Großmutter und Großvater basteln mit zwei Enkelkindern am Küchentisch Sterne aus Transparentpapier, davor liegen Schere, Kleber und Papierstreifen
Großmutter und Großvater basteln mit zwei Enkelkindern am Küchentisch Sterne aus Transparentpapier, davor liegen Schere, Kleber und Papierstreifen

Symbolbild, mit KI erstellt — keine reale Person. Alles auf dem Tisch stammt aus dem Haushalt: Papier, Schere, Kleber, Faden. Mehr braucht es für den ganzen Advent nicht.

Jürgen Busch, Autor von grossvater.de – Schwarzweiß-Porträt mit gefalteten Händen

Beitrag von Jürgen Busch
AKTUALISIERT AM 17.08.2026 · 12 MIN. LESEZEIT · Kategorie: Basteln
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Weihnachtsbasteln mit Enkelkindern scheitert selten am Können und fast immer an der Vorbereitung. Entweder fehlt das eine Material, das die Anleitung verlangt, oder das Projekt dauert zwei Stunden und das Kind ist nach zwanzig Minuten fertig mit dem Thema.

Deshalb steht hier nur, was mit Papier, Schere, Kleber und Faden geht. Alles aus dem Haushalt, alles in einem Nachmittag zu schaffen, und jedes Stück hängt danach wirklich irgendwo.

Kurz gesagt: Sechs Projekte, nach Schwierigkeit sortiert: Papierkette, Fensterstern, Faltstern, Papierengel, Schneeflocke und Baumschmuck aus Papierstreifen. Für jedes steht dabei, ab welchem Alter es klappt, wie lange es dauert und wo Kinder erfahrungsgemäß hängen bleiben. Alles ohne Heißkleber — der ist bei Kindern unter zehn mehr Risiko als Hilfe.

Was auf den Tisch gehört — und was nicht

Der ganze Nachmittag hängt an fünf Dingen. Wenn die da sind, kann nichts mehr schiefgehen:

  • Papier in drei Sorten: festes Tonpapier für alles, was hängen soll; Transparentpapier für alles, was leuchten soll; normales Druckerpapier zum Üben. Das Übungspapier ist der wichtigste Posten — der erste Versuch geht fast immer schief, und auf billigem Papier stört das niemanden.
  • Zwei Scheren: eine Kinderschere mit runder Spitze und eine richtige für Dich. Mit einer stumpfen Schere zu schneiden ist frustrierender als jedes schwierige Projekt.
  • Klebestift statt Flüssigkleber. Flüssigkleber wellt das Papier und braucht Trockenzeit, die kein Kind abwartet.
  • Faden oder Bindfaden zum Aufhängen — und eine dicke Nadel, mit der Du die Löcher stichst.
  • Ein Lineal und ein Bleistift. Falten ohne vorgezeichnete Linie ist für Kinderhände schwer.

Was ich weglassen würde: Heißklebepistolen (zu heiß, und die Faszination ist größer als die Vorsicht), Glitzerstreu (Du findest es im März noch) und Sprühkleber (die Dämpfe haben am Küchentisch nichts zu suchen). Nichts davon macht ein Bastelstück besser.

Der Trick, der den Nachmittag rettet

Bereite eine Sache vor, bevor die Enkel kommen: schneide die Streifen zurecht, falte einen Musterstern, klebe eine Kette als Beispiel. Kinder fangen viel leichter an, wenn sie sehen, wohin es geht. Und Du hast die schwierige erste Minute schon hinter Dir.

1 · Die Papierkette — ab 3 Jahren, 20 Minuten

Das älteste Bastelstück der Welt und immer noch das beste für die Kleinsten. Es kann nicht misslingen, es wächst sichtbar, und am Ende hängt etwas quer durchs Zimmer.

So geht es

  1. Tonpapier in Streifen schneiden: etwa 3 cm breit, 15 cm lang. Das machst Du vorher.
  2. Den ersten Streifen zum Ring zusammenkleben, Klebestift auf ein Ende, die Enden überlappen lassen.
  3. Den nächsten Streifen durch den Ring fädeln und ebenfalls schließen.
  4. Weiter, bis die Kette lang genug ist oder das Papier alle.

Wo Kinder hängen bleiben: Beim Fädeln — der neue Streifen muss durch den letzten Ring, bevor er geklebt wird. Wenn eine Kette plötzlich aus einzelnen Ringen besteht, ist genau das passiert. Zeig es zweimal langsam, dann sitzt es.

Variante für Ältere: Zwei Farben abwechselnd, oder jeder Ring bekommt einen Namen — dann wird die Kette zum Familienband und jedes Familienmitglied hängt darin.

