Die Grundwörter
KI · AI · Sprachmodell · LLM · Chatbot · Generative KI · ChatGPT
Wenn Du mit ihr redest
Prompt · Chat · Kontext · Kontextfenster · Token · Regenerieren · Systemanweisung
Wenn etwas schiefgeht
Halluzination · Bias · Wissensstand · Filter · Quellenangabe
Woher sie das alles hat
Training · Trainingsdaten · Modell · Parameter · Open Source
Was sie sonst noch kann
Multimodal · Spracheingabe · Bildgenerator · Deepfake · Agent
und zwei Gruppen mehr …

Neulich sagte mir jemand: „Die KI selbst verstehe ich ganz gut. Was ich nicht verstehe, ist, wie alle darüber reden.“ Das trifft es genau. Die Programme sind erstaunlich einfach zu bedienen — das Gerede darüber ist es nicht.
Deshalb diese Seite. Rund vierzig Wörter, die Dir begegnen werden: in Zeitungsartikeln, in der Werbung, in den Menüs der Programme selbst. Jedes in zwei, drei Sätzen erklärt — und bei den englischen steht dabei, wie man sie ausspricht. Denn nichts ist unangenehmer, als ein Wort zu kennen und sich nicht zu trauen, es laut zu sagen.
Vorweg das Wichtigste: Du brauchst kein einziges dieser Wörter, um KI zu benutzen. Wirklich keines. Man kann jahrzehntelang Auto fahren, ohne zu wissen, was eine Nockenwelle ist. Diese Seite ist zum Nachschlagen da — nicht zum Auswendiglernen.
Wo willst Du nachschlagen?
Ich habe die Wörter nicht alphabetisch sortiert, sondern danach, wann sie Dir begegnen. Das hilft mehr. Wer ein bestimmtes Wort sucht, nimmt die Suchfunktion des Browsers: Strg und F gleichzeitig drücken, am Mac Befehlstaste und F.
KI, Sprachmodell, ChatGPT und Verwandte2. Wenn Du mit ihr redest
Prompt, Chat, Kontext, Token3. Wenn etwas schiefgeht
Halluzination, Bias, Wissensstand4. Woher sie das alles hat
Training, Modell, Open Source5. Was sie sonst noch kann
Bilder, Stimme, Agenten6. Geld, Geräte, Datenschutz
Abo, Cloud, App, Widerspruch7. Wörter zum Überspringen
Transformer, Deep Learning, AGI
1 · Die Grundwörter
Mit diesen sieben Wörtern kommst Du durch jedes Gespräch über das Thema. Alles Weitere auf dieser Seite ist Zugabe.
Künstliche Intelligenz (KI)
Der Oberbegriff für Programme, die Aufgaben übernehmen, für die man früher einen denkenden Menschen brauchte: schreiben, übersetzen, Bilder erkennen, Vorschläge machen. Das Wort ist siebzig Jahre alt und wird heute vor allem als Werbebegriff benutzt.
Es ist ein Sammelbegriff wie „Fahrzeug“. Ein Fahrrad und ein Lastwagen sind beides Fahrzeuge — und doch grundverschieden.
AIgesprochen: Ej-Ei
Dasselbe auf Englisch: artificial intelligence. Steht auf vielen Knöpfen und in vielen Produktnamen, weil die Programme meist aus Amerika kommen. Wenn Du „AI“ liest, denk „KI“.
Sprachmodell
Die Sorte KI, um die es hier fast immer geht. Ein Programm, das gelernt hat, wie Sprache funktioniert, und deshalb Sätze schreiben kann, die Sinn ergeben.
Es hat unvorstellbar viel Text gelesen und dabei gelernt, welches Wort auf welches folgt. Es versteht nicht, was es schreibt — es weiß nur sehr genau, wie man es schreibt.
LLMgesprochen: Äll-Äll-Emm
Die englische Abkürzung für large language model, also großes Sprachmodell. Dasselbe wie oben, nur kürzer und englischer. Steht oft in Zeitungsartikeln.
Chatbotgesprochen: Tschätt-Bott
„Chat“ heißt Plauderei, „Bot“ ist die Kurzform von Roboter. Also ein Programm, mit dem man sich schreibend unterhält. ChatGPT ist einer — aber auch der kleine Helfer auf der Seite Deiner Krankenkasse.
Generative KI
KI, die etwas Neues erzeugt — Text, Bilder, Musik — statt nur zu sortieren oder zu erkennen. „Generieren“ heißt erzeugen. Alles, worüber seit ein paar Jahren geredet wird, gehört hierher.
