Kleinkind putzt auf einem Tritthocker am Waschbecken die Zähne, Großvater steht daneben
Kleinkind putzt auf einem Tritthocker am Waschbecken die Zähne, Großvater steht daneben

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Jürgen Busch, Autor von grossvater.de – Schwarzweiß-Porträt mit gefalteten Händen

Beitrag von Jürgen Busch
AKTUALISIERT AM 03.08.2026 · 7 MIN. LESEZEIT · Kategorie: Großeltern
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Kurz gesagt: Das Bad bei Oma und Opa ist ein Erwachsenenbad — und mit vier Handgriffen wird es für ein Dreijähriges benutzbar. Nötig sind ein zweistufiger Tritthocker (15 bis 25 Euro), ein Toilettensitz (15 bis 40 Euro, faltbare Modelle lassen sich wegräumen), eine rutschfeste Matte für die Wanne (12 bis 20 Euro) und ein eigenes Handtuch. Zusammen rund 60 Euro.

Beim Thema Bad denken die meisten Großeltern zuerst an das Baden. In der Praxis geht es aber um etwas anderes: Ein Kind, das gerade sauber wird, muss allein und schnell an die Toilette kommen — und danach ans Waschbecken. Wenn dafür jedes Mal jemand kommen und heben muss, geht es schief.

Wer schafft eigentlich was an?

Bleibt dauerhaft bei Oma und Opa: Tritthocker, Toilettensitz, rutschfeste Matte, eigenes Handtuch, Kinderzahnbürste

Bringen die Eltern jedes Mal mit: die gewohnte Zahnpasta, Windeln oder Trainingshosen, Lieblings-Waschlappen

Könnt Ihr den Eltern finanzieren: nichts — das sind Kleinbeträge

Der Tritthocker ist das wichtigste Teil

Ein Waschbecken auf 85 Zentimetern ist für ein Dreijähriges so hoch wie für Dich ein Regalbrett auf zwei Metern. Ein zweistufiger Hocker löst das — und zwar besser als ein einstufiger, weil die zweite Stufe den entscheidenden Unterschied macht und die erste als Auftritt dient.

Achte auf rutschfeste Füße und eine rutschfeste Trittfläche, auf tragfähigen Kunststoff und darauf, dass sich der Hocker leicht abwischen lässt. Modelle aus Holz sehen schöner aus, saugen im Bad aber Feuchtigkeit. Und stell ihn nicht vor die Toilette, sondern vors Waschbecken — vor der Toilette hat er in Verbindung mit dem Sitz nichts zu suchen.

Toilettensitz und Töpfchen

Beim Sauberwerden gibt es zwei Wege, und beide sind richtig. Das Töpfchen steht auf dem Boden, das Kind kommt allein hin und braucht keine Hilfe — dafür muss es geleert und gereinigt werden. Der Toilettensitz hingegen verkleinert die vorhandene Brille, das Kind macht es wie die Großen, braucht aber den Hocker zum Hinaufkommen.

Für Großeltern spricht viel für den Toilettensitz: Er kostet einmal etwas, muss nicht geleert werden und lässt sich — je nach Modell — zusammenklappen und wegräumen. Genau das ist der Punkt, an dem sich Großeltern von Eltern unterscheiden: Ein Erwachsenenbad soll nach dem Besuch wieder ein Erwachsenenbad sein.

💡 Opa-Tipp: Frag die Eltern, welchen Weg sie zu Hause gehen, und mach es genauso. Ein Kind, das gerade sauber wird, ist mit zwei verschiedenen Systemen überfordert — und ein Rückschritt bei Oma und Opa fällt den Eltern sofort auf.

Baden und Zähneputzen

Eine rutschfeste Matte in der Wanne ist die günstigste Sicherheitsmaßnahme im ganzen Haushalt. Für kleine Kinder gilt außerdem: nie allein in der Wanne lassen, auch nicht für einen Moment, und die Wassertemperatur mit dem Ellenbogen prüfen — 37 Grad fühlen sich an der Hand anders an.

Zum Zähneputzen gehören eine eigene Kinderzahnbürste und ein eigener Becher. Die Zahnpasta bringen die Eltern mit; welche Sorte und wie viel, ist eine Frage, die im Zweifel der Kinderarzt beantwortet, nicht wir.

