Notebook auf einem Küchentisch zeigt eine Vergleichstabelle der KI-Assistenten

Sechs Assistenten nebeneinander — der Vergleich auf einen Blick.

ChatGPT, Gemini, Claude, Copilot — die Namen schwirren durch die Zeitungen, und niemand sagt einem, worin sie sich eigentlich unterscheiden. Hier steht es. Ohne Fachchinesisch, und mit dem, was für uns zählt: Kostet es etwas? Kann ich hineinsprechen? Und was passiert mit dem, was ich eintippe?

In drei Sätzen
Alle hier vorgestellten Assistenten haben eine kostenlose Version, die für den Anfang völlig ausreicht. Sie können alle dasselbe Grundhandwerk: zuhören, antworten, Texte schreiben, Bilder anschauen. Die Unterschiede liegen im Detail — bei der Anmeldung, beim Sprechen und beim Datenschutz.

Die sechs, die in Frage kommen

Es gibt Dutzende. Sinnvoll sind für uns sechs — alle auf Deutsch bedienbar, alle als App und im Browser, alle mit Gratisversion.

Name Anbieter Wofür er sich besonders eignet
ChatGPT OpenAI, USA Der Bekannteste. Für Text gilt die Gratisversion als unbegrenzt — viel fragen, ohne aufs Konto zu schauen.
Gemini Google, USA Wer ohnehin ein Google-Konto und ein Android-Handy hat. Bilder erstellen und bearbeiten ist gratis dabei.
Claude Anthropic, USA Schreibt sorgfältige, lange Texte. Keine Werbung. Anmeldung mit E-Mail genügt.
Copilot Microsoft, USA Wer mit Windows und Outlook arbeitet. Steckt schon im Rechner drin.
Perplexity Perplexity AI, USA Antwortet mit Quellenangaben. Wer nachprüfen will, woher etwas stammt, ist hier richtig.
Mistral Vibe Mistral AI, Frankreich Der einzige europäische Anbieter. Hieß bis Mai 2026 „Le Chat“.

Die Anmeldung — hier fängt der Ärger oft an

Der häufigste Abbruchgrund ist nicht die Technik, sondern das Anmeldeformular. Deshalb vorweg:

  • Am einfachsten: Claude, Perplexity und Mistral Vibe — eine E-Mail-Adresse genügt.
  • Vorsicht bei ChatGPT: Für neue Konten in Deutschland verlangt OpenAI inzwischen häufig eine Handynummer. Eine E-Mail-Adresse lässt sich nachtragen, aber der erste Schritt kann ohne Mobiltelefon haken.
  • Gemini braucht ein Google-Konto — das hat fast jeder mit Android-Handy oder Gmail bereits.
  • Copilot braucht für die meisten Funktionen ein Microsoft-Konto.

Sprechen statt tippen

Für viele von uns ist das der entscheidende Punkt: Man muss nicht tippen. Man kann reden wie am Telefon.

Das geht bei allen sechs, aber unterschiedlich bequem. Gemini Live ist gratis und ausgereift — allerdings nur in der Handy-App, nicht im Browser am Computer. Copilot Voice ist ausdrücklich kostenlos und läuft auch am Rechner. Bei ChatGPT und Claude funktioniert der Sprachmodus ebenfalls im Browser.

Was keiner der Anbieter als eigene Funktion anbietet, ist ein reines Vorlesen der Antwort. Das kann aber Dein Gerät selbst — bei iPhone und iPad unter Einstellungen → Bedienungshilfen → Gesprochene Inhalte, bei Android unter Einstellungen → Bedienungshilfen → Vorlesen.

Was mit Deinen Eingaben passiert

Das ist der Punkt, an dem ich ehrlich sein muss: Bei allen sechs werden Deine Eingaben standardmäßig zum Training der Programme verwendet — und bei allen sechs lässt sich das abschalten. Nur sagt einem das niemand ungefragt.

