Großvater sitzt am Küchentisch vor einem aufgestellten Tablet und winkt lächelnd in den Bildschirm

Großvater sitzt am Küchentisch vor einem aufgestellten Tablet und winkt lächelnd in den Bildschirm

Symbolbild, mit KI erstellt — keine reale Person. Das Gerät steht aufrecht in einem Ständer und auf Augenhöhe — das ist der halbe Unterschied zwischen einem guten und einem anstrengenden Videoanruf.

Wie starte ich einen Videoanruf? In WhatsApp: Chat der Person öffnen, oben rechts auf das Kamera-Symbol tippen — das war es schon. Auf dem iPhone geht es auch über FaceTime, auf Android über Google Meet. Unten steht jeder Weg einzeln, mit den Schritten in der Reihenfolge, in der sie auf dem Bildschirm vorkommen — und was zu tun ist, wenn nichts passiert.

Jürgen Busch, Autor von grossvater.de – Schwarzweiß-Porträt mit gefalteten Händen

Beitrag von Jürgen Busch
AKTUALISIERT AM 16.08.2026 · 9 MIN. LESEZEIT · Kategorie: Digitales
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Es gibt zwei verschiedene Fragen, und sie werden gern in einen Topf geworfen. Die eine lautet: Welche App soll ich nehmen? Darauf antwortet der Überblick zur Videotelefonie. Die andere lautet: Und wo muss ich jetzt drücken? Darauf antwortet diese Seite.

Der häufigste Rat an Großeltern lautet, sich die erste Verbindung von einem Enkel einrichten zu lassen. Der Rat ist nicht falsch — aber er hilft nichts, wenn der Enkel dreihundert Kilometer weit weg ist. Genau dann braucht man die Schritte schwarz auf weiß.

Deshalb steht hier jeder Weg einzeln, und zwar so kurz wie möglich. Aussuchen, welcher gilt, ausdrucken, danebenlegen.

Die drei Minuten vorher

Fast alles, was bei Videoanrufen schiefgeht, lässt sich vorher abstellen. Vier Handgriffe, einmal gemacht, sparen jedes Mal den halben Ärger.

Vor dem ersten Anruf

  1. Ins WLAN gehen. Ein Videoanruf verbraucht grob fünf Megabyte in der Minute, also etwa 300 Megabyte in der Stunde. Im eigenen WLAN kostet das nichts. Im Mobilfunknetz zählt es auf Dein Datenvolumen.
  2. Ladekabel bereitlegen. Videoanrufe leeren den Akku schneller als alles andere auf dem Gerät. Wer eine Stunde spricht, sollte am Strom hängen.
  3. Einen Probeanruf machen. Nicht am Tag des Ereignisses, sondern ein paar Tage vorher — mit derselben Person, mit demselben Gerät, an demselben Platz. Das ist der einzige Test, der wirklich etwas beweist.
  4. Ton einmal richtig einstellen. Lautstärke hoch, Klingelton an, Stumm-Schalter aus. Beim iPhone ist das der kleine Schalter an der linken Seite; steht er auf Orange, ist das Gerät lautlos.

Der Punkt, an dem es fast immer scheitert. Beim allerersten Videoanruf fragt das Telefon, ob die App auf Kamera und Mikrofon zugreifen darf. Wer hier aus Vorsicht „Nicht erlauben“ antwortet, sieht und hört danach nichts — und findet den Grund nie. Bei dieser einen Frage gehört „Erlauben“ angetippt. Sie kommt nur einmal.

WhatsApp — Videoanruf mit einer Person

Der kürzeste Weg von allen, und der, den die meisten Familien benutzen. Voraussetzung: Beide haben WhatsApp und haben die Nummer des anderen gespeichert.

Android und iPhone — der Weg über den Chat

  1. WhatsApp öffnen.
  2. Auf den Namen der Person tippen, so dass der Chat sich öffnet — der mit den bisherigen Nachrichten.
  3. Oben rechts stehen zwei kleine Symbole. Auf das Kamera-Symbol tippen (nicht auf den Hörer — das wäre ein Anruf ohne Bild).
  4. Warten, bis die andere Seite abnimmt. Aufgelegt wird mit dem roten Hörer unten.

Es gibt einen zweiten Weg, der sich lohnt, wenn Du dieselbe Person oft anrufst: unten im Reiter Anrufe steht die Liste der letzten Gespräche. Ein Tipp auf den Namen wählt sofort neu.

WhatsApp mit mehreren — und der Anruflink

An einem WhatsApp-Videoanruf können bis zu 32 Personen teilnehmen. Das reicht für jede Familie, die ich kenne.

Mehrere Personen gleichzeitig anrufen

  1. WhatsApp öffnen und unten auf den Reiter Anrufe tippen.
  2. Unten rechts auf das Hörer-Symbol mit dem Pluszeichen tippen.
  3. Neuer Gruppenanruf wählen.
  4. Die Personen antippen, die dabei sein sollen — sie erscheinen oben in einer Reihe.
  5. Zum Schluss auf das Kamera-Symbol tippen. Alle werden gleichzeitig angeklingelt.

