Opa und sechsjähriges Enkelkind betrachten ein Münzglas mit wachsendem Pflänzchen — Frühstartrente

Vom Jahr 2027 an soll jedes Kind ab sechs Jahren zehn Euro im Monat vom Staat für die eigene Rente bekommen — angelegt am Kapitalmarkt, in einem eigenen Vorsorgedepot. Das ist die geplante Frühstartrente. Und das Schönste für uns Großeltern: Wir dürfen ausdrücklich mitmachen und das Depot der Enkel aufstocken. Hier erkläre ich, wie das funktioniert, wo der Haken liegt — und warum die Frühstartrente ein wunderbares, aber besonderes Geschenk ist.

⚠️ Stand Juli 2026: Die Frühstartrente ist noch nicht beschlossen — sie liegt als Referentenentwurf des Finanzministeriums vor und muss Kabinett, Bundestag und Bundesrat noch passieren. Einzelheiten können sich also noch ändern. Ich aktualisiere diese Seite, sobald das Gesetz steht.

Was ist die Frühstartrente — und dürfen Großeltern einzahlen? Ab 2027 sollen alle Kinder von 6 bis 18 Jahren monatlich 10 Euro vom Staat in ein Vorsorgedepot bekommen, das am Aktienmarkt angelegt wird. Zusätzlich dürfen laut Entwurf Eltern, Großeltern oder andere Personen bis zu 6.840 Euro pro Jahr einzahlen. Der Haken: Das Geld ist fest für die Rente gebunden — das Enkelkind kommt erst im Alter daran, nicht für Führerschein oder Studium.

Opa Jürgen Busch, Autor von grossvater.de

Beitrag von Jürgen Busch · AKTUALISIERT AM 24.07.2026 · Finanzen
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Hinweis: Diese Seite gibt Erfahrungen und allgemeine Informationen weiter — sie ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Angaben nach dem Referentenentwurf, Änderungen vorbehalten.

🌱 Was ist die Frühstartrente? Die Eckdaten

Die Frühstartrente ist der nächste Baustein der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Statt eines Sparbuchs bekommt jedes Kind ein kleines Wertpapierdepot, das der Staat mit anschiebt. Das Wichtigste im Überblick:

  • 10 Euro im Monat vom Staat für jedes Kind von 6 bis 18 Jahren — angelegt in einem geförderten Vorsorgedepot am Kapitalmarkt.
  • Start am 1. Januar 2027. Zuerst berechtigt sind Kinder, die 2026 sechs Jahre alt geworden sind (Jahrgang 2020 und jünger); die Beiträge für 2026 kommen rückwirkend dazu. Danach rückt Jahr für Jahr ein neuer Jahrgang nach.
  • Zusätzliche Einzahlungen bis 6.840 Euro pro Jahr sind erlaubt — und ausdrücklich nicht nur durch die Eltern (dazu gleich mehr).
  • Die Erträge in der Ansparphase bleiben steuerfrei.
  • Mit 18 wandert das Guthaben in ein Altersvorsorgedepot, das der Jugendliche dann selbst weiterführt. Auch dieses Depot startet 2027 und löst nach und nach die Riester-Rente ab.
  • Kümmern sich die Eltern um nichts, legt der Staat die 10 Euro trotzdem in einer von der Bundesbank verwalteten Sammelanlage zurück — das Kind kann es später abrufen.

Der Staat gibt über die zwölf Jahre also rund 1.440 Euro dazu. Das ist ein netter Anschub — aber für sich genommen keine üppige Rente. Der eigentliche Hebel liegt woanders: in den Zusatzeinzahlungen und in der sehr langen Laufzeit. Und genau da kommen wir Großeltern ins Spiel.

💪 Der Großeltern-Hebel: aufstocken bis 6.840 Euro im Jahr

Hier steht die für uns entscheidende Nachricht im Gesetzentwurf: Zusätzlich zu den zehn Euro des Staates dürfen „Eltern, Großeltern oder andere Personen“ in das Vorsorgedepot einzahlen — bis zu 6.840 Euro pro Kind und Jahr (das sind 570 Euro im Monat). Oma und Opa sind also nicht Zuschauer, sondern dürfen den Grundstein, den der Staat legt, kräftig ausbauen.

Das macht die Frühstartrente zu einer neuen Form des Enkel-Geschenks — mit zwei besonderen Vorzügen: Die Erträge wachsen in der Ansparphase steuerfrei, und das Geld hat durch den frühen Start eine unglaublich lange Zeit zum Wachsen. Ein Euro, den das Enkelkind mit sechs Jahren bekommt, hat bis zur Rente rund sechs Jahrzehnte Zeit — und über solche Zeiträume wird aus dem Zinseszins ein mächtiger Verbündeter.

👴 Opas Gedanke dazu: Ein Geschenk, dessen volle Wirkung mein Enkel erst mit 67 erlebt — das sehe ich selbst nicht mehr. Aber vielleicht ist gerade das das Schönste daran: ein Geschenk, das weiterwirkt, wenn ich längst nicht mehr da bin. Ein Stück Fürsorge über die eigene Lebenszeit hinaus.

🔒 Der Haken — und warum das kein Ersatz fürs normale Sparen ist

So schön die Idee ist — es gibt eine wichtige Einschränkung, die Ihr kennen müsst, bevor Ihr einzahlt: Das Geld in der Frühstartrente ist fest für die Altersvorsorge gebunden. Das Enkelkind kommt erst im Rentenalter daran — nicht mit 18, nicht fürs Studium, nicht für den ersten Gebrauchtwagen, nicht für die erste Wohnung. Was einmal in die Frühstartrente fließt, ist für rund sechzig Jahre weg.

