
Eigene Zeichnung. So sieht der fertige Winterwald aus: neun Motive, aufgestellt in zwei Reihen auf einer Grundplatte.
Ein Winterwald aus Sperrholz ist das Laubsägeprojekt, das am meisten hermacht und am wenigsten verlangt: neun einzelne Motive, aufgestellt in zwei Reihen auf einer Grundplatte. Vier Tannen, ein Hirsch, ein Reh, ein Fuchs, ein Hase und ein Busch — jedes Stück für sich ist in einer halben Stunde gesägt, und zusammen ergeben sie eine Szene, die den ganzen Advent auf der Fensterbank steht. Alle Vorlagen gibt es hier kostenlos zum Ausdrucken.
Das Wichtigste vorweg
Wir sägen keinen durchgehenden Waldstreifen, sondern neun Einzelteile. Das hat einen handfesten Grund: Bei 26 Zentimetern Breite wären die Baumstämme und Tierbeine in einem zusammenhängenden Fries nur zwei bis sieben Millimeter dick — das bricht beim Sägen. Was man im Netz als filigrane Waldscheibe sieht, kommt fast immer aus einem Lasercutter, nicht von einer Laubsäge.
Als Einzelmotive ist jede tragende Stelle über sechs Millimeter dick. Und der Aufbau ist obendrein schöner: Die Enkel dürfen die Szene selbst arrangieren, bevor geleimt wird — und wer mag, sägt seine Lieblingstanne einfach dreimal.
Alle Vorlagen als PDF laden (6 Seiten, A4)
Blatt 1 ist die Anleitung, Blatt 2 bis 5 sind die neun Motive in Originalgröße, Blatt 6 zeigt die Grundplatte zum Auflegen.
Material und Werkzeug
Für einen vollständigen Winterwald brauchst Du drei bis vier A4-Stücke Sperrholz. Wer nur einen Ausschnitt bauen will — zwei Bäume und den Hasen zum Beispiel — kommt mit einem Stück aus.
| Was | Genauer |
|---|---|
| Holz für die Motive | Pappelsperrholz 4–5 mm, drei bis vier A4-Stücke |
| Grundplatte | Sperrholz oder Leimholz, 260 × 80 mm, mindestens 8 mm — besser 10 bis 12 mm, dann steht es satt |
| Stützklötzchen | Quadratleiste 15 × 15 mm, etwa 20 cm reichen für neun Klötzchen |
| Säge | Laubsäge oder Dekupiersäge, Sägeblätter Größe 2/0 bis 3 — gröbere Blätter reißen die engen Kurven aus |
| Und außerdem | Laubsägetisch mit V-Ausschnitt, Schraubzwinge, Feinsäge, Holzleim, Schleifpapier Korn 120 und 240, Wäscheklammern, Sprühkleber oder Kohlepapier |
Was wir bewusst weglassen
Keine Innenschnitte. Bei Hirsch, Reh und Fuchs bleibt die Fläche zwischen den Beinen als Schneewehe stehen — dadurch braucht kein einziges Motiv ein Bohrloch zum Einfädeln des Sägeblatts. Auf den Vorlagen sind diese Flächen blau gestrichelt: Wer schon sicher sägt, kann sie aussägen und bekommt freistehende Beine. Beides sieht gut aus, und beides ist richtig.
Schritt für Schritt zum Winterwald
Die Vorlage aufs Holz bringen
Drucke das PDF in Originalgröße aus — nicht „an Seite anpassen“, sonst stimmen die Maße nicht mehr. Schneide das Motiv grob aus und klebe es mit wiederablösbarem Sprühkleber auf das Sperrholz. Wer keinen Sprühkleber hat, legt Kohlepapier unter und fährt die Linie mit dem Bleistift nach.
Die Papiervorlage kommt direkt aufs Holz — gesägt wird dann entlang der gedruckten Linie.
Das Sägeblatt richtig einspannen
Der Laubsägetisch wird mit der Schraubzwinge an der Tischkante befestigt, die Sägelinie liegt immer über dem V-Ausschnitt. Beim Einspannen zeigen die Zähne nach unten zum Griff — die Laubsäge schneidet beim Herunterziehen. Zum Prüfen mit dem Fingernagel von oben nach unten über die Kante fahren: Es muss hakeln. Zupfe danach am gespannten Blatt — ein heller, klarer Ton heißt straff genug, ein dumpfer heißt zu locker.
Der Klassiker unter den Anfängerfehlern: das Blatt verkehrt herum eingespannt. Dann zieht die Säge nur, statt zu schneiden.
