
Das gewünschte Geschenk zur Einschulung — auf Empfehlung der Eltern. Unser eigenes Foto
Früher, als ich noch berufstätig war, hat meine Frau die Geschenke für die ganze Familie eingekauft. Sie wusste, wer was braucht, sie wusste, was schon da war, und sie hat es einfach erledigt. Heute ist das meine Aufgabe — und ich habe gemerkt: Die Arbeit steckt nicht im Einkaufen. Sie steckt in der Frage davor.
Vor jedem Geburtstag, vor Weihnachten und vor Ostern frage ich grundsätzlich bei den Eltern nach. Rechtzeitig, nicht am Abend vorher. Das hat sich so eingespielt, und ich mache es ohne schlechtes Gewissen: Es ist keine Bitte um Erlaubnis, sondern eine Frage nach dem, was ich von hier aus nicht wissen kann.
Zwei Dinge kommen dabei heraus. Erstens treffe ich das Geschenk — ich kaufe, was das Enkelkind wirklich brauchen kann oder sich wünscht. Zweitens, und das ist der unterschätzte Teil: Es ist gleich mit abgestimmt. Die anderen Großeltern, Paten, Tanten und Onkel schenken auch etwas, und wer einmal erlebt hat, wie zwei gleiche Pakete unter einem Tisch stehen, fragt beim nächsten Mal vorher.
Und trotzdem kaufe ich noch etwas Zweites
Eine Ausnahme erlaube ich mir. Meistens kaufe ich zusätzlich noch eine Kleinigkeit, die ich mit niemandem abspreche — etwas, von dem ich glaube, dass es dem Kind Freude macht. Das ist der Teil, der mir gehört. Er ist klein, er stört keine Absprache, und er ist der eigentliche Opa-Anteil am Geburtstagstisch.
Die Einschulung meiner jüngsten Enkeltochter
Die letzte Einkaufsaktion war das Einschulungsgeschenk für meine jüngste Enkeltochter. Ich habe gefragt, und die Eltern hatten eine klare Empfehlung: ein großes Stitch-Kuscheltier. Ich hätte von allein nicht darauf getippt — genau deshalb frage ich.
Die Freude war groß. Und sie war groß, weil das Geschenk getroffen hat, nicht weil es teuer oder überraschend war. Dass ich vorher telefoniert hatte, wusste das Kind nicht und interessierte es auch nicht.

Das zweite, kleine Geschenk — das habe ich mit niemandem abgesprochen. Unser eigenes Foto.
Dazu kam dann noch mein ungefragter Teil: ein kleines Geschicklichkeitsspiel. Es passt in eine Hosentasche, es braucht keinen Strom, und es beschäftigt still. Ob sie es in der Schule unter der Bank benutzt, wenn ihr der Unterricht zu langweilig wird, weiß ich nicht. Ich habe da so eine Vermutung — und ich werde sie nicht den Lehrern mitteilen.
Was ich aus den letzten Jahren mitgenommen habe, ist einfach: Das abgestimmte Geschenk sorgt dafür, dass nichts danebengeht. Das kleine, ungefragte sorgt dafür, dass ich beim Schenken nicht bloß eine Bestellung ausführe. Beides zusammen funktioniert besser als jedes für sich.
Ausführlich dazu: Wie man fragt, ohne sich alles vorschreiben zu lassen, und was zu tun ist, wenn die Eltern Nein sagen, steht in Schenken, ohne die Eltern zu übergehen.
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