Das ist Absicht des Gesetzgebers — und für den Zweck „Rente“ auch richtig. Für uns Großeltern heißt es aber: Die Frühstartrente ist ein Zusatz, kein Ersatz. Wer den Enkeln beim Führerschein, bei der Ausbildung oder beim Start ins eigene Leben helfen will, braucht daneben weiterhin frei verfügbares Geld — ein Tagesgeldkonto oder einen ganz normalen Sparplan.

Mein Rat lautet deshalb: zweigleisig fahren. Für die mittelfristigen Ziele der Enkel das flexible Sparen für Enkelkinder (Tagesgeld und Junior-Depot). Und für den ganz langen Horizont — die Rente der Enkel — die Frühstartrente. Beides zusammen ergibt ein rundes Bild.

✅ So gehen Oma und Opa vor

  • 1. Mit den Eltern sprechen — zuerst. Das Vorsorgedepot richten die Eltern für ihr Kind ein; ohne sie geht nichts. Klärt gemeinsam, ob und wie viel Ihr beisteuern wollt.
  • 2. Nicht die erstbeste Werbung nehmen. Sobald das Gesetz steht, werden Banken und Finanzdienstleister kräftig für ihre Vorsorgedepots werben. Gefördert werden nur zertifizierte Standardverträge — auf niedrige Kosten und einen breit gestreuten Aktienanteil achten.
  • 3. Klein und regelmäßig anfangen. Auch 25 oder 50 Euro im Monat wirken über die Laufzeit enorm. Ihr müsst den Höchstbetrag nicht ausschöpfen.
  • 4. Alle Enkel gleich behandeln — oder Unterschiede offen ansprechen. Das erspart später Verstimmung.
  • 5. Eure eigene Vorsorge geht vor. Verschenkt nur, was Ihr sicher nicht selbst braucht — auch nicht im Pflegefall.

Steuerlich sind Eure Einzahlungen übrigens Schenkungen an das Enkelkind — angesichts von höchstens 6.840 Euro im Jahr aber weit unter jedem Freibetrag und damit völlig unproblematisch. Die Grundlagen dazu stehen im Ratgeber Geld an Enkel schenken.

📊 Was daraus werden kann: das Rechenbeispiel

Zahlen sagen mehr als Worte. Die folgende Tabelle zeigt, was zwischen dem 6. und 18. Geburtstag zusammenkommt, wenn zu den 10 Euro des Staates ein Großeltern-Beitrag hinzukommt — bei angenommenen 6 % Rendite pro Jahr (der langjährige Durchschnitt breiter Aktienmärkte, keine Garantie für die Zukunft):

Monatlich gesamt Eingezahlt in 12 Jahren Wert mit 18 (6 % p. a., gerundet)
nur 10 € Staat 1.440 € rund 2.100 €
10 € Staat + 25 € Oma/Opa 5.040 € rund 7.300 €
10 € Staat + 50 € Oma/Opa 8.640 € rund 12.500 €

Und jetzt kommt der eigentliche Zauber: Diese Summe bleibt danach gebunden und wächst steuerfrei weiter — bis zur Rente, also noch rund fünf Jahrzehnte. Über einen so langen Zeitraum kann sich der Wert mit 18 rein rechnerisch noch um ein Vielfaches erhöhen. Das ist der Grund, warum ein früh geschenkter Euro in der Altersvorsorge so viel mehr wiegt als ein später geschenkter — nicht als Versprechen, sondern als Prinzip des Zinseszinses über lange Zeit.

❓ Häufige Fragen zur Frühstartrente

Dürfen Großeltern in die Frühstartrente ihres Enkels einzahlen?

Ja. Nach dem Gesetzentwurf dürfen neben den Eltern ausdrücklich auch Großeltern und andere Personen zusätzlich einzahlen — bis zu 6.840 Euro pro Kind und Jahr. Das Depot selbst richten allerdings die Eltern ein, weil sie sorgeberechtigt sind.

Kann das Enkelkind das Geld fürs Studium oder den Führerschein nutzen?

Nein. Die Frühstartrente ist ausschließlich für die Altersvorsorge bestimmt. Das Geld ist bis zum Rentenalter gebunden. Für Ausbildung, Führerschein oder die erste Wohnung braucht es daneben frei verfügbares Erspartes, etwa ein Tagesgeldkonto oder einen normalen Sparplan.

Wer bekommt die Frühstartrente — und ab wann?

Geplant ist der Start zum 1. Januar 2027. Zuerst berechtigt sind Kinder, die 2026 sechs Jahre alt geworden sind (Jahrgang 2020 und jünger), rückwirkend ab 2026. Danach kommt jedes Jahr ein weiterer Sechsjährigen-Jahrgang hinzu. Die Förderung läuft bis zum 18. Geburtstag.

Ist die Frühstartrente schon beschlossen?

Noch nicht. Im Juli 2026 liegt ein Referentenentwurf des Finanzministeriums vor; das Gesetz muss noch durch Kabinett, Bundestag und Bundesrat. Einzelheiten können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Diese Seite wird aktualisiert, sobald das Gesetz endgültig steht.

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Autor dieses Beitrages: Jürgen Busch · Themenschwerpunkt: Finanzen · Zuletzt überprüft am 24.07.2026