Nicht die Augen anstrengen, sondern das Gerät umstellen. Es dauert zehn Minuten. (Symbolbild, mit KI erstellt)

Jürgen Busch, Autor von grossvater.de – Schwarzweiß-Porträt mit gefalteten Händen

Beitrag von Jürgen Busch
AKTUALISIERT AM 27.09.2026 · 6 MIN. LESEZEIT · Kategorie: Digitales · Newsletter anmelden
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🎧 Vorlesen lassen2:45 Min. · KI-StimmeAlle HörfassungenSchrift

Viele geben nicht auf, weil ihnen die Künstliche Intelligenz zu schwierig wäre. Sie geben auf, weil ihnen nach zehn Minuten die Augen wehtun.

Das ist kein Grund, es sein zu lassen, sondern ein Grund, zuerst etwas anderes zu machen: das Gerät umstellen. Danach ist alles leichter – nicht nur die KI, sondern auch die Zeitung, die E-Mail und das Rezept.

Diese Seite geht drei Ebenen durch: das Gerät, den Browser und die KI selbst. Jede einzeln bringt etwas, zusammen bringen sie viel.

Kurz gesagt

  • Zuerst das Gerät. Schrift größer, Kontrast stärker, Fettschrift an. Zehn Minuten, und es gilt für alles.
  • Dann die KI selbst bitten. Sie kann kurze Absätze schreiben, auf Tabellen verzichten und einfacher formulieren – man muss es ihr nur sagen.
  • Und wenn Lesen zu mühsam bleibt: sprechen statt tippen, vorlesen lassen statt lesen. Das nimmt die Hürde ganz weg.

Zuerst das Gerät einstellen

Das ist der wirksamste Schritt, und er gilt für alles, was Du auf dem Gerät machst – nicht nur für die KI.

iPhone und iPad

  • Schrift größer: Einstellungen → Bedienungshilfen → Anzeige & Textgröße → Größerer Text. Der Regler geht weiter, als die meisten vermuten. Schieb ihn ruhig weit.
  • Fettschrift: im selben Menü Fetter Text einschalten. Das bringt oft mehr als die reine Größe, weil die dünnen Buchstaben das eigentliche Problem sind.
  • Kontrast: ebenfalls dort, Kontrast erhöhen. Graue Schrift auf weißem Grund wird damit schwarz.
  • Als Kurzbefehl: Bedienungshilfen → ganz unten Bedienungshilfen-Kurzbefehl. Danach schaltest Du die Zoom- oder Lupenfunktion mit dreimaligem Drücken der Seitentaste ein und aus.

Android

  • Schrift und Anzeige: Einstellungen → Anzeige → Schriftgröße und Stil sowie Bildschirmzoom. Beides getrennt einstellbar – der Bildschirmzoom vergrößert auch Knöpfe und Symbole.
  • Kontrast und Fettschrift: Einstellungen → Bedienungshilfen → Sichtbarkeitsverbesserungen. Dort liegen hoher Kontrast, Fettschrift und die Farbumkehr.
  • Die Bezeichnungen weichen je nach Hersteller ab. Such nach dem Wort Bedienungshilfen, darunter liegt alles.

Am Computer

  • Windows: Einstellungen → Barrierefreiheit → Textgröße. Und die Lupe mit der Windows-Taste und dem Pluszeichen – Windows-Taste und Escape schaltet sie wieder aus.
  • Mac: Systemeinstellungen → Bedienungshilfen → Anzeige. Dort auch Zeigergröße, was beim Wiederfinden der Maus hilft.

Dann den Browser

Wenn Du die KI im Browser benutzt und nicht als App, gibt es zwei Griffe, die sofort wirken.

  • Vergrößern: Strg-Taste und Pluszeichen gleichzeitig. Jedes Drücken macht die Seite größer. Strg und die Null setzt zurück. Am Mac dasselbe mit der Befehlstaste. Der Browser merkt sich das pro Internetseite – einmal einstellen genügt also.
  • Der Lesemodus: Bei vielen Seiten sitzt links in der Adresszeile ein kleines Symbol, das die Seite auf den reinen Text reduziert – ohne Werbung, ohne Spalten, in großer Schrift. Bei Safari und Edge ist das eingebaut. Für Zeitungsartikel ist es die beste Erfindung der letzten Jahre.

Und dann die KI selbst bitten

Das ist der Teil, den kaum jemand kennt, und er kostet nichts als einen Satz. Diese Programme richten sich danach, wenn man es ihnen sagt – und zwar für das ganze weitere Gespräch.

Vier Sätze, die die Antworten lesbarer machen

  • Schreib bitte in kurzen Absätzen, höchstens drei Sätze je Absatz. Das hilft am meisten. Ein Textblock über zwanzig Zeilen ist für müde Augen die größte Hürde.
  • Benutz bitte keine Tabellen. Tabellen sind auf dem Handy schwer zu lesen und beim Vergrößern noch schwerer. Schreib es mir als Liste.
  • Erkläre es in einfachen Worten und in kurzen Sätzen. Weniger Nebensätze bedeutet weniger Augenbewegung.
  • Fass es mir in fünf Sätzen zusammen. Der ehrlichste Griff von allen: Was man nicht lesen muss, strengt auch nicht an.

