

Symbolbild, mit KI erstellt. Zwölf Lieder, kein Instrument, keine Probe — mehr braucht es nicht.
Welche Weihnachtslieder kann man mit Enkeln singen? Die alten. Zwölf Lieder aus dem 19. Jahrhundert decken alles ab, was man braucht — und sie sind gemeinfrei, dürfen also abgeschrieben, kopiert und verteilt werden. Die Auswahl auf dieser Seite ist nach Alter sortiert: Was ein Zweijähriger schon mitsingt, steht oben.
Singen mit Enkeln scheitert selten am Kind. Es scheitert daran, dass der Erwachsene sich schämt.
Das ist der eigentliche Punkt dieser Seite. Ein Vierjähriger hört nicht, ob Du falsch singst — er hört, dass Du singst. Kinder in diesem Alter haben kein Urteil über Stimmen, sie haben nur eines über Mitmachen. Wer wartet, bis er es gut kann, fängt nie an.
Unten stehen zwölf Lieder, sortiert nach dem Alter, ab dem Kinder sie wirklich mitsingen können — nicht nach Beliebtheit. Dazu bei jedem eine Bemerkung, worauf es beim Singen ankommt.
Worum es hier geht: ums Selbersingen — welches Lied zu welchem Alter passt, wie man mit Enkeln anfängt und was hilft, wenn die Stimme nicht mehr so will. Wenn Du Aufnahmen suchst, die sich zum Mitsingen eignen, steht das auf Weihnachtslieder zum Mitsingen: welche Aufnahmen taugen.
Zwölf Lieder, nach Alter sortiert
Alle zwölf sind gemeinfrei — die Dichter und Komponisten sind seit weit über siebzig Jahren tot. Man darf sie also abschreiben, ausdrucken und in der Familie verteilen, ohne jemanden zu fragen.
Auf dieser Seite
| Lied | Ab | Text von |
|---|---|---|
| 1 · Kling, Glöckchen, klingelingeling | ab 2 | Karl Enslin, um 1850 |
| 2 · Lasst uns froh und munter sein | ab 3 | Volkslied, 19. Jahrhundert |
| 3 · Schneeflöckchen, Weißröckchen | ab 3 | Hedwig Haberkern, um 1869 |
| 4 · Alle Jahre wieder | ab 3 | Wilhelm Hey, 1837 |
| 5 · Morgen kommt der Weihnachtsmann | ab 4 | Hoffmann von Fallersleben, 1835 |
| 6 · Ihr Kinderlein, kommet | ab 5 | Christoph von Schmid, um 1798 |
| 7 · O Tannenbaum | ab 4 | Ernst Anschütz, 1824 |
| 8 · Stille Nacht, heilige Nacht | ab 5 | Mohr und Gruber, 1818 |
| 9 · O du fröhliche | ab 5 | Johannes Daniel Falk, 1816 |
| 10 · Süßer die Glocken nie klingen | ab 6 | Friedrich Wilhelm Kritzinger |
| 11 · Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen | ab 5 | Hermann Kletke, 1841 |
| 12 · Leise rieselt der Schnee | ab 5 | Eduard Ebel, 1895 |
Wenn Du nur drei lernen willst: „Kling, Glöckchen“ für die Kleinsten, „O Tannenbaum“ für alle zusammen, „Stille Nacht“ für den Moment vor der Bescherung. Damit kommt man durch jeden Advent.
Lied 1 · ab 2 Jahren
Kling, Glöckchen, klingelingeling
Text Karl Enslin, um 1850
Das erste Lied überhaupt. Kurze Zeilen, viel Wiederholung, und das „klingelingeling“ können auch die singen, die noch nicht sprechen. Wer eine kleine Glocke dazu in die Hand bekommt, ist beschäftigt und stolz.
Lied 2 · ab 3 Jahren
Lasst uns froh und munter sein
Volkslied, 19. Jahrhundert
Nikolauslied, gehört an den 5. Dezember. Sehr kleiner Tonumfang, das schafft jede Kinderstimme. Gut zum Klatschen.
Lied 3 · ab 3 Jahren
Schneeflöckchen, Weißröckchen
Text Hedwig Haberkern, um 1869
Streng genommen ein Winterlied, kein Weihnachtslied — und trotzdem das, was die Kleinsten am liebsten singen. Lässt sich mit den Händen als Schneefall begleiten.
