Fünf verschiedene selbst gebastelte Laternen in unterschiedlichen Formen – rund, eckig, als Kugel, als Eule und aus einer Dose – leuchten nebeneinander auf einem Holztisch
Fünf verschiedene selbst gebastelte Laternen in unterschiedlichen Formen – rund, eckig, als Kugel, als Eule und aus einer Dose – leuchten nebeneinander auf einem Holztisch

Wenn im November die Laternen durch die Dunkelheit ziehen, steckt dahinter eine alte, schöne Tradition: das Gedenken an den heiligen Martin von Tours. Er wirkte im 4. Jahrhundert als römischer Soldat und später als Bischof und wurde weltberühmt, weil er seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Zu seinem Gedenktag am 11. November zogen die Menschen mit Lichtern durch die Straßen – und die Kinder leuchteten sich den Weg früher mit ausgehöhlten Runkelrüben und Kürbissen. Aus diesen einfachen Leuchten ist über die Jahrhunderte eine wunderbare Bastelkultur gewachsen.

Wenn du heute mit deinem Enkelkind eine Laterne bastelst, stellt sich zuerst eine Frage: Welche Form soll sie haben? Die Grundform entscheidet nämlich über mehr als nur das Aussehen. Sie bestimmt, wie schön das Licht nach außen strahlt, wie stabil die Laterne ist – und vor allem, wie gut dein Enkel je nach Alter mithelfen kann.

Kurz gesagt: Für die Kleinsten eignen sich einfache Formen wie die Pappteller- oder die Ballonlaterne, bei denen vor allem gerissen und geklebt wird. Ältere Enkel haben Freude an der genauen Arbeit an Kasten-, Holz- oder Figurenlaternen. Für Kinder ist dabei immer LED-Licht die sichere Wahl.

Opa Jürgen Busch, Autor von grossvater.de

Beitrag von Jürgen Busch · AKTUALISIERT AM 26.07.2026 · Basteln
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Alle Grundformen im Überblick

Bevor ihr loslegt, hilft dieser Vergleich bei der Auswahl. Er zeigt dir auf einen Blick, welche Form wie viel Aufwand macht und für welches Alter sie sich eignet:

Form Hauptmaterial Aufwand ab Alter Empfohlenes Licht
Rundlaterne Transparentpapier + Käseschachtel-Ringe gering–mittel ab 3 J. (mit Hilfe) LED-Teelicht / LED-Stab
Kastenlaterne (Pappe) gefalteter Tonkarton mittel ab 6 J. LED-Lichterkette
Holzlaterne (Laubsäge) Sperrholz hoch ab 8 J. (unter Aufsicht) Kerze möglich, LED sicherer
Ballonlaterne Papier & Kleister mittel (braucht Trockenzeit) ab 4 J. LED-Lichterkette
Figuren- & Fantasielaterne Tonkarton mit Mittelsteg hoch ab 6 J. LED-Teelicht / LED-Stab
Dreieckslaterne stabiler Fotokarton mittel ab 5 J. LED-Teelicht / LED-Stab
Papptellerlaterne zwei Pappteller gering ab 2 J. LED-Lichterkette
Upcycling-Laterne Dosen, Gläser, Tüten gering–mittel ab 4 J. LED oder Kerze (je nach Material)

Die klassischen Grundformen

Die Rundlaterne (Zylinderlaterne)

Die runde Laterne ist der Klassiker – stabil, mit wenig Material gebaut und schön gleichmäßig im Licht. Sie besteht aus einem gerollten Mantel aus Transparentpapier, der oben und unten von zwei runden Ringen gehalten wird. Am einfachsten nimmst du dafür den Boden und den Deckelring einer leeren Käseschachtel.

Infografik: Die 4 Schritte zur Rundlaterne – Vorbereitung, Kleben, Boden und Halterung, Fertigstellung
  • Schneide ein Rechteck (etwa 51 × 20,5 cm) aus festem Transparent- oder Pergamentpapier zu.
  • Bestreiche den unteren Rand mit Kleber und wickle ihn außen um den Käseschachtel-Boden. Einen schmalen Streifen lässt du erst frei – damit klebst du am Ende die Längsnaht sauber zusammen.
  • Aus einem Käseschachtel-Deckel trennst du die innere Scheibe heraus, sodass nur der Ring bleibt. Diesen drückst du oben bündig in den Papierzylinder – das gibt Halt.
  • Für das Licht zwei kleine Schlitze mittig in den Boden schneiden, den Kerzenhalter durchstecken und die Laschen unten umbiegen.

