Schema einer Laubsäge mit beschriftetem Bügel, Klemmen, Sägeblatt und Griff sowie der Zahnrichtung

Die Zähne zeigen nach unten, zum Griff: Die Laubsäge schneidet beim Herunterziehen, nicht beim Schieben.

Die kurze Antwort: Die Zähne zeigen nach unten, zum Griff hin — die Laubsäge schneidet beim Herunterziehen. Für Sperrholz von 4 bis 5 Millimetern passt Blattgröße 3, bei engen Kurven 2/0 oder 1. Ob die Spannung stimmt, hört man: Ein angezupftes Blatt muss hell und klar klingen.

Die Blattgrößen — was die Zahlen bedeuten

Laubsägeblätter tragen eine Nummer, und die Nummer sagt nichts über die Länge, sondern über die Feinheit. Sie beginnt bei den feinsten Holzblättern mit 2/0 und läuft über 0, 1, 2, 3 bis 12 zu den gröbsten. Metallblätter fangen noch feiner an, bei 8/0.

Zu jeder Nummer gehören zwei Maße: die Schnittbreite — also wie viel Holz das Blatt wegnimmt — und die Zähnezahl je Zoll. Je feiner das Blatt, desto mehr Zähne und desto schmaler der Schnitt.

Größe Schnittbreite Zähne je Zoll Wofür
2/0 0,21 mm 15 Sperrholz 3–4 mm, enge Kurven, feine Innenschnitte
1 0,30 mm 15 Sperrholz 4 mm, der Allrounder für Kinderarbeiten
3 0,35 mm 13 Sperrholz 4–5 mm, das meistgenutzte Blatt
5 0,38 mm 13 Sperrholz 5–6 mm, weniger Kurven
7 0,42 mm 10 dickeres Holz, gerade Schnitte
9 0,46 mm 8 Vollholz, grobe Formen
12 0,52 mm 8 das gröbste Holzblatt, schnell und ungenau

Die Werte stammen aus der Größentabelle für Niqua-Blätter, wie sie auch andere Hersteller verwenden. Zwischenmaße wie 0, 2, 4 gibt es ebenfalls — sie liegen jeweils dazwischen und sind für unsere Zwecke entbehrlich.

Welches Blatt für welche Arbeit?

Die Faustregel ist kurz: Dünnes Holz mit vielen Kurven braucht ein feines Blatt, dickes Holz mit geraden Schnitten ein grobes. Für alles, was wir hier mit Kindern sägen — Pappelsperrholz von 4 bis 5 Millimetern —, liegt man mit Größe 3 fast immer richtig.

Opas Tipp: Kaufe nicht eine Sorte, sondern zwei: ein Bündel Größe 1 und ein Bündel Größe 3. Mit dem feinen sägt Ihr Sterne und Schneeflocken, mit dem gröberen alles andere. Das grobe Blatt ist schneller, das feine ist genauer — und ein Kind merkt den Unterschied sofort.

Es gibt außerdem Blätter mit Gegenzahn: Dort zeigt jeder fünfte oder sechste Zahn nach oben. Das klingt nach einem Detail, ist aber bei Sperrholz der Unterschied zwischen einer sauberen und einer ausgefransten Unterseite. Wer die Werkstücke bemalen will, spart sich damit viel Schleifarbeit.

Und noch eine Zahl, die zum Blatt gehört: die Bügelgröße. Für Anfänger werden 200 bis 300 Millimeter empfohlen, für Kinder unter zehn Jahren eher unter 30 Zentimetern. Ein großer Bügel greift weiter aufs Werkstück, ist aber schwerer zu führen. Mehr dazu in unserer Kaufberatung zum Laubsäge-Set für Kinder.

Ein Laubsägeblatt richtig einspannen

Das ist die Stelle, an der die meisten scheitern — und die einzige, bei der ein Fehler das ganze Sägen verdirbt. Fünf Schritte, danach sitzt es.

1
Zahnrichtung prüfen. Die Zähne zeigen nach unten, zum Griff hin. Fahre mit dem Fingernagel am Blatt entlang: In Richtung Griff hakt es, in die andere Richtung gleitet es. Die Laubsäge schneidet beim Herunterziehen — deshalb ist das die einzige richtige Richtung.
2
Am oberen Ende beginnen. Spanne das Blatt zuerst an dem Ende ein, das vom Griff weg zeigt. Die Flügelschraube handfest anziehen, nicht mit der Zange.
3
Den Bügel zusammendrücken. Setze die Säge mit dem oberen Bügelende gegen die Tischkante und drücke den Griff leicht hinein. Der Bügel gibt ein paar Millimeter nach — mehr braucht es nicht.
4
Das zweite Ende festziehen. Bei zusammengedrücktem Bügel das untere Ende einspannen und festziehen. Dann loslassen: Der Bügel zieht das Blatt straff.
5
Die Zupfprobe machen. Zupfe am Blatt wie an einer Gitarrensaite. Ein heller, klarer Ton heißt: richtig. Ein dumpfer Ton heißt: zu locker, das Blatt wird verkanten. Ein sehr hoher, harter Ton heißt: zu straff, es bricht beim ersten Verkanten.

Warum die Richtung so wichtig ist: Eine Laubsäge ist eine Zugsäge. Die Kraft wirkt beim Herunterziehen, wenn Bügel und Arm die Bewegung führen. Beim Hochschieben soll das Blatt nur zurückgleiten. Falsch herum eingespannt schneidet die Säge beim Schieben — dabei drückt sich das Blatt aus der Spur, und die Schnittkante wird schief.

