Großvater und Enkel sammeln Kastanien im herbstlichen Wald – bunte Blätter, Sonnenlicht durch die Bäume

Der Herbst ist die Zeit, in der Kinder wieder anfangen zu sammeln. Kastanien, bunte Blätter, Zapfen – alles wird eingesteckt und mit nach Hause getragen. Was Oma und Opa daraus machen können, steht hier.

Jürgen Busch

Beitrag von Jürgen Busch · 19. Juli 2026 · Kategorie: Großeltern

Der Herbst hat eine eigene Stimmung. Nach dem lauten Sommer wird es leiser, drinnen wird es früher warm, draußen bunter. Für Enkel ist es die Jahreszeit, in der sich der Rucksack von selbst füllt – mit Kastanien, Zapfen, Eicheln, Blättern. Und für Großeltern ist es die Zeit, in der man mit den Händen wieder etwas macht. Hier findest Du 25 Aktivitäten für die schönsten Wochen des Jahres.

Herbstliche Sammlung in einer Holzschale: Kastanien, Eicheln, bunte Blätter und Zapfen

🌰 Sammeln und Basteln

Was der Herbst in die Taschen legt

Kein anderes Material ist so umsonst wie das, was im Herbst herumliegt. Ein Waldspaziergang genügt, und die Tasche ist voll. Was ihr daraus machen könnt:

1

Sammelt Kastanien und Eicheln

Ihr braucht nur eine Papiertüte und einen Nachmittag. Am besten am Tag nach einem Sturm – dann liegt alles noch vor euch am Boden.

Für die kleinsten Enkel ist das Sammeln bereits die ganze Aktivität. Ältere Kinder wollen zählen, ordnen und wieder ausschütten. Beides ist richtig.

2

Bastelt Kastanien-Männchen und -Tiere

Der Klassiker mit Zahnstochern. Zwei Kastanien und vier Stäbchen, schon steht das Männchen. Aus einer Eichel wird der Kopf.

Tipp: Weiche die Kastanien nicht ein. Frisch aus dem Wald lassen sie sich am besten bohren – nach zwei Tagen sind sie steinhart.

3

Presst bunte Herbstblätter

Zwischen Buchseiten, unter Zeitungspapier, in einem alten Telefonbuch. Nach zwei Wochen sind die Blätter flach und halten für immer.

Die schönsten kommen ins Fenster geklebt, andere in ein Herbst-Album. Enkel lieben es, im Winter noch mal reinzuschauen.

4

Bastelt Fensterbilder aus Blättern

Zwischen zwei Blätter Butterbrotpapier gelegt und mit dem Bügeleisen erwärmt – schon sind die Herbstblätter für die Fensterscheibe fertig.

Ein bisschen wie ein Kirchenfenster. Wenn die Sonne durchscheint, leuchten die Blätter rot und gelb.

5

Bastelt Waldwichtel aus Naturmaterial

Aus Fichtenzapfen wird der Körper, aus einer Kastanie der Kopf, aus Moos die Mütze. Ein bisschen Kleber, ein bisschen Fantasie – und schon steht ein kleiner Wichtel auf dem Regal.

Wer will, baut eine ganze Wichtel-Familie. Wichtel sind, das weiß jeder Enkel, gesellige Wesen.

6

Bastelt eine Laterne für Sankt Martin

Im Herbst ist die Zeit fürs Laternenbasteln gekommen. Ob Jungen oder Mädchen: Alle basteln gern eine hübsche Laterne, mit der sie beim Festumzug mitlaufen können.

→ Ideen und Anleitungen für Laternen

Waldweg im Herbst mit gelben und braunen Blättern, warmes Nachmittagslicht

🍂 Draußen im Herbst

Solange das Licht noch warm ist

Der Herbst hat kurze, aber schöne Tage. Wer nachmittags rausgeht, kann bis zur Dämmerung noch viel erleben. Acht Ideen für das, was draußen wartet:

7

Springt in Laubhaufen

Der Trick ist: Erst harken, dann springen. Danach noch mal harken. Und wieder springen. So verbringt man einen ganzen Nachmittag.

Kinder springen so lange, wie Erwachsene bereit sind, den Haufen wieder aufzuschichten. Nach unserer Erfahrung liegt das Verhältnis bei etwa eins zu fünf.

8

Wandert im goldenen Oktober

Es gibt Tage im Oktober, an denen das Licht in den Wäldern so gelb wird, dass man denkt, jemand hätte einen Filter aufgelegt. Diese Tage sind selten – und deshalb genau richtig für einen Ausflug.

→ 10 Tipps zum Wandern mit Enkeln

9

Lasst einen Drachen steigen

Am besten selbst gebaut. Ein einfacher Steigdrachen aus zwei Bambusstöcken und Butterbrotpapier ist an einem windigen Nachmittag fertig.

Wichtig ist der Wind: Er muss stetig sein, nicht böig. Ein freies Feld oder eine Wiese am Deich sind besser als der Stadtpark.

