Hände prüfen den Klappmechanismus eines gebrauchten Holzhochstuhls auf einem Kinderbasar
Hände prüfen den Klappmechanismus eines gebrauchten Holzhochstuhls auf einem Kinderbasar

Symbolbild, mit KI erstellt — keine reale Person. Der Hochstuhl ist gebraucht der beste Kauf im ganzen Ausstattungs-Ratgeber – beim Autokindersitz gilt das Gegenteil.

Jürgen Busch, Autor von grossvater.de – Schwarzweiß-Porträt mit gefalteten Händen

Beitrag von Jürgen Busch
AKTUALISIERT AM 04.08.2026 · 10 MIN. LESEZEIT · Kategorie: Großeltern
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Kurz gesagt: Bei fast allem, was Enkelkinder bei Oma und Opa brauchen, ist der Gebrauchtkauf die klügere Entscheidung — beim Hochstuhl ist er sogar der beste Kauf im ganzen Ausstattungsratgeber. Die eine große Ausnahme ist der Autokindersitz: Von dem rate ich gebraucht grundsätzlich ab. Dazwischen liegen ein paar Dinge, die man prüfen muss, bevor man zugreift.

Bei der Kinderausstattung gilt eine einfache Regel: fast alles ja, eines nie. Die Ausnahme ist der Autokindersitz — bei ihm könnt Ihr die Unfallgeschichte nicht sehen.

Warum ich das überhaupt schreibe

Diese Seite kostet mich Geld. Auf grossvater.de verdiene ich an Empfehlungslinks – wenn Ihr über einen solchen Link kauft, bekomme ich vom Händler eine Provision. Ein Beitrag, der Euch rät, gebraucht zu kaufen, bringt mir also nichts.

Trotzdem steht er hier, und zwar aus einem einfachen Grund: Es wäre unehrlich, ihn wegzulassen. Viele Großeltern rüsten die Ausstattung für zwanzig Nächte im Jahr aus, nicht für den Dauerbetrieb. Wer für diesen Zweck alles neu kauft, gibt mehrere hundert Euro für Dinge aus, die die meiste Zeit im Keller stehen. Das ist hier also eine Beratungs- und keine Verkaufsseite. Was ich dazu grundsätzlich denke, steht auf der Seite Wie auf grossvater.de gearbeitet wird.

Der zweite Grund ist praktischer Natur. Kinderausstattung wird von Familien nach zwei, drei Jahren abgegeben, weil das Kind herausgewachsen ist – nicht, weil etwas kaputt wäre. Diese Sachen sind technisch in Ordnung und kosten einen Bruchteil. Es gibt also kaum einen Markt, auf dem so viel Gutes so günstig zu haben ist.

Was ich nie gebraucht kaufen würde

Den Autokindersitz

Das ist der einzige Punkt in dieser ganzen Ausstattungskategorie, von dem ich grundsätzlich abrate. Der Grund ist nicht das Alter, sondern das, was Ihr nicht sehen könnt: Ein Sitz, der einmal in einem Unfall war, kann innen beschädigt sein, ohne dass außen etwas zu erkennen ist. Verkäufer wissen das oft selbst nicht — bei einem Auffahrunfall mit leerem Sitz denkt niemand an den Kindersitz im Fond.

Dazu kommt, dass Kunststoff über die Jahre versprödet und dass die Norm sich geändert hat: Seit September 2023 dürfen Sitze nach der alten Norm R44 nicht mehr verkauft werden, der Abverkauf der Lagerware endete am 31. August 2024. Ein Verwendungsverbot gibt es nicht — benutzen dürft Ihr einen alten Sitz also. Ich würde es nicht tun. Alles dazu steht im Beitrag über den Kindersitz für Oma und Opa.

⚠️ Die einzige Ausnahme, die ich gelten lasse: ein Sitz aus der eigenen Familie, dessen Geschichte Ihr lückenlos kennt und der nicht älter als sechs bis acht Jahre ist. Bei Kleinanzeigen und Flohmarkt gilt sie nicht — dort kennt Ihr die Geschichte nicht.

