Selbst gebastelter Adventskalender aus 24 nummerierten Papiertüten, die mit Wäscheklammern an zwei Schnüren vor einer hellen Wand hängen

Selbst gebastelter Adventskalender aus 24 kleinen Papiertüten mit Nummern, die mit Wäscheklammern an zwei Schnüren vor einer hellen Wand hängen

Symbolbild, mit KI erstellt. Der Tütenkalender an der Schnur ist die schnellste Variante — und die, die man mit den Enkeln zusammen aufhängen kann.

Einen Adventskalender zu kaufen dauert fünf Minuten. Einen zu basteln dauert länger — und ist trotzdem die bessere Idee, wenn Enkel im Spiel sind. Nicht weil selbstgemacht grundsätzlich schöner wäre, sondern weil das Basteln selbst schon zur Adventszeit gehört. Ein Kind, das die Nummern auf 24 Tüten geschrieben hat, wartet ganz anders auf den ersten Dezember.

Hier stehen vier Varianten, von zwanzig Minuten bis zwei Stunden, dazu eine ehrliche Materialliste und — der Teil, an dem die meisten hängen bleiben — 24 Füllideen, die nicht aus Schokolade bestehen.

Wie bastelt man einen Adventskalender selbst? Am schnellsten geht der Tütenkalender: 24 kleine Papiertüten beschriften, füllen, umknicken und mit Wäscheklammern an eine Schnur hängen — das dauert etwa 20 Minuten plus Befüllen. Aufwendiger, aber langlebig sind Kalender aus Klopapierrollen, Streichholzschachteln oder kleinen Stoffbeuteln an einem Ast. Wichtig bei allen Varianten: vorher mit den Eltern absprechen, was hineindarf — und dass es überhaupt einen zweiten Kalender geben soll.

Jürgen Busch, Autor von grossvater.de – Schwarzweiß-Porträt mit gefalteten Händen

Beitrag von Jürgen Busch
AKTUALISIERT AM 14.08.2026 · 9 MIN. LESEZEIT · Kategorie: Basteln
FacebookInstagramPinterest

Vier Varianten — von zwanzig Minuten bis zwei Stunden

Variante Zeit Ab welchem Alter mitmachen? Hält wie lange?
Tüten an der Schnur etwa 20 Min. ab 3 Jahren eine Saison
Klopapierrollen-Wald etwa 45 Min. ab 4 Jahren eine Saison
Streichholzschachtel-Türchen etwa 90 Min. ab 6 Jahren mehrere Jahre
Stoffbeutel am Ast etwa 2 Std. ab 5 Jahren viele Jahre

1. Der Tütenkalender an der Schnur

Die schnellste Variante und die einzige, die man notfalls am 30. November noch schafft. Ihr braucht 24 kleine Papiertüten, eine Schnur, 24 Wäscheklammern und einen Stift. Die Kinder beschriften die Tüten mit den Zahlen 1 bis 24 — krakelig ist hier ein Merkmal, kein Fehler. Dann füllen, den oberen Rand zweimal umknicken und mit der Klammer an die Schnur hängen.

Wer es hübscher mag: Die Tüten vorher mit Sternen bestempeln oder die Zahlen auf ausgeschnittene Kreise kleben. Mit kleinen Kindern reicht ein Stift.

2. Der Klopapierrollen-Wald

24 leere Rollen sammelt man ab Oktober fast von allein. Jede Rolle wird an einem Ende flach zusammengedrückt und die Kante nach innen gefaltet — das ergibt einen Boden. Dann füllen, das andere Ende genauso schließen, und fertig ist ein kleines Paket. Beklebt oder bemalt sehen die Rollen aus wie Bonbons.

Aufgestellt in zwei Reihen auf einem Regalbrett wirken sie wie ein kleiner Wald. Das ist die Variante mit dem besten Verhältnis aus Aufwand und Wirkung — und die billigste, weil das Material ohnehin im Haus ist.

3. Die Streichholzschachtel-Türchen

24 leere Streichholzschachteln, aneinandergeklebt in einem Rechteck aus vier mal sechs Schachteln, ergeben einen Kalender mit echten Schubladen. Beklebt mit Geschenkpapier und beschriftet mit kleinen Zahlen sieht das erstaunlich professionell aus.

Der Haken: Die Fächer sind winzig. Hier passen ein Zettel, ein Bonbon oder ein kleiner Aufkleber hinein — mehr nicht. Dafür überlebt dieser Kalender viele Jahre, wenn man ihn nach Weihnachten flach lagert.

4. Die Stoffbeutel am Ast

Die aufwendigste, aber schönste Variante: 24 kleine Stoffbeutel, mit Zahlen versehen, hängen an einem kräftigen Ast, den Ihr im Wald geholt und trocknen lassen habt. Der Kalender wird Jahr für Jahr neu befüllt und ist irgendwann ein Familienstück.