Wer schon telefoniert und jemanden nachholen will, tippt während des Gesprächs auf das Pluszeichen und wählt die Person aus. Der Anruf läuft dabei weiter.

Der Anruflink — die bequemste Variante

Statt alle einzeln anzuklingeln, kann man einen Link verschicken. Wer ihn antippt, ist drin. Das ist besonders bei mehreren Haushalten angenehm, weil niemand im richtigen Moment ans Telefon muss.

Anruflink erstellen

  1. In WhatsApp unten auf Anrufe tippen.
  2. Oben Anruflink erstellen antippen.
  3. Als Anruftyp Video wählen.
  4. Auf Link kopieren oder Link teilen tippen und ihn in den Familienchat schicken.

Ein Haken beim Anruflink. Wer über den Link teilnehmen will, braucht selbst WhatsApp. Der Link erspart das Anklingeln, nicht die App. Für jemanden ohne WhatsApp brauchst Du einen der beiden nächsten Wege.

FaceTime — und der Trick für Android

FaceTime ist auf jedem iPhone und iPad schon eingebaut, es muss nichts installiert werden. Der bekannte Nachteil: Es läuft nur zwischen Apple-Geräten. Das stimmt seit iOS 15 nicht mehr ganz — und diese Ausnahme ist der Grund, warum FaceTime hier steht.

FaceTime-Anruf an ein anderes Apple-Gerät

  1. Die App FaceTime öffnen (grünes Symbol mit einer weißen Videokamera).
  2. Oben auf Neuer FaceTime-Anruf tippen.
  3. Den Namen oder die Nummer eingeben — passende Kontakte werden vorgeschlagen.
  4. Auf den grünen Knopf FaceTime tippen.

Der Link, mit dem auch Android mitmachen kann

Seit iOS 15 kann man aus FaceTime einen Link erzeugen. Wer ihn bekommt, kann auch von einem Android-Handy oder einem Windows-Rechner teilnehmen — ohne Apple-Gerät und ohne Konto, einfach im Browser.

Link erstellen und weitergeben

  1. FaceTime öffnen und oben auf Link erstellen tippen.
  2. Den Link teilen — per Nachricht, E-Mail oder wie es am einfachsten ist.
  3. Zur verabredeten Zeit den Anruf öffnen und die Wartenden mit Beitreten erlauben hereinlassen.

Was die Gegenseite braucht. Auf Android oder Windows öffnet sich der Link in Google Chrome oder Microsoft Edge — ein anderer Browser reicht nicht. Dort Namen eingeben, Kamera und Mikrofon erlauben, auf Beitreten tippen und warten, bis Du sie hereinlässt. Bildschirmfreigabe funktioniert in dieser Browser-Fassung nicht.

Google Meet — wenn nichts zusammenpasst

Der dritte Weg ist der unabhängigste: Google Meet läuft auf Android, auf dem iPhone und im Browser am Rechner. Wer eingeladen wird, braucht kein Google-Konto — nur den Link. Wer einlädt, braucht eines.

Besprechung starten und Link verschicken

  1. Im Browser meet.google.com aufrufen — oder die App Google Meet öffnen.
  2. Auf Neue Besprechung tippen.
  3. Sofortbesprechung starten wählen.
  4. Den angezeigten Link kopieren und an alle verschicken.
  5. Wer beitritt, klopft an — Du lässt ihn mit Zulassen herein.

Wo das Gerät steht

Hier liegt der Unterschied zwischen einem schönen und einem anstrengenden Gespräch — und er hat nichts mit Technik zu tun.

Aufstellen statt halten

Ein Telefon in der Hand wackelt, und nach zehn Minuten tut der Arm weh. Stell das Gerät auf: ein Ständer kostet wenige Euro, notfalls tun es auch zwei Bücher und eine Tasse. Die Kamera gehört ungefähr auf Augenhöhe. Liegt das Gerät flach auf dem Tisch, schauen alle von unten in Dein Gesicht — das ist die unvorteilhafteste Ansicht, die es gibt.

Licht von vorn, nicht von hinten

Die häufigste Beschwerde lautet „ich sehe Dich so dunkel“, und die Ursache ist fast immer dieselbe: ein Fenster im Rücken. Die Kamera stellt sich auf das helle Fenster ein, und Du wirst zur Silhouette. Dreh den Stuhl so, dass das Fenster vor Dir ist. Abends tut eine Tischlampe neben dem Gerät denselben Dienst.

Der Ton ist wichtiger als das Bild

Ein körniges Bild verzeiht man, schlechten Ton nicht. Zwei Dinge helfen sofort: Fernseher und Radio ausschalten — das Mikrofon hört beides lauter als Dich. Und wenn mehrere im Raum sind: nicht durcheinanderreden. Videoanrufe haben eine winzige Verzögerung, und die macht aus zwei gleichzeitigen Sätzen einen Brei.

