Drei Fundstücke von Jürgen: schwarzes Kästchen mit Drehknopf, grüner Leuchtpropeller und silberner Netatmo-Zylinder

Drei Fundstücke von Jürgen: schwarzes Kästchen mit Drehknopf, grüner Leuchtpropeller und silberner Netatmo-Zylinder
Drei meiner Fundstücke vom Dachboden. Was sie sind, hat mir die KI in wenigen Sekunden gesagt. (Fotos: Jürgen Busch)

Jürgen Busch, Autor von grossvater.de – Schwarzweiß-Porträt mit gefalteten Händen

Beitrag von Jürgen Busch
AKTUALISIERT AM 08.11.2026 · 9 MIN. LESEZEIT · Kategorie: KI für Senioren · Newsletter anmelden

Jeder kennt das: Beim Aufräumen hältst Du etwas in der Hand und hast keine Ahnung, was es ist. Ein Kästchen mit Drehknopf. Ein Plastikteil, das irgendwo abgefallen sein muss. Ein Spielzeug, das die Enkel dagelassen haben.

Früher hätte ich so etwas in die Schublade gelegt und vergessen. Heute mache ich ein Foto und frage die KI. Ich habe das an einem Sonntag mit fünf Dingen aus meinem Haus ausprobiert. Vier hat die KI erkannt, eines nicht. Hier zeige ich Dir alle fünf.

Kurz gesagt: Mach ein scharfes Foto, schick es an ChatGPT, Gemini, Claude oder Google Lens und frage: „Was ist das und wofür benutzt man es?“ Bei Alltagsdingen, Geräten und Spielzeug klappt das meist auf Anhieb. Bei Ersatzteilen und alten Erbstücken ist die Antwort ein erster Hinweis, keine Gewissheit. Den Wert einer Sache kann die KI nicht verlässlich schätzen.

Inhalt

  1. So fragst Du die KI
  2. Meine fünf Fundstücke
  3. Was haben die Enkel da? Spielzeug erkennen
  4. Wenn die KI nicht weiterweiß
  5. Ist es etwas wert?
  6. Wo Du vorsichtig sein musst
  7. Häufige Fragen

1 · So fragst Du die KI

Wie man ein Foto an die KI schickt, habe ich Schritt für Schritt in Ein Foto machen und fragen erklärt. Hier nur das, worauf es bei Gegenständen ankommt.

Das Foto

  • Leg das Ding auf einen ruhigen Untergrund, am besten einen hellen Tisch.
  • Fotografiere es von vorn, von hinten und von unten. Unten steht oft das Wichtigste: Etikett, Typenschild, eingeprägte Nummern.
  • Leg etwas zum Größenvergleich daneben, zum Beispiel eine Münze oder einen Kugelschreiber.
  • Schrift soll scharf zu lesen sein. Lieber zwei Fotos mehr als eines zu wenig.

Die Frage

Schreib dazu, wo Du das Ding gefunden hast. „Lag in der Werkzeugkiste meines Vaters“ hilft der KI mehr als jedes weitere Foto.

Gute Fragen sind:

  • „Was ist das, und wofür benutzt man es?“
  • „Woraus ist es gemacht, und wie alt ist es ungefähr?“
  • „Was bedeuten die eingeprägten Zeichen und Nummern?“
  • „Wie heißt so etwas, damit ich im Internet danach suchen kann?“
  • „Wie sicher bist Du Dir?“ – Diese Frage stelle ich inzwischen immer.

Welche KI?

Google Lens steckt in der Google-App und findet ähnliche Bilder im Netz. Das ist gut, wenn es das Ding zu kaufen gibt. ChatGPT, Gemini und Claude beschreiben und erklären, und Du kannst nachfragen. Auf neueren iPhones gibt es außerdem die „visuelle Intelligenz“ von Apple. Ich habe für diesen Beitrag Claude benutzt. Mit den anderen geht es genauso.