Warum Blätter brechen — und wann das normal ist

Ein gerissenes Blatt fühlt sich an wie ein Fehler und ist meistens keiner. Laubsägeblätter sind Verbrauchsmaterial; sie werden in Bündeln zu zwölf Stück verkauft, und das hat einen Grund. Wie viele bei einem Projekt reißen, hängt so stark von Holz, Motiv und Hand ab, dass wir dazu keine ehrliche Zahl nennen können — wir haben keine gefunden, die belegt wäre.

Was sich sagen lässt, sind die drei Ursachen:

  • Zu straff gespannt. Ein überspanntes Blatt hat keine Reserve und bricht beim kleinsten Verkanten.
  • Verkantet. Wer die Säge schräg hält oder das Werkstück anhebt, klemmt das Blatt ein. Die Säge muss senkrecht stehen, immer.
  • In der Kurve verdreht. Der häufigste Kinderfehler: Statt das Holz zu drehen, wird die Säge gedreht. Das Blatt verwindet sich und reißt.

Alle drei stehen mit den passenden Gegenmitteln in Wie sägt man mit der Laubsäge richtig.

Der Innenschnitt — Blatt einfädeln statt außen anfangen

Sobald ein Motiv ein Loch hat — das Fenster eines Hauses, der Zwischenraum in einem Ornament —, kommt man von der Außenkante nicht hin. Dafür gibt es den Innenschnitt, und er ist der Grund, warum ein feines Blatt so nützlich ist.

1
Loch bohren. Mit dem Handbohrer oder Drillbohrer ein Loch in die auszusägende Fläche setzen — nicht auf die Linie, sondern knapp daneben, innen. Ein bis zwei Millimeter Durchmesser reichen, wenn das Blatt fein ist.
2
Blatt ausspannen. Ein Ende des Blattes lösen. Das andere bleibt in der Säge.
3
Einfädeln. Das lose Ende von unten durch das Bohrloch schieben und wieder in die Säge spannen — dieselben fünf Schritte wie oben.
4
Aussägen und wieder ausspannen. Die Innenfläche heraussägen, dann das Blatt erneut lösen, das Werkstück abnehmen und für das nächste Loch von vorn beginnen.

Ein feines Blatt zahlt sich hier doppelt aus: Es passt durch ein kleineres Loch, und ein kleineres Loch fällt am fertigen Werkstück nicht auf.

Was man wirklich kauft

Blätter kommen im Bündel zu zwölf. Zwei Bündel — Größe 1 und Größe 3 — reichen für eine ganze Bastelsaison mit einem Enkelkind. Achte beim Kauf auf drei Angaben: die Größe, ob es ein Holz- oder ein Metallblatt ist, und ob es einen Gegenzahn hat.

Alles Weitere zur Ausstattung — Säge, Tisch, Zwinge, Bohrer — steht in der Kaufberatung zum Laubsäge-Set für Kinder. Welches Holz dazu passt, erklärt Mit Holz werken. Und ab wann ein Kind das überhaupt kann, haben wir in Laubsägen mit Kindern: ab welchem Alter? zusammengetragen.

Häufige Fragen

Wie herum spannt man ein Laubsägeblatt ein?

Die Zähne zeigen nach unten, in Richtung Griff. Die Laubsäge ist eine Zugsäge — sie schneidet beim Herunterziehen. Wer das Blatt andersherum einspannt, schiebt beim Sägen und bekommt keine saubere Schnittkante.

Welche Größe hat ein Laubsägeblatt für Sperrholz?

Für Sperrholz von 4 bis 5 Millimetern ist Größe 3 die übliche Wahl. Bei vielen engen Kurven nimmt man 2/0 oder 1, bei dickerem Holz und geraden Schnitten Größe 5 bis 7.

Woran merke ich, dass das Blatt richtig gespannt ist?

An der Zupfprobe: Ein angezupftes, richtig gespanntes Blatt klingt hell und klar wie eine Saite. Klingt es dumpf, ist es zu locker.

Warum bricht mein Laubsägeblatt ständig?

Drei Gründe kommen infrage, und alle drei liegen nicht am Blatt: Es ist zu straff gespannt, es wird beim Sägen verkantet, oder es wird bei engen Kurven verdreht statt das Holz zu drehen. Ein gerissenes Blatt ist trotzdem normal — sie werden in Bündeln zu zwölf verkauft, weil sie Verbrauchsmaterial sind.

Was bedeutet Gegenzahn bei einem Laubsägeblatt?

Bei einem Blatt mit Gegenzahn zeigt jeder fünfte oder sechste Zahn nach oben statt nach unten. Das verhindert, dass die Unterseite des Werkstücks ausreißt — nützlich bei Sperrholz, dessen unterste Furnierlage sonst splittert.

Quellen

  • laubsaegeblaetter.info: Laubsägeblätter-Größen — Größentabelle mit Schnittbreite und Zähnezahl
  • laubsaegeblaetter.info: Laubsägeblätter einspannen — Reihenfolge und Zupfprobe
  • Wikipedia: Laubsäge — Zahnrichtung und Innenschnitt
  • spielundlern.de: Laubsägearbeiten mit Kindern — Blattgrößen für Kinder, Bügelgröße
  • talu.de: Laubsägearbeiten — Grundlagen — Bügelgröße für Anfänger

Alle Angaben am 18. August 2026 geprüft. Die Größentabelle gibt Herstellerwerte wieder; zwischen Marken kann es kleine Abweichungen geben. Zum Blattverbrauch je Projekt haben wir keine belastbare Quelle gefunden und nennen deshalb keine Zahl.

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Beitrag aus der Kategorie: WerkenVerantwortlicher Autor: Jürgen BuschInhalt des Beitrages habe ich auf Richtigkeit überprüft am 18. August 2026.