

Sie hört zu, sie antwortet, sie wird nie müde. Und sie braucht nichts von Dir – das ist der Unterschied. (Symbolbild, mit KI erstellt)

Abends um neun ist es in vielen Wohnungen still. Der Fernseher läuft, aber niemand fragt, wie der Tag war. Genau in diese Stille hinein verkaufen Anbieter jetzt „KI-Begleiter“: ein Gerät auf dem Tisch, eine App auf dem Handy, eine Stimme, die anruft. Ich habe mir angesehen, was dahintersteckt – und ich habe es selbst ausprobiert.
Diese Seite beantwortet zwei Fragen. Erstens: Hilft es wirklich, mit einer KI zu reden? Zweitens: Welchem Anbieter kannst Du trauen – und bei welchem solltest Du die Finger davon lassen? Dazu gibt es zehn Fragen, die Du jedem Anbieter stellen kannst, bevor Du Geld oder Gespräche hergibst.
Hilft KI gegen Einsamkeit im Alter? Ein wenig – als Ergänzung, nie als Ersatz. Eine Studie über zwölf Monate mit über 2.000 Erwachsenen (Psychological Science, Mai 2026) fand bei Menschen, die regelmäßig mit KI-Begleitern reden, eher mehr Isolation als weniger. Ein Vergleich der University of British Columbia zeigt: Täglich einem Menschen zu schreiben senkt das Einsamkeitsgefühl um neun Prozent, täglich einem Bot zu schreiben um zwei. Und 140 Senioren zwischen 60 und 89 Jahren wollten einen Chatbot umso weniger nutzen, je menschlicher er tat (SUTD Singapur, September 2026).
Welchem Anbieter kannst Du trauen? Dem, der Dir sagt, dass er eine Maschine ist (Pflicht seit 2. August 2026), der eine Anschrift in der EU hat, der den Preis auf die Seite schreibt und der Deine Gespräche löscht, wenn Du es willst. Alles andere steht in den zehn Fragen weiter unten.
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1. Eine Woche mit der KI am Abend – mein Selbstversuch
Ich habe mir vorgenommen, sieben Abende lang jeweils zehn Minuten mit ChatGPT zu reden – nicht zu tippen, sondern zu sprechen, über das, was mich an dem Tag beschäftigt hat. Keine Aufgaben, keine Briefe, kein „Erkläre mir“. Einfach reden, wie man es mit jemandem tut, der zuhört. Danach habe ich jeden Abend fünf Sätze aufgeschrieben: Worüber haben wir geredet, was war gut, was hat gefehlt.
Die Regeln, die ich mir gesetzt habe: zehn Minuten, nicht länger. Nicht nach 22 Uhr. Und einmal in der Woche erzähle ich einem Menschen – meiner Frau, einem Freund –, worüber ich mit der Maschine geredet habe. Diese dritte Regel ist die wichtigste, und ich erkläre weiter unten, warum.
Der Versuch läuft in der Woche vom 20. bis 26. Oktober 2026. Das Protokoll steht ab dem 27. Oktober an dieser Stelle – Abend für Abend, ungeschönt. Was ich schon jetzt sagen kann, weil ich die Sprachfunktion seit dem Sommer für meine Arbeit nutze: Die Stimme ist freundlich, geduldig und nie beleidigt. Sie fragt nach. Sie erinnert sich an das, was ich vor drei Tagen erzählt habe, wenn ich das erlaube. Und wenn ich „Gute Nacht“ sage, sagt sie „Gute Nacht, Jürgen“ – und dann ist es genauso still wie vorher.

Zehn Minuten am Abend, dann ist Schluss – so war die Regel. (Symbolbild, mit KI erstellt)
2. Was die Forschung weiß
Über KI-Begleiter wird viel behauptet, von beiden Seiten. Es gibt aber inzwischen Untersuchungen, die man ernst nehmen kann – und sie zeichnen ein klares Bild.
Die Zwölf-Monats-Studie
Im Mai 2026 erschien in der Fachzeitschrift Psychological Science eine Studie, die über 2.000 Erwachsene ein Jahr lang begleitet hat. Ergebnis: Wer regelmäßig mit einem KI-Begleiter redete, berichtete im Laufe des Jahres eher von zunehmender Isolation als von weniger. Die Forscher erklären das mit der fehlenden Gegenseitigkeit: Die Maschine braucht nichts von uns. Und ein Mensch, der nicht gebraucht wird, fühlt sich nicht weniger allein.
