
Inhalt des Beitrags
Weihnachtsfilme für die Familie sind die einzigen Filme mit festem Platz im Kalender: Es gibt sie nicht irgendwann, es gibt sie jetzt. Genau das macht sie für Großeltern so wertvoll — ein Film, der jedes Jahr wiederkommt, ist kein Fernsehen, sondern ein Ritual. Hier findest Du die Klassiker mit FSK und Altersempfehlung, den Sendetermin-Trick für Aschenbrödel und eine ehrliche Antwort auf die Kevin-Frage.
Kurz gesagt: Die kurze Antwort: Die drei sichersten Weihnachtsfilme für einen Familien-Nachmittag sind Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (FSK 0, ab etwa 4), Der kleine Lord (FSK 6, ab etwa 6) und Der Polarexpress (FSK 6, ab etwa 6). Und die Überraschung, nach der viele suchen: Kevin allein zu Haus hat FSK 12 — mehr dazu unten.
Weihnachtsfilme-Klassiker: die drei, um die es jedes Jahr geht
Es gibt Weihnachtsfilme, die kommen und gehen — und es gibt die, nach denen Familien die Adventszeit takten. Bei uns sind das drei: das Aschenbrödel-Märchen aus dem Jahr 1973, der kleine Lord von 1980 und, für die größeren Kinder, Kevin. Alle drei haben etwas, das neue Filme sich erst verdienen müssen: Du kennst sie selbst. Wer dem Enkel einen Film zeigt, den er schon mit dessen Mutter oder Vater gesehen hat, gibt kein Programm weiter, sondern eine Familientradition.
Was diesen Beitrag von einer Bestenliste unterscheidet: Zu jedem Film findest Du hier zwei Altersangaben. Die FSK ist die gesetzliche Freigabe — sie sagt, was ein Kind sehen darf. Meine Altersempfehlung daneben ist eine redaktionelle Einschätzung als Großvater — sie sagt, ab wann ein Film Freude macht. Das ist oft nicht dasselbe; ausführlich erklärt habe ich den Unterschied im Beitrag Kinderfilme nach Alter.
Drei Haselnüsse für Aschenbrödel — und die Sendetermine
Der tschechisch-deutsche Märchenfilm von 1973 ist der vielleicht sicherste Weihnachtsfilm überhaupt: FSK 0, keine echte Bedrohung, eine Heldin, die reitet, schießt und schlagfertiger ist als der Prinz — und eine Filmmusik, die viele Erwachsene nach drei Tönen erkennen. Meine Empfehlung: ab etwa vier Jahren, wenn ein Kind einer ruhigen Geschichte 80 Minuten folgen mag; einzelne Vierjährige steigen nach der Hälfte aus, und auch das ist in Ordnung.
Sendetermine: Wann läuft Aschenbrödel?
Die ehrliche Antwort: Die Termine stehen jedes Jahr neu fest — und eine Liste, die ich hier pflegen würde, wäre im Dezember verlässlich veraltet. Der Film läuft traditionell mehrfach zwischen dem ersten Advent und Heiligabend im Ersten und in den Dritten Programmen; die aktuellen Termine findest Du am schnellsten in der ARD-Mediathek oder in der Programmzeitschrift Deines Vertrauens.
Der Großvater-Trick ist ein anderer: Nicht den Termin jagen, sondern ihn setzen. Mit der DVD-Scheibe im Regal bestimmst Du, wann Aschenbrödel läuft — nämlich dann, wenn der Enkel da ist. Also die DVD rechtzeitig kaufen!
Der kleine Lord: der Freitag vor Heiligabend
Seit 1982 zeigt das Erste den kleinen Lord mit Alec Guinness Jahr für Jahr in der Weihnachtszeit, in der Regel am letzten Freitag vor Heiligabend — für viele Familien ist dieser Sendetermin so fest wie der Adventskranz. FSK 6, meine Empfehlung: ab etwa sechs. Der Film ist langsam, warmherzig und handelt am Ende von genau dem, worum es auf dieser Seite geht: einem mürrischen Großvater, den ein Enkelkind auftaut. Es gibt keinen Film, bei dem ein Opa auf dem Sofa bessere Karten hat.
