Vierundzwanzig kleine Papiertüten mit Zahlen auf einem Holztisch, daneben alte Fotos und handgeschriebene Zettel
Jürgen Busch, Autor von grossvater.de – Schwarzweiß-Porträt mit gefalteten Händen

Beitrag von Jürgen Busch
AKTUALISIERT AM 22.08.2026 · 6 MIN. LESEZEIT · Kategorie: Geschenke
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Der Kalender ist fertig — gekauft, genäht oder aus Papiertüten gebastelt. Und jetzt hängt er leer an der Wand, und vierundzwanzig kleine Fächer wollen gefüllt werden. Das ist die eigentliche Arbeit, und daran bleiben die meisten hängen.

Diese Seite ist die Liste, die ich mir selbst gewünscht hätte: vierundzwanzig Ideen, sortiert danach, was sie kosten. Die ersten acht kosten gar nichts — und das sind die, an die man sich später erinnert.

Die Falle, in die fast jeder tappt

Der erste Impuls ist Schokolade. Vierundzwanzigmal. Das ist bequem, es sieht ordentlich aus, und am 24. Dezember hat man einem Menschen, den man mag, ein Kilo Naschwerk geschenkt.

Bei älteren Menschen kommt dazu: Viele dürfen oder wollen nicht mehr so viel Süßes. Ein Kalender, den man aus Höflichkeit isst, ist kein Geschenk. Vier bis sechs Süßigkeiten reichen — der Rest lebt von etwas anderem.

Acht Ideen, die nichts kosten

Diese acht sind die besten der ganzen Liste. Sie kosten kein Geld, aber Zeit und Nachdenken — und genau das merkt man ihnen an.

Nr. Was ins Türchen kommt Warum es wirkt
1 Ein altes Foto — mit Datum und einem Satz auf der Rückseite Der Satz ist wichtiger als das Bild: „Hier warst Du 34 und hast über irgendetwas gelacht.“
2 Gutschein: ein Spaziergang zu zweit, einzulösen im Januar Der Januar ist der leerste Monat des Jahres. Ein Termin darin ist mehr wert als im Dezember.
3 Gutschein: Ich koche, Du sitzt Funktioniert besonders gut bei jemandem, der sein Leben lang gekocht hat.
4 Ein handgeschriebener Zettel: „Was ich an Dir mag“ Einmal im Jahr etwas aufzuschreiben, das man sonst nie sagt.
5 Eine Zeichnung des Enkelkindes Kostet Dich einen Anruf und das Enkelkind zehn Minuten. Landet am Kühlschrank.
6 Gutschein: Der Enkel ruft an und liest vor Für Großeltern, die weit weg wohnen, das schönste Türchen im ganzen Kalender.
7 Ein Liedtext, den Ihr früher zusammen gesungen habt Ausdrucken, falten, fertig. Die Wirkung ist größer, als es klingt.
8 Gutschein: ein Nachmittag im Garten — ich helfe, Du sagst wo Im März einzulösen, wenn die Arbeit anfängt und die Kraft nicht mehr reicht.

Ein Hinweis zu den Gutscheinen

Ein Gutschein ohne Termin wird nie eingelöst. Schreib ein Datum dazu oder wenigstens einen Monat — sonst liegt der Zettel im Januar in der Schublade und im Juni ist er vergessen.

Acht Ideen bis fünf Euro

Kleinigkeiten, die im Dezember gebraucht werden oder Freude machen, ohne im Weg zu stehen. Bei Großeltern gilt: Was Platz wegnimmt, ist selten willkommen — was verbraucht wird, immer.

Nr. Was ins Türchen kommt Anmerkung
9 Die richtige Lieblingsschokolade Nicht irgendeine. Die eine bestimmte Sorte — dass Du sie weißt, ist das Geschenk.
10 Eine Packung guter Tee Einzelne Beutel lassen sich auf mehrere Türchen verteilen.
11 Ein Rubbellos Kostet zwei Euro und sorgt für fünf Minuten Spannung am Frühstückstisch.
12 Eine gute Handcreme Im Dezember die praktischste Kleinigkeit überhaupt.
13 Ein Päckchen Blumensamen Ein Türchen, das im Mai noch blüht. Kostet 1,50 Euro.
14 Eine Kerze Klein, unaufdringlich, passt in jedes Türchen.
15 Ein Rätselheft — Sudoku oder Kreuzwort Auf die Schriftgröße achten. Die kleinen Hefte vom Kiosk sind oft unlesbar.
16 Briefmarken Klingt nüchtern — aber wer noch Weihnachtspost schreibt, braucht sie genau jetzt.

Acht Ideen bis fünfzehn Euro

Für die Türchen, die größer sind — und für die Sonntage. Es hat sich bewährt, die vier Adventssonntage etwas größer zu machen als die übrigen Tage.

Nr. Was ins Türchen kommt Anmerkung
17 Ein Buch in Großdruck Der Unterschied ist gewaltig, und fast niemand denkt daran. Gibt es zu jedem Titel als eigene Ausgabe.
18 Warme Socken, dicke Sohle Der Klassiker — und er wird tatsächlich getragen.
19 Eine Tasse mit einem Foto Ein Bild vom Enkelkind, das jeden Morgen in der Hand liegt.
20 Ein Fotoabzug im Rahmen Ein einzelnes gutes Bild, gedruckt. Nicht fünfzig auf dem Handy.
21 Ein Puzzle für zwei 500 Teile sind die richtige Größe für zwischen den Jahren.
22 Ein Gutschein fürs Café um die Ecke Zehn Euro, und Ihr geht zusammen hin. Der Gutschein ist der Anlass.
23 Ein Hörbuch Gut für Augen, die abends nicht mehr wollen.
24 Das letzte Türchen: etwas Gemeinsames Zwei Karten fürs Konzert, ein Essen, ein Ausflug. Etwas, das am 24. nicht endet.