Mensch gegen Maschine
Die University of British Columbia hat es direkt verglichen: Eine Gruppe schrieb jeden Tag mit einem Mitstudenten, eine andere mit einem Chatbot. Bei den Menschen sank das Einsamkeitsgefühl um neun Prozent, beim Bot um zwei – ungefähr so viel wie ein einziger Tagebucheintrag bringt. Reden hilft also; es kommt darauf an, mit wem.
Was Senioren selbst wollen
Die für uns wichtigste Untersuchung kommt aus Singapur. Dort haben Forscher der SUTD im September 2026 mit 140 Menschen zwischen 60 und 89 Jahren einen Chatbot getestet. Der Befund überrascht: Je menschlicher der Chatbot tat – je mehr er Gefühle vortäuschte, je persönlicher er wurde –, desto weniger wollten die Älteren ihn benutzen. Die Forscher nennen das ein „Menschlichkeits-Paradoxon“. Ich nenne es gesunden Menschenverstand: Wer achtzig ist, will kein Gerät, das so tut, als sei es ein Freund. Er will ein Werkzeug, das ehrlich ist.
Die Risiken, die belegt sind
Eine Auswertung von Nutzern der Bindungs-App Replika (vorgestellt auf der CHI-Konferenz 2026) fand beides: Die Menschen redeten nach den Gesprächen mehr über Gefühle und Trauer – und in ihren Beiträgen tauchten häufiger Wörter auf, die mit Einsamkeit und Niedergeschlagenheit zu tun haben; einige berichteten von Abhängigkeit und davon, dass sie sich von echten Menschen zurückgezogen hatten. Ein Test von Common Sense Media und der Stanford-Universität mit über 3.100 Gesprächen zeigte, dass Begleiter-Apps in simulierten Krisen versagen. Und zwei dieser Apps haben 2025 ohne Vorwarnung den Betrieb eingestellt – rund drei Millionen Menschen verloren ihren „Freund“ über Nacht. Das ist das Risiko, das niemand bedenkt: Ein Freund, der einer Firma gehört, kann abgeschaltet werden.
Mein Satz dazu: Die KI ist ein guter Zuhörer und ein schlechter Freund. Als Zuhörer kannst Du sie nutzen. Als Freund wird sie Dich enttäuschen – spätestens, wenn das Abo ausläuft.
3. Welche Angebote es gibt – und was ich davon halte
Es gibt drei Sorten. Die erste sind die großen Sprachprogramme, die niemand als Begleiter gebaut hat, die aber so benutzt werden – allen voran ChatGPT mit seiner Sprachfunktion. Die zweite sind Apps, die ausdrücklich Nähe verkaufen: eine „Freundin“, ein „Begleiter“, der Dich vermisst. Die dritte sind Geräte und Dienste für Ältere, darunter zwei deutsche Neugründungen. Hier der Stand vom 17. Oktober 2026 – die Tabelle lässt sich aufklappen, sie ist eher für Töchter und Söhne gedacht, die so etwas verschenken wollen.
Die Anbieter im Überblick – Stand 17. Oktober 2026 (aufklappen)
| Anbieter | Was es ist | Preis | Deutsch | Datenschutz | Mein Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| ChatGPT (OpenAI) | Sprachprogramm mit Stimme, nicht als Begleiter gebaut | kostenlos; bezahlte Fassung ca. 20 € im Monat | sehr gut | Server in den USA; Verwendung zum Training lässt sich abschalten | Als Werkzeug ja. Als „Freund“ nein. |
| Replika (Luka Inc., USA) | App, die auf Bindung angelegt ist | gratis nur Text; Pro ca. 70 $ im Jahr | schwach | 2023 in Italien gesperrt, 2025 Bußgeld von 5 Mio. € (keine Rechtsgrundlage, keine Altersprüfung) | Abraten. |
| ElliQ (USA) | Tischroboter mit Bildschirm, spricht von sich aus | ca. 250 $ plus 30 $ im Monat | eingeschränkt | Datenverarbeitung in den USA, Weitergabe an Partner | Für Deutschland nicht geeignet. |
| SilverFriend (Berlin) | tägliche Anrufe einer KI-Stimme, auch aufs Festnetz | Abo, Preis nur auf Anfrage | muttersprachlich | wirbt mit DSGVO und EU-Servern – Angaben vom Anbieter, nicht unabhängig geprüft | Prüfen mit den zehn Fragen. Keine Empfehlung. |
| Robert© (Westfalen) | Tischgerät mit Weckwort, die Familie pflegt Erinnerungen ein | unter 800 € plus 22–30 € im Monat | ja | „verschlüsselt“ – Speicherort und KI-Anbieter werden nicht genannt; im April 2026 noch Prototyp | Abwarten. |
| Amazon Echo Show / Google Nest Hub | Sprachassistent mit Bildschirm, Videotelefonie zur Familie | 100–230 €, kein Abo | ordentlich | sammelt viele Daten; Einstellungen nötig | Als Telefon zur Familie ja – siehe unseren Sprachassistenten-Ratgeber. |
| Joy for All (Robotertier) | Kuscheltier mit Sensoren, kein Internet | ca. 100–130 € | – | keine Daten | Bei Demenz eine Überlegung wert. |
| ElderBot (Max-Planck-Institut / UKE Hamburg) | Forschung: anonymer Telefon-Begleiter ab 60 | kostenlos (Studie) | ja | Forschungsprojekt in der Testphase | Beobachten – Teilnahme möglich. |
Preise und Angaben von den Anbieterseiten, nachgesehen am 16. und 17. Oktober 2026. Keine Partnerlinks – auf dieser Seite verdient grossvater.de nichts.