Die Kastenlaterne – aus Pappe oder Holz

Die eckige Kastenlaterne hat gerade Flächen und eignet sich deshalb besonders gut für klare Motive. Es gibt sie in zwei Varianten: die leichtere aus Karton und die robuste aus Holz.

Die Karton-Variante (ab etwa 6 Jahren):

  • Übertrage die aufgeklappte Form auf Tonkarton und schneide sie mit dem Cutter aus – das übernimmt am besten Oma oder Opa.
  • An jedem Fenster lässt du ringsum eine Klebelasche von 1,5–2 cm stehen. Dahinter klebst du von innen das Transparentpapier.
  • Ritze die Faltkanten am Metalllineal entlang an, knicke die Seiten um den quadratischen Boden und klebe die Kanten überlappend fest.

Die Holz-Variante (ab etwa 8 Jahren, unter Aufsicht):

  • Säge die vier Seiten und den Boden (Standardmaß 20 × 20 cm) aus dünnem Sperrholz mit der Laubsäge aus.
  • Kanten entgraten, Fenster aussägen – dann die Teile mit Holzleim verkleben und mit Schraubzwingen pressen oder dekorativ mit Kordeln im Zickzack verbinden.

Die Ballonlaterne

Diese Form kommt ganz ohne Ecken aus: Ein Luftballon dient als Form, um die herum eine leuchtende Kugel entsteht. Gerade das Reißen und Kleistern macht kleinen Kindern großen Spaß – auch wenn es etwas Geduld beim Trocknen braucht.

  • Blase einen Ballon auf und setze ihn zum Arbeiten in eine Schüssel.
  • Bestreiche ihn nach und nach mit Tapetenkleister oder einem selbst gekochten Mehl-Wasser-Kleister (150 g Mehl auf 0,5 l heißes Wasser).
  • Klebe zerrissenes Transparent- oder Seidenpapier schuppenartig überlappend auf – mindestens vier Schichten, bei dünnem Papier bis zu sechs.
  • Nach dem Trocknen (mindestens 24 Stunden, mit dem Fön vorsichtig zu beschleunigen) oben eine Öffnung schneiden, den Ballon zerstechen und die Reste herausholen. Zum Schluss den LED-Halter unten in der Mitte befestigen.

Die Figuren- und Fantasielaterne

Fuchs, Fledermaus, Rakete oder Fabelwesen – die Figurenlaterne lässt der Fantasie freien Lauf. Sie besteht aus einem Vorder- und einem Rückteil, die von einem breiten Kartonstreifen, dem „Steg“, verbunden werden. Dieser Steg bildet gleichzeitig Boden und Seitenwände.

  • Zeichne das Motiv zweimal auf Tonkarton (Vorder- und Rückseite) und schneide beide gleich aus.
  • Der Steg bekommt an den Längsseiten gezähnte Klebelaschen. Ritze seine Faltlinien gut an, damit er sich schön an die Rundungen der Figur anlegt.
  • Den Kerzenhalter vor dem Zusammenbau mittig auf den Stegboden setzen. Dann den Steg zuerst mit dem Vorderteil und danach mit dem Rückteil verkleben.

Weitere schöne Formen

Die Dreieckslaterne

Die Dreieckslaterne ist eine schlanke Abwandlung der Kastenlaterne und steht besonders stabil. Ein Faltkörper aus festem Fotokarton wird an den Kanten geritzt, gefaltet und mit einer einzigen Lasche geschlossen. Die großen dreieckigen Fenster bieten viel Platz zum Hinterkleben und eignen sich toll für spitze Motive wie Pilze, Tannenbäume oder lustige Gesichter.

Die Papptellerlaterne

Diese Form gelingt mit ganz wenig Werkzeug und ist deshalb ideal schon für die Kleinsten ab zwei Jahren. Aus der Mitte von zwei Papptellern schneidest du große Fenster und klebst buntes Transparentpapier dahinter. Dann legst du die Teller mit den Vertiefungen zueinander, klebst die Ränder zusammen – fertig ist eine flache, linsenförmige Laterne. An die runden Ränder lassen sich prima Ohren, Flügel oder Beine kleben, sodass ein Tier daraus wird.