Wo der Schalter sitzt, heißt je nach Anbieter anders: bei ChatGPT unter Einstellungen → Datenkontrollen, bei Google unter Aktivitäten im Google-Konto, bei Claude unter Einstellungen → Privacy, bei Perplexity unter Account Settings → Preferences. Es lohnt sich, das beim ersten Start einmal durchzusehen.

Fünf der sechs Anbieter sitzen in den USA. Nur Mistral ist ein französisches Unternehmen und verarbeitet überwiegend in europäischen Rechenzentren — nicht lückenlos, aber deutlich näher an unserem Recht als die übrigen. Wem der Datenschutz besonders wichtig ist, fängt dort an.

🛡️ Was nirgends hineingehört
Keine Passwörter, keine Kontonummern, keine Versichertennummer, keine Adressen Deiner Kinder und Enkel. Die Verbraucherzentrale rät schlicht: keine persönlichen Daten eingeben — und die Antworten nachprüfen. Ein guter Maßstab ist: Was ich einem freundlichen Fremden am Nebentisch im Café nicht erzählen würde, tippe ich auch hier nicht ein.

👴 Wie ich es selbst mache

Ich arbeite mit drei Assistenten nebeneinander — nicht aus Sammelleidenschaft, sondern weil jeder etwas anderes gut kann.

Die Texte für grossvater.de entstehen mit Claude. Dafür zahle ich die große Version, weil ich viel am Stück schreibe und mein Arbeitsablauf inzwischen weitgehend von selbst läuft.

Die Bilder auf diesen Seiten macht Gemini — auch das Notebook oben auf dieser Seite ist so entstanden.

Und auf meinem iPhone liegt ChatGPT. Das ist der Assistent für den Alltag: schnell etwas nachschlagen, eine Zutat prüfen, einen Brief aufsetzen, während ich in der Küche stehe.

Das ist so gewachsen und war nicht geplant. Wenn Du anfängst, nimm einen und bleib ein paar Wochen dabei. Alles Weitere ergibt sich von allein. Wie ich zur Technik gekommen bin, erzähle ich auf meiner persönlichen Seite.

Mein Rat

Fang mit einem an, nicht mit dreien. Alle sechs können das Grundhandwerk, und man lernt eine Sache besser, wenn man sie nicht ständig wechselt.

Wenn Du schon ein Android-Handy benutzt: nimm Gemini, es ist wahrscheinlich schon drauf. Wenn Du am Windows-Rechner sitzt: Copilot, aus demselben Grund. Wenn Du längere Texte schreiben lassen willst und keine Werbung möchtest: Claude. Wenn Dir wichtig ist, woher eine Antwort stammt: Perplexity. Und wenn Du europäisch bleiben willst: Mistral Vibe.

Häufige Fragen

Muss ich mich für einen entscheiden?

Nein. Man kann mehrere nebeneinander ausprobieren, alle sind kostenlos. Nur lernt es sich leichter, wenn man erst mit einem vertraut wird.

Ist der teuerste der beste?

Für unsere Zwecke nicht. Die Bezahlversionen bringen vor allem mehr Tempo und höhere Nutzungsmengen. Was Du und ich damit machen — Briefe, Fragen, Erklärungen —, leistet die Gratisversion.

Warum stehen chinesische Anbieter nicht in der Liste?

Weil deutsche Datenschutzbehörden bei mindestens einem davon bemängelt haben, dass der Schutz der Daten deutscher Nutzer nicht nachgewiesen werden konnte. Für den Einstieg bleibe ich bei den sechs oben.

Ändert sich das alles nicht ständig?

Doch, und zwar monatlich. Alle Angaben auf dieser Seite habe ich am 21. September 2026 geprüft. Preise, Namen und Funktionen können morgen anders sein — dafür steht unten das Prüfdatum.

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Inhalt des Beitrages auf Richtigkeit überprüft am 21. September 2026.