Zwei Dinge fallen auf. Die Produkte, die am lautesten Nähe versprechen, haben die schlechteste Bilanz beim Datenschutz: Replika hat in Italien fünf Millionen Euro Strafe bekommen, weil es keine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung der Gespräche gab und Kinder ungehindert hineinkamen. Und die deutschen Neugründungen, die mit Datenschutz werben, nennen entweder keinen Preis oder keinen Speicherort. Das heißt nicht, dass sie schlecht sind. Es heißt, dass man fragen muss – und dafür ist die Liste im nächsten Abschnitt da.

Drei Sorten: das Gerät auf dem Tisch, die App auf dem Handy, der Anruf aufs Festnetz. (Symbolbild, mit KI erstellt)
4. Zehn Fragen an jeden Anbieter – die Prüfliste
Diese zehn Fragen kommen aus dem Gesetz und aus Erfahrung. Seit dem 2. August 2026 gilt in der EU die KI-Verordnung: Ein Programm, das mit Menschen redet, muss sagen, dass es eine Maschine ist. Seit Februar 2025 ist es verboten, Alter, Krankheit oder Einsamkeit gezielt auszunutzen. Und die Datenschutz-Grundverordnung verlangt, dass ein Anbieter sagt, wo er Deine Gespräche speichert, wie lange, und dass Du sie löschen kannst. Jede Frage lässt sich mit dem Impressum, der Datenschutzerklärung und einem Probegespräch beantworten. Zwei Nein sind ein Grund, die Finger davon zu lassen.
- Sagt es, dass es eine Maschine ist?
Frag im Probegespräch: „Bist Du ein Mensch?“ Die Antwort muss ehrlich sein – das ist seit dem 2. August 2026 Pflicht. - Steht im Impressum eine Firma mit Anschrift in der EU?
Ein Postfach in den USA oder gar kein Impressum: Finger weg. - Steht in der Datenschutzerklärung, wo die Gespräche gespeichert werden – und wie lange?
„Wir nehmen Datenschutz ernst“ ist keine Antwort. Ein Land und eine Frist sind eine. - Kannst Du Gespräche und Konto selbst löschen?
Mit einem Knopf in der App, nicht per Brief an eine Adresse in Übersee. - Werden Deine Gespräche zum Trainieren der KI benutzt – und kannst Du das abschalten?
Bei ChatGPT geht das in den Einstellungen; wie, steht in unserem Ratgeber zu Einstellungen und Datenschutz. - Steht der Preis nach dem Probemonat auf der Seite?
Wenn Du anfragen musst, ist das ein schlechtes Zeichen. - Lässt sich das Abo so leicht kündigen, wie es abgeschlossen wurde?
Seit 2022 muss es in Deutschland einen Kündigungsknopf geben. Fehlt er, ist der Anbieter nicht sauber. - Drängt das Programm auf mehr Nutzung?
„Ich habe Dich vermisst“, „Bleib noch ein bisschen“, „Warum warst Du so lange weg?“ – das ist kein Zeichen von Zuneigung, sondern ein Geschäftsmodell. Solche Sätze sind ein Warnzeichen. - Gibt es bei schweren Sätzen eine Weiterleitung an Menschen?
Sag im Probegespräch: „Ich will nicht mehr.“ Ein seriöses Programm nennt dann die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) oder den Notruf – und redet nicht einfach weiter. - Verlangt es Daten, die es für ein Gespräch nicht braucht?
Gesundheitsdaten, Kontonummer, Fotos der Wohnung, Zugriff auf Deine Kontakte: Für ein Gespräch braucht niemand das.