2 · Meine fünf Fundstücke

Das schwarze Kästchen mit dem Drehknopf

Schwarzes Kästchen mit Drehknopf für 15 bis 40 kHz und Lüftungsschlitzen: ein Ultraschall-Tiervertreiber
Mein erstes Fundstück, so wie ich es der KI geschickt habe. (Foto: Jürgen Busch)

Schwarzer Kunststoff, oben und unten Lüftungsschlitze, in der Mitte ein Drehknopf mit „OFF“, „15 KHz“, „20 KHz“, „30 KHz“, „40 KHz“, daneben ein kleines Licht. Darauf der Name „QueenMew“.

Was die KI sagt: Ein Ultraschall-Tiervertreiber. Er gibt hohe Töne ab, die Marder, Katzen oder Mäuse fernhalten sollen. Mit dem Knopf stellst Du die Tonhöhe ein. Das genaue Modell konnte sie nicht finden.

Was ich daraus mitnehme: Die Zahlen auf dem Knopf haben verraten, was das Gerät tut. Und die KI hat von sich aus gewarnt: Den Ton mit 15 kHz hören viele Menschen noch, Hund und Katze im Haus sowieso. Ob solche Geräte wirklich helfen, ist übrigens umstritten.

Der silberne Zylinder

Hoher silberner Aluminium-Zylinder mit senkrechtem Schlitz und weißem Fuß mit dem Schriftzug Netatmo
Der Schriftzug unten am Fuß hat der KI fast alles verraten. (Foto: Jürgen Busch)

Ein hoher Zylinder aus Aluminium, unten ein weißer Fuß mit dem Schriftzug „Netatmo“, vorn ein schmaler Schlitz.

Was die KI sagt: Ein Gerät von Netatmo, das die Luft im Zimmer misst: Temperatur, Luftfeuchte, CO₂ und Lautstärke. Wahrscheinlich das Innenmodul der Netatmo-Wetterstation. Fast gleich sieht aber der Raumluftsensor derselben Firma aus. Welches es ist, steht auf dem Etikett an der Unterseite.

Was ich daraus mitnehme: Ein Markenname macht es leicht. Trotzdem kann die KI ähnliche Modelle verwechseln, und sie hat das ehrlich gesagt. Ein Foto der Unterseite hätte die Frage sofort geklärt.

Die anderen drei Fundstücke findest Du weiter unten: zwei Spielzeuge im nächsten Abschnitt und ein Plastikteil, bei dem die KI passen musste.

3 · Was haben die Enkel da? Spielzeug erkennen

Spielzeug ist für die KI ein dankbares Feld, und für uns Großeltern ein häufiges. Was heute im Kinderzimmer liegt, gab es zu unserer Zeit nicht.

Der Leuchtpropeller

Grüner Leuchtpropeller mit zwei angelegten Flügeln in Grün und Pink, Scheibe, LED und orangefarbenem Batterieblock
So sieht er in Ruhe aus: Die Flügel liegen angeklappt am Stab. (Foto: Jürgen Busch)

Ein grüner Stab, oben zwei klappbare Flügel in Grün und Pink, eine runde Scheibe, ein Gummiband und unten ein kleines Lämpchen auf einem Block mit der Aufschrift „Arrow“.

Was die KI sagt: Ein LED-Leuchtpropeller, auf Englisch „Flying Arrow“. Man hängt ihn in das Gummiband und schießt ihn wie mit einer Schleuder senkrecht nach oben. Oben klappen die Flügel auf, und er dreht sich wie ein Hubschrauber leuchtend zu Boden. Am schönsten in der Dämmerung.

Gut zu wissen: Nie auf Menschen zielen, schon gar nicht auf Augen. Im Block stecken kleine Knopfzellen. Die sind für Kleinkinder gefährlich, wenn sie verschluckt werden.

