Vier von fünf Enkeln wohnen bei uns um die Ecke – einer aber lebt in einem kleinen Bergdorf in Südtirol. Diese Woche sind wir dort, und heute war ich mit ihm auf großer Fahrradtour. Aus meinem Opa-Enkel-Tagebuch.

Es gibt diese eine Vorfreude, die mit nichts zu vergleichen ist: das Wiedersehen mit einem Enkelkind, das man eine Weile nicht gesehen hat. Vier unserer fünf Enkel wohnen zum Glück in unserer Nähe – wir sehen sie oft. Doch ein Enkel lebt mit seinen Eltern weit weg, in einem kleinen Bergdorf in Südtirol, ein paar Autostunden und einen Alpenhauptkamm entfernt.
Damit aus der Distanz keine Fremdheit wird, haben meine Frau und ich uns etwas fest vorgenommen: Wir besuchen ihn vier Mal im Jahr – und zwar nicht nur für einen Nachmittag, sondern jeweils für eine längere Zeit. Lieber selten und dafür richtig.
Jetzt sind wir also wieder hier – und heute war es endlich so weit: eine kleine Radtour, nur der Enkel und ich. Die frische Bergluft, der weite Blick auf die Gipfel, eine ruhige Straße zwischen Wiesen und alten Bäumen. Und vorneweg mein Enkel, der so flink unterwegs ist, dass der Opa ganz schön Schritt halten muss.
Die meisten Enkel wohnen heute weiter weg
Dass die Enkelkinder nicht am selben Ort leben, ist längst der Normalfall. Der Deutsche Alterssurvey des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) zeigt: Wohnte 1996 noch bei knapp 38 Prozent der Eltern das erwachsene Kind in der Nachbarschaft oder im selben Ort, war das gut fünfzehn Jahre später nur noch bei rund einem Viertel so – und die Wohnentfernungen wachsen weiter. Umso kostbarer ist jedes Wiedersehen.
Auf seinem Laufrad legt mein Enkel gerade das Fundament für später: Wer hier das Gleichgewicht findet, schafft den Schritt aufs richtige Fahrrad bald ganz nebenbei. Wie das Stück für Stück gelingt, habe ich ausführlich aufgeschrieben in meinem Beitrag Fahrradfahren lernen – so klappt es mit Kind und Enkel.
Bis zur nächsten Woche – euer Opa Jürgen
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Aus dem Themenschwerpunkt: Opa
Ein Eintrag aus dem Opa-Enkel-Tagebuch von grossvater.de.

