Drei Fachbücher nebeneinander auf einem Tisch: „Elektrische Maschinen und Umformer“ von Moeller und Vaske aus der Studienzeit, „Sensoren in der Automatisierungstechnik“ von Gerhard Schnell aus der Lehrtätigkeit und das aktuelle Handbuch „Content Creation mit KI“

Drei Bücher, drei Lebensabschnitte: die Elektrotechnik aus dem Studium, die Sensortechnik aus der Hochschulzeit — und ganz rechts das, was gerade auf meinem Sessel liegt.

Meine Bibliothek war einmal eine ganze Wand. Während meiner Zeit als Dozent an der Hochschule ist sie Jahr für Jahr gewachsen — Fachbücher, Zeitschriften, Ordner voller Aufsätze. Heute steht dort nur noch ein Bruchteil davon. Und trotzdem lese ich gerade wieder mehr als lange zuvor.

Aus meinem Opa-Enkel-Tagebuch.

Jürgen Busch, Autor von grossvater.de – Schwarzweiß-Porträt mit gefalteten Händen Beitrag von Jürgen Busch

OPA-ENKEL-TAGEBUCH · WOCHENEINTRAG

Als ich die Dozententätigkeit aufgegeben habe, stand ich eines Nachmittags vor diesen Regalen und musste eine Entscheidung treffen. Fachliteratur altert schnell. Vieles davon war schon nicht mehr aktuell, als es noch im Regal stand, und irgendwann muss man ehrlich zu sich sein: Diese Bücher schlage ich nicht mehr auf.

Also habe ich die technischen Bücher verkauft. Für ein paar ganz spezielle habe ich erstaunlich gute Preise bekommen — die Schiffsbetriebstechnik zum Beispiel. Solche Bücher gibt es kaum noch, und wer sie braucht, braucht sie wirklich. Es hat mir gut getan zu wissen, dass sie jetzt bei jemandem stehen, der damit arbeitet, statt bei mir Staub anzusetzen. Ein paar wenige durften bleiben — die zwei auf dem Bild oben zum Beispiel. Der braune Moeller aus meiner Studienzeit und die Sensortechnik aus meinen Jahren an der Hochschule. Nicht weil ich sie noch brauche, sondern weil ich an ihnen hänge.

Was geblieben ist, ist der Sessel.
Er steht in meinem Büro, gleich neben dem Schreibtisch, und er ist bequem genug, dass ich darin tatsächlich ein ganzes Kapitel am Stück lesen kann, statt nach zehn Minuten wieder aufzustehen.

Das jüngste Buch, das dort liegt, heißt „Content-Creation mit KI“. Ich lese es nicht, weil ich Programmierer werden will. Ich lese es, weil ich einen Überblick haben möchte: Wie sieht ein sauberer Arbeitsablauf mit Künstlicher Intelligenz eigentlich aus, wenn man ein Portal wie grossvater.de weiterentwickeln will?
Wo hilft sie, wo stört sie, und an welcher Stelle muss ich selbst entscheiden?

Das Fachbuch „Content Creation mit KI — Das umfassende Handbuch“ von Andreas Berens und Carsten Bolk auf einem Holztisch

Mein aktuelles Lesefutter: „Content Creation mit KI“ von Andreas Berens und Carsten Bolk, erschienen bei Rheinwerk — inzwischen in der 3. Auflage.

Warum ausgerechnet dieses Buch?
Das hat mit meinem ältesten Sohn zu tun. Zum Vatertag hat er mir ein dreimonatiges Abo für Claude geschenkt — eine dieser KI-Anwendungen, von denen alle reden. Ehrlich gesagt wusste ich zuerst überhaupt nicht so recht, was ich damit anfangen sollte. Es ist halt ein Geschenk, das man nicht auspacken kann, und auch keine Gebrauchsanweisung dabei liegt.