ChatGPTgesprochen: Tschätt-Dschie-Pie-Tie
Das bekannteste dieser Programme, von der amerikanischen Firma OpenAI. Seit Ende 2022 für jeden frei zugänglich — das war der Moment, in dem das Thema aus den Laboren in die Wohnzimmer kam.
Andere Namen, die Dir begegnen: Gemini (von Google), Copilot (von Microsoft), Claude (von Anthropic), Le Chat (aus Frankreich). Sie können alle ungefähr dasselbe.
2 · Wenn Du mit ihr redest
Diese Wörter stehen in Anleitungen und in den Menüs der Programme. Sie beschreiben, was zwischen Dir und der KI passiert.
Promptgesprochen: Prompt
Das, was Du eintippst. Die Frage, der Auftrag, die Anweisung. Übersetzt heißt es Eingabeaufforderung, aber das sagt niemand. Wenn jemand von einem „guten Prompt“ spricht, meint er eine gut formulierte Frage.
Wie das gelingt, steht ausführlich auf Gute Fragen an die KI stellen.
Prompt Engineeringgesprochen: Prompt Endschi-nie-ring
Die Kunst, Fragen so zu stellen, dass gute Antworten herauskommen. Klingt nach Studium, ist aber vor allem Übung. Es gibt Leute, die verkaufen teure Kurse darin.
Chat / Unterhaltunggesprochen: Tschätt
Ein zusammenhängendes Gespräch. Solange Du im selben Chat bleibst, erinnert sich die KI an alles vorher Gesagte. Ein neuer Chat fängt bei null an.
Das ist der häufigste Anfängerfehler: für jede Frage ein neues Gespräch öffnen. Dann muss man jedes Mal alles neu erklären.
Kontext
Alles, was die KI in diesem Moment vor sich hat: Deine Fragen, ihre Antworten, hochgeladene Dateien. Je mehr davon, desto passender die Antwort.
Kontextfenster
Wie viel sie sich merken kann, bevor der Anfang hinten herausfällt. Bei heutigen Programmen sind das mehrere hundert Seiten — für normale Gespräche mehr als genug.
Wie ein Schreibtisch: Irgendwann muss etwas weg, damit Neues Platz hat.
Tokengesprochen: Toh-ken
Die Einheit, in der die KI rechnet — ungefähr eine Silbe oder ein kurzes Wort. Du siehst Token nur, wenn Du für die Nutzung bezahlst oder eine Grenze angezeigt bekommst.
Das ist die Maßeinheit im Maschinenraum, nicht auf dem Armaturenbrett. Im Alltag darfst Du sie getrost vergessen.
Regenerieren
Noch einmal antworten lassen. Dafür gibt es unter der Antwort meist einen kleinen Knopf mit einem Kreispfeil. Dieselbe Frage bringt jedes Mal eine etwas andere Antwort.
Systemanweisung
Eine Grundeinstellung, die Du einmal festlegst und die für alle künftigen Gespräche gilt: dass Du geduzt werden möchtest, dass Antworten kurz sein sollen, dass Du über siebzig bist. In ChatGPT heißt das „Individuelle Anweisungen“.
Das lohnt sich wirklich. Einmal fünf Minuten investiert, und alle späteren Antworten passen besser.
3 · Wenn etwas schiefgeht
Die Wörter in diesem Abschnitt sind die wichtigsten der ganzen Seite. Sie beschreiben, worauf Du achten musst.
Halluzinationgesprochen: Hallu-zi-na-zion
Wenn die KI etwas erfindet und es als Tatsache hinschreibt. Ein Buch, das es nicht gibt. Eine Jahreszahl, die falsch ist. Ein Gesetz, das anders lautet. Das passiert nicht oft — aber es passiert, und es steht im selben sicheren Ton da wie alles andere.
Die KI lügt dabei nicht, sie weiß es nicht besser. Die Regel ist einfach: Alles, was Du weitergibst oder worauf Du Dich verlässt, prüfst Du nach.
Biasgesprochen: Bei-äss
Voreingenommenheit. Die KI hat aus Texten von Menschen gelernt — samt aller Vorurteile, die darin stecken. Sie kann deshalb alte Rollenbilder wiederholen oder ganze Gruppen einseitig darstellen.
Am ehesten merkt man es bei Bildern: Bitte einmal um „einen Chef“ und schau, wen sie zeichnet.
Wissensstand / Stichtag
Jedes Modell hat einen Zeitpunkt, bis zu dem es gelernt hat. Was danach geschah, weiß es nicht — es sei denn, es darf während des Gesprächs im Internet nachsehen.
