Opa und Enkelin beim Richtfest – Zuckerguss aufs Dach des Lebkuchenhauses

Jürgen Busch, Autor von grossvater.de – Schwarzweiß-Porträt mit gefalteten Händen

Beitrag von Jürgen Busch
AKTUALISIERT AM 25.08.2026 · 7 MIN. LESEZEIT · Kategorie: Backen · Newsletter anmelden

Silvester ist der heimliche Großeltern-Abend des Jahres: Die Eltern sind eingeladen oder wollen einmal zu zweit feiern — und die Enkel übernachten bei Oma und Opa. Was nach Notlösung klingt, kann der schönste Abend der Ferien werden, wenn man ihn als eigenes Fest plant statt als Warten auf Mitternacht. Hier steht, wie der Jahreswechsel mit Kindern gelingt: mit Zeitplan, Spielen, Essen — und einer Mitternacht, die um acht Uhr stattfindet.

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Das Lebkuchenhaus ist die Königsdisziplin der Weihnachtsbäckerei — und zugleich das Projekt, bei dem ein Bausatz kein Schummeln ist. Denn das, woran Kinder sich erinnern, ist nicht das Backen der Wände, sondern das Bauen und Verzieren. Wir haben es selbst ausprobiert, mit Bausatz, Esskleber und einem echten Transportschaden — hier ist der ganze Weg in Bildern, dazu die Bausätze, die sich lohnen, und die Tricks, damit das Dach hält.

Drei Wege zum Lebkuchenhaus

  • Der Bausatz: Wände, Dach, oft Zaun und Figuren fertig gebacken, dazu Zuckerguss und Streudeko. Der Lebkuchen stammt von Herstellern, die auch fertige Lebkuchen in den Handel bringen — auf den Geschmack ist Verlass. Für Nachmittage mit Kindern der richtige Weg: In einer Stunde steht das Haus, und die ganze Zeit gehört dem Dekorieren.
  • Selbst backen: Teig nach Rezept, Teile mit Form oder Papierschablone — das Wochenendprojekt für Enkel ab dem Schulalter, mit dem größten Stolz am Ende.
  • Selbst zum Architekten werden: Wer sagt, dass es das Standardhaus sein muss? Entwerft Eure eigene Lebkuchen-Villa — oder baut das Haus von Mama und Papa nach und überrascht die beiden damit.

Die Bausätze im Vergleich

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Unser Haus: der Bau in Bildern

Wir haben den Bausatz-Weg selbst dokumentiert — mit allem, was dazugehört, auch dem Malheur:

1 · Auspacken und sortieren: Wände und Dachteile liegen fertig gebacken bereit.
1 · Auspacken und sortieren: Wände und Dachteile liegen fertig gebacken bereit.
2 · Der Schreck: Transportschaden bei den Figuren — kein Drama, Esskleber richtet es.
2 · Der Schreck: Transportschaden bei den Figuren — kein Drama, Esskleber richtet es.
3 · Der Mörtel: Esskleber und Zuckerguss halten Wände, Dach und reparierte Figuren.
3 · Der Mörtel: Esskleber und Zuckerguss halten Wände, Dach und reparierte Figuren.
4 · Richtfest: Wände stellen, Dach auflegen — und trocknen lassen, bevor es weitergeht.
4 · Richtfest: Wände stellen, Dach auflegen — und trocknen lassen, bevor es weitergeht.
5 · Dekorieren: Jetzt gehört das Haus den Kinderhänden — Guss, Perlen, Figuren.
5 · Dekorieren: Jetzt gehört das Haus den Kinderhänden — Guss, Perlen, Figuren.
6 · Fertig: Das geschmückte Haus — bereit für seinen Platz auf der Fensterbank.
6 · Fertig: Das geschmückte Haus — bereit für seinen Platz auf der Fensterbank.