10

Beobachtet Kraniche und Zugvögel

Ende September ziehen sie in großen V-Formationen nach Süden. Wer weiß, wo die Sammelplätze sind – etwa an der Rügen-Küste oder am Diepholzer Moor – kann Hunderte auf einmal sehen.

Für Enkel ist es der Moment, in dem sie zum ersten Mal verstehen: Die Vögel wissen, wo Süden ist.

11

Sitzt am Lagerfeuer und backt Stockbrot

Der Herbstabend im Garten hat etwas, das der Sommerabend nicht hat: Man rückt näher zusammen. Das Feuer wärmt von einer Seite, der Enkel lehnt sich an.

→ Feuerstelle im Garten der Großeltern

12

Sammelt Pilze – aber nur mit einem Kundigen

Die Enkel dürfen sammeln, aber das letzte Wort hat jemand, der sich auskennt. Ein Pilzsachverständiger in der Region ist Gold wert; viele Volkshochschulen bieten Führungen an.

Steinpilz und Maronenröhrling sind gut zu erkennen und schmecken. Was unklar ist, bleibt liegen. Diese Regel lernen die Enkel für ihr Leben.

13

Baut ein Igelhaus

Eine Holzkiste, umgedreht, mit einem Loch als Eingang und einer Schicht Laub darauf – schon ist das Igelhaus fertig. Der Igel entscheidet selbst, ob er einzieht.

Wichtig: nicht im Herbst umsetzen, wenn schon jemand drin ist. Und im Winter nicht öffnen, um nachzusehen.

14

Baut ein Futterhaus für Vögel

Der Winter kommt. Ein einfaches Futterhaus aus Holz ist an einem Nachmittag gebaut und hängt dann zehn Jahre am Baum. Ab November wird gefüttert.

Mehr zum Thema Natur mit Enkeln: Gutes für die Umwelt tun.

Geschnitzter Kürbis auf einer Fensterbank neben einer Papierlaterne, warmes Kerzenlicht

🎃 Die Feste des Herbstes

Erntedank, Sankt Martin und – wer mag – Halloween

Der Herbst ist die Zeit der Familienfeste, die weniger im Kalender stehen als in der Erinnerung. Erntedank ist in vielen Familien nur noch ein Wort, Sankt Martin gehört in den Kindergarten, und Halloween ist neu. Für alle drei gibt es Platz:

15

Feiert Erntedank

Ein Tisch, auf dem einmal alles liegt, was in eurer Region wächst: Äpfel, Kürbisse, Nüsse, Kartoffeln, Zwetschgen. Der Enkel darf mitnehmen, was er will.

Erntedank ist keine Sonntagspflicht – es ist eine Möglichkeit, den Enkeln zu zeigen, was Herbst überhaupt bedeutet. Zwei Kartoffeln aus dem eigenen Garten sind dabei mehr wert als der volle Supermarkt.

16

Schnitzt einen Kürbis

Halloween ist bei uns nicht überall selbstverständlich. Aber ein Kürbis mit einem geschnitzten Gesicht ist ein guter Kompromiss – die Enkel lieben es, und man muss nicht gleich das ganze Programm mitmachen.

Ihr braucht: einen Halloween-Kürbis (kein Speisekürbis), ein scharfes Messer für Opa, einen Löffel für die Enkel. Nicht das Kerzenlicht vergessen – ohne Licht ist der Kürbis nur ein Kürbis.

17

Übt die Sankt-Martins-Lieder

„Ich geh mit meiner Laterne“, „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“, „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“. Die Lieder sind hundert Jahre alt und werden vermutlich noch mal hundert Jahre singen.

Wer sie noch kann, gibt sie weiter. Das ist keine große Sache, das sind zwei Nachmittage im Wohnzimmer – aber es bleibt.

18

Sägt Halloween-Motive mit der Laubsäge

Wer sich mit Halloween anfreundet, bekommt einen zusätzlichen Werk-Anlass. Fledermäuse, Hexen, Geister – alles lässt sich aus Sperrholz aussägen und schwarz anmalen.

→ Halloween-Motive mit der Laubsäge

Rustikale Keramikschale mit selbstgemachtem Apfelmus, daneben ganze Äpfel und ein Holzlöffel

🍎 In der Küche

Was der Garten hergibt

Wer im September einen Apfelbaum hat, weiß, dass die Ernte irgendwann verarbeitet werden muss. Vier Ideen, wie das mit den Enkeln geht:

19

Presst Apfelsaft

Wenn ihr eine alte Presse habt, ist es ein Familienerlebnis. Wenn nicht: In vielen Regionen gibt es Lohnpressen. Bringt einen Sack Äpfel, bekommt Saft in Flaschen zurück.

Der eigene Apfelsaft schmeckt anders als der aus dem Supermarkt. Warum, versteht man nicht ganz. Aber die Enkel merken es sofort.

20

Kocht Apfelmus

Äpfel schälen, klein schneiden, mit einem Schuss Wasser und einer Prise Zimt weichkochen. Fertig. Wer will, gibt ein bisschen Zucker dazu – muss aber nicht.

In Gläser abgefüllt, hält sich das Mus ein Jahr. Der Enkel öffnet im Februar ein Glas und erinnert sich an den September.