Das ist ein Projekt für zwei Nachmittage: Erst den Ast suchen — das ist der Teil, den Kinder am meisten mögen — und trocknen lassen. Beim zweiten Termin die Beutel beschriften und aufhängen. Wer nähen kann, macht die Beutel selbst; wer nicht, kauft schlichte Baumwollsäckchen und bemalt sie mit Stoffmalfarbe.

Es geht übrigens auch in Holz: Ein Adventskalender-Haus aus Sperrholz ist das Projekt für alle, die mit der Laubsäge umgehen können — das hält dann wirklich ein Leben lang.

Materialliste: was Du wirklich brauchst

Bastelanleitungen im Netz haben die Angewohnheit, Materiallisten mit zwanzig Posten aufzumachen. Für einen Adventskalender braucht es das nicht. Das hier reicht:

  • Die Behälter: 24 Papiertüten, Klopapierrollen, Streichholzschachteln oder Stoffbeutel — je nach Variante.
  • Etwas zum Aufhängen: eine Schnur oder ein Ast, dazu Wäscheklammern oder Bänder.
  • Zum Beschriften: ein dicker Filzstift. Für Stoff braucht Ihr Stoffmalfarbe, sonst verwischt die Zahl beim ersten Anfassen.
  • Kleber: Für Papier reicht Klebestift, für Schachteln und Stoff braucht es Bastelkleber. Heißkleber geht schneller, gehört aber ausschließlich in Erwachsenenhand.

Was Du nicht brauchst: Keine Bastelsets, keine vorgefertigten Zahlen-Aufkleber, keine Spezialstanzen. Der Reiz eines selbst gebastelten Kalenders liegt gerade darin, dass er nicht aussieht wie gekauft. Wer die Zahlen von Hand schreiben lässt, hat in zehn Jahren ein Erinnerungsstück statt einer Dekoration.

Was sonst in eine Bastelkiste gehört, steht unter Bastelmaterial für Kinder. Und wer beim Basteln Gefallen gefunden hat: Der Hub Basteln mit Papier sammelt die Ideen, für die man nicht mehr als ein Blatt und eine Schere braucht.

24 Füllideen ohne Süßigkeiten

Die Kinder bekommen im Advent Schokolade aus allen Richtungen. Ein Kalender von Oma und Opa muss da nicht mithalten — er darf ruhig das Gegenteil sein. Diese vier Gruppen haben sich bewährt:

Gutscheine für gemeinsame Zeit (das Beste an einem Großeltern-Kalender)

  • Ein Nachmittag Plätzchenbacken bei Oma
  • Eine Extra-Gutenachtgeschichte am Telefon
  • Ein Kinobesuch, den Opa aussucht
  • Einmal Schlittenfahren, sobald Schnee liegt
  • Eine Runde Lieblingsspiel — ohne Zeitlimit
  • Gemeinsam Waffeln machen

Kleinigkeiten zum Behalten

  • Ein Buntstift in einer neuen Farbe
  • Ein Radiergummi in Tierform
  • Ein Aufkleberbogen
  • Ein Haargummi oder eine Spange
  • Eine Murmel, ein Flummi
  • Ein Foto von Euch beiden, klein ausgedruckt

Etwas zum Machen

  • Ein Ausmalbild, klein gefaltet
  • Ein Witz zum Vorlesen am Abendbrottisch
  • Ein Rätsel oder eine Rechenaufgabe passend zum Alter
  • Ein Samenkorn mit Anleitung zum Einpflanzen
  • Eine Bastelanleitung auf einem Zettel
  • Ein Suchauftrag für den nächsten Spaziergang

Worte statt Dinge

  • Eine Erinnerung: „Weißt Du noch, als wir…“
  • Ein Satz darüber, was Du an dem Kind magst
  • Eine kurze Geschichte aus Deiner Kindheit
  • Ein Weihnachtslied-Text zum Mitsingen
  • Ein Rezept, das Ihr zusammen ausprobiert
  • Eine Frage, die das Kind Dir stellen darf — und die Du ehrlich beantwortest

Der Tipp, der am meisten bringt: Legt die Zeit-Gutscheine auf die Wochenenden. Ein Gutschein für einen Backnachmittag, der am Dienstag gezogen wird, sorgt für Enttäuschung — weil er nicht sofort eingelöst werden kann. Schaut vorher in den Kalender, welche Nummern auf einen Samstag oder Sonntag fallen. 2026 sind das die Türchen 5, 6, 12, 13, 19 und 20.

Absprache mit den Eltern — kurz, aber wichtig

Ein selbst gebastelter Adventskalender ist gut gemeint. Er kann trotzdem zum Problem werden, wenn die Eltern bereits einen gekauft haben und das Kind nun zwei bekommt — oder wenn der Kalender von Oma täglich Süßigkeiten liefert, während zu Hause gerade über Zuckermengen diskutiert wird.