Frag im Zweifel einfach: „Bis wann reicht Dein Wissen?“ Preise, Wahlergebnisse und Neuerscheinungen sind deshalb die unzuverlässigsten Antworten.
Filter / Leitplanken
Eingebaute Grenzen. Die Programme verweigern bestimmte Auskünfte — zu Waffen, zu Selbstverletzung, zu klar Illegalem. Manchmal greifen die Filter zu streng und lehnen etwas Harmloses ab. Dann hilft, die Frage anders zu formulieren.
Quellenangabe
Manche Programme zeigen an, woher eine Auskunft stammt, und verlinken die Seite. Das ist ein großer Fortschritt — nutze ihn.
Wo keine Quelle steht, hilft die Nachfrage: „Woher weißt Du das?“
4 · Woher sie das alles hat
Diese Wörter erklären, wie so ein Programm entsteht. Wissen musst Du das nicht — aber es nimmt der Sache das Geheimnisvolle.
Traininggesprochen: Trej-ning
Die monatelange Rechenarbeit, in der ein Modell aus riesigen Textmengen lernt. Danach ist es fertig und lernt im Gespräch mit Dir nichts Neues mehr dazu.
Wichtig: Deine Eingaben machen die KI nicht schlauer. Sie können aber für ein späteres Training gespeichert werden — das lässt sich abschalten, siehe Abschnitt 6.
Trainingsdaten
Das Material, aus dem gelernt wurde: Bücher, Zeitungen, Internetseiten, Foren. Welche genau, verraten die Firmen nur teilweise. Darüber laufen weltweit Gerichtsverfahren.
Modell
Das fertige Ergebnis des Trainings, sozusagen das Gehirn des Programms. Es bekommt Namen und Nummern, die ständig wechseln. Höhere Nummer heißt meist: etwas besser.
Um die Namen musst Du Dich nicht kümmern. Die Programme wählen von selbst ein passendes Modell.
Parameter
Die Stellschrauben im Modell, gezählt in Milliarden. Firmen werben damit wie mit PS-Zahlen. Für Dich sagt die Zahl genauso wenig wie die Hubraumangabe beim Autokauf.
Open Sourcegesprochen: Oh-pen Ssorss
Offen zugänglich. Manche Modelle darf jeder herunterladen und auf dem eigenen Rechner betreiben — dann verlassen die Eingaben das Haus nicht. Etwas für Technikbegeisterte, aber ein gutes Zeichen für den Wettbewerb.
5 · Was sie sonst noch kann
Die meisten nutzen nur das Schreiben. Dabei steckt in denselben Programmen mehr — und genau darüber wird im nächsten Jahr überall geredet.
Multimodal
Kann mehr als Text: Bilder ansehen, vorlesen, zuhören. Praktisch heißt das, Du kannst ein Foto machen und dazu eine Frage stellen — vom Beipackzettel bis zur Pflanze im Garten.
Spracheingabe
Statt zu tippen sprichst Du. Im Eingabefeld gibt es dafür ein kleines Mikrofonsymbol. Für Menschen, denen das Tippen schwerfällt, ist das die wichtigste Funktion überhaupt.
Text-to-Speechgesprochen: Text-tu-Ssprietsch
Vorlesen lassen. Die KI liest ihre Antwort mit einer künstlichen Stimme vor. Bei nachlassender Sehkraft eine echte Erleichterung.
Bildgenerator
Erzeugt Bilder aus einer Beschreibung. „Male mir eine Geburtstagskarte mit einem Igel im Regen“ — und nach zehn Sekunden liegt sie da. Bekannte Namen: DALL·E, Midjourney, Firefly.
Solche Bilder sollte man kennzeichnen. Auf dieser Website steht unter jedem einzelnen „Symbolbild, mit KI erstellt“.
Deepfakegesprochen: Diep-fejk
Ein gefälschtes Bild, Video oder eine gefälschte Stimme, die echt wirken sollen. Die Betrugsmasche mit der nachgemachten Enkelstimme am Telefon gehört hierher.
Der beste Schutz kostet nichts: ein Wort, das nur die Familie kennt. Mehr dazu auf KI sicher nutzen.
Agent
Eine KI, die nicht nur antwortet, sondern selbst etwas erledigt: Termine suchen, Formulare ausfüllen, bestellen. Steckt noch in den Anfängen, wird aber das große Thema der nächsten Jahre.
Hier lohnt Vorsicht: Was ein Programm selbständig tun darf, sollte man eng begrenzen — erst recht, wenn Geld im Spiel ist.
6 · Geld, Geräte und Datenschutz
Hier geht es um das, was Dich unmittelbar betrifft: Was kostet es, wo läuft es, und was passiert mit dem, was Du eintippst.