Den Zusammenbau gibt es auch bewegt — unser kurzes Video vom Basteln:

Die Lehre aus dem Transportschaden übrigens: Bausatz ein paar Tage vor dem Backtag bestellen und gleich kontrollieren — gebrochene Teile lassen sich mit Zuckerguss unsichtbar reparieren, aber nicht in der Minute, in der die Enkel schon am Tisch sitzen.

Selbst backen: Form, Werkzeug, Stabilität

Für den Selbstbau gilt: fester Teig (unser Lebkuchen-Grundrezept mit 50 Gramm mehr Mehl), Teile nach Schablone oder aus der Form — und Geduld beim Kleben. Die drei Stabilitäts-Regeln: Zuckerguss-Mörtel dick wie Zahnpasta anrühren, jede Wand ein paar Minuten halten oder mit einer Konservendose abstützen, und das Rohhaus über Nacht durchtrocknen lassen, bevor dekoriert wird.

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Fünf Ideen rund ums Haus

  • Das Adventsritual: Haus am ersten Advent bauen — und an jedem Adventssonntag ein Stück nachdekorieren. So trägt ein einziges Projekt durch die ganze Vorweihnachtszeit.
  • Licht ins Haus: Ein LED-Teelicht (nie eine echte Kerze!) durch die Rücköffnung hineingestellt — abends leuchten die Zuckergussfenster. Der Moment, in dem jedes Kind still wird.
  • Für Enkel in der Ferne: Einen Bausatz als Päckchen schicken und beim Videoanruf gemeinsam bauen — Opa klebt sein Dach in München, die Enkelin ihres in Hamburg. Zwei Häuser, ein Nachmittag.
  • Für die Kleinsten unter vier: Die Krümelvariante ohne Backen — eine leere, beklebte Milchtüte als Rohbau, Butterkekse als Fassade, Zuckerschrift als Kleber. Hält einen Nachmittag und macht genauso stolz.
  • Das Abrissfest: Am 6. Januar wird das Haus feierlich gegessen — oder mit dem Löffel „abgerissen“. Ein festes Datum verhindert, dass das Kunstwerk bis Ostern verstaubt, und gibt dem Projekt ein zweites Fest.

Wer nach dem Haus weiterbauen will: Unter Lebkuchen-Modelle jenseits des Hauses warten Zug, Baum, Krippe, Burg und ein ganzes Dorf — mit Schablonen zum Ausdrucken.

Häufige Fragen

Bausatz oder selbst backen — was ist besser mit Enkeln?

Mit Kindern unter acht: der Bausatz — die ganze gemeinsame Zeit gehört dem Bauen und Verzieren. Ab dem Schulalter ist das Selbstbacken das größere Abenteuer, braucht aber ein ganzes Wochenende samt Trockenpausen.

Darf man das Lebkuchenhaus essen?

Frisch gebaut: ja, alles daran ist essbar. Nach Wochen auf der Fensterbank — mit Staub, Wohnzimmerluft und Kinderfingern — ist es eher Deko. Deshalb das Abrissfest am 6. Januar: Dann ist es noch gut und der Abschied fällt leicht.

Ab welchem Alter können Enkel mitbauen?

Dekorieren ab etwa drei, Wände kleben ab fünf, selbst backen und bauen ab acht. Und für die Allerkleinsten gibt es die Milchtüten-Variante mit Butterkeksen — ganz ohne Ofen.

Warum fällt mein Haus zusammen?

Fast immer ist der Zuckerguss zu flüssig oder das Haus wurde zu früh dekoriert. Der Mörtel muss dick wie Zahnpasta sein, jede Wand kurz gestützt werden — und das Rohhaus über Nacht trocknen, bevor Deko und Dach ihr Gewicht dazugeben.

Wie lange hält ein fertiges Lebkuchenhaus?

Als Deko problemlos vier bis sechs Wochen, an einem kühlen, trockenen Platz ohne direkte Heizungsluft. Zum Essen sollte es in den ersten zwei Wochen verputzt werden.

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Inhalt des Beitrages auf Richtigkeit überprüft am 25. August 2026 – Jürgen Busch