Ein Anruf im November klärt drei Dinge in fünf Minuten: Gibt es schon einen Kalender? Ist Süßes in Ordnung? Und wo soll er hängen? Damit ist die Sache erledigt, und Ihr bastelt mit gutem Gefühl.

Warum diese Absprachen mehr wert sind als jede Überraschung, steht ausführlich unter was Großeltern nicht tun dürfen — Geschenke-Fluten und das Unterlaufen elterlicher Regeln stehen dort nicht ohne Grund weit oben.

Zahlen, Aufhängen, Haltbarkeit

Die Zahlen. Nicht der Reihe nach aufhängen. Ein Kalender, bei dem die Zahlen durcheinander hängen, verlängert das Suchen und damit den Spaß — und nebenbei üben kleinere Kinder Zahlen zu erkennen.

Das Aufhängen. Eine Schnur hält mehr aus, wenn sie an zwei Punkten befestigt ist und die schweren Tüten in der Mitte hängen. Bei einem Ast gilt: erst aufhängen, dann befüllen — sonst verschiebt sich das Gewicht und der Ast dreht sich.

Die Haltbarkeit. Alles, was verderben kann, gehört nicht in einen Kalender, der drei Wochen hängt. Obst, Backwaren und Selbstgemachtes zum Essen sind nach ein paar Tagen ungenießbar — auch wenn die Idee gut gemeint ist. Wer etwas Frisches schenken will, legt einen Gutschein hinein und liefert am selben Tag.

Häufige Fragen

Wie bastelt man einen Adventskalender selbst?

Am schnellsten mit 24 kleinen Papiertüten: beschriften, füllen, oben umknicken und mit Wäscheklammern an eine Schnur hängen. Das dauert etwa 20 Minuten plus Befüllen. Aufwendigere Varianten sind Klopapierrollen, aneinandergeklebte Streichholzschachteln oder Stoffbeutel an einem Ast.

Was kann man in einen Adventskalender füllen ohne Süßigkeiten?

Bewährt haben sich vier Gruppen: Gutscheine für gemeinsame Zeit (Backnachmittag, Schlittenfahren, Extra-Gutenachtgeschichte), kleine Dinge zum Behalten (Buntstift, Aufkleber, Murmel, ein Foto), etwas zum Machen (Ausmalbild, Witz, Rätsel, Samenkorn) und Worte statt Dinge (eine Erinnerung, eine Geschichte aus der eigenen Kindheit).

Ab welchem Alter können Kinder beim Adventskalender mithelfen?

Ab etwa drei Jahren können Kinder Tüten befüllen und Zahlen aufkleben. Ab vier bis fünf Jahren gelingt das Beschriften und Bemalen, ab sechs Jahren auch das Kleben von Streichholzschachteln. Heißkleber bleibt in jedem Alter Sache der Erwachsenen.

Wann sollte man mit dem Adventskalender anfangen?

Spätestens Mitte November. Der Kalender muss am 30. November fertig und befüllt sein, und wer mit Kindern bastelt, braucht meist zwei Termine. Für die Stoffbeutel-Variante sollte man Anfang November beginnen, weil der Ast noch trocknen muss.

Darf man Selbstgebackenes in den Adventskalender legen?

Nur, wenn es am selben Tag geöffnet wird. Ein Kalender hängt drei Wochen, und Frisches ist darin nach wenigen Tagen ungenießbar. Besser ist ein Gutschein für den Backnachmittag, der dann eingelöst wird.

Sollten Großeltern einen zweiten Adventskalender schenken?

Nur nach Absprache mit den Eltern. Zwei Kalender bedeuten doppelt so viele Türchen und oft doppelt so viel Süßes. Ein kurzer Anruf im November klärt, ob schon einer geplant ist und was hineindarf.

Zurück zur Übersicht

Weihnachten mit Enkelkindern feiern — Die Übersicht über alle Weihnachtsthemen: Backen, Erzählen, Schenken.

👶👴 Mehr auf grossvater.de

Plätzchen backen mit Enkelkindern

Das Grundrezept und welches Kind welche Aufgabe übernehmen kann.

Adventskalender kaufen

Wenn es dieses Jahr doch ein fertiger sein soll.

Adventsweg aus Salzteig

Die ruhige Bastelidee für die Woche vor dem ersten Advent.

Basteln mit Papier

Sterne, Ketten, Fensterbilder — alles, wofür ein Blatt reicht.

Beitrag aus der Kategorie: BastelnVerantwortlicher Autor: Jürgen BuschInhalt des Beitrages habe ich auf Richtigkeit überprüft am 14. August 2026.