Jürgen Busch

Beitrag von Jürgen Busch
Aktualisiert am 3. Juni 2026 · 6 Min. Lesezeit

Die sozial-emotionale Entwicklung gilt als eine der größten Aufgaben der frühen Kindheit: Kinder müssen lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen, einzuordnen und mit anderen zurechtzukommen. Oma und Opa können dabei eine wunderbare Stütze sein – mit Ruhe, Geduld und den richtigen Anregungen. Auf dieser Seite zeige ich Dir, wie Du die emotionale Entwicklung Deiner Enkel begleitest, und stelle ein lohnenswertes Fachbuch dazu vor.

Mit Gefühlen richtig umgehen

Kinder leben in einem Wechselbad der Gefühle und springen in Sekunden von „himmelhoch jauchzend“ zu „zu Tode betrübt“. Was für Erwachsene oft schwer auszuhalten ist: Wir haben über viele Jahre gelernt, uns eben nicht einfach den Gefühlen hinzugeben – nicht selten wurde uns das regelrecht aberzogen, man musste sich „im Griff haben“. Kinder können das noch nicht und brauchen gerade heute besondere Unterstützung.

Auch das soziale Verhalten wird stark von Gefühlen beeinflusst – und es ist Sache der Eltern und Großeltern, den Kindern beim Umgang damit zu helfen. Kinder werden von ihren Emotionen häufig überwältigt und wissen gar nicht, wie ihnen geschieht. Ein vermeintlicher Trotzanfall kann ein Hilferuf sein: Das Kind steckt in einer Gefühlsspirale fest und kommt allein nicht mehr heraus.

💗 Hier braucht es ruhige Erwachsene wie Opa und Oma, die dem Enkelkind helfen – ohne es zusätzlich aufzuregen, zu verärgern oder nicht ernst zu nehmen.

Wie Großeltern die emotionale Entwicklung unterstützen

Du musst kein Pädagoge sein, um eine große Hilfe zu sein. Oft sind es die ruhigen, verlässlichen Gesten, die Kindern Sicherheit geben. Diese Ansätze haben sich bewährt:

  • Ruhig bleiben – Deine Gelassenheit überträgt sich aufs Kind
  • Gefühle benennen – „Du bist gerade wütend, das ist okay“ hilft beim Einordnen
  • Ernst nehmen – auch kleine Sorgen sind für das Kind groß
  • Nicht sofort lösen – manchmal reicht es, einfach da zu sein
  • Musik & Rhythmik – Singen, Klatschen, Bewegung lösen Spannungen ganz natürlich

Gerade Musik und Rhythmik sind ein unterschätztes Werkzeug: Sie helfen Kindern bei der bewussten Wahrnehmung und dabei, sich in verschiedenen Situationen selbst zu spüren. Genau hier setzt das folgende Buch an.

Buchtipp: Entwicklungsförderung durch Rhythmik und Musik

Buch: Sozial-emotionale Entwicklungsförderung durch Rhythmik und Musik von Sabine Hirler

Sozial-emotionale Entwicklungsförderung durch Rhythmik und Musik

Autorin: Sabine Hirler · Verlag Herder, 2018 · ISBN 978-3-451-37643-6

Das Buch zeigt, wie Kinder über kleine Aufgaben mehr Selbstständigkeit erlernen, Konflikte besser aushandeln und ihre Sozialverträglichkeit stärken. Die Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen wird als größte Herausforderung der frühen Kindheit beschrieben – und Musik und Rhythmik unterstützen dabei, Gefühlszustände bewusst wahrzunehmen, zu reflektieren und positive Konsequenzen daraus zu ziehen.

Inhaltsverzeichnis des Buches Sozial-emotionale Entwicklungsförderung durch Rhythmik und Musik

Mein Fazit zur Buchbesprechung

Ein sehr lohnenswertes Buch mit guten Anregungen für Großeltern, die angesichts der Gefühlsgewalt ihrer Enkel manchmal völlig überfordert sind – oder waren. Denn dank Sabine Hirlers Buch lassen sich neue Wege finden, um mit kleinen Wutteufelchen, Heulmäusen oder überdrehten Kindern besser umzugehen und sie individuell zu unterstützen.

Anmerkung: Das vorgestellte Buch haben wir kostenfrei vom Verlag erhalten. Wir haben dabei keinerlei Verpflichtungen und berichten völlig unvoreingenommen.

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Häufige Fragen zur sozial-emotionalen Entwicklung

Was bedeutet sozial-emotionale Entwicklung?

Darunter versteht man, wie ein Kind lernt, eigene Gefühle wahrzunehmen und zu steuern, Beziehungen zu anderen aufzubauen und sich in eine Gemeinschaft einzufügen. Sie gilt als eine der wichtigsten Aufgaben der frühen Kindheit.

Wie helfe ich meinem Enkel bei einem Wutanfall oder in der Gefühlsspirale?

Bleib ruhig, nimm das Kind ernst und benenne sein Gefühl („Du bist gerade wütend“). Oft hilft es schon, einfach da zu sein, statt das Problem sofort lösen zu wollen. Deine Gelassenheit gibt dem Kind Halt, um aus der Gefühlsspirale herauszufinden.

Wie unterstützen Musik und Rhythmik die emotionale Entwicklung?

Singen, Klatschen und Bewegung helfen Kindern, Spannungen abzubauen und sich selbst bewusst wahrzunehmen. Über Musik lernen sie spielerisch, eigene Gefühlszustände zu erkennen und einzuordnen – genau das beschreibt das Buch von Sabine Hirler.

Ab welchem Alter ist sozial-emotionale Förderung sinnvoll?

Schon im Kleinkind- und Kindergartenalter. Gerade in dieser Phase erleben Kinder starke Gefühle, die sie noch nicht steuern können – liebevolle Begleitung durch Eltern und Großeltern ist hier besonders wertvoll.

Mit Ruhe, Verständnis und ein paar guten Anregungen wird aus dem „Gefühlschaos“ nach und nach ein selbstbewusster Umgang mit den eigenen Emotionen – und Du als Oma oder Opa bist mittendrin als ruhiger Pol. Eine der schönsten Aufgaben überhaupt.

Inhalt des Beitrages auf Richtigkeit überprüft am 3. Juni 2026.