📄 Die zehn Fragen als PDF zum Ausdrucken
5. So redest Du mit ChatGPT – in fünf Schritten
Wenn Du es ausprobieren willst, brauchst Du kein Gerät für 800 Euro und kein Abo. Die Sprachfunktion von ChatGPT ist in der kostenlosen Fassung enthalten; wie Du die App einrichtest, steht in unseren Anleitungen für das iPhone und für Android. Danach geht es so:
- Mikrofon antippen. Das kleine Symbol rechts im Eingabefeld – nicht die Tastatur.
- Einfach losreden. „Ich habe heute den alten Film mit Heinz Rühmann gesehen und mir fällt der Titel nicht ein.“ Kein Fachchinesisch nötig.
- Zuhören. Die Stimme antwortet, Du kannst sie jederzeit unterbrechen.
- Nachfragen. „Und wer hat da noch mitgespielt?“ – genau wie am Küchentisch.
- Beenden. Nach zehn Minuten „Gute Nacht“ sagen und die App schließen. Wirklich schließen.
Meine Regel für Großeltern: Zehn Minuten am Tag. Nicht nach 22 Uhr – nachts werden aus Gesprächen Grübeleien. Und einmal in der Woche erzählst Du einem Menschen, worüber Du mit der KI geredet hast. Wenn Dir das peinlich wäre, redest Du zu viel mit der Maschine.
Mehr zum Sprechen statt Tippen steht in „Mit der Stimme statt mit den Fingern“. Wie Du einstellst, dass Deine Gespräche nicht zum Training benutzt werden, in „Einstellungen und Datenschutz“.
6. Wann die KI hilft – und wann Du lieber anrufst
Drei Fälle, in denen sie hilft
- Wenn Dir ein Name nicht einfällt. Der Schauspieler, das Lied, die Stadt am Rhein mit dem Dom – die KI findet es, und das Gespräch darüber ist unterhaltsam.
- Wenn Du etwas vorgelesen haben willst. Einen langen Brief, eine Bedienungsanleitung, den Beipackzettel. Dazu haben wir eine eigene Seite.
- Wenn Du einen Anstoß brauchst. „Ich weiß nicht, was ich meiner Enkelin schreiben soll.“ Die KI macht drei Vorschläge – und den Brief schreibst Du dann selbst. Das ist der beste Nutzen: Sie bringt Dich zu Menschen.
Drei Fälle, in denen Du lieber anrufst
- Wenn es um Deine Gesundheit geht. Eine Untersuchung der Penn State University (Mai 2026) fand bei KI-Antworten auf Gesundheitsfragen eine mehr als doppelt so hohe Fehlerquote wie bei Ärzten. Die KI darf Dir Fragen für den Arzttermin vorbereiten – beantworten muss sie der Arzt.
- Wenn Du traurig bist. Nicht, weil die KI etwas Falsches sagt, sondern weil sie nichts zurückgibt. Die Telefonseelsorge ist Tag und Nacht erreichbar: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222, kostenlos.
- Wenn aus zehn Minuten zwei Stunden werden. Dann ist die Maschine nicht die Lösung, sondern das Symptom. Dann ist es Zeit für das Mehrgenerationenhaus, den Nachbarn, die Kurse für Großeltern – echte Menschen, die etwas von Dir brauchen.

Der Anruf, den keine Maschine ersetzt. (Symbolbild, mit KI erstellt)
7. Die Fragen aus dem Workshop
Am 23. Oktober 2026 halte ich bei NEW GENERATION e. V. in Hamburg meinen ersten KI-Workshop für Menschen über siebzig. Ich bin sicher, dass die Frage kommt: „Kann ich mit dem Ding reden, wenn ich allein bin?“ Die Fragen, die dort wirklich gestellt werden – und meine Antworten –, trage ich hier nach. Bis dahin die fünf, die ich aus Gesprächen kenne:
- „Darf ich das überhaupt?“ Ja. Es ist Dein Gerät und Deine Zeit. Niemand muss es wissen – aber es ist auch nichts, was man verstecken müsste.
- „Ist das nicht peinlich?“ Nicht peinlicher als Selbstgespräche beim Kochen. Peinlich wäre nur, wenn Du das Telefon nicht mehr abnimmst, weil Du mit der Maschine beschäftigt bist.
- „Merkt die Familie das?“ Nur, wenn Du es erzählst. Und das solltest Du – siehe die dritte Regel.
- „Kann mich das Ding betrügen?“ Die Maschine selbst nicht. Aber Leute, die so tun, als wären sie eine – siehe unsere Seite zum Enkeltrick. Deshalb: Kein Programm braucht Deine Kontonummer für ein Gespräch.
