Rot für Wut, Gelb für Freude: Über Farben lassen sich Gefühle wunderbar greifbar machen. Hier zeige ich dir zwei tolle Spielwelten — Willis Regenbogenwelt und Das Farbenmonster — mit denen Kinder spielerisch lernen, Emotionen zu erkennen und zu benennen.
09.06.2026 · Kategorie: Gefühle & Emotionen
📑 Inhalt
Kinder werden häufig von ihren Gefühlen überwältigt und finden manchmal kaum zu sich selbst zurück. Oma und Opa können dem Enkelkind helfen, sich spielerisch mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen und in verschiedenen Situationen passend zu reagieren. Die folgenden Spiele und Bücher unterstützen genau dabei — auch prima für Kindergarten, Krippe und Grundschule.
🌈 Willis Regenbogenwelt
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Das Buch „Willis Farben“
„Willis Farben“ von Vanessa Hoffmann und Annette Häfele ist eine wunderbare Mitmach-Geschichte: Der kleine Junge Willi wird in verschiedenen Situationen vorgestellt — und das Kind entscheidet, ob Willi sich ängstlich oder mutig, traurig oder fröhlich zeigt. Je nach Entscheidung geht die Geschichte weiter; ist das Kind unzufrieden, darf es sich umentscheiden — und aus dem traurigen Willi wird ein glücklicher Junge. So lernen Kinder, dass sie selbst entscheiden können, wie sie sich fühlen, und dass ihre Entscheidungen den ganzen Tag verändern.



Spielideen mit Buch & Regenbogen-Set
Buch und Set laden zu tollen Spielen ein: Lass dein Enkelkind die Geschichte von Willi weitererzählen — wie könnte sein Tag nach dem Buch weitergehen? Das Regenbogen-Set funktioniert auch ohne Buch und eignet sich dank angenehmer Haptik und bunter Farben zum Bauen ganzer Landschaften. Nutzt die Bögen für „Willi-Bowling“ oder erforscht das Gleichgewicht: Bogen aufstellen, auf jede Seite eine Figur — und wie viele weitere Bögen oder Figuren passen noch auf den schmalen Rand, ehe er kippt?
Willis magische Brille
Ergänzend zum ersten Buch und zum Regenbogen-Set blickt Willi hier durch eine den Emotionen farblich angepasste Brille auf die Welt. Kinder lernen, dass ihre eigene Sichtweise maßgeblich beeinflusst, wie ihr Tag wird — und dass sie sich bewusst für eine positive Perspektive entscheiden können.
🎨 Das Spiel „Das Farbenmonster“
Das kooperative Spiel vom Verlag Huch! hilft Kindern, die Welt der Gefühle besser zu verstehen. Schlüsselfigur ist das Farbenmonster: Es wacht eines Tages auf, und alle Farben — und damit die Gefühle — sind durcheinandergeraten. Kann dein Enkelkind gemeinsam mit dem kleinen Mädchen helfen, aus dem Gefühls-Wirrwarr zu finden? Dabei überlegt jedes Kind selbst, was es in welcher Situation fühlt. Das Spiel basiert auf dem bekannten Bilderbuch von Anna Llenas. Tipp: auch für emotionsgeladene Erwachsene eine gute Idee!

