

Aktualisiert am 3. Juni 2026 · 8 Min. Lesezeit

Bis zu 30 Prozent der Menschen verwechseln laut Umfragen rechts und links – Kinder wie Erwachsene. Dahinter steckt längst nicht immer eine echte „Rechts-Links-Schwäche“: Oft fehlt einfach die Übung. Mit den richtigen Spielen, Übungen und kleinen Eselsbrücken lernen Kinder die Seiten sicher zu unterscheiden – und es macht sogar Oma und Opa Spaß. Auf dieser Seite findest Du die besten Lernspiele, praktische Alltags-Tricks und alles Wichtige rund um die Rechts-Links-Schwäche.
📋 Inhalt dieser Seite
Ab wann können Kinder rechts und links unterscheiden?
Die meisten Kinder lernen etwa zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr, rechts und links sicher zu unterscheiden – also rund um Vorschule und erste Klasse. Vorher können sie die Seiten zwar benennen, verwechseln sie aber im Alltag noch häufig. Das ist völlig normal: Die zuverlässige Unterscheidung ist eine Leistung, die viel Übung braucht. Wichtig ist, dass das Üben spielerisch bleibt – Druck ist hier fehl am Platz.
Die besten Spiele für rechts und links
Kinder lernen am leichtesten über Bewegung und Spiel. Bewegungsspiele („Hüpfe zweimal nach links!“), kleine Bewegungsgeschichten und vor allem spezielle Lernspiele festigen die Seiten ganz nebenbei. Zwei Spiele haben sich bei uns besonders bewährt:

Kartenspiel „Rinks & Lechts“
Im Amigo-Verlag erschienen, für 2–8 Spieler ab 6 Jahren. Eine Runde dauert nur rund zehn Minuten – perfekt zum regelmäßigen Üben. Dank Tempo und witziger Grafiken macht es auch Oma und Opa Spaß.
So funktioniert „Rinks & Lechts“
Auf den Karten ist ein Verkehrspolizist zu sehen. Im Spiel werden mehrere Bewegungen nach rechts oder links ausgeführt – immer aus dem Blickwinkel des Polizisten! Die Spieler erkennen möglichst schnell, bei welchem Symbol der Polizist nach drei Richtungsbewegungen landet, und rufen die Lösung. Wer richtig liegt, bekommt die Aufgabenkarte; wer zuerst sechs Karten hat, gewinnt.
Aufbau: Die sieben Polizisten-Karten werden im Kreis offen ausgelegt, die 43 Aufgabenkarten gemischt verdeckt als Stapel. Aufdecken, mitdenken, rufen – fertig.

