Weiße Eismaschine Nemox Gelatissimo mit zwei Drehknöpfen und durchsichtigem Deckel auf einem Holztisch im Garten

Unsere Eismaschine. Sie ist älter als jeder meiner Enkel — und sie läuft noch. Eigenes Foto, auf dem Gartentisch aufgenommen — kein KI-Bild.

Wenn ich durch unser Haus gehe und einmal zähle, wie viele Maschinen uns hier den Alltag leichter machen, komme ich aus dem Zählen kaum wieder heraus. Die meisten davon bemerkt man gar nicht mehr. Aber es gibt eine kleine Gruppe von Geräten, die das Jahr über schweigt und erst dann in Betrieb geht, wenn die Enkel im Haus sind.

Aus meinem Opa-Enkel-Tagebuch.

Jürgen Busch, Autor von grossvater.de – Schwarzweiß-Porträt mit gefalteten Händen Beitrag von Jürgen Busch

OPA-ENKEL-TAGEBUCH · WOCHENEINTRAG

Waschmaschine, Geschirrspüler, Kaffeemaschine, Staubsauger, Bohrmaschine, Rasenmäher: Die laufen, weil etwas erledigt werden muss. Keiner steht daneben und schaut zu. Man drückt auf einen Knopf und geht weg.

Und dann gibt es die anderen. Die stehen im Keller, im Schrank, ganz hinten in der Ecke, und sie warten. Sie sind zu nichts nütze, solange wir zu zweit sind. Aber wenn das Auto in der Einfahrt hält und zwei Kinder aussteigen, dann werden sie hervorgeholt, und dann sind sie für ein Wochenende lang die wichtigsten Geräte im ganzen Haus.

Die Eismaschine. Unsere ist wirklich schon uralt, eine Nemox Gelatissimo, weiß, rund, mit zwei Drehschaltern oben rechts. Der eine schaltet das Rührwerk ein, der andere die Kühlung. Mehr gibt es nicht zu bedienen, und genau deshalb kommt ein Kind damit zurecht. Ich habe sie seinerzeit gekauft, als unsere eigenen Kinder noch im Haus waren.

Der Ablauf ist immer derselbe, und daran soll sich auch nichts ändern. Erst wird ausgesucht, was hineinkommt. Dann darf gegossen werden – danach wird der Deckel aufgesetzt, beide Schalter umgelegt, und dann passiert erst einmal: nichts.
Man hört nur das Rührwerk.

Und das ist, ehrlich gesagt, der beste Teil. Denn jetzt muss gewartet werden. Ein Kind, das eine halbe Stunde lang durch einen durchsichtigen Deckel schaut und beobachtet, wie aus einer Flüssigkeit langsam Eis wird, lernt in dieser halben Stunde mehr über Geduld als bei jeder Ermahnung. Am Ende hat es etwas gemacht, das es nicht kaufen kann. Es schmeckt auch anders. Meistens sehr, sehr viel besser als gekaufte!

„Die schönsten Maschinen im Haus sind die, die stillstehen, bis Kinder kommen.“

Die Popcornmaschine
Die zweite im Bunde. Sie hat genau eine Aufgabe, und die erfüllt sie laut. Bei uns gehört sie zum Filmabend mit den Enkeln wie die Decke auf dem Sofa. Das Schöne daran ist nicht das Popcorn. Das Schöne ist, dass der Abend dadurch einen Anfang bekommt. Solange die Maschine rattert, ist noch nicht Filmzeit — es ist Vorfreude. Und Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.

Und die Werkzeugmaschinen
In meiner Werkstatt steht eine kleine Maschinenreihe, mit der ein Kind unter Aufsicht wirklich arbeiten darf: bohren, sägen, schleifen, drechseln. Das ist noch einmal eine ganz andere Art von Freude als Eis und Popcorn, weil am Ende etwas erstellt wird, was man in die Hand nehmen und mit nach Hause tragen kann. Wie das sicher geht, welche Regeln bei uns gelten und ab wann ein Kind welche Maschine anfassen darf, habe ich ausführlich unter elektrische Werkzeuge für Kinder aufgeschrieben.

📊 Wusstest Du schon?

Acht Liter Eis im Jahr — und selbst gemachtes zählt nicht mit

In Deutschland kommt jeder von uns rechnerisch auf 8,0 Liter Speiseeis im Jahr. Die Industrie setzte dafür 2024 rund 540,8 Millionen Liter ab, und mit 487,5 Millionen Litern wurde der weitaus größte Teil davon zu Hause gegessen, nicht in der Eisdiele. Was in dieser Statistik gar nicht auftaucht: das Eis, das in Küchen wie unserer entsteht. Es wird nirgends gezählt — und ist trotzdem das, an das sich die Kinder erinnern. (Quelle: E.I.S. Eis Info Service im BDSI, Meldung vom 5. August 2025)

Wer sich fragt, ob sich so ein Gerät überhaupt lohnt, wenn die Enkel nur ein paar Mal im Jahr da sind: Genau diese Frage habe ich mir bei jedem einzelnen dieser Geräte gestellt und in einem eigenen Beitrag durchgerechnet — Nicht nötig, aber schön. Kurz gesagt: Rechnen kann man das nicht. Man kann es nur wollen.

👉 Zum Nachmachen: Das einfachste Eis der Welt braucht drei Zutaten — Joghurt, reife Erdbeeren und einen Löffel Honig. Das Kind sucht die Erdbeeren aus, das Kind gießt die Masse in den Behälter, das Kind drückt den Schalter. Und während gewartet wird, lässt Du es eine Eiskarte malen, mit Preisen. Dann bestellst Du. Ich bezahle bei uns immer in Umarmungen, das kommt günstiger.

😄 Opas Witz zum Schluss: Fragt der Enkel: „Opa, wie viele Kugeln darf ich?“ Sagt der Opa: „So viele, wie Du tragen kannst.“ Sagt der Enkel: „Und wenn ich die ganze Schüssel nehme?“ — Mehr davon gibt es bei den Witzen für Kinder.

Bis zur nächsten Woche — euer Opa Jürgen

📖 Teil meines Opa-Enkel-Tagebuchs — jede Woche ein kleiner Eintrag aus dem Alltag mit meinen Enkeln. Alle Einträge findest Du in der Tagebuch-Übersicht.

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