Kopfhörer, wenn es hallt. In gefliesten oder spärlich möblierten Räumen klingt die eigene Stimme für die Gegenseite hohl. Ganz normale Kopfhörer mit Mikrofon lösen das in Sekunden — sie verhindern auch das Echo, das entsteht, wenn der Lautsprecher wieder ins Mikrofon hineinspielt.

Wenn es hakt

Das Problem Fast immer die Ursache Was hilft
Die anderen sehen mich nicht Die Kamera ist aus — oder die App darf nicht darauf zugreifen. Während des Anrufs auf das durchgestrichene Kamera-Symbol tippen. Bleibt es dunkel: Einstellungen → die App suchen → Kamera erlauben.
Die anderen hören mich nicht Das Mikrofon ist stummgeschaltet. Auf das Mikrofon-Symbol tippen, so dass der Strich verschwindet. Beim iPhone zusätzlich den Stumm-Schalter an der linken Seite prüfen.
Ich höre die anderen nicht Lautstärke unten — oder der Ton läuft auf ein Bluetooth-Gerät. Lautstärke-Wippe drücken, während der Anruf läuft. Sonst prüfen, ob Kopfhörer oder Lautsprecher noch verbunden sind.
Das Bild ruckelt oder friert ein Die Verbindung reicht nicht. Näher an den WLAN-Router gehen. Hilft das nicht: die Kamera abschalten und nur sprechen — Ton braucht einen Bruchteil der Datenmenge.
Es hallt oder pfeift Zwei Geräte im selben Raum sind im selben Anruf. Bei einem der beiden das Mikrofon stummschalten. Oder Kopfhörer benutzen.
Der Akku ist nach 40 Minuten leer Videoanrufe sind der größte Stromverbraucher überhaupt. Am Ladekabel telefonieren. Das ist keine Notlösung, sondern der Normalfall.

Wenn gar nichts geht. Gerät einmal ganz aus- und wieder einschalten. Das klingt nach einem Witz und löst trotzdem den größten Teil aller Ton- und Bildprobleme — auch die, für die man sonst eine Stunde suchen würde.

Häufige Fragen

Kostet ein Videoanruf Geld?

Die Anrufe selbst sind bei WhatsApp, FaceTime und Google Meet kostenlos. Bezahlt wird nur die Internetverbindung: Im eigenen WLAN entstehen keine zusätzlichen Kosten, unterwegs zählt es auf das Datenvolumen — etwa 300 Megabyte in der Stunde.

Wie viele Personen können mitmachen?

Bei WhatsApp sind es bis zu 32 Teilnehmer in einem Videoanruf. Google Meet und FaceTime lassen ebenfalls große Runden zu. Für eine Familienfeier reicht jede der drei Möglichkeiten.

Kann jemand ohne iPhone bei FaceTime mitmachen?

Ja, seit iOS 15 — aber nur über einen Link, den ein Apple-Nutzer erstellt. Die eingeladene Person öffnet ihn in Google Chrome oder Microsoft Edge. Von sich aus einen FaceTime-Anruf starten kann sie nicht.

Brauche ich für Google Meet ein Konto?

Nur wenn Du selbst einlädst. Wer über einen Link teilnimmt, braucht kein Google-Konto.

Warum sehen mich alle so dunkel?

Weil hinter Dir ein Fenster ist. Die Kamera stellt sich auf das hellste im Bild ein — und das ist dann das Fenster, nicht Dein Gesicht. Setz Dich so, dass das Licht von vorn kommt.

Kann ich einen Videoanruf aufnehmen?

WhatsApp und FaceTime bieten das nicht an. Wichtiger als die Technik ist ohnehin die Regel: Eine Aufnahme geht nur, wenn alle Beteiligten vorher zugestimmt haben. Heimliche Mitschnitte sind nicht zulässig.

Warum hier keine Bildschirmfotos stehen. WhatsApp, FaceTime und Meet ändern ihr Aussehen mehrmals im Jahr. Ein Bildschirmfoto vom Frühjahr stimmt im Herbst oft nicht mehr und verwirrt dann mehr, als es hilft. Die Reihenfolge der Schritte bleibt dagegen erstaunlich stabil — deshalb steht sie hier in Worten. Wenn eine Beschriftung bei Dir anders lautet: Es ist fast immer derselbe Knopf an derselben Stelle.

Quellen

Die Bedienschritte sind an Android- und iPhone-Fassungen vom August 2026 geprüft. Apps ändern ihre Beschriftungen laufend; wo etwas nicht passt, ist der beschriebene Knopf meist nur umbenannt worden. Eine Gewähr für jede einzelne Gerätefassung kann diese Seite nicht geben.

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Beitrag aus der Kategorie: DigitalesVerantwortlicher Autor: Jürgen BuschInhalt des Beitrages habe ich auf Richtigkeit überprüft am 16. August 2026.