Matratzen und alles, was direkt am Kind liegt

Eine gebrauchte Matratze ist selten ein Schnäppchen. Sie ist durchgelegen, sie ist nicht immer sauber, und bei einer Reisebett-Matratze ist die Festigkeit ein Sicherheitsmerkmal — sie soll fest sein, damit das Kind nicht einsinkt. Eine neue Matratze kostet wenig; nehmt doch bitte die neue.

Dasselbe gilt für Schnuller, Trinkbecher, Saugflaschen und Zahnbürsten. Nicht, weil es unhygienisch wäre — sondern weil es billig ist, diese Dinge neu zu kaufen.

Alles, wofür es einen Rückruf gibt

Das lässt sich in zwei Minuten klären. Gib den Produktnamen zusammen mit dem Wort „Rückruf“ in eine Suchmaschine ein, bevor Du kaufst. Bei älteren Modellen lohnt sich das besonders: Rückrufe erreichen Zweit- und Drittbesitzer praktisch nie.

Was sich gebraucht besonders lohnt

Der Hochstuhl — der beste Kauf in diesem Ratgeber

Ein Hochstuhl aus Holz ist ein Möbelstück ohne bewegliche Teile, ohne Elektronik und ohne Verschleiß. Er wird abgewischt und ist wieder wie neu. Die klassischen mitwachsenden Modelle gehen seit Jahrzehnten durch die Familien und sind gebraucht regelmäßig für ein Drittel des Neupreises zu haben. Wenn Ihr in diesem Ratgeber nur eine Sache gebraucht kauft, dann diese. Details dazu findest Du im Beitrag zum Hochstuhl.

Das Reisebett

Reisebetten werden nach wenigen Jahren abgegeben und sind meist wenig benutzt worden. Prüft das Gestänge und die Verriegelung, wascht den Bezug und kauft die Matratze neu dazu — dann habt Ihr für kleines Geld einen ordentlichen Schlafplatz für Eurer Enkelkind. Mehr dazu beim Reisebett.

Der Buggy

Auch hier gilt: Was Ihr prüfen müsst, prüft Ihr mit der Hand. Bremse, Gurt, Faltverriegelung — die drei Teile verschleißen, alles andere ist Optik. Anders als beim Autokindersitz gibt es keine verborgene Unfallgeschichte. Mehr Infos dazu im Beitrag Buggy.

Holzspielzeug und Bausteine

Der beste Gebrauchtmarkt überhaupt. Bauklötze, Holzeisenbahnen und Konstruktionsspielzeug altern praktisch nicht, lassen sich abwaschen und kosten gebraucht wenig. Bei den Bausteinen der großen Marken passen die Teile von vor vierzig Jahren noch auf die von heute. Was Ihr auf dem eigenen Dachboden findet, kostet gar nichts — siehe hierzu  Die Spielkiste bei Oma und Opa.

Bettwäsche, Tritthocker, Geschirr

Alles, was in die Waschmaschine oder die Spülmaschine passt, ist unproblematisch, da es gereinigt werden kann. Bei Kunststoffteile für Lebensmittel würde ich auf stark zerkratzte Stücke verzichten — nicht wegen einer konkreten Gefahr, sondern weil sich in Kratzer schlecht reinigen lässt.

Die Fünf-Minuten-Prüfung

Was ich mir angewöhnt habe, bevor ich etwas Gebrauchtes mitnehme:

  • Alle beweglichen Teile einmal bewegen. Klappen, falten, verriegeln, entriegeln — und zwar zweimal. Was beim zweiten Mal hakt, hakt immer.
  • Gurte und Verschlüsse öffnen und schließen. Ausgefranste Gurtbänder und Schnallen, die nicht satt einrasten, sind ein Ausschlusskriterium.
  • Nach Rissen suchen, besonders an Gelenken und Lastpunkten. Haarrisse im Kunststoff sieht man am besten, wenn man das Teil leicht verwindet.
  • Nach dem Typenschild schauen. Modellname, Baujahr und Normangabe stehen meist auf einem Aufkleber. Fehlt er, könnt Ihr weder Rückrufe noch Ersatzteile recherchieren.
  • Nach der Anleitung fragen. Sie liegt oft noch dabei, und wenn nicht, findet man sie auf der Herstellerseite. Ohne Anleitung wird der Aufbau bei manchen Reisebetten zur Geduldsprobe.
  • Und die einfachste Frage: „Warum geben Sie es ab?“ Die Antwort verrät fast immer alles.