2 · Der Fensterstern aus Transparentpapier — ab 5 Jahren, 30 Minuten

Der Klassiker aus dem Waldorfkindergarten, und zu Recht: Er sieht viel schwieriger aus, als er ist, und wenn die Sonne durchscheint, leuchtet er in zwei Farbtönen, weil sich die Lagen überlappen.

So geht es

  1. Aus Transparentpapier acht Quadrate schneiden, je etwa 10 × 10 cm.
  2. Jedes Quadrat diagonal falten, wieder öffnen — die Falte ist die Mittellinie.
  3. Zwei gegenüberliegende Ecken zur Mittellinie einschlagen, sodass eine spitze Tüte entsteht.
  4. Alle acht Tüten sternförmig übereinanderlegen, die Spitzen nach außen, und jeweils an der Überlappung mit einem Tupfer Klebestift verbinden.
  5. Mit einem Tropfen Kleber ans Fenster — oder mit Faden aufhängen.

Der Punkt, an dem es schiefgeht: Wenn die acht Tüten nicht gleichmäßig gedreht aufeinanderliegen, wird der Stern schief. Hilf mit einem Bleistiftpunkt in der Mitte des ersten Blattes — alle Spitzen zeigen auf diesen Punkt.

3 · Der Faltstern aus Butterbrottüten — ab 6 Jahren, 25 Minuten

Der Stern, bei dem Enkel und Großeltern gleichermaßen staunen: Aus sieben zusammengeklebten Butterbrottüten wird durch einen einzigen Schnitt ein großer Stern. Material für unter einem Euro, Wirkung wie gekauft.

So geht es

  1. Sieben Butterbrottüten flach hinlegen, alle in dieselbe Richtung.
  2. Auf jede Tüte einen Klebestreifen in Form eines schmalen Ypsilons auftragen: ein Strich in der Mitte von unten nach oben, zwei Striche schräg nach außen.
  3. Die nächste Tüte genau darauflegen, andrücken. So alle sieben stapeln.
  4. Aus dem offenen Ende des Stapels eine Spitze schneiden — wie einen Bleistift anspitzen, links und rechts schräg ab.
  5. Den Stapel auffächern, die beiden Außenseiten zusammenkleben — fertig ist der Stern.

Das Schneiden macht der Erwachsene: Sieben Lagen Papier auf einmal sind für eine Kinderschere zu viel. Das Kind zeichnet die Linie an, Du schneidest. So bleibt es trotzdem sein Stern.

4 · Der Papierengel — ab 6 Jahren, 20 Minuten

Ein Engel aus einem Kreis Papier, einem Kegel und zwei Flügeln. Er steht auf dem Tisch oder hängt am Baum, und weil jeder ihn anders bemalt, sieht keiner aus wie der andere.

So geht es

  1. Einen Kreis mit etwa 12 cm Durchmesser ausschneiden (ein Teller als Schablone).
  2. Den Kreis einmal bis zur Mitte einschneiden.
  3. Zum Kegel rollen, die Schnittkanten überlappen lassen, kleben — das ist der Körper.
  4. Aus einem kleineren Kreis (etwa 4 cm) den Kopf schneiden und oben aufkleben.
  5. Zwei Flügel aus Tonpapier schneiden, hinten ankleben.
  6. Gesicht malen. Diesen Schritt macht das Kind allein — er entscheidet über den ganzen Engel.

5 · Schneeflocken — ab 7 Jahren, 15 Minuten je Stück

Sechseckige Schneeflocken sind das einzige Bastelstück in dieser Liste, bei dem es auf genaues Falten ankommt. Dafür ist der Effekt beim Aufklappen jedes Mal neu.

So geht es

  1. Quadratisches Papier diagonal zum Dreieck falten, dann noch einmal.
  2. Das Dreieck in drei gleiche Teile falten — erst die eine Seite über die Mitte, dann die andere darüber. Hier wird es fummelig, hilf mit.
  3. Die überstehende Spitze gerade abschneiden.
  4. Kerben, Bögen und Zacken in die gefalteten Kanten schneiden — niemals die komplette Kante durchtrennen, sonst zerfällt die Flocke.
  5. Vorsichtig auffalten und mit einem schweren Buch glätten.

Die Regel, die alles rettet: An mindestens einer Stelle jeder Kante muss Papier stehen bleiben. Wer das einmal verstanden hat, schneidet ab da nie wieder eine Flocke in Einzelteile.

6 · Die Papierstreifen-Kugel — ab 8 Jahren, 30 Minuten

Sechs Streifen, eine Musterklammer, und daraus wird eine dreidimensionale Kugel für den Baum. Das anspruchsvollste Stück auf dieser Seite — und das, auf das Kinder am meisten stolz sind.