Sägen — und in Kurven das Holz drehen
Gleichmäßig auf und ab, wenig Druck: Das Blatt schneidet von allein. In Kurven wird immer das Holz gedreht, nie das Blatt verkantet — sonst bricht es. An den spitzen Ecken zwischen den Ästen hältst Du an, sägst auf der Stelle weiter, drehst das Holz und sägst dann in die neue Richtung.
Links richtig, rechts falsch — verkantete Blätter sind der häufigste Grund für Blattbruch.
Schleifen und Kanten brechen
Nach dem Sägen erst mit Korn 120, dann mit Korn 240 über Kanten und Flächen. Die Rückseite nicht vergessen: Dort franst Sperrholz beim Sägen am stärksten aus. Wer die Motive bemalen will, macht das jetzt — nach dem Aufleimen kommt man an die Rückseiten nicht mehr heran.
Erst Korn 120, dann 240. Ein paar Minuten Schleifen entscheiden darüber, ob das Stück nach Werkstatt oder nach Geschenk aussieht.
Neun Klötzchen sägen
Von der Quadratleiste 15 × 15 mm neun Stücke von je etwa 18 Millimetern absägen — mit der Feinsäge oder Japansäge, nicht mit der Laubsäge. Für Kinder ist das die perfekte erste Übung: gerade Schnitte, kein Kurvenstress, und am Ende liegen neun greifbare Ergebnisse auf dem Tisch.
Neun Klötzchen aus einer Leiste — die Sägekanten danach kurz glattschleifen.
Klötzchen anleimen
Jedes Motiv bekommt sein Klötzchen von hinten, bündig mit der Unterkante angeleimt. So entsteht ein L, das von selbst steht — und von vorne ist davon nichts zu sehen. Eine Wäscheklammer hält, bis der Leim greift.
Das Klötzchen zeigt immer nach hinten. Es trägt das Motiv und bleibt unsichtbar.
Die Grundplatte anzeichnen
Die Platte auf 260 × 80 mm zuschneiden und rundum schleifen. Dann zwei Linien parallel zur Vorderkante anzeichnen: die vordere bei 20 mm, die hintere bei 55 mm. Blatt 6 des PDF zeigt die Platte in Originalgröße — Du kannst es direkt auflegen und durchpausen.
Zwei Reihen, 35 Millimeter Abstand: Genau daraus entsteht die Tiefenwirkung.
Aufstellen und aufleimen
Erst alles trocken hinstellen und verschieben, bis die Szene stimmt: hinten die großen Bäume, vorne die kleinen, die Tiere und die Büsche. Dann Leim auf Sockel und Klötzchen und jedes Motiv auf seine Linie setzen. Über Nacht durchtrocknen lassen.
Erst trocken arrangieren, dann leimen — und über Nacht auf einer ebenen Fläche durchtrocknen lassen.
Ab welchem Alter?
Busch und Hase sind Einsteigermotive und gehen ab etwa sechs Jahren. Die Bäume haben viele spitze Ecken und verlangen Geduld — ab acht. Der Fuchs ab neun, Reh und Hirsch ab zehn, denn die Beine bleiben fein, auch wenn der Schnee sie hält. Das Geweih wird zuletzt gesägt, langsam und mit frischem Blatt.
Diese Zahlen sind unsere Einschätzung aus Schnittlänge, Anzahl der spitzen Ecken und der schmalsten Stelle. Entscheidend bleibt etwas anderes: dass ein Erwachsener danebensitzt.
Drei Varianten für das fertige Stück
Naturholz. Motive nur geschliffen, die Grundplatte mit etwas Holzöl behandelt. Wirkt ruhig und wertig — und man sieht dem Stück an, dass es aus Holz ist und nicht aus dem Laden.
Scherenschnitt. Alle Motive vor dem Aufleimen mit mattschwarzer Acrylfarbe streichen. Vor einem hellen Fenster ergibt das die klassische Silhouette.
Schnee. Nur die Kanten weiß streichen, die Flächen naturbelassen. Das ist die Kinder-Variante: schnell gemacht, und der Effekt ist sofort da.
Wenn Ihr Blut geleckt habt
Der Winterwald ist ein Projekt für einen ganzen Nachmittag. Wenn Ihr vorher noch üben wollt oder danach weitermachen möchtet: Unsere fünf Weihnachtsmotive zum Ausdrucken sind einzelne Blätter vom Stern bis zur Schneeflocke. Wie die Vorlage sauber aufs Holz kommt, steht in Vorlage auf Holz übertragen, und welches Sägeblatt wofür taugt, erklärt das richtige Sägeblatt. Alle Projekte auf einen Blick gibt es im Laubsägen-Bereich.
