Blick auf den Altar einer katholischen Kirche in Innsbruck während einer Auferstehungsmesse

Ein Wochenende in Innsbruck — und ein Text auf einer kleinen Karte, den ich mit nach Hause genommen habe.

Jürgen Busch

Beitrag von Jürgen Busch · 21. Juli 2026 · Kategorie: Opa-Enkel-Tagebuch

Es gibt Wochenenden, an denen alles anders ist als üblich. Dieses war so eins. Wir sind nach Tirol gefahren, um Abschied zu nehmen von einem Menschen, mit dem wir viele schöne Skiurlaube verbracht haben, mit dem wir runde Geburtstage gefeiert haben und den wir auf unseren Durchreisen nach Südtirol immer wieder sehr gerne besucht haben.

Am Wochenende waren wir in Innsbruck. Helga, die Cousine meiner Frau, ist verstorben. In der Auferstehungsmesse haben wir von ihr Abschied nehmen dürfen.

Auferstehungsmesse — nicht Totenmesse

Die Familie hat sie in einer Auferstehungsmesse verabschiedet. Der Name der Feier hat mich beschäftigt: Nicht Totenmesse, nicht Trauergottesdienst — sondern Auferstehungsmesse. Als sagte man schon im Titel: Das hier ist nicht nur ein Ende.
In Tirol ist das der übliche Begriff, und je länger die Messe dauerte, desto besser habe ich verstanden, warum.

Auf der kleinen Erinnerungskarte an Helga stand folgender Text:

Die Trennung von Leben und Tod ist Illusion.
Ich bin nur still nach nebenan gegangen.
Was wir füreinander waren, sind wir noch immer.
Ruf mich bei meinem vertrauten Namen,
sprich mit mir, wie du es immer getan hast.
Freue dich, denke an mich, bete für mich.

Der Text auf Helgas Erinnerungskarte — nach einer alten Trauerformel, die in vielen Familien in unterschiedlichen Fassungen weitergereicht wird.

Die Enkel finden eigene Worte

Was mich in der Messe besonders bewegt hat, waren die Kinder und Enkel. Sie sind nach vorne gegangen und haben ihre Trauer, ihre Erinnerungen und ihre Dankbarkeit an die Mutter beziehungsweise an die Oma zum Ausdruck gebracht. Die Enkel haben von ihrer Oma erzählt — von den Sachen, die sie zusammen gemacht haben, von den kleinen Gewohnheiten, die man erst dann bemerkt, wenn sie fehlen.

„Ich bin nur still nach nebenan gegangen.“

Für Helgas Kinder und Enkel wird das jetzt der Weg sein, mit dem sie leben. Und der Glaube macht diesen Weg tragbarer, als er ohne ihn wäre.

Ruhe in Frieden, Helga.

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Themenschwerpunkt: Opa-Enkel-Tagebuch · Innsbruck, Juli 2026

Ein persönlicher Eintrag von Jürgen Busch · veröffentlicht am 21. Juli 2026.