Zwei Wochen lang waren meine Frau und ich in Südtirol, bei unserem jüngsten Enkelkind. In dieser Zeit durften wir mitten im Dorfleben dabei sein — beim Herz-Jesu-Fest und beim Jubiläumsfest der Musikkapelle Unsere Liebe Frau im Walde, die am 28. Juni ihr 40-jähriges Bestehen feierte. Aus meinem Opa-Enkel-Tagebuch.

OPA-ENKEL-TAGEBUCH · WOCHENEINTRAG
Die Tracht der Südtiroler Musikanten ist schon etwas Besonderes. Wenn die ganze Kapelle in ihren Uniformen aufmarschiert, die Hüte mit Feder und Gamsbart, dann spürt man förmlich, wie viele Generationen in diesen Kleidern stecken. Bei der Herz-Jesu-Feier und beim 40-jährigen Jubiläum der Musikkapelle saß ich mittendrin und habe einfach nur geschaut und gestaunt.
Auf der Bank neben mir lag der dunkle Trachtenhut eines Musikers — mit roter Kordel und einer kleinen roten Blume, dazu die rote Tracht und die Festschrift zum Jubiläum. Und direkt daneben meine schwarze Baseball-Cap. Wie sie da so nebeneinander lagen, wurden sie für mich zu einem kleinen Sinnbild: Der Hut steht für die Tradition, für all das, was uns trägt und über Generationen weitergegeben wurde. Die Cap daneben steht für die Zukunft, für das Neue, das man annehmen darf, statt sich davor zu fürchten.
40 Jahre Musikkapelle — gelebte Tradition im Dorf.
Und genau darum geht es mir, wenn ich an meine Enkel denke: Beides dürfen wir als Großeltern leben — das Bewahren und das Gestalten. Wir spielen mit den Kindern gerne „Mensch ärgere Dich nicht“, wir singen alte Kreislieder, und auch der Klassiker Monopoly kommt regelmäßig auf den Tisch. Das sind die kleinen Traditionen, an die sich die Enkel eines Tages erinnern werden.
Aber wir sind auch in der digitalen Welt zu Hause — und nutzen die Möglichkeiten, die unsere Geräte heute bieten. Gerade weil ein Enkel so weit weg in Südtirol wohnt, sind Smartphone und Tablet für uns ein echtes Geschenk: über WhatsApp schicken wir uns Fotos und kleine Sprachnachrichten, und vor allem die Videotelefonie hält uns zwischen den Besuchen ganz nah beieinander. Da winkt der Kleine in die Kamera, zeigt sein neues Spielzeug — und schon ist die Entfernung ein Stück kleiner geworden.
Videotelefonie — so bleibt der Enkel in Südtirol ganz nah.
„Der Trachtenhut erinnert uns, woher wir kommen. Die Cap daneben zeigt, wohin es geht. Großeltern dürfen ruhig beides sein — Bewahrer und Wegbereiter.“
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Warum Herz-Jesu in Tirol so tief verwurzelt ist
Das Herz-Jesu-Fest ist in Tirol und Südtirol kein gewöhnlicher Feiertag, sondern gelebte Geschichte. Als 1796 Napoleons Truppen an der Landesgrenze standen, gelobten die Tiroler Landstände am 1. Juni in Bozen, das Land dem „Heiligsten Herzen Jesu“ anzuvertrauen und dieses Gelöbnis jedes Jahr zu erneuern. Bis heute wird es gehalten — und an den Berghängen brennen im Juni die Herz-Jesu-Feuer. Eine schönere Erinnerung daran, wie lange Traditionen tragen können, gibt es kaum.
👉 Zum Nachmachen: Nimm die Enkel ruhig mit zu einem örtlichen Fest — ein Umzug, ein Konzert der Musikkapelle, ein alter Brauch. Erzähl dabei, woher das kommt. Und wenn ein Enkel weiter weg wohnt, ruf ihn abends gemeinsam per Videotelefonie an oder schick ihm ein Foto vom Fest über WhatsApp. So erleben die Kinder ganz nebenbei: Tradition und die digitale Welt sind keine Gegensätze.
😄 Opas Witz zum Schluss: Fragt der Enkel: „Opa, warum tragen die Musikanten so große Hüte?“ Sagt der Opa: „Damit die guten alten Melodien nicht davonfliegen!“ Noch mehr zum Lachen gibt es bei den Witzen für Kinder.
Bis zur nächsten Woche — euer Opa Jürgen
📖 Teil meines Opa-Enkel-Tagebuchs — jede Woche ein kleiner Eintrag aus dem Alltag mit meinen Enkeln. Alle Einträge findest Du in der Tagebuch-Übersicht.
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