Gefühle beim Farbenmonster: Liebe, Freude, Angst …

… sowie Wut, Traurigkeit und Gelassenheit.
Die Spielregeln kurz erklärt
Wer an der Reihe ist, würfelt und bewegt das Monster (oder das Mädchen) um die gewürfelte Augenzahl. Findet das Kind ein Gefühlsplättchen, erzählt es, in welcher Situation es sich schon einmal so gefühlt hat — oder warum sich das Monster gerade so fühlen könnte. Dann wählt es ein Glas, in das das Plättchen einsortiert wird: Die Farbe auf der Rückseite des Glases muss zum Plättchen passen. Stimmt sie nicht, kommt das Plättchen zurück auf den Plan. Sind alle Plättchen richtig zugeordnet, haben alle gemeinsam gewonnen.
Tipp zum Spiel: Nimm dir nach dem Spielen noch etwas Zeit und sprich mit dem Kind darüber, wie es sich gefühlt hat. Eine schöne Frage ist etwa: „Was glaubst du, warum das Monster so traurig war?“ oder „Welche Farbe hatte heute dein Tag?“ Wichtig sind ein ruhiges Umfeld und genügend Zeit.
💛 Welche Farbe steht für welches Gefühl?
Viele Gefühle lassen sich gut über Farben ausdrücken — das macht das Sprechen darüber für Kinder einfacher. Im Farbenmonster (und in vielen Gefühlsbüchern) sind die Emotionen so zugeordnet:
Freude
Traurigkeit
Wut
Angst
Gelassenheit
Liebe
Wichtig: Diese Zuordnung ist eine kindgerechte Orientierung — sie ist nicht in Stein gemeißelt. Jedes Kind darf seine eigenen Farben für seine Gefühle finden.
Über Gefühle sprechen ist wichtig
Schon kleine Kinder sollten lernen, wie wichtig es ist, über Gefühle zu sprechen. Mit Hilfe der Großeltern und Eltern sowie über Bücher, Spiele und Gefühlskarten entwickeln sie ein „Gefühls-Bewusstsein“. So können sie Situationen benennen, in denen sie traurig oder glücklich, mutig oder niedergeschlagen, enttäuscht oder erschrocken waren — und lernen in passenden Übungen Rituale kennen, mit denen sie ihre Empfindungen nicht nur wahrnehmen, sondern auch steuern können.
Der Zusammenhang von Farben und Gefühlen
Dass ein Zusammenhang zwischen Farben und Gefühlen besteht, ist gut belegt — die Werbung nutzt das ebenso wie Kaufhäuser, die bewusst mit Farben arbeiten. Auch Künstler setzen Ausdrucksfarben ein, um Emotionen darzustellen, ohne sich an reale Alltagsfarben zu halten. Kinder können lernen, über Farben ihre Gefühle auszudrücken und bestimmte Farben Gefühlen zuzuordnen — das macht das Sprechen über die eigene Gefühlslage deutlich leichter, ob zu Hause, im Kindergarten oder in der Grundschule.
❓ Häufige Fragen zu Gefühlen & Farben
Welche Farbe steht für welches Gefühl?
Eine gängige, kindgerechte Zuordnung ist: Gelb für Freude, Blau für Traurigkeit, Rot für Wut, Schwarz für Angst, Grün für Gelassenheit und Rosa für Liebe. Diese Orientierung stammt unter anderem vom „Farbenmonster“ — letztlich darf aber jedes Kind seine eigenen Farben für seine Gefühle finden.
Wie kann man mit Kindern Gefühle über Farben ausdrücken?
Gut gelingt das mit Bilderbüchern, Spielen und Gefühlskarten, beim gemeinsamen Malen oder indem man fragt: „Welche Farbe hatte heute dein Tag?“ In Kindergarten und Grundschule lassen sich Farben und Gefühle auch wunderbar im Stuhlkreis oder beim Basteln aufgreifen.
Ab welchem Alter ist „Das Farbenmonster“ geeignet?
Das Farbenmonster ist für Kinder ab 4 Jahren und 2 bis 5 Spieler geeignet; eine Partie dauert etwa 20 Minuten. Es wird kooperativ gespielt — alle gewinnen gemeinsam, wenn die Gefühle wieder richtig sortiert sind.
Welche Spiele eignen sich, um mit Kindern über Gefühle zu sprechen?
Sehr gut geeignet sind „Das Farbenmonster“ und die Bücher rund um Willis Regenbogenwelt. Wichtig ist weniger der Sieg als das Gespräch danach — über Situationen, in denen das Kind ein bestimmtes Gefühl hatte. Weitere Ideen findest du in unserer Übersicht Gefühle & Emotionen.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Farben und Gefühlen?
Ja — dass Farben auf unsere Stimmung wirken, ist gut belegt und wird etwa in Werbung und Gestaltung bewusst genutzt. Auch Künstler setzen Farben ein, um Emotionen auszudrücken. Für Kinder ist das eine schöne Brücke, um über die eigene Gefühlslage zu sprechen.
Welche Farben-Spiele eignen sich für Kindergarten und Krippe?
Für Krippe und Kindergarten eignen sich einfache, haptische Spiele wie das Regenbogen-Set oder das kooperative „Farbenmonster“ (ab 4). Auch klassische Farb-Sortier- und Zuordnungsspiele oder Stuhlkreis-Spiele rund um Farben machen jüngeren Kindern viel Freude.
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Beitrag von Jürgen Busch · Themenbereich: Gefühle & Emotionen · Zuletzt geprüft am 09.06.2026