Lied 4 · ab 3 Jahren
Alle Jahre wieder
Text Wilhelm Hey, 1837
Vier kurze Zeilen je Strophe, ruhige Melodie. Das Lied, mit dem man abends aufhört, wenn es lauter war als geplant.
Lied 5 · ab 4 Jahren
Morgen kommt der Weihnachtsmann
Text Hoffmann von Fallersleben, 1835
Die Melodie kennt jedes Kind — es ist dieselbe wie bei „Morgen, Kinder, wird’s was geben“ nicht, sondern die des ABC-Liedes. Genau deshalb geht es so leicht.
Lied 6 · ab 5 Jahren
Ihr Kinderlein, kommet
Text Christoph von Schmid, um 1798
Etwas längere Zeilen, dafür eine der schönsten Melodien. Wenn nur eine Strophe gelingt, ist das genug — die erste reicht völlig.
Lied 7 · ab 4 Jahren
O Tannenbaum
Text Ernst Anschütz, 1824
Kann jeder mitsingen, auch die Gäste, die sonst nicht singen. Die Melodie stammt aus einem alten Volkslied und ist älter als der Text.
Lied 8 · ab 5 Jahren
Stille Nacht, heilige Nacht
Mohr und Gruber, 1818
Das Lied für den Moment vor der Bescherung. Achtung, die Tonlage: Wer zu hoch anfängt, kommt in der Mitte nicht mehr mit. Lieber tiefer beginnen, als es sich richtig anfühlt.
Lied 9 · ab 5 Jahren
O du fröhliche
Text Johannes Daniel Falk, 1816
Feierlich, groß, mit einem Schluss, der trägt. Das Lied, das man singt, wenn alle im Kreis stehen.
Lied 10 · ab 6 Jahren
Süßer die Glocken nie klingen
Text Friedrich Wilhelm Kritzinger, 1826–1890
Anspruchsvoller in der Melodieführung. Schön, wenn jemand zweite Stimme kann — muss aber nicht sein.
Lied 11 · ab 5 Jahren
Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen
Text Hermann Kletke, 1841
Beschreibt genau das, was gerade im Raum passiert. Deshalb funktioniert es am Baum besser als jedes andere.
Lied 12 · ab 5 Jahren
Leise rieselt der Schnee
Text und Melodie Eduard Ebel, 1895
Sehr ruhig, sehr leise zu singen. Das letzte Lied des Abends, wenn die Kinder schon müde sind.
Die Tonlage — der häufigste Fehler
Fast jeder fängt zu hoch an. Man setzt den ersten Ton da, wo die Sprechstimme liegt, und merkt erst in der Mitte, dass es nach oben nicht mehr weitergeht. Dann wird es gepresst, und spätestens dann hören die Kinder auf.
Der einfache Trick: Fang tiefer an, als es sich richtig anfühlt. Bei „Stille Nacht“ etwa liegt der höchste Ton weit über dem ersten — wer den ersten Ton bequem findet, kommt oben nicht mehr hin. Lieber ein paar Töne tiefer beginnen; unten fehlt selten etwas.
Kinderstimmen liegen höher als unsere. Das ist der zweite Grund, warum es klemmt: Was für einen Männerbass angenehm ist, ist für ein Kind zu tief zum Mitsingen. Ein Kompromiss in der Mitte ist besser als beides richtig.
Wenn die eigene Stimme nicht mehr trägt
Mit siebzig klingt die Stimme anders als mit vierzig. Sie wird brüchiger, der Umfang kleiner, und hohe Töne kommen nicht mehr so, wie man sie im Kopf hat. Das ist kein Grund, es zu lassen — es ist ein Grund, anders zu verteilen.
Was hilft: Nur den Refrain übernehmen und die Strophen den Enkeln überlassen. Eine Strophe tiefer ansetzen als gewohnt, notfalls eine Quinte. Halblaut mitsingen statt zu tragen — die Kinder brauchen keine Lautstärke, sie brauchen Verlässlichkeit. Und wer gar nicht mehr singen mag, spricht den Text im Takt mit. Das funktioniert besser, als es klingt, und bei „Lasst uns froh und munter sein“ merkt es niemand.
Wenn Du eine Aufnahme zum Mitsingen im Hintergrund brauchst: Unter Weihnachtslieder zum Mitsingen steht, welche Aufnahmen sich eignen und warum Instrumentalfassungen dabei oft besser funktionieren als gesungene.