Ein Kniff, der sich lohnt

Wenn Du ein Konto hast, kannst Du das dauerhaft hinterlegen. Bei ChatGPT unter Einstellungen, Personalisierung, gibt es ein Feld für Vorgaben. Schreib hinein: Antworte immer in kurzen Absätzen, ohne Tabellen, in einfacher Sprache. Dann gilt es für jedes neue Gespräch, und Du musst es nie wieder sagen.

Wenn Lesen zu mühsam bleibt

Dann umgehst Du es einfach. In beide Richtungen.

  • Statt zu tippen sprechen. Neben dem Eingabefeld sitzt ein Mikrofon-Zeichen. Draufdrücken, ganz normal reden, die KI schreibt mit. Für viele der Moment, in dem die Sache leicht wird.
  • Statt zu lesen vorlesen lassen. Unter jeder Antwort ein Lautsprecher-Zeichen. Und das Gerät selbst kann jede beliebige Seite vorlesen – das ist noch nützlicher.

Zu beidem gibt es eine eigene Seite mit den genauen Schritten. Wer schlecht sieht, sollte mit diesen beiden anfangen und nicht mit der Schriftgröße.

Bei starker Sehbehinderung

Wenn Vergrößern nicht mehr genügt, gibt es die Vorlesesysteme, die den ganzen Bildschirm ansagen: VoiceOver auf iPhone, iPad und Mac, TalkBack auf Android, Sprachausgabe auf Windows.

Dazu will ich ehrlich sein: Diese Systeme sind mächtig, aber sie haben eine eigene Bedienung mit eigenen Wischgesten, und das lernt man nicht an einem Nachmittag. Die KI-Programme arbeiten grundsätzlich mit ihnen zusammen, weil sie im Kern aus Text bestehen. Wenn Du so weit bist, hol Dir Unterstützung – der Blinden- und Sehbehindertenverein Deines Bundeslandes bietet dafür Beratung an, oft kostenlos und in der Nähe.

Der Zwischenweg, den viele übersehen

Bevor es so weit ist: Ein größeres Gerät hilft enorm. Ein Tablet mit elf Zoll statt eines Handys, oder der Computer am großen Bildschirm. Das ist kein technischer Rat, sondern ein körperlicher – die Fläche entscheidet, nicht die Einstellung.

Häufige Fragen

Wird durch die große Schrift etwas abgeschnitten?

Bei sehr großen Einstellungen kann es vorkommen, dass ein Knopf umbricht oder aus dem Bild rutscht. Dann eine Stufe zurück. Bei den KI-Programmen ist mir das selten begegnet, weil sie fast nur aus Text bestehen.

Soll ich die App nehmen oder den Browser?

Für schwache Augen meist die App. Sie übernimmt die Schriftgröße des Geräts, während man im Browser zusätzlich vergrößern muss. Und nur die App kann die Kamera benutzen.

Hilft der dunkle Modus?

Das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Manche lesen helle Schrift auf dunklem Grund deutlich besser, anderen verschwimmt sie. Probier es eine Woche aus, dann weißt Du es. Die Einstellung heißt Dunkelmodus oder Nachtmodus.

Meine Hände zittern, ich treffe die kleinen Knöpfe nicht.

Dann hilft der Bildschirmzoom, der nicht nur die Schrift, sondern die ganze Oberfläche vergrößert – auf Android unter Anzeige, auf dem iPhone unter Anzeige & Textgröße. Und ein Eingabestift für Tablets kostet wenige Euro und macht einen erstaunlichen Unterschied.

Kann ich die KI bitten, größer zu schreiben?

Nein, die Schriftgröße bestimmt Dein Gerät, nicht das Programm. Aber Du kannst sie bitten, kürzer und in kleineren Absätzen zu schreiben – und das wirkt fast genauso.

Der nächste Schritt für müde Augen

Lange Texte, PDF und Beipackzettel muss man nicht lesen. Drei Wege, sich alles vorlesen zu lassen – mit den genauen Einstellungen. Vorlesen lassen

Quellen

  • Die Menüwege beziehen sich auf iOS und iPadOS, auf Android und auf Windows in den Fassungen, die im September 2026 verbreitet sind. Bei Android weichen die Bezeichnungen je nach Hersteller ab.
  • Beratung zu Vorlesesystemen: Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband und die Landesvereine.

Alle Einstellungen auf dieser Seite lassen sich jederzeit zurücknehmen. Es kann nichts kaputtgehen.

Alle Einstellungen auf dieser Seite habe ich selbst durchprobiert. Inhalt auf Richtigkeit überprüft am 27. September 2026.