
Es gibt wenige Ausflüge, bei denen Kinderaugen so leuchten wie im Streichelzoo. Gestern war ich mit meinem Enkel in Südtirol – und habe wieder einmal gesehen, wie viel so ein Vormittag zwischen Ziegen, Lamas und Kaninchen auslöst. Hier erzähle ich Dir davon und gebe Dir die Tipps mit, die als Oma oder Opa wirklich wichtig sind: warum Kinder das so lieben, worauf Du achten solltest – und wo Ihr in der Region fündig werdet.
🐐 Unser Vormittag in der Tierwelt Rainguthof
Hoch über Tisens bei Meran, Richtung Gampenpass, liegt ein Bergbauernhof, den die Familie Piazzi in ein kleines Tierparadies verwandelt hat: die Tierwelt Rainguthof in Gfrill. Das Besondere: Viele Tiere laufen frei über das weitläufige Gelände. Für meinen Enkel war genau das der Zauber – kein Gitter, kein Abstand, sondern eine neugierige Ziege, die einem direkt entgegenkommt.
Wir haben am Eingang ein Tütchen Futter geholt, und schon war das Eis gebrochen. Kamele mitten im Wald, verschmitzte Lamas, Damhirsche, ein stattlicher Hochlandstier, dazu Esel, Schafe und ein paar lautstarke Emus aus Australien. Mein Enkel ist von Gehege zu Gehege gezogen, hat gestreichelt, gefüttert, gestaunt – und zwischendurch auf dem kleinen Spielplatz Pause gemacht, während ich an der Jausenstation einen Kaffee hatte. Im Hintergrund der Blick auf Bozen und den Rosengarten. So sieht ein rundum gelungener Großeltern-Vormittag aus.


Ein zum Tierparadies umgebauter Bergbauernhof oberhalb von Tisens bei Meran. Kamele, Lamas, Emus, Damhirsche, Hochlandstier, Esel, Ziegen & Schafe leben auf weitläufigem Gelände, viele davon frei laufend. Mit kleinem Spielplatz, Jausenstation, Picknickwiese und herrlichem Blick auf Bozen und den Rosengarten.
❤️ Warum Kinder einen Streichelzoo so lieben
Für uns Erwachsene ist es „nur“ ein Ausflug – für ein Kind ist es ein Riesenerlebnis. Das hat gute Gründe:
- Nähe statt Distanz: Im großen Zoo bewundert man Tiere aus der Ferne. Hier darf das Kind anfassen, fühlen, riechen – es begreift das Tier im Wortsinn.
- Selbstwirksamkeit: Wenn eine Ziege aus der eigenen Hand frisst, ist das ein kleiner Triumph. „Ich habe das gemacht“ – dieses Gefühl stärkt Kinder enorm.
- Alle Sinne an: weiches Fell, raues Heu, warme Tiernase, Geräusche, Gerüche. So lernen kleine Kinder am liebsten – mit dem ganzen Körper.
- Mut und Behutsamkeit: Sich einem großen Tier zu nähern, kostet Überwindung. Und leise zu sein, damit es nicht erschrickt, übt Rücksicht.
- Bewegung an der frischen Luft: Über ein Hofgelände zu streifen ist gesünder und schöner als jeder Bildschirm – und macht abends herrlich müde.
⚠️ Worauf Oma und Opa achten sollten
Damit der Ausflug ein schönes Erlebnis bleibt, lohnt sich ein bisschen Umsicht. Nichts davon soll Angst machen – mit ein paar einfachen Regeln ist ein Streichelzoo-Besuch unbedenklich.
Tiere und ihr Lebensraum können Keime tragen (z. B. bestimmte Darmbakterien). Für gesunde Erwachsene harmlos, für kleine Kinder aber ein Grund zur Vorsicht. Deshalb gilt: nach dem Streicheln und Füttern gründlich die Hände waschen – mit Wasser und Seife, ein Desinfektionsgel für unterwegs hilft zusätzlich. Während des Tierkontakts nichts essen oder trinken, und bei den Kleinsten darauf achten, dass Hände, Schnuller oder Spielzeug nicht in den Mund wandern.
Richtig füttern. Nur das Futter geben, das der Hof anbietet – fremdes Futter kann den Tieren schaden. Am besten mit flacher, offener Hand anbieten, dann erwischt das Tier keine Finger. Kleine Kinder fütterst Du anfangs gemeinsam.
Das Tier respektieren. Auch zahme Tiere bleiben Tiere: Sie können treten, zwicken oder drängeln, wenn sie sich erschrecken. Also nicht hinterherjagen, nicht von hinten anfassen, nicht kreischen. Lieber ruhig hinhocken und abwarten, bis das Tier von selbst kommt – das klappt fast immer.
Allergien & Empfindlichkeiten. Tierhaare, Heu und Stroh können Allergien auslösen. Weißt Du von einer Tierhaarallergie, halte ein Mittel bereit und beobachte Dein Enkelkind. Schwangere sollten den engen Kontakt zu trächtigen Tieren und zur Geburt (Lämmer, Zicklein) meiden – hier bitte im Zweifel ärztlichen Rat einholen.
🎒 Was in die Tasche gehört
- Feuchttücher und ein kleines Handdesinfektionsmittel
- Kleingeld für Futter und Spende (oft gibt es keine Kartenzahlung)
- Wechselkleidung – Matsch und Tiernasen hinterlassen Spuren
- Sonnen- bzw. Regenschutz und eine Trinkflasche
- festes, schmutzunempfindliches Schuhwerk
- bei den Kleinsten: Wickelzeug und ein Snack für die Pause
🗺️ Streichelzoos mit Enkeln entdecken
Wir bauen hier nach und nach eine Karte mit schönen Streichelzoos und Tier-Höfen auf, die wir empfehlen können. Den Anfang macht – natürlich – die Tierwelt Rainguthof. Weitere Höfe ergänzen wir Stück für Stück.
Bergbauernhof-Tierwelt bei Meran mit vielen frei laufenden Tieren. Eintritt gegen Spende, Tierfutter 1 €, Jausenstation und kleiner Spielplatz. Besonders schön für kleine Enkel – wegen der wenigen Parkplätze am besten früh kommen. (Bei Google mit 4,7 von 5 Sternen aus über 2.300 Bewertungen.)
Du kennst einen tollen Streichelzoo, der auf die Karte gehört? Schreib mir gern – ich freue mich über Tipps für die Region.
❓ Häufige Fragen zum Streichelzoo mit Kindern
Ab welchem Alter lohnt sich ein Streichelzoo für Kinder?
Was kostet der Eintritt in einen Streichelzoo?
Ist ein Streichelzoo-Besuch hygienisch unbedenklich?
Was sollte man im Streichelzoo besser nicht tun?
Welcher Streichelzoo ist schön in Südtirol bei Meran?
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