Wo Ihr sucht

Die klassischen Kleinanzeigenportale sind die erste Adresse und meist auch die günstigste — besonders, wenn Ihr in der eigenen Stadt sucht und abholt. Der große Vorteil beim Abholen ist nicht der Preis, sondern dass Ihr das Ding vorher in der Hand habt.

Zweitens die Kinderkleider- und Basarbörsen, die es in vielen Gemeinden zweimal im Jahr gibt, oft in Kirchengemeinden oder Kindergärten. Dort landet die gute Ausstattung von Familien, die wissen, was sie da abgeben.

Drittens — und für Großeltern am besten — der eigene Bekanntenkreis. Wer in seinem Alter herumfragt, findet erstaunlich oft einen Hochstuhl im Keller, den seit Jahren niemand angesehen hat. Das kostet meistens nichts außer einem Kuchen oder einer anderen Aufmerksamkeit.

💡 Opa-Tipp: Sage beim Kauf ruhig, wofür Du es brauchst. „Für die Enkelkinder, die alle paar Wochen kommen“ öffnet meistens die Türen — viele Verkäufer geben dann lieber ab und handeln weniger. Das ist keine Taktik, das ist einfach so.

Was Ihr beim Privatkauf wissen solltet

Beim Kauf von privat wird die Gewährleistung in aller Regel wirksam ausgeschlossen — der Satz „Privatverkauf, keine Garantie, keine Rücknahme“ in einer Anzeige hat also durchaus Wirkung. Anders ist es bei einem gewerblichen Verkäufer, etwa einem Secondhand-Laden: Dort gilt die gesetzliche Gewährleistung, wenn auch bei gebrauchten Sachen verkürzt.

Praktisch heißt das: Beim Privatkauf entscheidet, was Ihr vor Ort prüft. Nehmt Euch dafür fünf Minuten Zeit, auch wenn es unhöflich wirkt.

Und noch etwas: Was Ihr für die Enkel kauft, solltet Ihr kurz mit den Eltern abstimmen — nicht aus Rechtsgründen, sondern weil manche Familien zu bestimmten Dingen eine klare Haltung haben. Ein Anruf vorher erspart einen unangenehmen Moment nachher.

⚠️ Das ist keine Rechtsberatung. Die Regeln zu Gewährleistung und Haftung sind im Einzelfall komplizierter, als sie hier stehen können. Bei größeren Beträgen oder im Streitfall fragt bitte jemanden, der dazu beraten darf.

Was ja, was nie — die Übersicht

Gegenstand Gebraucht? Worauf zu achten ist
Autokindersitz Nein Unfallschäden sind von außen nicht zu sehen, Kunststoff versprödet. Einzige Ausnahme: ein Sitz aus der eigenen Familie mit lückenlos bekannter Geschichte.
Matratze Nein Durchgelegen ist ein Sicherheitsmangel: Die Matratze soll fest sein, damit das Kind nicht einsinkt. Neu kostet wenig.
Hochstuhl Ja Der beste Kauf im ganzen Ratgeber. Holz, keine beweglichen Teile, wird abgewischt. Gurt und Bügel prüfen.
Reisebett Ja Gestänge und Verriegelung zweimal hin und her bewegen, Bezug waschen, Matratze neu dazu kaufen.
Buggy Ja Feststellbremse, Gurt und Faltverriegelung prüfen — diese drei Teile verschleißen. Alles andere ist Optik.
Holzspielzeug, Bausteine Ja Der beste Gebrauchtmarkt überhaupt. Abwaschen genügt. Bausteine von vor vierzig Jahren passen meist noch.
Bettwäsche, Tritthocker, Geschirr Ja Alles, was in die Wasch- oder Spülmaschine passt. Stark zerkratzten Kunststoff für Lebensmittel würde ich auslassen.
Schnuller, Sauger, Trinkbecher Nein Nicht wegen einer Gefahr, sondern weil neu fast nichts kostet.