Würfelspiel „Rechts – Links – Mitte“
Mit neun Würfeln aus hochwertigem Buchenholz trainieren drei oder mehr Spieler das Unterscheiden von rechts und links. Je nach Würfel werden die eigenen Chips an den linken oder rechten Nachbarn weitergegeben – oder beim Sternsymbol in die Mitte. Bei einem Punkt darf man die Chips behalten. Wer nach den vereinbarten Runden die meisten Chips hat, gewinnt.
Übungen & Tricks für den Alltag
Neben Spielen helfen einfache Übungen und Eselsbrücken, die sich wunderbar in den Alltag mit den Enkeln einbauen lassen – ganz ohne Arbeitsblätter:
- Überkreuzübungen: linken Ellenbogen ans rechte Knie und umgekehrt – das verbindet beide Gehirnhälften.
- Armbanduhr links: die am linken Arm getragene Uhr gibt einen festen Anhaltspunkt.
- Das „L“ mit der Hand: Daumen und Zeigefinger der linken Hand bilden ein großes L.
- Tisch decken: Das Messer kommt nach rechts, die Gabel nach links.
- Im Alltag reichen lassen: „Gibst Du mir das mit der rechten Hand?“
- Hände suchen: auf Bildern alle linken (oder rechten) Hände finden.
Solche Mini-Übungen eignen sich schon im Kindergarten, in der Vorschule und in der 1. Klasse. Wichtig ist die Wiederholung in kleinen, spielerischen Portionen.
Was ist eine Rechts-Links-Schwäche?
Als Rechts-Links-Schwäche (auch Links-Rechts-Schwäche) bezeichnet man die anhaltende Schwierigkeit, rechts und links zuverlässig zu unterscheiden. Fachlich spricht man auch von einer Rechts-Links-Konfusion bzw. Rechts-Links-Unsicherheit. Wie erwähnt betrifft das Phänomen bis zu 30 Prozent der Menschen – es ist also sehr verbreitet und in aller Regel harmlos.
Ursachen & Zusammenhänge
Die Forschung ist sich bei den Ursachen noch nicht einig. Diskutiert werden mehrere Erklärungen:
- Die beiden Gehirnhälften arbeiten seitenverkehrt, was die Zuordnung erschwert.
- Besonderheiten in der frühen Entwicklung, etwa ein Überspringen der Krabbelphase.
- Eine frühere Umschulung von der Links- auf die Rechtshändigkeit.
Studien diskutieren einen möglichen Zusammenhang zwischen einer ausgeprägten Rechts-Links-Schwäche und Themen wie Legasthenie, Dyskalkulie oder ADHS – bewiesen ist eine Ursache-Wirkung aber nicht. Eine Rechts-Links-Schwäche kann in jedem Alter bestehen, also auch bei Erwachsenen und im höheren Alter, und kommt bei Frauen wie Männern vor. Bei plötzlich neu auftretender, starker Verwirrung von rechts und links im Erwachsenenalter sollte man sicherheitshalber ärztlichen Rat einholen.
Mehr Lernen mit den Großeltern
Spielerisch fördern, was Spaß macht:
Häufige Fragen zu rechts und links
Ab wann können Kinder rechts und links unterscheiden?
Die meisten Kinder lernen es etwa zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr – also rund um Vorschule und erste Klasse. Vorher ist Verwechseln völlig normal. Spielerisches Üben hilft am besten.
Was ist eine Rechts-Links-Schwäche und wie heißt der Fachbegriff?
Sie bezeichnet die anhaltende Schwierigkeit, rechts und links zuverlässig zu unterscheiden. Fachlich spricht man auch von einer Rechts-Links-Konfusion oder Rechts-Links-Unsicherheit. Bis zu 30 Prozent der Menschen sind betroffen.
Hat eine Rechts-Links-Schwäche mit Intelligenz zu tun?
Nein. Eine Rechts-Links-Schwäche sagt nichts über die Intelligenz aus und ist keine Krankheit. Sehr häufig ist sie schlicht eine Frage fehlender Übung.
Kann man eine Rechts-Links-Schwäche trainieren oder beheben?
In vielen Fällen ja – mit regelmäßigen, spielerischen Übungen: Überkreuzübungen, Eselsbrücken (Uhr am linken Arm, das „L“ mit der linken Hand) und Lernspielen wie „Rinks & Lechts“. Geduld und Wiederholung sind der Schlüssel.
Darf man mit einer Rechts-Links-Schwäche Auto fahren?
Eine leichte Rechts-Links-Schwäche steht dem Führerschein in aller Regel nicht im Weg. Viele Betroffene nutzen kleine Eselsbrücken, um im Verkehr sicher zu reagieren. Bei starker Unsicherheit kann gezieltes Üben helfen.
Welche Spiele helfen, rechts und links zu lernen?
Bewährt sind das Kartenspiel „Rinks & Lechts“ (Amigo, ab 6 Jahren) und das Würfelspiel „Rechts – Links – Mitte“. Auch einfache Bewegungsspiele („Hüpfe nach links!“) machen Spaß und festigen die Seiten ganz nebenbei.
Ob im Spiel, beim Tischdecken oder mit einer kleinen Eselsbrücke: Mit etwas Übung und Geduld lernt jedes Kind, rechts und links sicher zu unterscheiden – und Oma und Opa sind dabei die geduldigsten Lehrmeister. Viel Freude beim gemeinsamen Üben!
Inhalt des Beitrages auf Richtigkeit überprüft am 3. Juni 2026.
