
Was wäre Werken ohne Messen? Krumm und schief würden die Werkstücke, nichts würde zusammenpassen — und die Freude wäre schnell dahin. Darum lohnt es sich, Kinder gleich ans richtige Messen und Anzeichnen heranzuführen. Diese Mess- und Zeichenwerkzeuge sind beim Basteln mit Holz besonders nützlich.
Dieser Beitrag gehört zu unserem Überblick Werkzeug für Kinder.
| Die wichtigsten Mess- und Zeichenwerkzeuge |
| Was heißt eigentlich „genau” arbeiten? |
| Häufige Fragen |
Die wichtigsten Mess- und Zeichenwerkzeuge

Der Zollstock
Der Zollstock — auch Gliedermaßstab — besteht meist aus Holz oder Kunststoff und lässt sich auf ein bis vier Meter ausklappen. An der Skala liest Du Meter, Zentimeter und Millimeter ab. Übrigens: „Zoll” kommt hier nicht von der Grenze, sondern aus dem Mittelhochdeutschen „Zol” für abgeschnittenes Holz — früher maß man damit Stoff.

Messstäbe und Bandmaß
Messstäbe gibt es aus Stahl oder Aluminium, manche als Teleskop. Am meisten Spaß macht Kindern aber das Rollmaß: Damit vermessen sie begeistert einfach alles! Es wird nur so viel Band herausgezogen wie nötig, auf Knopfdruck schnellt es zurück. Vorsicht bei langen Metallbändern — beim Einziehen kann das Band zwicken.

Messschieber (Schieblehre)
Mit dem Messschieber — auch Schieblehre — misst Du Innendurchmesser und Abstände sehr genau, bis auf den zehntel Millimeter. Für normale Bastelarbeiten braucht Ihr ihn selten; Opas Schieblehre liegt meist im Kasten. Zum Zeigen und Ausprobieren ist sie aber spannend.

Winkel (Schreinerwinkel)
Der Schreiner- oder Tischlerwinkel hilft, einen rechten Winkel anzuzeichnen. Tipp: Vor dem Kauf prüfen — die Winkel verschiedener Hersteller weichen teils ab. Modelle aus Holz liegen gut in der Hand, Kunststoff ist günstiger. Praktisch: Der Winkel taugt auch als Lineal für gerade Linien.

Die Gehrungslade
Die u-förmige Gehrungslade führt die Säge in festen Winkeln (45 und 90 Grad) — so gelingen saubere Eckverbindungen, etwa für einen Bilderrahmen oder ein kleines Spielzeug. Meist aus Buchenholz. Ein wichtiges Hilfsmittel, sobald Dein Enkel mit dem Sägen beginnt.

Bleistift und Zimmermannsbleistift
Zum Anzeichnen der Sägelinien und zum Markieren von Bohrlöchern. Tipp: ein weicher Bleistift (mindestens Härtegrad B) ist auf Holz gut sichtbar. Der Zimmermannsbleistift rutscht nicht so leicht aus kleinen Händen.
Reißzirkel und Reißnadel
Mit der Reißnadel ritzt Du Linien und Formen ins Werkstück — eine dauerhafte Markierung fürs Sägen. Der Reißzirkel zeichnet Kreise, Bögen und Radien. Wichtig: nicht zu tief einritzen, sonst entstehen Schwachstellen. Zum Anzeichnen auf Papier oder Pappe tut es natürlich ein normaler Zirkel.

Die Wasserwaage
Mit ihren Libellen zeigt die Wasserwaage, ob etwas waagerecht oder senkrecht ist; manche haben zusätzlich ein Lineal. Für Kinder ein faszinierendes Werkzeug — die Luftblase genau in die Mitte zu bekommen, macht großen Spaß.
Was heißt eigentlich „genau” arbeiten?
Tischler unterscheiden drei Arten von Genauigkeit — das ist auch für kleine Handwerker spannend zu wissen:
Maßgenau bedeutet: Die Maße stimmen ungefähr. Ob ein Schrank einen Millimeter höher ist als gedacht, fällt kaum auf. Passgenau heißt: Es muss auf den Millimeter stimmen, sonst passen die Bauteile nicht zusammen. Und wiederholungsgenau bedeutet: Mehrere Teile sollen wirklich alle gleich groß werden.
Für die ersten Werkstücke mit Deinem Enkel reicht meist maßgenaues Arbeiten — Hauptsache, es macht Spaß und wird nicht zu frustig.
Häufige Fragen
Mit dem richtigen Messwerkzeug, etwas Geduld und Deiner Hilfe lernt Dein Enkel, sauber und genau zu arbeiten — die beste Grundlage für gelungene Werkstücke. Viel Freude beim Messen und Werken!
Inhalt des Beitrages auf Richtigkeit überprüft am 4. Juni 2026.
