kissen auf, ein richtig weiches Landepolster.

Und siehe da: Mit dem Kissenberg als Sicherheit und der Goldmedaille als Aussicht fasste Affi sich ein Herz – und sprang. Eine saubere Landung, mitten in die Kissen. Der Jubel war riesig, die Goldmedaille feierlich verliehen, und Affi ein kleiner Held.

„Im Spiel darf der Affi Angst haben, Mut fassen und am Ende gewinnen – und mein Enkel lernt dabei ganz nebenbei, dass man auch heikle Sprünge schafft, wenn man sich vorher ein Kissen hinlegt.“

📊 Wusstest Du schon?

Warum Fantasiespiele so wertvoll sind

Wenn ein Kuscheltier plötzlich Angst hat, Mut fasst und eine Goldmedaille gewinnt, ist das weit mehr als nur ein netter Zeitvertreib. Im Fantasiespiel schlüpfen Kinder in Rollen, leihen dem Affi ihre eigenen Gefühle und spielen durch, was sie selbst beschäftigt – Angst, Mut, Belohnung, Stolz.

So lernen sie, mit Gefühlen umzugehen, entwickeln Sprache und Einfühlungsvermögen und üben spielerisch das Lösen kleiner Probleme (in unserem Fall: erst die Kissen, dann der Sprung). Kuscheltiere, Puppen und kleine Geschichten sind dabei die besten Helfer – sie geben dem Kind eine Bühne für seine ganze Gefühlswelt.

Wer solche Spiele zu Hause fördern möchte, findet bei mir jede Menge Anregungen: warum Kuscheltiere für Kinder so wichtig sind, wie man mit Figuren und Handpuppen ganze Welten zum Leben erweckt, wie ein Puppentheater zu Hause gelingt und wie schön es ist, wenn Opa und Oma Geschichten erzählen.

👉 Zum Nachmachen: Gib dem Lieblings-Kuscheltier eine kleine Aufgabe, die es sich erst nicht traut – und lass Dein Enkelkind den „Mutmacher“ spielen. Wichtig ist ein gutes Ende: ein weiches Kissen, ein Trick, eine Belohnung. So lernt das Kind, dass man Angst überwinden kann, wenn man sich klug vorbereitet – und darf am Ende stolz die Goldmedaille verleihen.

😄 Opas Witz zum Schluss: „Warum nehmen Affen keine Leiter, um auf den Baum zu kommen?“ – „Weil sie lieber die Ast-kürzung nehmen!“ Noch mehr zum Lachen gibt es bei den Witzen für Kinder.

Bis zur nächsten Woche – euer Opa Jürgen

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