Die Upcycling-Laterne

Aus leeren Verpackungen werden im Handumdrehen robuste, wetterfeste Laternen. Drei bewährte Varianten:

  • Getränkekarton: Leere Milch- oder Safttüten reinigen, oben Fenster ausschneiden und mit Transparentpapier hinterkleben. Die Innenbeschichtung wirft das Licht schön zurück.
  • Konservendose: Mit Hammer und Nagel Muster ins Blech schlagen. Damit die Dose sich nicht verbeult, füllst du sie vorher mit Wasser und frierst sie ein – das feste Eis fängt die Schläge ab.
  • Glas oder Flasche: Einmachgläser mit Transparentpapier bekleben oder mit Glasmalfarben gestalten. Bei echten Kerzen etwas Sand auf den Boden geben – das isoliert die Wärme und hält die Kerze stabil.

Sicherheit & Beleuchtung

Damit die Laterne beim Umzug nicht kippt oder pendelt, muss der Tragbügel richtig sitzen: Der Aufhängepunkt gehört immer senkrecht über den Schwerpunkt der Laterne.

👨 Opas Trick zum Ausbalancieren: Befestige den Drahtbügel zunächst nur provisorisch mit Wäscheklammern und lass die Laterne frei schweben. Erst wenn sie gerade hängt, bohrst du die endgültigen Löcher. Verstärke die Durchstichstellen mit Lochverstärkern oder Gewebeband, damit der Karton nicht ausreißt.

Und welches Licht? Für Kinder ist die Antwort fast immer LED. Dieser Vergleich zeigt, warum:

Echte Kerze / Teelicht LED-Teelicht / LED-Stab
Brandgefahr hoch – nur unter Aufsicht so gut wie keine
Wetter erlischt bei Wind und Regen wind- und wetterfest
Wärme hoch – braucht eine Abluftöffnung oben keine
Leuchten warm und flackernd gleichmäßig, hell, oft mit Farbwechsel

Wenn es doch eine echte Kerze sein soll, halte genügend Abstand zwischen Flamme und Papier und kleide den Boden mit Alufolie aus – so fängst du heißes Wachs auf und kannst die Laterne im nächsten Jahr wieder verwenden.

Welche Form passt zu welchem Alter?

Am schönsten wird das gemeinsame Basteln, wenn die Form zum Entwicklungsstand deines Enkelkinds passt – dann gibt es kein Überfordern, sondern nur strahlende Gesichter.

  • Kleinkinder sind bei der Pappteller- oder Ballonlaterne mit Feuereifer dabei: Papier reißen, kleistern, tupfen – das gelingt schon den Kleinsten.
  • Kindergartenkinder schaffen mit etwas Hilfe schon die Rund-, Dreiecks- oder Upcycling-Laterne.
  • Schulkinder haben Freude an der genauen Arbeit: messen, ritzen, falzen und bei der Holzlaterne sogar sägen. So lernen sie ganz nebenbei echtes Handwerk.

Ein aufgeräumter Basteltisch, gutes Werkzeug und ein sicheres LED-Licht – mehr braucht es nicht für einen schönen Nachmittag, dessen leuchtendes Ergebnis dein Enkel beim Martinsumzug stolz vor sich herträgt.

Das passt dazu

Häufige Fragen

Welche Laternenform ist die einfachste?

Am einfachsten gelingt die Papptellerlaterne: Aus zwei Papptellern werden Fenster geschnitten, mit Transparentpapier hinterklebt und die Teller zusammengefügt. Das schaffen schon Kinder ab zwei Jahren mit etwas Hilfe.

Welche Laterne eignet sich für kleine Kinder?

Für Kleinkinder eignen sich Formen, bei denen vor allem gerissen und geklebt wird – die Pappteller- und die Ballonlaterne. Genaues Schneiden und Sägen übernehmen Oma und Opa.

Welche Laternenform ist am stabilsten?

Sehr stabil sind die Dreieckslaterne und die Holzlaterne. Auch Upcycling-Laternen aus Dosen oder Gläsern sind robust und sogar wetterfest.

Kerze oder LED – was ist besser?

Für Kinder ist LED-Licht fast immer die bessere Wahl: Es ist wind- und wetterfest, wird nicht heiß und kann nichts entzünden. Echte Kerzen nur bei älteren Kindern und unter Aufsicht.

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