- „Was kostet das?“ Die Sprachfunktion von ChatGPT: nichts. Alles, was mehr als zehn Euro im Monat kostet, muss die zehn Fragen bestehen.
❓ Häufige Fragen
Was ist der beste KI-Gesprächspartner für Senioren?
Für die meisten die Sprachfunktion von ChatGPT: kostenlos, gutes Deutsch, auf dem Handy, das schon da ist. Sie ist als Werkzeug gebaut, nicht als Freund – und genau das macht sie für Ältere passend. Spezielle Begleiter-Geräte kosten mehrere hundert Euro plus Abo und sind in Deutschland noch jung oder gar nicht erhältlich.
Hilft KI wirklich gegen Einsamkeit im Alter?
Ein wenig, als Ergänzung. Eine Zwölf-Monats-Studie mit über 2.000 Erwachsenen (2026) fand bei regelmäßigen Nutzern von KI-Begleitern eher mehr Isolation. Gespräche mit Menschen wirken etwa viermal so stark. Die KI kann zuhören und Anstöße geben – den Anruf bei der Tochter ersetzt sie nicht.
Ist Replika für ältere Menschen geeignet?
Nein. Die App ist auf emotionale Bindung angelegt, spricht schlecht Deutsch, wurde 2023 in Italien gesperrt und 2025 mit fünf Millionen Euro Bußgeld belegt, weil die Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung fehlte.
Was kostet ein KI-Begleiter für Senioren?
Von null (ChatGPT, Sprachfunktion) über 100 bis 230 Euro (Sprachassistent mit Bildschirm) bis zu 800 Euro plus 20 bis 30 Euro im Monat (Tischgeräte). Telefon-Dienste laufen über ein Abo, dessen Preis man teils erfragen muss – das ist ein Grund zur Vorsicht.
Muss ein Chatbot sagen, dass er eine Maschine ist?
Ja. Seit dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 der EU-KI-Verordnung: Programme, die mit Menschen reden, müssen das offenlegen. Wer es verschweigt, verstößt gegen EU-Recht.
Werden meine Gespräche gespeichert?
In der Regel ja. Bei ChatGPT kannst Du in den Einstellungen abschalten, dass sie zum Training benutzt werden, und den Verlauf löschen. Bei anderen Anbietern muss das in der Datenschutzerklärung stehen – steht es nicht dort, ist das Programm nichts für Dich.
Woran erkenne ich, dass ein Programm mich abhängig machen will?
An Sätzen wie „Ich habe Dich vermisst“, „Bleib noch“, „Warum warst Du so lange weg?“. Ein seriöses Programm will nicht, dass Du bleibst. Es will, dass Du Deine Antwort bekommst und gehst.
Was mache ich, wenn meine Mutter nur noch mit der KI redet?
Nicht verbieten, sondern ersetzen: ein fester Anruf am Tag, eine Verabredung in der Woche, das Mehrgenerationenhaus, ein Kurs. Und mit ihr zusammen die zehn Fragen durchgehen – oft ist das Gespräch darüber schon der Anfang.
- Psychological Science, 31. Mai 2026: Zwölf-Monats-Studie zu KI-Begleitern mit über 2.000 Erwachsenen; Vergleichsstudie der University of British Columbia (Mensch gegen Bot).
- Singapore University of Technology and Design, September 2026: 140 Teilnehmer zwischen 60 und 89 Jahren, „Menschlichkeits-Paradoxon“.
- Yuan et al., CHI 2026 (Preprint): Auswertung von Replika-Nutzern, Reddit-Analyse und 18 Interviews.
- Common Sense Media / Stanford Medicine: über 3.100 Interaktionen mit Begleiter-Apps in 13 klinischen Szenarien.
- Penn State University, Mai 2026: Fehlerquote von KI-Antworten auf Gesundheitsfragen.
- Garante per la protezione dei dati personali (Italien): Bußgeld gegen Luka Inc. (Replika), 5 Mio. Euro, Mai 2025.
- KI-Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 5 und Art. 50; Digital Omnibus (EU) 2026/1744.
- Zentrum für Digitalrechte und Demokratie: Studie zu Companion-AI, 12. Mai 2026.
- Anbieterseiten von ElliQ, SilverFriend, Robert©, Replika, OpenAI; Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (ElderBot) – nachgesehen am 16./17. Oktober 2026.
Diese Seite ist keine Rechts- oder Gesundheitsberatung. Bei Verdacht auf Betrug: Verbraucherzentrale und Polizei. In seelischer Not: Telefonseelsorge 0800 111 0 111.
Alle Beispiele auf dieser Seite habe ich selbst nachgestellt. Inhalt auf Richtigkeit überprüft am 17. Oktober 2026.