21

Backt einen Zwetschgenkuchen

Der Herbstklassiker schlechthin. Ein Blech Hefeteig, halbierte Zwetschgen dicht an dicht, Streusel darüber – nach vierzig Minuten kommt einer der besten Kuchen des Jahres aus dem Ofen.

Da scheiden sich in Familien die Geister: Mit Streuseln oder ohne? Bei uns immer mit. Weitere Ideen: Backen mit Oma und Opa.

22

Röstet Maronen im Ofen

Ein Kreuz in die flache Seite schneiden, kurz in kaltem Wasser einweichen, dann bei 200 Grad eine halbe Stunde in den Ofen. Es riecht nach Weihnachtsmarkt, bevor Weihnachten überhaupt kommt.

Für die Enkel ist das Schälen fast so spannend wie das Essen. Vorsicht, die Maronen sind heiß – lieber kurz warten.

Brennende Kerze auf einem Holztisch neben einem geöffneten Brief und einem Füller in ruhigem Abendlicht

🕯️ Wenn es früh dunkel wird

Herbstabende bei Oma und Opa

Ab Oktober wird es um sechs schon dunkel. Für Enkel ist das keine schlechte Nachricht, wenn drinnen etwas passiert. Drei Ideen für die dunklen Nachmittage:

23

Erzählt Geschichten bei Kerzenlicht

Eine Kerze auf dem Tisch, das Enkelkind auf dem Sofa, und Opa erzählt. Nicht vorlesen, erzählen. Aus dem eigenen Leben, aus der Fantasie, aus den Büchern von früher.

→ Wie Oma und Opa Geschichten erzählen

24

Räumt gemeinsam den Garten winterfest

Rosen zurückschneiden, Laub harken, Beete abdecken, Gartenmöbel einräumen. Was für Erwachsene Arbeit ist, ist für Kinder ein Abenteuer – wenn sie eigene Aufgaben bekommen und mit einer eigenen Schubkarre fahren dürfen.

Am Ende ein Becher heiße Milch mit Honig. So endet ein perfekter Herbsttag.

25

Schreibt einen Brief an eure Enkel

Der Herbst ist die richtige Jahreszeit dafür. Draußen wird es dunkel, drinnen ist Ruhe. Ein Brief auf gutem Papier, mit dem Füller geschrieben, ist etwas, was Enkel jahrzehntelang aufbewahren.

→ Briefe an die Enkelkinder

Jürgen BuschAus meinem Großvater-Leben

Warum ich den Herbst am liebsten habe

Von den vier Jahreszeiten mit den Enkeln ist mir der Herbst am liebsten. Der Sommer ist zu heiß, der Winter zu kurz an Licht, der Frühling zu unentschieden. Aber im Oktober, wenn die Luft klar wird und die Blätter leuchten, ist mit den Enkeln plötzlich alles möglich.

Der eigentliche Grund ist banal: Der Herbst ist die Jahreszeit, in der Kinder wieder sammeln. Nicht mehr rennen wie im Sommer, noch nicht drinnen sitzen wie im Winter. Sondern langsam gehen, sich bücken, in die Taschen stecken. Das ist ein Tempo, in dem auch ein Großvater gut mithält.

Und noch eine Sache: Der Herbst hat etwas, was die anderen Jahreszeiten nicht haben. Er zwingt einen nicht zu großen Unternehmungen. Ein Nachmittag im Garten, ein Feuer, ein paar Kastanien – das reicht. Für die Enkel ist das genau richtig.

📚 Ratgeber & Anleitungen

Alles zum Herbst auf grossvater.de

Die Aktivitäten oben führen an vielen Stellen zu ausführlichen Ratgebern. Hier siehst Du sie auf einen Blick — für den Fall, dass Du gezielt etwas nachschlagen möchtest:

🏮 Laterne basteln für Sankt Martin

Anleitungen und Ideen für Laternen — für Jungen und Mädchen, einfach oder aufwändig. Der Klassiker im November.

🎃 Halloween-Motive mit der Laubsäge

Fledermäuse, Kürbisse, Hexen aus Sperrholz aussägen. Für Opa und ältere Enkel ein echter Werk-Nachmittag.

🎁 Halloween-Geschenke für Enkel

Kleine Aufmerksamkeiten für Enkel, die Halloween feiern — vom Kürbis-Kostüm bis zum Süßigkeiten-Beutel.

🔥 Feuerstelle im Garten

Bauanleitung und Sicherheitsregeln. Stockbrot, Kartoffeln, Marshmallows — alles wird besser über offenem Feuer.

🥾 Wandern mit Enkeln

Zehn erprobte Tipps für Wanderungen, die auch mit kleinen Beinen gelingen. Besonders schön im goldenen Oktober.

🐦 Gutes für die Umwelt tun

Vogelfutter, Igelhaus, Laubhaufen für Insekten. Sechsundzwanzig Ideen, wie Enkel und Natur zusammenfinden.

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Themenschwerpunkt: Großeltern · Aktivitäten & Unternehmungen

Inhalt des Beitrages auf Richtigkeit überprüft am 19. Juli 2026.