Vor jedem Kauf sich zwei Minuten Zeit nehmen um Modellname zusammen mit dem Wort „Rückruf“ in eine Suchmaschine einzugeben.

Was Ihr spart

Über den Daumen: Gut erhaltene Kinderausstattung geht gebraucht für ein Drittel bis die Hälfte des Neupreises weg, bei Holzspielzeug oft für weniger. Für eine komplette Grundausstattung — Reisebett, Hochstuhl, Buggy, Spielkiste — läuft das schnell auf eine dreistellige Euro-Summe hinaus.

Rechnet den Kindersitz aus dieser Rechnung heraus und kauft ihn neu. Das ist dann immer noch die deutlich günstigere Gesamtlösung — und die einzige, bei der ich ruhig schlafen würde.

Diese Seite enthält bewusst keine Produktempfehlungen und keine Empfehlungslinks. Stand: August 2026.

❓ Häufige Fragen zum Gebrauchtkauf

Kann man einen Autokindersitz gebraucht kaufen?

Davon rate ich grundsätzlich ab. Ein Sitz, der einmal in einem Unfall war, kann innen beschädigt sein, ohne dass außen etwas zu sehen ist — und Verkäufer wissen das oft selbst nicht. Die einzige Ausnahme ist ein Sitz aus der eigenen Familie, dessen Geschichte lückenlos bekannt ist.

Welche Kinderausstattung lohnt sich gebraucht am meisten?

Der Hochstuhl. Ein Holzhochstuhl hat keine beweglichen Teile und keinen Verschleiß, wird abgewischt und ist wieder wie neu. Gebraucht kostet er oft ein Drittel des Neupreises. Danach kommen Reisebett, Buggy und Holzspielzeug.

Worauf muss ich beim gebrauchten Reisebett achten?

Auf Gestänge und Verriegelung — beides muss sauber einrasten. Den Bezug wascht Ihr, die Matratze kauft Ihr neu dazu: Sie soll fest sein, damit das Kind nicht einsinkt, und eine durchgelegene gebrauchte Matratze erfüllt das nicht.

Gibt es beim Privatkauf eine Gewährleistung?

In aller Regel nicht — beim Kauf von privat wird sie üblicherweise wirksam ausgeschlossen. Bei einem gewerblichen Verkäufer gilt sie dagegen, wenn auch bei gebrauchten Sachen verkürzt. Das ist keine Rechtsberatung; im Streitfall fragt jemanden, der beraten darf.

Wie erkenne ich, ob ein gebrauchtes Produkt zurückgerufen wurde?

Gib den Modellnamen zusammen mit dem Wort „Rückruf“ in eine Suchmaschine ein, bevor Du kaufst. Dafür brauchst Du das Typenschild mit Modellname und Baujahr — fehlt es, lass die Finger davon.

Wo kauft man gebrauchte Kinderausstattung am besten?

Auf Kleinanzeigenportalen mit Abholung in der Nähe, auf Kinderbasaren in Gemeinden und Kindergärten — und im eigenen Bekanntenkreis. Gerade dort steht erstaunlich oft ein guter Hochstuhl im Keller.

Quellen

Worauf sich die Angaben in diesem Beitrag stützen, abgerufen am 4. August 2026:

  • ADAC: Kindersitz-Normen — Verkaufsstopp für Sitze nach ECE R44 seit September 2023, Abverkauf der Lagerware bis 31. August 2024, kein Verwendungsverbot für bereits gekaufte Sitze.

Die Einschätzungen zum Gebrauchtkauf beruhen auf eigener Erfahrung und auf den Angaben in den verlinkten Beiträgen dieses Clusters, nicht auf Materialprüfungen. Rechtliche Aussagen sind allgemeine Einordnung und ersetzen keine Rechtsberatung. Wie ich arbeite, steht auf der Seite Wie auf grossvater.de gearbeitet wird.

Rubrik Ausstattung

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Alle Bilder in dieser Übersicht sind mit KI erstellt und zeigen keine realen Personen.

Beitrag aus der Kategorie: GroßelternVerantwortlicher Autor: Jürgen BuschInhalt des Beitrages habe ich auf Richtigkeit überprüft am 4. August 2026.