
Die meisten Menschen, die ich kenne, haben KI zum ersten Mal allein ausprobiert — abends, am Küchentisch, mit einem mulmigen Gefühl. Viele haben nach zehn Minuten wieder aufgehört. Nicht weil es zu schwer war, sondern weil niemand da war, den man fragen konnte. Genau deshalb lohnt sich ein Kurs.
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📑 Das erwartet dich
Kurz gesagt: KI-Kurse für Senioren gibt es inzwischen fast überall — an Volkshochschulen, in Seniorenbüros und Mehrgenerationenhäusern, in Büchereien, bei Computerclubs und über den bundesweiten Digital-Kompass. Einen guten Kurs erkennst du an einer kleinen Gruppe, am eigenen Gerät und daran, dass du selbst tippst statt nur zuzuhören. Ich selbst halte ab Oktober 2026 einen Mitmach-Workshop bei NEW GENERATION e. V. in Hamburg.
🌱 Warum ein Kurs mehr bringt als ein Video
Videos im Internet gibt es zuhauf, und manche sind gut. Aber ein Video beantwortet keine Zwischenfrage. Es sieht auch nicht, dass du auf deinem Handy einen anderen Knopf vor dir hast als der Mann im Film. In einem Kurs passiert dagegen genau das, was beim Lernen hilft:
- Du darfst fragen — auch dreimal dasselbe. Das ist keine Schande, sondern der ganze Sinn der Sache.
- Du übst am eigenen Gerät. Was du zu Hause in der Hand hast, soll auch im Kurs vor dir liegen.
- Du darfst Fehler machen. Kaputtgehen kann nichts. Das einmal zu erleben, nimmt die meiste Angst.
- Du bleibst dran. Ein Termin im Kalender wirkt Wunder gegen den inneren Schweinehund.
- Du hörst, was die anderen fragen. Oft ist es genau das, was du dich nicht getraut hast.
🧭 Wo du KI-Kurse findest
Noch vor zwei Jahren musste man solche Angebote mit der Lupe suchen. Heute ist das anders — man muss nur wissen, wo man schaut.
1. Die Volkshochschule
Die erste Adresse. Fast jede VHS hat inzwischen Kurse wie „Künstliche Intelligenz im Alltag“ oder ausdrücklich „KI für Seniorinnen und Senioren“ im Programm, oft als Vormittagstermin und für wenig Geld. Im bundesweiten VHS-Kursfinder kannst du nach deinem Ort suchen. Frag im Zweifel im Büro nach — manche Kurse stehen unter „EDV“ und nicht unter „Senioren“.
2. Seniorenbüros, Begegnungsstätten, Mehrgenerationenhäuser
Hier laufen oft die schönsten Angebote, weil sie klein sind und von Menschen gemacht werden, die ihre Leute kennen. Häufig heißt das Ganze „Digital-Café“, „Handy-Sprechstunde“ oder „Technik-Treff“ — und KI ist dort längst ein Thema.
3. Der Digital-Kompass
Ein bundesweites Projekt der BAGSO, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, gemeinsam mit Deutschland sicher im Netz. Es gibt Standorte im ganzen Land, ehrenamtliche Digital-Botschafter, Online-Sprechstunden und kostenloses Material zum Weitergeben. Wer in seiner Gemeinde selbst etwas aufbauen möchte, findet dort die fertigen Bausteine dafür.
4. wissensdurstig.de
Ebenfalls von der BAGSO: die Servicestelle für Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen. Dort findest du Kurse, Projekte und Ansprechpartner in deiner Nähe — quer über alle Anbieter hinweg.
5. Büchereien und Stadtbibliotheken
Bibliotheken haben sich still und leise zu Lernorten entwickelt. Viele bieten kostenlose Einführungen an, manche verleihen sogar Tablets zum Üben. Und wenn du lieber erst liest, bevor du klickst: Die Bücher zum Thema stehen gleich im Regal nebenan — fünf davon habe ich hier besprochen.
6. Computerclubs und Vereine
Seniorencomputerclubs gibt es in vielen Städten, und sie sind oft ein Glücksfall: Dort sitzen Gleichaltrige, die dasselbe durchgemacht haben und in deiner Sprache erklären. Auch Vereine jenseits der Technik bieten inzwischen Workshops an — so wie der, in dem ich selbst aktiv bin.