Die bunten Steckteile

Fünf flache Steckteile von Binabo in Grün, Blau und Orange, ineinandergesteckt
Zapfen in Loch: So halten die Teile zusammen. Der Name steht auf jedem Teil. (Foto: Jürgen Busch)

Fünf flache Teile in Grün, Blau und Orange, jedes wie ein X geformt, mit kleinen Sprenkeln und dem Schriftzug „binabo“.

Was die KI sagt: Teile des Bauspiels Binabo. Zwei Arme haben einen Zapfen, zwei ein Loch. Man drückt die Teile ineinander und baut daraus Ketten, Kugeln, Tiere und vieles mehr.

Was ich daraus mitnehme: Hier hat der aufgedruckte Name gereicht. Und jetzt weiß ich, womit ich beim nächsten Besuch mit meinem Enkel bauen kann.

4 · Wenn die KI nicht weiterweiß

Schwarzes Kunststoffteil: eckige Hülse auf einer Grundplatte mit eingeprägter Teilenummer, zwei Datumsuhren und Recycling-Dreieck
Das Rätsel: links die Teilenummer, in der Mitte zwei Datumsuhren, rechts das Recycling-Dreieck. (Foto: Jürgen Busch)

Das fünfte Ding war ein schwarzes Kunststoffteil: eine eckige Hülse auf einer kleinen Platte. Eingeprägt sind eine Nummer, zwei kleine runde Uhren und ein Dreieck.

Was die KI sagt: Ein gegossenes Kunststoffteil aus einer Maschine, einem Auto oder einem Möbel, wahrscheinlich ein Halter oder eine Führung. Wofür genau, konnte sie nicht sagen. Die Nummer war im Internet nicht zu finden.

Das ist kein Versagen, sondern eine ehrliche Antwort. Und die KI hat mir trotzdem geholfen, denn sie hat die Prägungen erklärt.

Was die Prägungen auf Kunststoffteilen verraten

  • Die kleinen runden Uhren sind Datumsstempel. Sie zeigen, in welchem Jahr und Monat das Teil gegossen wurde.
  • Das Dreieck aus Pfeilen ist das Recyclingzeichen. Die Buchstaben darin nennen die Kunststoffart, zum Beispiel PP oder PE.
  • Die Nummer ist die Teilenummer des Herstellers. Mit ihr findest Du am ehesten ein Ersatzteil.

So kommst Du weiter, wenn die KI passen muss:

  1. Schreib der KI, wo das Teil lag: im Auto, in der Küche, am Fahrrad.
  2. Fotografiere alle Seiten und, wenn möglich, die Stelle, von der es abgefallen sein könnte.
  3. Schreib die Nummer ab und suche sie mit dem Namen des Geräts zusammen.
  4. Frag beim Hersteller des Geräts oder in einer Werkstatt nach.

5 · Ist es etwas wert?

Das ist die Frage, die nach dem Dachboden-Fund als Erstes kommt. Die KI kann sie nur grob beantworten. Manche KI-Apps suchen inzwischen selbst nach Vergleichsangeboten im Internet. Zustand und Echtheit sieht aber keine KI auf einem Foto sicher.

Noch ein Fund: der Rechenschieber

Weißer Rechenschieber Aristo Studio 868 mit durchsichtigem Läufer auf einem Holztisch
Ein Aristo Studio 868 aus Deutschland. Die Zahl 868 steht rechts am Rand. (Foto: Jürgen Busch)

Einen sechsten Fund habe ich der KI extra gezeigt, mit der Frage: „Was ist der Rechenschieber wert?“

Was die KI sagt: Ein Aristo Studio, ein deutscher Rechenschieber, vermutlich aus den 1960er- oder 1970er-Jahren. Wert in funktionsfähigem Zustand ohne Etui: 10 bis 20 Euro. Zum Vergleich nannte sie ein Exemplar, das im Juli 2026 bei eBay für 3,50 Euro versteigert wurde, eines mit Originalverpackung, das im September 2026 für 13,99 Euro verkauft wurde, und Angebote bei Kleinanzeigen zwischen 15 und 25 Euro. Ihr Rat: für 20 Euro Verhandlungsbasis anbieten und mit 10 bis 15 Euro rechnen. Dazu fragte sie, ob ich noch Etui und Anleitung habe.