Kevin allein zu Haus: FSK 12 — wirklich
Jetzt zur meist gestellten FSK-Frage der Weihnachtszeit. Viele vermuten FSK 6 — tatsächlich hat Kevin allein zu Haus (1990) die Freigabe FSK 12, und zwar durchgängig: im Kino, auf DVD und Blu-ray und im Fernsehen. Der Grund liegt in der zweiten Filmhälfte, in der die Einbrecher mit Bügeleisen, Lötlampe und Farbdosen verprügelt werden — Slapstick für Erwachsene, aber eine lange Kette von Gewalt-Gags. Der Begriff Slapstick steht für eine Form der körperbetonten, derben Komik, bei der Stürze, Missgeschicke oder Schein-Prügeleien im Vordergrund stehen
Was heißt das praktisch? Zu Hause ist die FSK kein Verbot — dort entscheiden die Eltern, was ein Kind sieht. Meine Einschätzung als Großvater: ab etwa acht Jahren, wenn das Kind Slapstick sicher von Ernst unterscheiden kann, und am besten gemeinsam. Und weil es hier um das Kind Deiner Kinder geht, gilt der wichtigste Satz dieses Beitrags: Die Kevin-Entscheidung treffen die Eltern, nicht die Großeltern. Frag vorher — das eine Telefonat erspart Dir das Gespräch danach.
⚠️ Falls im Fernsehen eine Fassung mit anderer Angabe auftaucht: Fernsehsender dürfen Filme bearbeiten und anders einordnen. Verbindlich für Kauf und Kino ist die FSK-Kennzeichnung auf der Hülle.
Der Polarexpress: ab welchem Alter?
Der Animationsfilm von 2004 nach dem Bilderbuch von Chris Van Allsburg hat FSK 6 — und ist ein Sonderfall. Die Geschichte (ein Junge, der nicht mehr recht an den Weihnachtsmann glaubt, fährt im Zauberzug zum Nordpol) passt für Fünfjährige. Aber die damals neuartige Computer-Optik mit ihren fast, aber nicht ganz echten Gesichtern wirkt auf manche jüngere Kinder unheimlich — das ist meine Beobachtung, beweisen kann ich Dir das nicht. Meine Empfehlung deshalb: ab etwa sechs, wenn deine sensiblen Enkelkindern neben Dir sitzen und Du die Fernbedienung in der Nähe hast. Die Zugfahrt-Szenen sind großes Kino, und das Glöckchen am Ende ist einer der schönsten Schlussgedanken, die ein Weihnachtsfilm je hatte: Es klingt für alle, die glauben.
Alte Weihnachtsfilme aus Deiner Kindheit
Wer nach alten Weihnachtsfilmen sucht, sucht selten eine Jahreszahl — sondern nach einem Gefühl an einem Fernsehabend in der eigenen Kindheit. Neben Aschenbrödel und dem kleinen Lord gehören dazu die Märchenfilme der DEFA und des tschechischen Fernsehens, die die Dritten Programme bis heute in der Adventszeit wiederholen, die Weihnachtsfolgen der Augsburger Puppenkiste — und für die etwas Jüngeren die Trickfilm-Klassiker der Achtziger. Eine ausführliche Zeitreise durch die Filme von damals, mit allem, was dazugehört, findest Du im Beitrag Alte Kinderfilme — die Weihnachtsstücke sind sozusagen dessen festlicher Ableger.
💡 Opa-Tipp: Der schönste Einstieg in einen Weihnachtsfilm-Nachmittag ist ein Satz, den nur Du sagen kannst: „Den Film habe ich gesehen, als ich so alt war wie Du — und es gab nur ein Programm, und wer zu spät kam, hatte halt Pech.“
Weihnachtsfilme für die ganze Familie — nach Alter
Für den schnellen Überblick, wenn der Besuch schon auf der Treppe ist — die Empfehlungen sind redaktionell, die FSK steht jeweils dabei:
- Ab etwa 3 – 4 Jahre: kurze Formate statt Spielfilm — eine Weihnachtsfolge der Lieblingsserie, ein halbstündiger Bilderbuchfilm. Ein ganzer Spielfilm ist in dem Alter für viele Kinder schlicht zu lang. Ab vier Jahren ist Aschenbrödel (FSK 0) der erste „richtiger“ Film.
- Ab etwa 5 – 6 Jahre: jetzt beginnt die klassische Weihnachtsfilm-Zeit — Der kleine Lord (FSK 6), der Polarexpress (FSK 6), die Märchenfilme der Dritten.
- Ab etwa 8: Kevin allein zu Haus (FSK 12, nach Absprache mit den Eltern) — und die Familienkomödien, bei denen auch die Erwachsenen freiwillig sitzen bleiben.
- Für alle zusammen: der eine Film, den Ihr jedes Jahr seht. Welcher es ist, ist beinahe egal — dass es jedes Jahr derselbe ist, macht ihn zum Ritual.
Die ausführliche Staffelung mit den Entwicklungsschritten dahinter steht im Beitrag Kinderfilme nach Alter; aktuelle Kinofilme dieser Saison sammelt die Filmliste.