7. Verbraucherzentrale
Weniger Bedienung, mehr Einordnung: Vorträge zu Datenschutz, zu Betrugsmaschen mit gefälschten Stimmen und Bildern, zu Rechten und Risiken. Eine gute Ergänzung, wenn du die Technik schon bedienst, aber wissen willst, worauf du achten musst.
✅ Woran du einen guten Kurs erkennst
Sechs Fragen vor der Anmeldung
- Wie groß ist die Gruppe? Alles über zwölf Leute wird zäh.
- Bringe ich mein eigenes Gerät mit? Am fremden Kursrechner lernt man wenig für zu Hause.
- Wird mitgemacht oder nur vorgeführt? Du solltest selbst tippen.
- Kommt Datenschutz vor? Ein Kurs, der das auslässt, ist unvollständig.
- Gibt es mehrere Termine? Einmal anderthalb Stunden reicht selten.
- Sind Vorkenntnisse nötig? Bei einem Einsteigerkurs sollte die Antwort Nein lauten.
🎓 Mein eigener Workshop: „Künstliche Intelligenz — Dein neuer Helfer im Alltag“
Weil ich das alles nicht nur aufschreiben, sondern auch machen wollte, halte ich seit diesem Herbst selbst einen Workshop — bei NEW GENERATION e. V. in Hamburg, einem Verein, in dem ich Mitglied bin. Es ist ein Mitmach-Workshop, kein Vortrag. Wir schauen uns den KI-Assistenten ChatGPT gemeinsam an und probieren aus, wie er beim Formulieren von Briefen und Anträgen hilft, wie er komplizierte Texte verständlich erklärt, wie man mit ihm eine Reise plant und wie er auf kreative Ideen kommt. Dazu spreche ich über das, was viele zu Recht umtreibt: Datenschutz und die Grenzen der Technik.
Die Eckdaten
Termine: Freitag, 23.10., 30.10. und 06.11.2026, jeweils 11.00 Uhr
Ort: NEW GENERATION, Hugh-Greene-Weg 2, 2. Stock, Hamburg
Teilnehmer: höchstens 12, nur für Vereinsmitglieder
Mitbringen: ein WLAN-fähiges Smartphone, Tablet oder Laptop
Vorkenntnisse: keine — nur Neugier und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren
🔑 Wie ich selbst zur KI gekommen bin
Es war kein Technikinteresse, sondern ein abgebrochener Schlüssel. In der Familie war der Schlüssel im Schloss abgebrochen, die Tür zu, der Schlüsseldienst teuer. Statt anzurufen, habe ich ein Foto vom Schloss gemacht und die KI gefragt, was man tun kann. Die Antwort kam prompt: nachsehen, wie tief die Spitze im Zylinder steckt, und sie mit einer Feile herausziehen. Es hat geklappt.
Seitdem nutze ich KI im Alltag ziemlich selbstverständlich. Als Hobbygärtner lasse ich mir die Pflanzfolge für die Beete durchrechnen, ich plane Reiserouten damit, und bei Steuerfragen erklärt sie mir wenigstens, worum es überhaupt geht. Auch beim Schreiben für diese Website hilft sie mir — was ich hier offen dazusage, weil ich das für selbstverständlich halte.
Unsere Kinder und Enkel nutzen KI ganz selbstverständlich, und sie wird in den nächsten Jahren unverzichtbar werden. Ich möchte niemanden überreden. Aber ich möchte dazu ermuntern, sich der Entwicklung nicht zu verschließen — und ehrlich gesagt: Damit herumzuexperimentieren macht auch eine Menge Spaß.
🏠 Wenn es in deiner Nähe keinen Kurs gibt
Dann fang trotzdem an. Zwei Dinge helfen erfahrungsgemäß am meisten: Verabrede dich mit jemandem — einem Nachbarn, einer Freundin, einem Enkel — und nehmt euch eine feste halbe Stunde in der Woche vor. Und arbeite mit etwas auf Papier, damit du nicht ständig zwischen Anleitung und Bildschirm hin- und herspringen musst. Genau dafür gibt es hier das Heft zum Ausdrucken: 27 Seiten in großer Schrift, kostenlos, ausdrücklich zum Weitergeben gedacht.
Und wenn du ganz am Anfang stehst, ist der beste nächste Schritt die Seite Erste Schritte mit KI. Dort startest du in zehn Minuten — ohne Anmeldung, ohne Kosten, und ohne dass etwas kaputtgehen kann.
Themenschwerpunkt: Großeltern & digitale Helfer · Inhalt auf Richtigkeit überprüft am 25. September 2026.