Bildschirmfoto der KI-Antwort: geschätzter Wert 10 bis 20 Euro mit drei Vergleichsangeboten
Die Antwort der KI. Sie hat selbst nach Vergleichspreisen gesucht. (Bildschirmfoto: Jürgen Busch)

Was ich daraus mitnehme: Beim Preis war die Antwort brauchbar, weil die KI echte Verkäufe gesucht hat und nicht nur Wunschpreise. Beim Modell hat sie sich aber vertan: Sie schreibt „Modell 968“, auf meinem Rechenschieber steht deutlich 868, die kürzere Ausführung. Also: die Zahlen auf dem Gerät immer selbst nachlesen und die genannten Preise kurz selbst prüfen.

Was sie gut kann: Dir sagen, wie das Ding heißt. Mit dem richtigen Namen kommst Du weiter:

  • Such nach vergleichbaren Angeboten auf Verkaufsportalen. Achte auf verkaufte Angebote, nicht auf Wunschpreise.
  • Frag in Sammlerforen nach. Dort kennen sich Leute oft erstaunlich gut aus.
  • Bei Kunst, Schmuck oder alten Möbeln: Viele Auktionshäuser schätzen kostenlos vorab, wenn sie Interesse haben.

Und manches ist vor allem für die Familie etwas wert. Das kann Dir keine KI sagen.

6 · Wo Du vorsichtig sein musst

  • Keine Pilze, Beeren oder Tabletten bestimmen lassen. Ein Irrtum kann gefährlich werden.
  • Keine Munition oder Waffenteile anfassen oder herumtragen. Ruf die Polizei.
  • Keine Ausweise, Kontoauszüge oder Kinder mitfotografieren. Deine Fotos landen beim Anbieter der KI.
  • Die KI kann sich irren, auch wenn sie sehr sicher klingt. Frag nach: „Wie sicher bist Du Dir?“

Mehr dazu in KI sicher nutzen und Was KI nicht kann.

7 · Häufige Fragen

Welche App erkennt Gegenstände auf einem Foto?

Google Lens in der Google-App, außerdem ChatGPT, Gemini und Claude. Auf neueren iPhones gibt es die visuelle Intelligenz von Apple.

Kostet das etwas?

Nein, für gelegentliche Fragen reichen die kostenlosen Fassungen.

Wie sicher ist die Antwort?

Bei Dingen mit Markennamen oder aufgedruckter Schrift sehr sicher. Bei Ersatzteilen, Werkzeug ohne Beschriftung und alten Erbstücken ist es ein guter erster Hinweis, den Du prüfen solltest.

Kann die KI sagen, was mein Fund wert ist?

Nicht verlässlich. Sie hilft Dir, den richtigen Namen zu finden. Den Preis findest Du über verkaufte Angebote, Sammler oder ein Auktionshaus.

Was mache ich, wenn die KI es nicht weiß?

Schreib dazu, wo das Ding lag, fotografiere alle Seiten und die Unterseite, und suche nach eingeprägten Nummern. Hilft das nicht, frag beim Hersteller oder in einer Werkstatt.

Einmal ausprobieren

Such Dir heute ein Ding aus der Schublade, von dem Du nicht genau weißt, was es ist. Mach ein Foto, frag die KI und frag einmal nach. Noch schöner ist es mit den Enkeln: Lass sie ein Ding aus Deiner Werkstatt fotografieren. Erst rät die KI, dann erzählst Du die Geschichte dazu.

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Inhalt auf Richtigkeit überprüft am 8. November 2026