Aber dann ging es schnell.
Nach ein paar Abenden hatte ich verstanden, was dieses Werkzeug ist und was es für mich tun kann. Und heute weiß ich ziemlich genau, wie ich es einsetze: Ich beschreibe, was ich will, so genau wie ich es einem Mitarbeiter erklären würde — das nennt sich Prompting — und arbeite dann Schritt für Schritt mit den Ergebnissen weiter. Entscheiden tue immer noch ich — und geschrieben wird nichts, was ich nicht selbst gelesen und geändert habe. Aber ich komme an einem Vormittag so weit wie früher in einer Woche.

Wie das aussieht, kannst Du auf dem nächsten Bild sehen: Es zeigt meinen Schreibtisch, während genau dieser Tagebuch-Eintrag entsteht.


Arbeitsplatz mit iMac und Tastatur auf einem Holztisch, auf dem Bildschirm der Entwurf eines Tagebuch-Eintrags für grossvater.de in einer KI-Anwendung

Mein Schreibtisch an einem Donnerstagvormittag — auf dem Bildschirm entsteht gerade der Eintrag, den Du hier liest.

Und ich stehe damit erst am Anfang. Das sage ich ohne Koketterie: Je länger ich mich damit beschäftige, desto mehr sehe ich, was ich noch weiter entwickeln kann. Das ist ein Gefühl, das ich aus der Entwicklungszeit meines Freiberufler-Branchenverzeichnisses lektorat.de kenne und das ich länger nicht mehr hatte. Es ist ein sehr, sehr gutes Gefühl.

„Meine Fachbücher habe ich verkauft. Meine Neugier nicht.“

Da schließt sich für mich nämlich ein Kreis. Als Dozent war es mein Beruf, Wissen weiterzugeben — möglichst so, dass es hinterher jemand anwenden kann. Genau das habe ich jetzt wieder vor, nur mit einem anderen Thema und für ein anderes Publikum: Ich möchte mein KI-Wissen auf grossvater.de an andere Senioren weitergeben. Nicht theoretisch, sondern an praktischen Beispielen, die man am selben Abend selbst ausprobieren kann.
Meine ersten Überlegungen dazu habe ich schon aufgeschrieben, bei Künstliche Intelligenz für Senioren.

📊 Wusstest Du schon?

Wir sind viel mehr, als man denkt

Der Digitalverband Bitkom hat dafür im Herbst 2025 mehr als tausend Menschen ab 65 Jahren befragt. Das Ergebnis: 74 Prozent von uns sind online — bei den 65- bis 69-Jährigen sind es sogar 98 Prozent. Und mehr noch: Rund die Hälfte (52 Prozent) hat Künstliche Intelligenz schon einmal ausprobiert, 13 Prozent nutzen sie regelmäßig. Wer also glaubt, das sei nichts für unsere Generation, irrt sich gründlich. (Quelle: Bitkom, Studie „Senioren 2026“)

👉 Zum Nachmachen: Wenn Du es selbst einmal probieren willst, fängst Du am besten nicht mit einer großen Frage an, sondern mit einer kleinen Aufgabe aus Deinem Alltag. Schreib der KI zum Beispiel: „Ich möchte meinem sechsjährigen Enkel erklären, warum es Ebbe und Flut gibt. Erklär es mir in fünf Sätzen, die ein Kind versteht.“ Dann liest Du die Antwort — und sagst, was Dir daran nicht gefällt. Genau das ist der ganze Trick: nicht die perfekte Frage stellen, sondern nachfassen. So wie ein Gespräch eben läuft.

😄 Opas Witz zum Schluss: Fragt der Enkel: „Opa, was ist eigentlich künstliche Intelligenz?“ Sagt der Opa: „Das ist, wenn der Computer klüger tut, als er ist.“ Sagt der Enkel: „Ach so — wie Du beim Memory!“ Noch mehr zum Lachen gibt es bei den Witzen für Kinder.

Bis zur nächsten Woche — euer Opa Jürgen

📖 Teil meines Opa-Enkel-Tagebuchs — jede Woche ein kleiner Eintrag aus dem Alltag mit meinen Enkeln. Alle Einträge findest Du in der Tagebuch-Übersicht.

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Erleben, lernen, lachen mit den Enkeln

Aus dem Themenschwerpunkt: Opa