Opa und Enkelkind spielen im sonnigen Hof Hüpfkästchen mit Kreide, daneben Gummiband und Murmeln – Bewegungsspiele von früher

Bewegungsspiele von früher brauchen kein teures Spielzeug – nur ein Stück Kreide, ein Gummiband, ein paar Murmeln und Lust auf Bewegung. Genau das macht sie so wertvoll: Als Opa kann ich meinen Enkeln die Spiele meiner eigenen Kindheit zeigen, und auf einmal spielen drei Generationen dasselbe Spiel. Hier kommen die schönsten Klassiker mit Anleitung.

Jürgen Busch

Beitrag von Jürgen Busch
09.06.2026 · Kategorie: Spielen · Bewegungsspiele

🦶 Hüpfkästchen (Himmel und Hölle)

Mehr als ein Stück Straßenkreide und ein flacher Stein braucht es nicht. In meiner Kindheit war auf jedem Gehweg ein Hüpfkästchen gemalt – und kaum male ich heute eines in den Hof, sind die Enkel sofort dabei.

So geht’s

Malt mit Kreide die Felder 1 bis 10 auf – mal einzeln untereinander, mal nebeneinander als Paar, oben das große Feld „Himmel“. Dann:

  • Den Stein in Feld 1 werfen. Dieses Feld wird übersprungen.
  • Auf einem Bein durch die Einzelfelder hüpfen, bei Doppelfeldern mit beiden Füßen landen (links/rechts).
  • Im „Himmel“ kurz umdrehen und zurückhüpfen. Auf dem Rückweg den Stein wieder aufheben – ohne die Linien zu berühren oder umzukippen.
  • Klappt alles, wirft man beim nächsten Mal in Feld 2, dann 3 und so weiter. Wer eine Linie tritt oder die Balance verliert, ist als Nächster wieder dran.

👴 Opa-Tipp: Für die ganz Kleinen die Felder größer malen und das Steinwerfen weglassen – einfach nur hüpfen. Das schult schon prima das Gleichgewicht.

🪢 Gummitwist (Gummihopse)

Ein langes, zum Ring geknotetes Gummiband – mehr ist es nicht, und doch haben wir damit ganze Nachmittage verbracht. Gummitwist trainiert Sprungkraft, Rhythmus und Konzentration, und man kann es schon zu dritt spielen.

So geht’s

  • Zwei Kinder spannen das Gummiband um ihre Fußknöchel, sodass zwei parallele Linien entstehen. Das dritte Kind springt.
  • Eine feste Sprungfolge wird durchgehüpft – etwa: beide Füße rein, beide raus, auf das Band treten, wieder heraus. Dazu wird oft ein Reim im Takt gesprochen.
  • Schafft man die Folge fehlerfrei, wird das Band höher gespannt: von den Knöcheln zu den Waden, dann zu den Knien – Stufe um Stufe schwerer.
  • Bei einem Fehler wird gewechselt. Wer am höchsten kommt, gewinnt.

👴 Opa-Tipp: Hast du nur ein Kind zur Hand, spannst du das Band einfach um zwei Stuhlbeine – dann braucht ihr niemanden zum Halten. Eigene Sprungfolgen und Reime auszudenken, macht den größten Spaß.

🔵 Murmeln

Bunte Glaskugeln, die in der Sonne funkeln – Murmeln waren früher eine echte Währung auf dem Schulhof. Gespielt wird am besten auf festem Sand oder Pflaster.

Zwei einfache Spielarten

Kuhlemurmeln: Grabt eine kleine Mulde in den Boden. Aus einigen Schritten Entfernung versucht jedes Kind, seine Murmel in die Kuhle zu schnipsen. Wer trifft, bekommt einen Punkt – oder darf die danebenliegenden Murmeln der anderen gewinnen.

Zielmurmeln: Eine Murmel liegt als Ziel auf dem Boden. Reihum wird geschnipst – wer die Zielmurmel trifft, darf sie behalten. Geschnipst wird mit dem Daumen hinter dem Zeigefinger.

👴 Mehr dazu: Eine ausführliche Anleitung mit weiteren Spielarten findest du in unserem Beitrag Murmeln spielen.

⚪ Boule & Boccia

Auf einem Spaziergang oder im Schrebergarten ist Boule mein Lieblingsspiel mit den Enkeln – ruhig, gesellig und für jedes Alter. Man braucht nur ein Set Kugeln und eine kleine Zielkugel, das „Schweinchen“.

So geht’s

  • Das Schweinchen wird ein paar Meter weit geworfen.
  • Reihum versucht jeder, seine Kugeln so nah wie möglich ans Schweinchen zu werfen oder zu rollen.
  • Man darf auch die Kugeln der anderen wegstoßen – das macht den Reiz aus.
  • Punkte bekommt, wessen Kugeln am Ende am dichtesten am Schweinchen liegen.

👴 Opa-Tipp: Für kleine Kinder tun es leichte Kunststoffkugeln statt der schweren Metallkugeln. Auf dem Rasen rollt es langsamer – ideal zum Üben.

💚 Warum diese Spiele heute noch gut sind

Diese alten Spiele kosten fast nichts, kommen ohne Bildschirm aus und bringen Kinder an die frische Luft. Sie fördern ganz nebenbei Gleichgewicht, Geschicklichkeit und Sprungkraft – und sie verbinden die Generationen: Wenn Opa zeigt, wie man die Murmel richtig schnipst, oder von den Gummitwist-Wettkämpfen seiner Schulzeit erzählt, wird aus einem Spiel ein kleines Stück Familiengeschichte.

Lust auf mehr Klassiker im Kreis? Schau dir unsere alten und neuen Kreisspiele an – oder zurück zur Übersicht aller Bewegungsspiele.

❓ Häufige Fragen

Ab welchem Alter eignen sich diese Spiele von früher?

Hüpfkästchen und Boule klappen vereinfacht schon ab etwa drei bis vier Jahren, Gummitwist und Murmeln machen ab fünf bis sechs Jahren am meisten Spaß. Mit kleinen Anpassungen spielt jedes Alter mit.

Welches Material braucht man?

Sehr wenig: ein Stück Straßenkreide und einen flachen Stein fürs Hüpfkästchen, ein langes Gummiband für Gummitwist, eine Handvoll Murmeln und ein Boule-Set. Vieles hat man ohnehin zu Hause.

Kann man die Spiele auch drinnen spielen?

Gummitwist und Murmeln gehen mit etwas Platz auch im Haus – das Band um zwei Stuhlbeine, die Murmeln auf glattem Boden. Hüpfkästchen und Boule sind eher etwas für draußen.

Wie viele Kinder braucht man?

Hüpfkästchen geht schon allein, Murmeln und Boule am besten zu zweit oder mehr, Gummitwist klassisch zu dritt – mit dem Stuhlbein-Trick aber auch zu zweit.

Warum sind alte Bewegungsspiele pädagogisch wertvoll?

Sie fördern Gleichgewicht, Geschicklichkeit, Sprungkraft und Konzentration – ganz ohne Bildschirm und an der frischen Luft. Außerdem verbinden sie Generationen, wenn Großeltern die Spiele ihrer Kindheit weitergeben.

Beitrag von Jürgen Busch · Themenschwerpunkt: Bewegungsspiele · Zuletzt geprüft am 09.06.2026