Der Rundgang mit Kinderaugen

Bevor Du etwas kaufst, gehe einmal in die Hocke und schau Dir Dein Bad aus einem Meter Höhe an. Was von dort erreichbar ist, ist für ein Kleinkind erreichbar. Erfahrungsgemäß findet man dabei mehr, als einem lieb ist.

  • Medikamente — auch die eigenen. Blutdrucksenker und Schlaftabletten sehen aus wie Bonbons. Weggeschlossen, nicht nur hochgestellt.
  • Rasierer und Klingen, Nagelschere, Pinzette.
  • Reinigungsmittel unter dem Waschbecken — der klassische Ort, an dem alles griffbereit steht.
  • Föhn und Rasierapparat: Stecker ziehen und das Kabel wegräumen, nicht über der Wanne liegen lassen.
  • Der Toilettendeckel — bei Kleinkindern schließen. Kinder unter drei können sich über den Rand beugen und kommen allein nicht wieder hoch.

Das klingt nach viel, ist aber eine Aktion von wenigen Minuten — und danach gilt diese Anordnung für alle künftigen Besuche.
Den vollständigen Rundgang durch die ganze Wohnung findest Du im Ratgeber Zuhause kindersicher machen.

Drei Dinge, mit denen das Bad kindgerecht wird

Wichtig zur Einordnung: Ich habe diese Produkte nicht selbst getestet. Die Auswahl beruht auf Bewertungen bei Amazon und den Herstellerangaben, gemessen an den Kriterien bei diesen Produkten.

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Toilettensitz zum Zusammenklappen

Verkleinert die vorhandene Brille und lässt sich danach zusammenklappen — er passt in eine Schublade oder in die Wickeltasche. Für Großeltern ist genau das der Unterschied: Nach dem Besuch ist das Bad wieder ein Erwachsenenbad.

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Was es kostet

Tritthocker kosten zwischen 15 bis 25 Euro, ein Toilettensitz zwischen 15 bis 40 Euro, die Badewannenmatte liegt bei12 bis 20 Euro, Kinderzahnbürste und Becher zusammen unter 10 Euro.
Ein eigenes Handtuch schenkt oft ohnehin jemand. Zusammen bist Du bei 50 bis 90 Euro — und damit ist das Badthema für die nächsten Jahre erledigt.

❓ Häufige Fragen zu Bad und Sauberwerden

Töpfchen oder Toilettensitz — was ist besser?

Beides funktioniert. Das Töpfchen steht auf dem Boden, das Kind kommt allein hin, es muss aber geleert werden. Der Toilettensitz verkleinert die vorhandene Brille und lässt sich bei faltbaren Modellen wegräumen — für Großeltern meist der bessere Weg. Wichtig ist vor allem, es genauso zu machen wie die Eltern zu Hause.

Welcher Tritthocker ist der richtige?

Ein zweistufiger. Die zweite Stufe macht den Unterschied am Waschbecken, die erste dient als Auftritt. Achte auf rutschfeste Füße und eine rutschfeste Trittfläche sowie auf abwischbaren Kunststoff — Holz saugt im Bad Feuchtigkeit.

Ab wann werden Kinder sauber?

Das ist sehr unterschiedlich und lässt sich nicht beschleunigen. Viele Kinder werden zwischen zwei und vier Jahren tagsüber sauber, nachts oft deutlich später. Als Großeltern gilt: keinen Druck machen und keine eigenen Regeln aufstellen, sondern den Weg der Eltern mitgehen.

Worauf muss ich beim Baden achten?

Eine rutschfeste Matte in die Wanne, das Kind nie allein lassen — auch nicht für einen Moment — und die Wassertemperatur mit dem Ellenbogen prüfen statt mit der Hand. Etwa 37 Grad sind richtig.

Was kostet ein kindgerechtes Bad bei Oma und Opa?

Zwischen 50 und 90 Euro: Tritthocker 15 bis 25 Euro, Toilettensitz 15 bis 40 Euro, Badewannenmatte 12 bis 20 Euro, Zahnbürste und Becher unter 10 Euro.