Vor ein paar Tagen habe ich meinen Enkel zum allerletzten Mal in den Kindergarten gebracht. Es war sein letzter Tag dort – und der kurze Weg hinauf durchs Dorf wurde zu einem dieser Morgen, die man nicht vergisst.
Aus meinem Opa-Enkel-Tagebuch.
Die Sonne stand früh am Morgen schon über den Bergen und tauchte das Dorf in dieses warme, klare Südtiroler Licht. Mein Enkel und ich machten uns auf den kurzen Weg hinauf zum Kindergarten – ein Weg, den wir oft gegangen sind, und doch war dieser Morgen anders.
Kinder haben ein Gespür dafür, sich am Weg festzuhalten statt am Ziel. Während ich noch dachte „das ist nun das letzte Mal“, war mein Enkel ganz im Hier: Er beobachtete gebannt, wie die Eidechsen blitzschnell in den Ritzen der Steinmauer verschwanden. Er probierte aus, wie schön es sich am Geländer entlangklettern lässt. Für ihn war der Weg selbst das Abenteuer.



Und dann sagte er einen Satz, der mir den ganzen Tag nachging. Ab heute, stellte er fest, sei er weder ein Kindergartenkind noch ein Schulkind. So ein schöner, kluger Gedanke aus Kindermund: Er steckt jetzt in diesem Dazwischen – der Kindergarten liegt hinter ihm, die Schule kommt erst nach dem Sommer. Ein ganzer Sommer lang einfach nur ein Kind sein, das weder hierhin noch dorthin gehört. Ich musste schmunzeln und war zugleich ein bisschen gerührt.
Zwei Dinge haben mich an diesem Abschied besonders beschäftigt – die Art Fragen, über die man als Großvater erstaunlich lange nachdenkt: Was schenken wir dem Kindergarten-Personal zum Dank für all die Jahre? Und was darf mein Enkel seinen Freunden mit auf den Weg geben? Das Geschenk für die Erzieherinnen hatten wir zum Glück schon ein paar Tage vorher besorgt – sonst wäre die Aufregung am letzten Tag perfekt gewesen.
Warum Abschiede für Kinder so wichtig sind
Der Wechsel vom Kindergarten in die Schule ist einer der ersten großen Übergänge im Leben eines Kindes. Ein bewusster Abschied – ein letzter gemeinsamer Weg, ein kleines Geschenk, ein „Danke“ an die Erzieherinnen – hilft dem Kind, ein Kapitel sauber abzuschließen und das nächste neugierig zu beginnen.
Großeltern können dabei eine besondere Rolle spielen: Wir haben oft die Zeit und die Ruhe, die so einen Morgen tragen – ohne Hektik, mit Blick für die Eidechse in der Mauer. Gerade dieses gemeinsame Innehalten gibt dem Kind das Gefühl, dass dieser Schritt etwas Besonderes ist.
Übrigens, weil mich die Geschenkfrage so beschäftigt hat: Wenn auch Du gerade ein Abschiedsgeschenk für das Kindergarten-Personal suchst, habe ich meine Ideen und Erfahrungen in einem eigenen Beitrag zusammengetragen – schau gern vorbei bei Geschenkideen zum Kindergarten-Abschied.
Bis zur nächsten Woche – euer Opa Jürgen
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Aus dem Themenschwerpunkt: Opa
Ein Eintrag aus dem Opa-Enkel-Tagebuch von grossvater.de.