So geht es

  1. Sechs Streifen Tonpapier schneiden, je etwa 2 cm breit und 30 cm lang.
  2. In jedes Streifenende mittig ein Loch stanzen oder mit der Nadel stechen — alle zwölf Löcher gleich weit vom Rand.
  3. Alle sechs Streifen an einem Ende aufeinanderstecken und mit einer Musterklammer zusammenhalten.
  4. Die Streifen zur Kugel biegen und die anderen Enden ebenfalls aufeinanderstecken.
  5. Die Streifen gleichmäßig auffächern, bis eine runde Form entsteht. Faden durch die obere Klammer.

Wenn die Kugel eiert: Dann liegen die Löcher nicht alle gleich weit vom Rand. Miss die Löcher vor, statt sie zu schätzen — das ist der einzige Schritt, bei dem Genauigkeit wirklich zählt.

Was in welchem Alter geht

Projekt Ab Dauer Was der Erwachsene übernimmt
Papierkette 3 Jahre 20 Min. Streifen vorschneiden
Fensterstern 5 Jahre 30 Min. Quadrate zuschneiden, erste Faltung zeigen
Faltstern aus Tüten 6 Jahre 25 Min. die Spitze schneiden (sieben Lagen)
Papierengel 6 Jahre 20 Min. Kreise vorzeichnen
Schneeflocke 7 Jahre 15 Min. beim Drittel-Falten mithelfen
Papierstreifen-Kugel 8 Jahre 30 Min. Löcher stechen

Die Altersangaben sind Richtwerte für Kinder, die schon einmal mit einer Schere gearbeitet haben. Ein geübtes Fünfjähriges schafft den Faltstern, ein ungeduldiges Achtjähriges bricht bei der Schneeflocke ab. Sieh Dir das Kind an, nicht die Tabelle.

Sicherheit — kurz und ernst

Keine echten Kerzen in der Nähe von Papierschmuck. Fensterschmuck, Papiersterne und Zweige brennen schnell und vollständig. LED-Teelichter kosten wenig und lösen das Problem für immer.

Scheren mit runder Spitze für alles unter acht Jahren, und die Erwachsenenschere gehört nach Gebrauch außer Reichweite.

Kleines und Kleinstes — Musterklammern, Perlen, Pailletten — nicht auf den Tisch, wenn ein Kind unter drei mit am Tisch sitzt.

Häufige Fragen

Welches Papier eignet sich am besten zum Weihnachtsbasteln?

Für Hängendes festes Tonpapier ab etwa 130 g/m², für alles, was leuchten soll, Transparentpapier. Dazu normales Druckerpapier zum Üben — der erste Versuch geht fast immer schief, und auf Übungspapier stört das niemanden.

Ab welchem Alter können Kinder mit der Schere basteln?

Mit einer Kinderschere mit runder Spitze ab etwa drei Jahren, aber nur gerade Schnitte und nur mit Aufsicht. Kurven gelingen meist ab fünf, mehrere Lagen Papier gleichzeitig erst ab acht — bis dahin schneidet der Erwachsene.

Braucht man eine Heißklebepistole?

Für Papier nicht. Ein Klebestift hält alles, was auf dieser Seite steht, und wellt das Papier nicht wie Flüssigkleber. Die Heißklebepistole ist bei Kindern unter zehn mehr Risiko als Hilfe: Der Kleber wird über 100 Grad heiß, und die Faszination ist größer als die Vorsicht.

Wie lange sollte eine Bastelrunde mit Enkeln dauern?

Zwanzig bis dreißig Minuten am Stück, bei Kindern unter fünf eher weniger. Plane lieber zwei kurze Runden an zwei Nachmittagen als eine lange — und hör auf, solange noch Lust da ist.

Was mache ich, wenn das Bastelstück misslingt?

Aufheben und aufhängen. Der Fensterstern mit den sieben statt acht Zacken ist der, an den sich alle erinnern. Wer misslungene Stücke wegwirft, bringt dem Kind bei, dass es aufs Ergebnis ankommt — und das ist beim Basteln mit Großeltern genau der falsche Gedanke.

Kann man Papierschmuck mit echten Kerzen kombinieren?

Nein. Papierschmuck, Zweige und Transparentpapier brennen schnell und vollständig. Wenn gebastelter Schmuck am Fenster oder am Baum hängt, gehören LED-Teelichter dazu — sie kosten wenig und lösen das Problem endgültig.

Was mache ich mit dem Gebastelten nach Weihnachten?

Flach in einen Karton legen, mit Zeitungspapier zwischen den Lagen, und beschriften. Im nächsten Jahr ist es das erste, was ausgepackt wird — und Kinder erkennen ihre eigenen Stücke sofort wieder.

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Beitrag aus der Kategorie: BastelnVerantwortlicher Autor: Jürgen BuschInhalt des Beitrages habe ich auf Richtigkeit überprüft am 17. August 2026.