Wie Kinder mitkommen
Eine Strophe reicht
Fast alle diese Lieder haben drei, vier oder mehr Strophen. Die erste ist die, die alle können. Wer alle Strophen durchzieht, verliert die Runde in der zweiten. Lieber ein Lied dreimal als drei Lieder einmal — Wiederholung ist bei Kindern kein Mangel, sondern der Weg.
Etwas in die Hand
Wer noch nicht singen kann, kann klingeln. Eine Glocke, ein Holzlöffel auf einem Topfdeckel, zwei Kochlöffel gegeneinander: Kinder unter drei machen selten den Text mit, aber immer den Rhythmus. Damit gehören sie dazu.
Wer nicht improvisieren mag: Zwei Sets, die genau dafür gemacht sind und bei denen nichts dabei ist, was nach zehn Minuten kaputt oder langweilig wird.
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Bewegung dazu
Bei „Schneeflöckchen“ die Hände von oben nach unten rieseln lassen, bei „Kling, Glöckchen“ klingeln, bei „Alle Jahre wieder“ die Hände falten. Kinder merken sich Bewegungen schneller als Wörter — und singen den Text dann nebenbei mit.
Nicht auf Kommando
„Jetzt sing doch mal etwas vor“ ist der sicherste Weg, dass ein Kind verstummt. Singen funktioniert nebenbei: beim Plätzchenausstechen, im Auto, beim Anziehen. Wer anfängt und nicht darauf wartet, dass die anderen einsteigen, hat nach zwei Zeilen meistens Gesellschaft.
Wann man singt
Woher die Texte kommen
Alle zwölf Lieder auf dieser Seite sind gemeinfrei: Die Texte und Melodien stammen aus dem 19. Jahrhundert, die Urheber sind seit weit mehr als siebzig Jahren tot. Man darf sie abschreiben, ausdrucken, kopieren und verteilen.
Bei neueren Liedern ist das anders. „In der Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski ist von 1987 und geschützt — singen darf man es im Familienkreis natürlich, den Text ins Internet stellen oder vervielfältigen nicht. Dasselbe gilt für „Last Christmas“ und alles andere aus dem Radio.
Wer die vollständigen Texte der alten Lieder sucht: Sie stehen in jedem Liederbuch, das älter ist als man selbst — und die Bücher aus dem eigenen Regal sind ohnehin die schöneren, weil die Kinder darin blättern können.

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Häufige Fragen
Ab welchem Alter singen Kinder mit?
Rhythmus ab etwa eineinhalb Jahren, einzelne Wörter ab zwei, ganze Zeilen ab drei. Wer noch nicht mitsingt, macht trotzdem mit — mit einer Glocke oder mit den Händen. Warten, bis ein Kind „so weit ist“, verkehrt die Sache.
Ich kann nicht singen. Soll ich es trotzdem tun?
Ja. Kleine Kinder haben kein Urteil über Stimmen, sie haben eines über Mitmachen. Die Vorstellung, man müsse schön singen, ist die häufigste Ursache dafür, dass in Familien gar nicht gesungen wird.
Braucht man ein Instrument?
Nein, und meistens stört es sogar. Wer Klavier oder Gitarre spielt, ist mit dem Instrument beschäftigt statt mit den Kindern. Eine Glocke in Kinderhand bringt mehr als jede Begleitung.
Welche Lieder gehen am Telefon?
Kurze und sehr bekannte: „Kling, Glöckchen“ und „O Tannenbaum“. Alles Langsame und Mehrstimmige geht schief, weil die Leitung verzögert und man aneinander vorbeisingt. Besser abwechselnd singen als gleichzeitig.
Darf ich die Liedtexte ausdrucken und verteilen?
Bei den zwölf Liedern hier ja — sie sind gemeinfrei. Bei modernen Liedern nein: „In der Weihnachtsbäckerei“ etwa ist geschützt. Im Familienkreis singen darf man alles, vervielfältigen nicht.
Wie bringt man Jugendliche zum Mitsingen?
Gar nicht durch Bitten. Aber fast immer dadurch, dass die Kleinen anfangen — ein Fünfzehnjähriger singt „O du fröhliche“ mit, wenn seine kleine Schwester es ernsthaft tut, und niemand ihn dabei ansieht.
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