Wenn Ihr Euch nur selten seht
Wohnt der Enkel weit weg, ist der Weihnachtsfilm sogar noch wertvoller — weil er ein verabredetes Ritual über Entfernung sein kann. Das geht so: Ihr habt beide denselben Film (zweimal dieselbe Scheibe ist das preiswerteste Fernseh-Abo der Welt), Ihr verabredet einen Abend im Advent, jeder schaut bei sich — und danach wird telefoniert. „Welche Stelle war die beste?“ trägt ein längeres Gespräch, als Du denkst. Und wenn Ihr Euch an Weihnachten dann seht, habt Ihr schon ein gemeinsames Thema, bevor die Kinderjacke oder Opas Mantel an der Garderobe hängt.
Kaufen, streamen oder aufs Fernsehprogramm warten?
Alle drei Wege führen zum Ziel, und jeder hat seinen Reiz. Das Fernsehprogramm ist die Tradition — kostenlos, aber der Termin gehört dem Sender. Beim Streaming wechseln die Weihnachtsfilme je nach Anbieter und Jahr; ob ein Film gerade im Abo ist, prüfst Du am schnellsten bei JustWatch — diese Angaben pflege ich bewusst nicht selbst, weil sie sich monatlich ändern. Und die DVD im Regal ist der Weg für alle, die den Termin selbst bestimmen wollen: Sie ist da, wenn der Enkel da ist, jedes Jahr wieder.
Damit die Karten offen liegen: An den folgenden Boxen verdient diese Seite eine kleine Provision — am Fernsehprogramm und an den Streaming-Hinweisen verdient sie nichts. Empfohlen wird, was in unser Wohnzimmer käme.
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Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
Das Märchen von 1973 als DVD oder Blu-ray — damit bestimmst Du den Sendetermin selbst.
Der kleine Lord
Die Fassung von 1980 mit Alec Guinness — der Freitagabend-Klassiker für das eigene Regal.
Der Polarexpress
Die Zugfahrt zum Nordpol für Kinder ab etwa sechs — restauriert schöner als jede TV-Ausstrahlung.
Weihnachtsfilm-Sammlungen
Sammelboxen mit mehreren Klassikern — praktisch, wenn das Ritual erst noch seinen Film sucht.
❓ Häufige Fragen zu Weihnachtsfilmen
Wann läuft Drei Haselnüsse für Aschenbrödel im Fernsehen?
Traditionell mehrfach zwischen dem ersten Advent und Heiligabend im Ersten und in den Dritten Programmen. Die Termine stehen jedes Jahr neu fest — aktuell nachsehen lässt sich das in der ARD-Mediathek oder der Programmzeitschrift.
Welche FSK hat Kevin allein zu Haus?
FSK 12 — im Kino, auf DVD und Blu-ray und im Fernsehen. Zu Hause entscheiden die Eltern; als redaktionelle Empfehlung gilt: ab etwa acht Jahren und gemeinsam schauen.
Ab welchem Alter passt Der Polarexpress?
Die FSK sagt 6. Die Geschichte passt ab etwa fünf, die Computer-Optik wirkt auf manche jüngere Kinder aber unheimlich — Empfehlung: ab etwa sechs, bei sensiblen Kindern begleitet.
Welcher Weihnachtsfilm eignet sich ab 3 oder 4 Jahren?
Kurze Formate: eine Weihnachtsfolge der Lieblingsserie oder ein halbstündiger Bilderbuchfilm. Ab etwa vier trägt Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (FSK 0) als erster ganzer Spielfilm.
Was ist der Unterschied zwischen FSK und Altersempfehlung?
Die FSK ist die gesetzliche Freigabe und sagt, was ein Kind sehen darf. Eine Altersempfehlung ist eine redaktionelle Einschätzung und sagt, ab wann ein Film Freude macht — sie liegt oft über der FSK.
Kaufen, streamen oder im Fernsehen schauen?
Das Fernsehen ist die kostenlose Tradition, beim Streaming wechselt das Angebot jährlich, die eigene Scheibe macht den Termin unabhängig — sie ist da, wenn der Enkel da ist.
Quellen
Worauf sich die Angaben in diesem Beitrag stützen, abgerufen am 6. August 2026:
- FSK — Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft — Freigaben der genannten Filme (Aschenbrödel FSK 0, Der kleine Lord FSK 6, Der Polarexpress FSK 6, Kevin allein zu Haus FSK 12).
- Wikipedia: Der kleine Lord (1980) — Sendetradition des Ersten seit 1982.
Altersempfehlungen jenseits der FSK sind redaktionelle Einschätzungen des Autors, keine amtlichen Angaben.
Rubrik Kinderfilme und Fernsehen
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