Was vorher zu bedenken ist

Die Größe der Türchen entscheidet mit

Ein Buch passt in keine Papiertüte. Wer den Kalender selbst bastelt, sollte zwei oder drei größere Fächer einplanen — oder die großen Dinge daneben legen, mit einem Zettel im Türchen: „Nummer 17 steht unter dem Baum.“ Wie die verschiedenen Kalenderarten aussehen und was hineinpasst, steht in Adventskalender selber machen.

Die Reihenfolge

Der häufigste Fehler nach der Schokoladenfalle: Das Beste kommt an den 1. Dezember, und danach wird es immer dünner. Besser ist es umgekehrt — oder gleichmäßig verteilt, mit den vier Sonntagen als kleine Höhepunkte.

Bei zwei Beschenkten

Wenn Oma und Opa zusammen wohnen, stellt sich die Frage: ein Kalender für beide oder zwei getrennte? Zwei getrennte sind doppelte Arbeit, aber sie ersparen die tägliche Verhandlung, wer öffnen darf. Ein gemeinsamer Kalender funktioniert gut, wenn die Türchen abwechselnd für den einen und den anderen gedacht sind — und das draußen steht.

Was nicht hineingehört

Nichts, was nach Aufgabe aussieht. Kein Bewegungstagebuch, kein Blutdruckheft, keine Vitaminkur. Ein Adventskalender ist kein Erziehungsmittel — auch nicht bei Menschen über siebzig.

Der Satz, um den es eigentlich geht

Von den vierundzwanzig Türchen wird man sich an zwei oder drei erinnern. Es sind nie die teuren. Es sind das Foto mit dem Satz auf der Rückseite und der Gutschein, der eingelöst wurde.

Wer wenig Zeit hat, sollte deshalb nicht alle vierundzwanzig gleich gut machen wollen, sondern drei richtig gut — und den Rest ehrlich schlicht.

Wenn der Kalender noch fehlt

Diese Liste hilft erst, wenn es etwas zu füllen gibt. Welche fertigen Kalender es für Großeltern gibt, welche sich personalisieren lassen und was ein Kalender zum Selbstbefüllen kostet, steht in Adventskalender für Oma und Opa.

Und für die Türchen, in die ein Gedicht statt eines Gegenstands kommt: kurze Adventsgedichte zum Ausdrucken — gemeinfrei, vier bis acht Zeilen, passt in jede Papiertüte.

Häufige Fragen

Wie viel kostet ein selbst befüllter Adventskalender für Oma und Opa?

Das hängt vollständig davon ab, wie viele der acht kostenlosen Ideen Du verwendest. Mit acht Gutscheinen und Fotos, acht Kleinigkeiten bis fünf Euro und acht größeren Türchen landet man bei ungefähr 60 bis 80 Euro. Wer nur aus den ersten beiden Gruppen wählt, bleibt unter 30 Euro.

Was kommt in einen Adventskalender für Oma, wenn sie nichts braucht?

Genau dann sind die kostenlosen Türchen die richtigen: Fotos mit einem Satz auf der Rückseite, Gutscheine für gemeinsame Zeit, Zeichnungen der Enkelkinder. „Nichts brauchen“ heißt fast immer, dass Dinge nicht mehr fehlen — Zeit dagegen schon.

Wie viele Süßigkeiten sind in Ordnung?

Vier bis sechs von vierundzwanzig. Mehr wird bei älteren Menschen selten aufgegessen, und bei Diabetes oder Diät wird der Kalender zur Verlegenheit. Frag im Zweifel vorher jemanden aus der Familie.

Was, wenn ein Geschenk nicht ins Türchen passt?

Ein Zettel ins Türchen: „Nummer 17 steht unter dem Baum“ oder „liegt auf der Kommode“. Das funktioniert gut und baut sogar zusätzliche Spannung auf.

Ein Kalender für beide oder zwei getrennte?

Zwei getrennte sind mehr Arbeit, aber klarer. Ein gemeinsamer funktioniert, wenn die Türchen abwechselnd gedacht sind und das auch draußen steht — etwa mit zwei Farben.

Wann sollte man mit dem Befüllen anfangen?

Anfang November. Die kostenlosen Türchen brauchen Vorlauf: alte Fotos suchen, das Enkelkind malen lassen, Gutscheine schreiben. Wer erst am 28. November anfängt, landet automatisch bei Schokolade.

Lohnt sich ein Kalender zum Wiederbefüllen?

Ja, wenn Du vorhast, es jedes Jahr zu machen. Stoffsäckchen oder Holzboxen halten Jahrzehnte, und ab dem zweiten Jahr ist der Kalender selbst schon Tradition.

Aus dem Themenbereich: Adventskalender für Oma und Opa · Adventskalender selber machen · Geschenke für Großeltern · Adventsgedichte

Inhalt des Beitrages auf Richtigkeit überprüft am 22. August 2026.