Gratisversion
Fast alle Anbieter haben eine kostenlose Fassung, die für den Hausgebrauch reicht. Begrenzt ist meist die Menge pro Tag, nicht die Qualität.
Mein Rat: Fang kostenlos an. Wer nach drei Monaten merkt, dass er an Grenzen stößt, kann immer noch zahlen.
Abonnement
Die bezahlte Fassung, etwa 20 bis 25 Euro im Monat. Dafür bekommt man höhere Grenzen und die jeweils neuesten Modelle. Monatlich kündbar.
Cloudgesprochen: Klaud
Die Rechner der Anbieter, irgendwo auf der Welt. Dort läuft die eigentliche Arbeit — Dein Gerät zeigt nur das Ergebnis an. Deshalb funktioniert KI auch auf einem älteren Tablet.
Und deshalb geht ohne Internet gar nichts.
Appgesprochen: Äpp
Ein Programm auf dem Handy oder Tablet, das man aus einem Laden (App Store, Play Store) lädt. Die Alternative ist der Weg über den Browser, also über die Internetadresse.
Beides führt zum selben Ziel. Wie es geht, steht Schritt für Schritt für das iPhone und für den Computer.
Konto / Accountgesprochen: Ah-kaunt
Die Anmeldung mit E-Mail-Adresse und Passwort. Ohne sie geht es bei den meisten Anbietern nicht, weil sie den Missbrauch begrenzen wollen.
Widerspruch beim Training
In den Einstellungen lässt sich abschalten, dass Deine Eingaben zum Verbessern der Programme verwendet werden. Bei ChatGPT steht das unter „Datenkontrollen“. Englisch heißt die Funktion Opt-out.
Ein guter Handgriff, der fünf Sekunden dauert. Wichtiger ist trotzdem, was man gar nicht erst eintippt.
Erinnerungen
Neuere Programme merken sich auch über ein einzelnes Gespräch hinaus etwas über Dich. Das ist bequem und kann unangenehm sein — es lässt sich ansehen, löschen und abschalten.
Was dabei zu bedenken ist, steht in meinem Beitrag Was die KI sich merken darf.
7 · Wörter, die Du getrost überspringen darfst
Diese fünf stehen in jedem zweiten Zeitungsartikel. Sie klingen wichtig, ändern aber an Deinem Umgang mit der Sache nichts. Einmal lesen, dann vergessen.
GPTgesprochen: Dschie-Pie-Tie
Steht für generative pretrained transformer. Der technische Name der Bauart hinter ChatGPT. Das „T“ am Ende ist die Erfindung, die 2017 alles ins Rollen brachte.
Transformergesprochen: Trans-former
Der Bauplan, nach dem diese Modelle arbeiten. Hat mit Strom nichts zu tun und mit Spielzeugrobotern auch nicht.
Maschinelles Lernen
Der Fachbegriff dafür, dass ein Programm aus Beispielen lernt, statt Regel für Regel programmiert zu werden. Englisch: machine learning, gesprochen Mäschien Lörning.
Neuronales Netz
Die Rechenstruktur dahinter, lose dem Gehirn nachempfunden. Sehr lose. Es denkt nicht.
AGIgesprochen: Ah-Gee-Ie
Die Vorstellung einer KI, die alles kann, was ein Mensch kann. Gibt es nicht. Ob es sie je gibt, darüber streiten Fachleute seit Jahrzehnten — meist die lautesten am heftigsten.
Wenn jemand AGI ankündigt, will er meist Geld einsammeln.
Und wenn doch ein Wort fehlt?
Dann frag die KI selbst. Das ist kein Scherz, sondern der beste Gebrauch, den man von ihr machen kann:
„Ich habe das Wort […] gelesen und verstehe es nicht. Erklär es mir in drei Sätzen, ohne weitere Fachwörter, und sag mir, ob ich es überhaupt brauche.“
Der letzte Halbsatz ist der wichtigste. Meistens lautet die Antwort nämlich: nein.
Vier Zutaten, drei Vorher-Nachher-Beispiele und neun Sätze zum Nachbessern.Erste Schritte
In zehn Minuten zur ersten eigenen Frage, mit sieben Beispielen zum Abschreiben.KI-Mythen
Hört die mich ab? Macht sie mich dumm? Die ehrlichen Antworten.
Die Ausspracheangaben sind bewusst frei geschrieben, nicht in Lautschrift — so, wie man es einem Nachbarn sagen würde. Inhalt auf Richtigkeit überprüft am 26. September 2026.
